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Benzinpreis Teures Öl ist an der Zapfsäule zweitrangig

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Zentrale prüft den Preis

Die Preise für Benzin- und Dieselkraftstoff halten sich seit Wochen auf Rekordniveau Quelle: dpa

Dann prüft die Zentrale den Preis mit dem der Wettbewerber und den eigenen Einkaufspreisen und stimmt möglicherweise der Preissenkung zu. Oder sie wird von sich aus aktiv, weil die sinkenden Preise der Konkurrenz im Blick hat.

Sowohl der ADAC als auch der Mineralölwirtschaftsverband vermuten, dass dieses Prozedere mehrmals täglich vonstatten geht und im Tagesverlauf zu sinkenden Preisen führt.

Morgens teuer, abends billig

Das Vorgehen der Ölmultis lässt die Beobachtungen des ADAC nur logisch erscheinen. Der Automobilclub hatte Ende März etwa 33 Tankstellen eine Woche lang beobachtet und dreimal täglich die Preise erfasst. Demnach ist Benzin vor allem morgens teuer und abends billig. „Im Tagesverlauf bröckeln die Preise“, sagt Experte Jürgen Grieving vom ADAC. „Bei mehr als der Hälfte der Tankstellen haben wir auch drei unterschiedliche Preise festgestellt. Im Tagesverlauf gab es Sprünge von acht bis zehn Cent je Liter.“

Ob der Tankstellenbesitzer allerdings auch Meldung macht, wenn sein Preis im Verhältnis zur Konkurrenz zu niedrig ist, muss bezweifelt werden. Lange Schlangen vor seinen Zapfsäulen beleben nämlich sein Zusatzgeschäft. „Es ist immer noch so, dass der Tankstellenbetreiber vor allem am Shop-Geschäft und Autowäschen verdient. Das sind die Ertragsbringer“, so Retzlaff.

Zusätzlicher Frust

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Dass der Benzinpreis so stark schwankt, sorgt bei vielen Autofahrern für zusätzlichen Frust – weil die vermeintlich billige Tankstelle vielleicht auf dem Weg dorthin den Preis schon wieder erhöht oder andere Tankstellen inzwischen noch billiger geworden sind. „Die Regulierungsmodelle werden daran nicht viel ändern. „Das Beispiel Österreich zeigt, dass wir dann insgesamt höhere Benzinpreise zu erwarten haben“, sagt Grieving vom ADAC. An eine Senkung der Steuern mag er auch nicht glauben, obwohl die freien Tankstellen dies fordern. Deshalb fordert der Automobilclub eine Erhöhung der Pendlerpauschale. „Das ändert zwar nichts an den hohen Benzinpreisen, aber sorgt wenigstens bei denen für Entlastung, die auf das Auto angewiesen sind“, sagt Grieving.

Ansonsten haben die Autofahrer nur zwei Möglichkeiten, etwas gegen die hohen, stark schwankenden Preise zu tun: Spritsparend fahren und immer dann tanken, wenn sie gerade ein einer günstigen Tankstelle vorbeikommen. Denn die nächste Zapfsäule könnte schon deutlich teurer sein.

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