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Riedls Dax-RadarDie Herbstrally hat noch Potenzial

Enttäuschende Unternehmensmeldungen verunsichern die Anleger, der Dax hat ein paar Federn gelassen. Doch bei den meisten Unternehmen sind die Aussichten gut. Dazu kommt für den Dax wichtige Hilfe aus Amerika.Anton Riedl 10.11.2017 - 12:44 Uhr

Hin und Her auf dem Frankfurter Börsenparkett.

Foto: REUTERS

Wenn ein Vorzeigekonzern wie Siemens von trüben Aussichten spricht, ist das für den Gesamtmarkt ein Warnsignal. Der Siemens-Weckruf ist umso ernster zu nehmen, da das Unternehmen bis vor wenigen Wochen noch einen guten Lauf hatte. 

Jetzt gibt es mehrere Probleme. Das Geschäft mit Kraftwerken und Windkraftanlagen zeigt Schwächen, die nicht so schnell ausgebügelt sein werden. Das trifft nicht nur Siemens allein, auch der große Konkurrent General Electric hat hier derzeit schwere Probleme. Eine Entwarnung für Siemens ist das keineswegs; eher ein Zeichen dafür, dass die Branche in einem Umbruch steckt, in dem das Geldverdienen erst einmal nicht so leicht fallen wird.

Zweites Problem ist der für nächstes Jahr angepeilte Börsengang der Medizintechnik. Kommt es zu einer Abspaltung, wäre ein wichtiger Gewinnträger im Konzern nicht mehr an Bord.

Beides führt dazu, dass Siemens seine Gewinnaussichten kappt. Und da die Aktie bisher einen Premium-Aufschlag hatte, kehrt erst einmal Ernüchterung ein. Es dürfte einige Wochen dauern, bis sich Siemens zwischen der Untergrenze bei 108 Euro und dem bisherigen November-Hoch um 125 Euro stabilisiert.

Schwaches Programm bei ProSieben, gute Aussichten bei der Allianz

Schwer erwischte es ProSieben Media. Seit zwei Jahren läuft die Aktie deutlich schlechter als der Dax. Immer wieder wurde die Hoffnung auf das Digitalgeschäft geschürt. Nun zeigt sich, dass die neuen Sparten zwar für bunte Meldungen sorgen, aber nicht für nachhaltig schwarze Zahlen. Und das Kerngeschäft mit Fernsehwerbung tut sich immer schwerer.

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von Christof Schürmann

In den vergangenen zwei Jahren mussten ProSieben-Anleger fünf Kursstürze hinnehmen. Das ist ein klares Signal dafür, dass die ursprünglichen Erwartungen viel zu hochgespannt waren. Als Puffer sollte die Dividende dienen. Doch die muss letztlich auch verdient werden – und daran wachsen jetzt die Zweifel.

Weltweit haben es Medienaktien derzeit nicht leicht. Jetzt antizyklisch in ProSieben zu investieren, ist verfrüht. Es gibt keine Signale dafür, dass sich das operative Geschäft erholt. Bei nicht einmal sechs Milliarden Euro Börsenwert ist der Verbleib im Dax zudem sehr gefährdet. Immerhin, für die Gesamttendenz am deutschen Aktienmarkt spielt ProSieben keine Rolle.

10. Platz: Aktien

Der comdirect Spar- und Anlageindex ist im September den sechsten Monat in Folge gesunken. Er erreichte mit 93,8 Punkten den niedrigsten Stand seit Dezember 2015. Die Deutschen sparen also immer weniger. 40 Prozent legten im September gar nichts oder weniger als 50 Euro zurück. Im Schnitt sparte jeder Deutsche 105,62 Euro.

Aktien sind als Geldanlage bei den Deutschen nicht sehr beliebt. Mit einem Anteil von 14 Prozent reicht es nur für den zehnten Platz des Rankings.

(Quelle: comdirect)

Foto: dpa

9. Platz: Festgeld

Schon etwas beliebter als die Aktien ist das Festgeld. Immerhin 19 Prozent der Geldanlagen fallen in diesen Bereich.

Dass insgesamt wenig angelegt wird, hängt unter anderem mit der andauernden Niedrigzinsphase zusammen. Da noch nicht klar ist ob, und falls ja, wann die Europäische Zentralbank die Zinsen wieder hebt, wird Anlegern empfohlen, ihr Geld in Produkten mit höheren Renditechancen (und gleichzeitig aber auch höherem Risiko) als den aktuell sehr schlecht verzinsten klassischen Sparprodukten anzulegen.

Foto: dpa

8. Platz: Fonds

Fonds befinden sich mit dem Festgeld gleichauf. Sie liegen ebenfalls bei 19 Prozent. Im Gegensatz zum August konnten sie um drei Prozent zulegen und sich so einen Platz nach oben schieben.

Im Norden und im Osten Deutschlands wurde im September vergleichsweise besonders wenig gespart. Im Norden sparte man durchschnittlich 94,37 Euro und im Osten 91,96 Euro pro Person. Im Süden legte der Durchschnittsparer mit 121,26 Euro deutlich mehr zurück.

Foto: gms

7. Platz: Altersvorsorge

Die Altersvorsorge wird in Deutschland zu einem immer wichtigeren Thema. Immerhin 26 Prozent der Ersparnisse werden hierzulande in diesem Bereich angelegt, was der Anlageform zu einem siebten Platz in diesem Ranking verhilft.

Absolut gesehen planen die Deutschen gemäß der Studie aber zukünftig weniger zurück zu legen. Nur 11 Prozent der 1.600 Befragten gaben an, dass sie ihre Sparrate erhöhen möchten. 13 Prozent wollen ihr Verhalten nicht ändern und 13 Prozent sagten, dass sie in Zukunft weniger sparen möchten.

