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ZinsentscheidJetzt legt die Fed eine Pause ein

Die Inflation hat sich in den USA etwas abgekühlt – darauf reagiert nun die US-Notenbank Fed mit einem Kurswechsel. Denn ihre strenge Geldpolitik im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise ist nicht ohne Risiken. 14.06.2023 - 20:20 Uhr aktualisiert

Jerome Powell, Präsident des Federal Reserve Board.

Foto: REUTERS

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) legt nach zehn Zinserhöhungen in Folge eine Pause ein. Damit belässt sie ihren Leitzins in der Spanne von 5,0 bis 5,25 Prozent, wie der Zentralbankrat am Mittwoch entschied. Seit März 2022 hat die Fed ihren Leitzins im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise um insgesamt fünf Prozentpunkte angehoben. Der Zyklus gilt als eine der schnellsten und schärfsten Straffungsperioden in der Geschichte der Fed. Die Notenbank deutet allerdings schon jetzt an, dass auf die Pause weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr folgen werden.

Rückenwind dafür, den Leitzins nun nicht anzuheben, dürften der Fed die neuen Inflationsdaten gegeben haben. Der US-Regierung zufolge hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA im Mai merklich abgeschwächt. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0 Prozent. Diese Rate ist die niedrigste seit März 2021.

Die Teuerungsrate war im vergangenen Jahr auf gut neun Prozent gestiegen. Nun hat auch die US-Notenbank neue Schätzungen zur Teuerungsrate veröffentlicht. Sie rechnet im laufenden Jahr mit einer etwas niedrigeren Inflationsrate als zuvor angenommen. Die Teuerungsrate soll durchschnittlich bei 3,2 Prozent liegen. Die von der Fed mittelfristig gewünschte Inflationsrate liegt bei zwei Prozent.

Die Inflation im Zaum zu halten, ist die klassische Aufgabe der Notenbanken. Steigen die Zinsen, müssen Privatleute und Wirtschaft mehr für Kredite ausgeben - oder leihen sich weniger Geld. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft abgewürgt wird. Die Fed sagt nun für dieses Jahr ein etwas höheres Wirtschaftswachstum voraus als noch vor drei Monaten angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft wird demnach 2023 um ein Prozent wachsen. Das wären 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im März prognostiziert.

Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits nach der Sitzung im Mai die Tür für eine mögliche Zinspause geöffnet, sich aber nicht festgelegt. Er machte damals deutlich, dass Zinssenkungen absehbar nicht zu erwarten seien. Die Entscheider der Fed rechnen nun zum Jahresende im Mittel mit einem Leitzins von 5,6 Prozent - im März waren es noch 5,1 Prozent. Für 2024 werden im Mittel 4,6 Prozent erwartet. Die Zinserhöhungen der Fed dürften noch nicht in vollem Umfang Wirkung gezeigt haben, denn sie wirken erst zeitverzögert.

Und so dürften die Notenbanker auch mit Vorsicht auf die aktuellen Inflationsdaten der Regierung schauen. Denn der Rückgang ist vor allem Folge sinkender Energie- und Rohstoffpreise. Die weniger schwankungsanfällige Kerninflation ist bis zuletzt nur langsam gefallen. Problematisch für die Fed ist auch der starke US-Arbeitsmarkt. Denn dieser kann die Inflation in die Höhe treiben, weil die niedrige Arbeitslosigkeit die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer in Lohnverhandlungen stärkt.

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rtr
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