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Liquiditätssorgen Leoni-Aktie fällt auf Zehnjahrestief

Leoni-Aktie fällt auf Zehnjahrestief Quelle: dpa

Schlechte Signale vor den Quartalszahlen: Erst hielten Banken, Kreditversicherer und Unternehmensvertreter beim Zulieferer Leoni ein Krisentreffen ab. Nun kracht die Aktie in die Tiefe.

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Zwei Tage vor Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal ist der Aktienkurs von Leoni auf den tiefsten Stand seit Juli 2009 gefallen. Analysten verweisen auf die prekäre Liquiditätslage des Autozulieferers.

Die Liquiditätssituation sei besorgniserregend, sagte Daniel Kukalj, Analyst bei der Quirin Privatbank, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er verwies auf einen Artikel der WirtschaftsWoche aus der vergangenen Woche, der zeige, dass die Banken ungeduldig würden.

Nach WirtschaftsWoche-Informationen haben sich vergangene Woche Montag rund 60 Vertreter von Banken, Kreditversicherern und des Unternehmens zu einer Krisensitzung in Frankfurt getroffen, weil die Liquiditätsrechnung eines Wirtschaftsprüfers auf eine angespannte Finanzlage Leonis hingedeutet habe, wie mehrere Teilnehmer berichteten. Die Gespräche des Treffens konnten die Befürchtungen jedoch zunächst ausräumen.

Leoni habe „dringenden Bedarf“ an Liquidität, schrieb auch Lampe-Analyst Christian Ludwig in einer Note vom Donnerstag. Als nächstes seien im ersten Quartal 200 Millionen Euro zur Refinanzierung fällig, so Ludwig.

Leoni plant, die Sparte „Wire & Cable Solutions“ zu veräußern oder an die Börse zu bringen. Diese Pläne dürften wegen mangelnden Interesses von Investoren nicht erfolgreich sein, sagte Quirin-Analyst Kukalj. Zudem sei an den Endmärkten keine Erholung in Sicht, so der Analyst weiter.

Vergangene Woche wurde dem Autozulieferer vorübergehend der Sanierer Hans-Joachim Ziems als Berater zur Seite gestellt. Auch das wohl aus dem Grund, Banken und Versicherer zu beruhigen. Wie die neuerliche Börsenreaktion am Montag zeigt, scheint das allerdings nicht so recht zu gelingen. Zwar legte der Aktienkurs vergangene Woche zunächst kurzzeitig um 3,8 Prozent zu, schwenkte er danach zurück auf den Abwärtstrend. Nun zum Wochenauftakt der weitere Abschwung auf den Tiefstwert von 2009. Das Vertrauen der Anleger in Leoni scheint weiterhin erschüttert.

Nach mehreren Gewinnwarnungen hat Leoni seit Jahresbeginn mehr als zwei Drittel an Marktwert verloren – an zehn der letzten 12 Handelstage gab es Abschläge.

Zulieferer unter Druck

Die auf Transformations- und Sanierungsprogramme spezialisierte Unternehmensberatung AlixPartners hat in einer Studie für die WirtschaftsWoche untersucht, in welcher Verfassung die weltweit wichtigsten, börsennotierten Zulieferer sind. Das Ergebnis eindeutig: Gewinne blieben 2018 zwar stabil, an der Börse ging es aber bis zu 40 Prozent nach unten. „Die Anleger haben angesichts der großen Herausforderungen in der Automobilindustrie Zweifel, was die Strategie und die langfristige Stärke der Unternehmen angeht“, sagte Jens Haas, Autoexperte und Managing Director von AlixPartners, im Juni.

Für Mittwoch ist die Vorlage der Quartalszahlen bei Leoni geplant.

Mit Material von Bloomberg

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