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Geldanlage "Anleger werden auf jeden Fall Vermögen verlieren"

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Inflation ist nicht die einzige Gefahr

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Sie meinen: in einer Hyperinflation.

Denkbar

Davor warnen viele Experten seit Jahren; momentan droht eher das Gegenteil, eine Deflation, also fallende Preise.

Das ist auch nicht verwunderlich. Wenn neue Schulden nur noch dazu dienen, alte Schulden zu bedienen oder gar versucht wird zu sparen, ist Rezession und Deflation die Folge. Zu einer galoppierenden Inflation kommt es erst, wenn weite Teile der Bevölkerung das Vertrauen in Geld verlieren; dann steigt die Umlaufgeschwindigkeit. Im Moment ist die noch gering, nur die Geldmenge hat sich erhöht.

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    Dass Pulverfass steht da, nur die Lunte brennt noch nicht.

    Ja. Aber mögliche Inflation ist nicht die einzige Gefahr. Denn diese Schuldenkrise trifft – anders als frühere – zusammen mit dem zweiten großen Problem: der Überalterung der westliche Welt. Früher konnte nach einer Schuldenkrise der Wohlstand schnell wieder hergestellt werden, weil es eine wachsende Bevölkerung gab. Beide Probleme werden sich dieses Mal gegenseitig verstärken, wenn wir sie nicht angehen. Um es konkret zu machen: Im schlimmsten Fall sind ihre Rente und ihr Vermögen weg, und ihnen bleibt keine Zeit, beides neu aufzubauen, bevor Sie zu alt dafür sind.

    Sie sind ein Schwarzseher.

    Das kommt auf die Perspektive an: Mein Vater, der Inflation, Weltwirtschaftskrise, Währungsreformen und den Weltkrieg erlebt hat, nennt mich einen naiven Optimisten. Ich bin überzeugt wir können den Schaden noch in Grenzen halten. Doch leider fehlt es sowohl der Politik, als auch großen Teilen der Finanzwissenschaft noch immer an der nötigen Einsicht in die Dimension der Problematik.

    Es gibt doch wissenschaftliche Aufsätze genug, die den Teufel an die Wand malen, denen kein Krisenszenario zu extrem ist.

    Da würden Sie sich wundern! Die Masse der Fachleute hat noch immer nichts begriffen. Als ich kürzlich vor einer Gruppe, teils prominenter Volkswirte präsentierte, legte ich eine Folie mit der Gesamtverschuldung der westlichen Welt auf. Zu meiner Überraschung hatten die meisten Volkswirte noch nie von der extrem hohen Verschuldung des Privatsektors gehört; dabei liegt die Gesamtverschuldung von Staaten, nicht-Finanzunternehmen und Bürgern in den USA bei 273, in der Eurozone dank der relativ guten Deutschen Werte bei 260 und in Portugal, Irland und Japan fast bei 400 Prozent des jeweiligen Brutto-Inlandsproduktes. Langfristig tragbar wären rund 180 Prozent. Wer das übersieht, kann keine seriöse Analyse der Krise und schon gar keine Lösungsvorschläge machen. An anderer Stelle wurde mir Japan gar als leuchtendes Beispiel dafür vorgehalten, wie man erfolgreich mit einer Schuldenkrise umgegangen sei – und das im Juni 2013!

    Die Politik hat das Problem doch erkannt: Schuldenbremsen nach deutschem Modell wurden in vielen Staaten eingeführt, Rentenalter werden angehoben.

    Das reicht aber bei weitem nicht. Es würde Jahrzehnte dauern, allein mit der aktuellen Sparpolitik die Verschuldung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das Wachstum müsste zugleich viel höher sein. Doch leider würgt die Sparpolitik die Wirtschaft ab. Spanien, Italien, Portugal und Griechenland sind schon an der Grenze des Erträglichen. Wenn Sie dort noch mehr sparen, riskieren sie Volksaufstände. Japan kann auch nicht sparen. Und selbst Deutschland bräuchte dringend mehr Konsum und vor allem Investitionen.

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