Foto: dpa

6. Platz: Lebensversicherung

Die Lebensversicherung schafft es in diesem Ranking auf den sechsten Platz. Mit 29 Prozent ist sie aber auch weit vom Spitzenplatz der beliebtesten Geldanlage für die Ersparnisse entfernt.

Dass die Sparquote insgesamt zurück gegangen ist, liegt vor allem an dem hohen Anteil der Menschen, die so gut wie nichts sparen. Insgesamt legten 40 Prozent der Deutschen weniger als als 50 Euro zurück.

Foto: dpa

5. Platz: Bausparvertrag

Im Mittelfeld dieses Rankings findet sich der Bausparvertrag. Die Deutschen legen 30 Prozent ihrer Ersparnisse in dieser Form an. Somit ist der Bausparvertrag deutlich beliebter als die Aktien, Fonds und das Festgeld. Auch zu den nächsten Plätzen fehlt nicht viel.

Foto: dpa

4. Platz: Bargeld

Nur ein Prozent vor dem Bausparvertrag liegt das Bargeld. Es bewahren also 31 Prozent der Deutschen ihre Ersparnisse als Bargeld auf. Die Vorstellung, dass viele Deutsche ihr Geld in einem Sparstrumpf „anlegen“ ist also weiterhin zutreffend.

Foto: dpa

3. Platz: Tagesgeld

Auf das Treppchen dieser Einordnung hat es das Tagesgeld geschafft. 34 Prozent reichten, um sich vor den anderen Geldanlagemöglichkeiten zu platzieren. Der Abstand zu den ersten beiden Plätzen ist allerdings groß.

Der Anteil des Einkommens, den Deutsche insgesamt sparten, betrug im September knapp 7 Prozent.

Foto: dpa

2. Platz: Sparbuch

Großer Beliebtheit erfreut sich immer noch das Sparbuch. Mit 51 Prozent wurde es ganz knapp Zweiter. Trotz geringer Rendite ist es also eine der häufigsten Anlageformen in Deutschland. Im Gegensatz zum Vormonat hat es allerdings zwei Prozent eingebüßt.

Foto: dpa

1. Platz: Girokonto

An der Spitze thront auch im September das Girokonto. Wie auch im Vormonat nahm es die Spitzenposition ein. 55 Prozent deutscher Ersparnisse liegen auf Girokonten. Allerdings hat auch das Girokonto – wie das Sparbuch – im Vergleich zum August ein paar Prozent verloren.

Foto: dpa

Dass die Allianz als Versicherer die Sturmschäden zu spüren bekommt, verwundert nicht. Insgesamt sind die Kosten hier aber geringer als befürchtet. Lebensversicherungsgeschäft und Vermögensverwaltung laufen gut, in beiden Fällen punktet die Allianz mit einer führenden Marktstellung und operativer Qualität. Dazu wird es 2018 ein neues Aktienrückkaufprogramm geben – ein Polster für den Kurs und ein Ausweis der eigenen Stärke.

In eineinhalb Jahren ist die Aktie steil von 120 Euro auf nun mehr als 200 Euro gestiegen. Das ist eine beeindruckende relative Stärke, der durchaus eine mehrwöchige Korrektur folgen kann, ohne das große, positive Bild zu trüben. Die Allianz bleibt ein Stabilisator im Dax.

Im Dax gehen die Entwicklungen der einzelnen Branchen nun weiter auseinander: Versicherer und Energiewerte sind derzeit am stärksten, die Chemie dürfte erst einmal auf der Stelle treten (BASF weiter oben, Bayer weiter unten), Autos lavieren (gut sehen hier Continental und Volkswagen aus), Technologiewerte könnten eine Pause vertragen, Banken sind besser als ihr Ruf, Pharma- und Gesundheitswerte siechen dahin – und Thyssenkrupp hat durch das Gezerre um die Stahlausgliederung wieder einmal die Chance auf die Wende an der Börse verspielt. Insgesamt spricht das für eine Schwankungsphase und nicht für eine Abwärtswende.

Zugute kommt dem Dax die robuste Verfassung der US-Börsen. Im Dow Jones ist der Abstand zur 200-Tage-Linie, die bei 21.500 verläuft, so groß wie Ende Februar. Damals kam es im Anschluss daran zu einer dreimonatigen Seitwärtsphase, nicht aber zu merklichen Kursrückschlägen.

Besonders stabil ist die Entwicklung bei den Technologieaktien. Der Nasdaq-100-Index hat in den vergangenen Wochen mehrere Kaufsignale gegeben. Alle führenden Unternehmen haben gute Zahlen geliefert, die Aktien sind kurstechnisch in souveräner Verfassung: Apple, Amazon, Microsoft, Facebook, Google Alphabet, Intel. Außer kurzfristigen Korrekturen sind hier keine wesentlichen Abschläge zu erwarten.

Für den Dax bedeutet das: Nach 1500 Punkten Zugewinn in zwei Monaten ist eine Korrektur typisch. Ginge es nach klassischem Muster ab, wäre eine Gegenbewegung von rund 600 Punkten zu erwarten. Das ergäbe eine theoretische Zielzone um 12.900. So gesehen dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass der Dax mindestens noch einmal testet, wie stabil das Niveau um 13.000 sein wird. Die eher gute Verfassung der führenden Dax-Aktien und die Stabilität der US-Märkte sprechen dafür, dass der Dax dann von diesem Niveau aus wieder nach oben drehen sollte.

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