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Zschabers Börsenblick

Ein Börsen-Katalysator namens Macron

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Chancen für Anleger

Zudem hat Paris im September im Haushaltsentwurf für das laufende Jahr ein Defizit von 2,9 Prozent, für 2018 eines von 2,6 Prozent in Aussicht gestellt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ließ vor diesem Hintergrund jüngst in Brüssel verlautbaren, er sehe ein Ende des Verfahrens gegen Frankreich im nächsten Jahr gekommen.

Geldpolitik sorgt für Rückenwind

Dass sich die Wirtschaftslage Frankreichs allmählich bessert, ist allerdings nur eines der Argumente dafür, sich den Aktienmarkt unseres Nachbarlandes einmal genauer anzuschauen. Auf den ersten Blick unterscheidet dessen Leitindex, den Cotation Assistée en Continu, kurz CAC 40, zwar nicht viel von seinem deutschen Pendant. Wie auch der Dax konnte sich der CAC 40 nicht der allgemeinen Korrektur der Aktienmärkte im Sommer entziehen. Quasi mit der Wahl Macrons ging es ab Mai runter mit dem französischen Aktienmarkt – dass Macron von der Börse Vorschusslorbeeren bekommen hätte, kann man also nicht behaupten.

Parallelen zum Dax weist der CAC 40 auch in Sachen EZB auf. So sorgt deren Geldpolitik grundsätzlich für Rückenwind: Die Fortsetzung der Niedrigzinsphase macht Aktien für die Geldanlage alternativlos, zudem drücken die anhaltenden Anleihekäufe der Notenbanker auf den Euro – und speziell exportorientierte Unternehmen, von denen es im CAC 40 einige gibt, profitieren von einer schwächeren Gemeinschaftswährung.

Nachholbedarf an der Pariser Börse

Einen großen Unterschied zum Dax stellt im CAC 40 allerdings das Thema Nachholpotenzial dar. Wie in der Wirtschaftspolitik hinkt Frankreich gerade auf lange Sicht auch an der Börse hinterher. So ist der französische Leitindex anders als der deutsches Aktienindex, der sich zurzeit auf dem Niveau neuer Rekordstände befindet, von seinem Allzeithoch weit entfernt: Im Boomjahr 2000 hatte der CAC 40 bereits bei über 6.900 Punkten notiert – aktuell befindet er sich unterhalb von 5.400 Zählern. Der CAC 40 müsste also noch knapp 30 Prozent zulegen, um einen neuen Bestwert zu erklimmen.

Chancen für Anleger

Macrons Reformwillen und das Tempo, mit dem er seine Wahlversprechen angeht, sind zumindest bemerkenswert. Seine Maßnahmen mögen nicht überall in Frankreich und in der Eurozone auf Gegenliebe stoßen. Ein allgemeiner politischer Konsens ist aber auch nicht zwangsläufig eine Grundvoraussetzung für steigende Börsen.

Einen Blick ist der französische Aktienmarkt, vor allem der CAC 40, vor dem Hintergrund der interessanten politischen und wirtschaftlichen Gemengelage allemal wert. Chancen bieten dabei in erster Linie Werte aus Branchen, in denen der Export einen großen Teil zum Umsatzvolumen beiträgt, so etwa Konsumgüter und Nahrungsmittel. Automobile erscheinen vor diesem Hintergrund ebenfalls interessant; hier sollten Anleger allerdings die möglichen Risiken, die eine sich abzeichnende globale Umwälzung dieser Industrie mit sich bringt, in ihrer Investmentstrategie berücksichtigen. Wer grundsätzlich im Sinne der Risikostreuung eine höhere Diversifikation verfolgen will, sollte auf einen den CAC 40 abbildenden ETF setzen.

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