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Wall Street Inflationsfurcht drückt Kauflaune an der Wall Street

Die US-Anleger zeigen sich angesichts steigender Inflation und Rohstoffkosten zurückhaltend. US-Öl ist so teuer wie seit sieben Jahren nicht mehr.

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Zum Börsenschluss in den USA legt Netflix seine Quartalszahlen vor. Quelle: dpa

Steigende Rohstoffpreise heizen an der Wall Street zum Wochenstart die Inflationssorgen der Anleger an. Investoren fürchteten vor der anstehenden Berichtssaison, dass die steigenden Rohstoffkosten die Gewinne der Unternehmen schmälern.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sowie der breiter gefasste S&P 500 zeigten sich zum Auftakt wenig verändert bei 34.784 Punkten und 4387 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq gab zum Handelsstart 0,3 Prozent auf 14.538 Zähler nach.
„Die Inflation sieht so aus, als ob sie noch einige Zeit hier sein wird“, sagte IG-Analyst Joshua Mahony. „Der jüngste Preisanstieg birgt zweifellos erhebliche Wachstumsrisiken, da steigende Erdgaspreise das Potenzial für einen starken Anstieg sowohl der Energie- als auch der Lebensmittelkosten mit sich bringen.“

US-Öl verteuerte sich weiter um fast drei Prozent auf den höchsten Wert seit sieben Jahren. Dies sorgte für Rückenwind bei Energiekonzernen. Die Anteilsscheine von Chevron, Exxon Mobil und APA zogen zwischen 0,5 Prozent und 2,2 Prozent an.

Der wachsende Kostendruck werde durch Engpässe bei den Lieferketten weiter verschärft, sagten Börsianer. „Jeder Gewinnausfall wird wahrscheinlich auf Unterbrechungen der Lieferkette zurückzuführen sein“, sagte Portfoliomanager Robert Pavlik von Dakota Wealth. Damit fehlten dann entweder Produkte in den Verkaufsregalen oder seien am falschen Ort oder steckten in Häfen fest.

Den Aufschlag zur US-Bilanzsaison macht am Mittwoch die Bank JPMorgan. Am Tag darauf ziehen Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley nach. Bei den Einzelwerten zogen die in den USA gelisteten Aktien des Online-Handelsriesen Alibaba um rund vier Prozent an, nachdem das Verlags- und Technologieunternehmen Daily Journal seine Beteiligung an Alibaba deutlich erhöht hatte.

Blick auf Einzelwerte

Southwest Airlines: Die Fluggesellschaft hat am Wochenende mehr als 1800 Flüge gestrichen und dies mit schlechtem Wetter, Problemen bei der Flugsicherung und Personalmangel begründet. Southwest wies Spekulationen zurück, wonach die im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften hohe Zahl an Flugstreichungen auf Proteste der Mitarbeiter gegen eine Covid-19-Impflicht zurückzuführen sei. Southwest fällt zum Start an der Wall Street um etwa drei Prozent.

Merck: Der US-Arzneimittelhersteller hat angekündigt, einen auf Notfallzulassung für ihr orales Covid-19-Medikament einzureichen. Anfang des Monats hatte das Unternehmen positive Studienergebnisse veröffentlicht. Merck-Papiere steigen 0,7 Prozent.

Apple: Das Unternehmen hat einen Richter gebeten, Änderungen an seinem App Store aufzuschieben. Diese würden es Entwicklern ermöglichen, das In-App-Bezahlsystem von Apple zu umgehen, und sollten am 9. Dezember in Kraft treten. Aktien des Unternehmens steigen um 0,3 Prozent.

Robinhood: Die US-Börsenaufsicht SEC hat auf die Risiken einer stärkeren Regulierung des Handels mit Kryptowährungen hingewiesen. Die Aktie der Handelsplattform Robinhood fällt um 0,8 Prozent.

Starbucks: Die Aktien der Kaffeekette steigen um 1,7 Prozent. Die Deutsche Bank hat die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft.

SoFi Technologies: Die Aktie des Fintech-Unternehmens steigt um 7,5 Prozent. Morgan Stanley hat das Unternehmen zuvor für seine „starke Umsatzwachstumsstory“ gelobt.

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