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Cyberkriminalität Die Finanzbranche muss vor Hackern zittern

Nach dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sich die Gefährdung durch Cyberkriminalität für Finanzdienstleister erhöht. Quelle: dpa

Die Gefährdung durch Cyberkriminalität hat sich für Finanzdienstleister erhöht, weltweit beläuft sich der Schaden auf geschätzte 600 Milliarden Dollar. Reicht da ein Leitfaden des Fondsverbands zum Schutz vor Hackern?

Das „Security Center of Excellence“ des Telekommunikationskonzerns NTT Group hat es bereits in seinem Report über globale Bedrohungen (Global Threat Intelligence Report) im Frühjahr 2019 dokumentiert: der Finanzsektor ist die im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika am häufigsten angegriffene Branche. Kai Grunwitz, Topmanager bei NTT Security, erklärt: „Die Finanzbranche ist wieder einmal an der Spitze, wenn es um gezielte Angriffe geht. Diese Tatsache sollte genügen, um das Management davon zu überzeugen, dass Investitionen in die Cyber-Sicherheit ein absolutes Muss sind. Viele Finanzunternehmen bewegen sich zwar mit der digitalen Transformation vorwärts, leider aber ohne integrierte Sicherheit.“

Der BVI reagiert mit einem Leitfaden für Fondsgesellschaften

Dass die Risiken durch Hackerangriffe für Finanzdienstleister zunehmen, dürfte auch dem Bundesverband für Investmentfonds (BVI) nicht neu sein, denn ohne Grund wird die Standesvereinigung der Fondgesellschaften in Deutschland seinen Mitgliedern nicht gleich ein ganzes Bündel an Empfehlungen an die Hand gegeben haben, wie sich diese gegen Cyberkriminalität zur Wehr setzen können. Das BVI hat dabei festgestellt: „Cyberkriminalität verursacht immer größere Schäden in der globalen Volkswirtschaft. Schätzungen gehen von weltweit jährlich 600 Milliarden US-Dollar aus."

600 Milliarden – Geld, das eigentlich auch Kunden und Anlegern zugute kommen könnte. Und das Risiko, dass die Schäden weiter steigen, nimmt zu. "Die Angreifer werden immer professioneller, sowohl was die Organisationsstruktur als auch die Qualität der Angriffe betrifft“, konstatiert der BVI.

Nun soll ein Leitfaden die Fondsgesellschaften bei der Formulierung und Umsetzung ihrer Cyber-Sicherheitsstrategie unterstützen. Der BVI empfiehlt:

- den Cyberrisiko-Informationsaustausch optimieren

- die Cybersicherheits-IT-Standards und deren Umsetzung im Asset Management voranbringen

- Cybersicherheits-Lösungen für Aus- und Weiterbildung und Reporting gemeinsam organisieren

- abgestimmte Cyber-Abwehrmaßnahmen zwischen Kapitalverwaltungsgesellschaften, Aufsicht und Dienstleistern unterstützen

Gefährdungslage hat neues Niveau erreicht

Auf Anfrage der WirtschaftWoche hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das seit einigen Jahren Daten über Hacker-Angriffe sammelt, darauf hingewiesen, dass die Gefährdungslage im Bereich der Cyber-Sicherheit in Deutschland in den vergangenen Monaten generell „vielschichtiger" geworden sei. Dies gelte auch für die Finanzbranche. Bekannte Angriffe mit sprechenden Namen wie WannaCry, NotPetya, Efail oder Spectre/Meltdown seien Ausdruck einer neuen Qualität von Cyber-Angriffen und IT-Sicherheitsvorfällen. Gleichzeitig schreite die Digitalisierung und Vernetzung von IT-Systemen voran, wodurch sich die potenzielle Angriffsfläche und auch die Abhängigkeit von funktionierenden IT-Systemen täglich vergrößere.

So verhindern Sie Cyber-Angriffe

Das BSI weiter: „Diese Kombination aus neuer Angriffsqualität und zunehmender Digitalisierung hebt die Gefährdungslage auf ein neues Niveau, mit der sich auch Finanzdienstleister auseinandersetzen und sich entsprechend aufstellen müssen. Aufgrund der Regelungen des IT-Sicherheitsgesetzes sind bestimmte Betreiber kritischer Infrastrukturen verpflichtet, IT-Sicherheitsvorfälle dem BSI zu melden.“ In den vergangenen zwölf Monaten (Juli 2018 bis Juni 2019) entfielen laut BSI demnach 28 Prozent aller Pflichtmeldungen auf den Sektor Finanzwesen. „Das Meldeaufkommen in diesem Sektor ist damit am höchsten“, so das BSI.

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