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Nvidia, Apple, AmazonEin Tech-Crash macht noch keine Krise

Die Kurse vieler Techaktien geben weiter nach. Das ist aber kein Grund, eine Krise am breiten Markt auszurufen. Die Dominanz von Nvidia und Co. überdeckt, dass es woanders gut läuft. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Julia Groth 03.08.2024 - 10:15 Uhr

Die Amazon-Spheres am Sitz in Seattle

Foto: AP

Bei vielen Technologieaktien geht es weiter abwärts. Die Aktie von Nvidia gab am Donnerstag rund zwölf Prozent nach, ebenso die von Broadcom. Amazon sackte nachbörslich fast elf Prozent ab, Apple knapp drei Prozent. Kurzfristige Kursreaktionen, zumal auf Quartalszahlen wie bei Apple und Amazon, sind noch kein Grund zur Sorge.

Auf längere Sicht, etwa auf ein Jahr, liegen Anleger mit den genannten Aktien – und nicht nur mit diesen – weit im Plus. Trotzdem werden Anleger allmählich nervös. Immerhin zeigen sich viele Techaktien bereits seit Wochen schwach.

Das Ende des Booms auszurufen wäre verfrüht. Die Zahlen der großen Techunternehmen sind unverändert stark. Es sind vor allem die mittlerweile sehr hohen Bewertungen ihrer Aktien, die Anleger unruhig werden lassen, wenn die Nachrichten einmal nicht ganz so gut ausfallen wie gedacht. Aber: Jede neue Positivnachricht kann den Kurs genauso gut wieder steigen lassen.

Nvidia, ASML, TSMC und Co.

Wie geht es nach dem Kurssturz mit den Chip-Aktien weiter?

von Saskia Littmann, Heike Schwerdtfeger und Martin Gerth

Und selbst, wenn sich die Abwärtsbewegung fortsetzen, womöglich sogar zu einem echten Crash ausweiten sollte: Ein Zeichen für eine generelle Krise am Aktienmarkt wäre das nicht. Die Dominanz der Techaktien, in den Indizes und in den Medien, verstellt den Blick darauf, dass es anderswo gut läuft. Die Schweizer Roche zum Beispiel hat seit Mitte Juli gut zwölf Prozent zugelegt. Beim kanadischen Bergbauriesen Agnico Eagle geht es ebenfalls aufwärts, seit Ende Juli ist die Aktie rund acht Prozent gestiegen. Der Aktienkurs des Tabakkonzerns BAT hat im selben Zeitraum rund zwölf Prozent zugelegt, ebenso der des Frühstücksflockenherstellers Kellanova, ehemals Kelloggs.

Dass sich Anleger inzwischen auch in anderen Sektoren umschauen und dort Kaufchancen sehen, ist eine gesunde Entwicklung. Sie deutet darauf hin, dass an der Börse – trotz Rezessions- und Konjunkturrisiken, trotz geopolitischer Turbulenzen, trotz US-Wahlkampfgetöses – noch immer viel Optimismus herrscht. Ja: Ein Tech-Crash würde große Indizes wie den S&P 500 herunterziehen und die Stimmung der Anleger empfindlich dämpfen. Aber deren Suche nach neuen Favoriten könnte sich dann intensivieren und die Märkte insgesamt stützen.

Letztlich mahnt die jüngste Entwicklung nur einmal mehr dazu, das Portfolio breit zu streuen und zu justieren, wenn einzelne Aktien nach Kursgewinnen ein zu großes Gewicht haben.

Lesen Sie auch: So vermeiden Anleger Tech-Crashs im Depot

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