Der ETF-Versteher: Das bessere Tagesgeld
Die Deutschen sind ein Volk von Kapitalmarktmuffeln. Wie wir aus Statistiken wissen, schenken sie ihre Liebe nicht der Börse, sondern kapitalbildenden Versicherungen, Immobilien – und verzinslichen Bankguthaben. Dabei gibt es zu Letzteren, vor allem zu Tagesgeld, seit einigen Jahren eine Alternative am Kapitalmarkt, nämlich Geldmarkt-ETFs. Am Geldmarkt werden Zinspapiere mit Restlaufzeiten bis 18 Monate gehandelt, mit guter Bonität und hoher Liquidität.
Der Zins, den es dafür gibt, entspricht weitgehend dem aktuellen Leitzins der Notenbank. Geldmarkt-ETFs bilden diesen Geldmarkzinssatz nach. Sie lassen sich schnell und einfach handeln und sind technisch fast so einfach wie Tagesgeld. Rund 20 solcher Produkte werden in Deutschland angeboten. Der aktuell größte Geldmarkt-ETF ist der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap ETF (WKN: DBX0AN).
Geldmarkt-ETFs sind nicht nur eine gleichwertige Alternative zu Tagesgeld, sondern diesem in der Regel sogar überlegen. Denn ihre Rendite übersteigt die Tagesgeldzinsen der meisten Banken. Anfang September lag die Rendite von Geldmarkt-ETFs bei etwa 3,4 Prozent pro Jahr. Die wenigsten Banken bieten so viel, und wenn, dann oft nur zeitlich begrenzt. Man muss schon nervtötendes Bankenhopping betreiben, um die Rendite von Geldmarkt-ETFs mit Tagesgeld noch geringfügig zu übertreffen. Hinzu kommt: Bei Banken sind Kontoguthaben nur bis zu einer Obergrenze von 100.000 Euro je Kunde vor möglichen Ausfällen wirksam geschützt. Kapital, das in Geldmarkt-ETFs steckt, ist hingegen bei einer Pleite des Anbieters oder der Bank als Sondervermögen nicht in Gefahr – unabhängig von der Höhe des Betrags.
Geldmarkt-ETFs sind somit rentabler als Tagesgeld und eine gute Möglichkeit, sich ohne nennenswertes Risiko an die Börse heranzutasten.
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