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Möglicher Zoll-KonfliktArbeitgeberpräsident warnt vor Eskalation mit USA

Wie soll die EU auf die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump reagieren? Die Arbeitgeber warnen vor einem Wirtschaftskonflikt. 20.01.2026 - 09:10 Uhr
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger ist „an einer konfliktfreien Lösung interessiert“. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor einer Eskalation im Grönland-Konflikt zwischen den USA und Europa. „Wir sind sehr an einer konfliktfreien Lösung interessiert“, sagte Dulger am Montagabend vor Journalisten in Berlin. „Wir hätten einen wirtschaftlichen Konflikt gerne vermieden.“ Dulger sagte weiter, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände stehe an der Seite der Bundesregierung.

Trump hatte angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen. Zölle könnten die deutsche Exportwirtschaft hart treffen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Trumps Zolldrohungen kritisiert, sich aber mit der Ankündigung von Gegenmaßnahmen zurückgehalten. Man wolle als Europäer „besonnen und auch angemessen“ auf „solche Herausforderungen“ reagieren, sagte Merz am Montag in Berlin. „Wir sind uns einig, dass wir möglichst jede Eskalation in diesem Streit vermeiden wollen.“

Dulger sagte, Trump habe mit seinen Äußerungen zu Grönland auch im eigenen Land Kritik ausgelöst. Er verwies auch auf eine erwartete Entscheidung des Obersten Gerichts der USA, ob Trump hohe Einfuhrzölle gegen Dutzende Länder verhängen darf, ohne sich dafür die Zustimmung im US-Kongress zu holen.

Sollte Trump die Zölle wirklich verhängen lassen, könnte die EU beispielsweise ebenfalls Sonderzölle verhängen. Im Raum stehen Extraabgaben auf Wareneinfuhren aus den USA im Wert von 93 Milliarden Euro, etwa Flugzeuge, Motorräder, Rindfleisch, Whiskey und Zitrusfrüchte. Auch andere wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen sind möglich – so könnten US-Unternehmen etwa von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen oder für bestimmte Produkte Ein- und Ausfuhrbeschränkungen erlassen werden.

dpa
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