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Guido Maria Kretschmer wirbt für Ölinvestment Die Geschäfte der OGI AG

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Der zweifelnde Anwalt

Sind die Erdölvorkommen in Mississippi wirklich so werthaltig wie von der OGI erhofft, stünde den Investitionen ja zumindest ein echter Gegenwert gegenüber. Als weitere Sicherheit für die Privatanleger sollen die „Erdöl-Wertbriefe“ deshalb von einem Treuhänder in das „OGI-Erdöl-Vorratsverzeichnis eingetragen und treuhänderisch verwaltet“ werden.

Anwalt Kälberer hält dieses Konstrukt für „völlig intransparent“. Auf die Frage nach der offiziellen, rechtlichen Bedeutung des Verzeichnisses, an anderer Stelle auch „Erdöl-Quellen-Verzeichnis“ genannt, bestätigt die OGI nur dessen Existenz.

Dass der beauftragte Treuhänder gleichzeitig OGI-Aufsichtsrat ist, könnte zu Interessenkonflikten führen. Geschlossenen Fonds zum Beispiel schreibt die Finanzaufsicht BaFin mittlerweile vor, dass eingesetzte Treuhänder im Regelfall nicht gleichzeitig Aufsichtsrat sein dürfen. Die OGI sieht in der Doppelfunktion keinen Interessenkonflikt.

Fakten zum Rohölpreis

Kretschmers Fans sollten bei Klamotten bleiben

Noch liegt das Erdöl im fernen Mississippi ohnehin tief unter der Erde – etwa 5000 Meter Gestein trennen die OGI und ihre Anleger vom erhofften Ölgewinn. Die müssen erst mal überwunden werden. Wagentrotz’ persönliche Garantie soll die Privatanleger als Letztes absichern, falls aus dem großen Ölboom doch nichts wird.

Das Problem: Die Anleger müssen darauf vertrauen, dass bei Vorstand Wagentrotz dann genug zu holen ist und sie wirklich an ihr Geld kommen. „Die Werthaltigkeit dieser Garantie kann von außen niemand einschätzen“, sagt Anwalt Kälberer. „Wir haben am grauen Kapitalmarkt schon oft gesehen, dass angebliche Garantien oder Sicherheiten letztlich nicht viel wert waren.“ Einen belastbaren Nachweis über das Millionenvermögen des Vorstands bekommen Anleger nicht.

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Die notariellen Protokolle zu den Hauptversammlungen der OGI vom Januar und August 2014 nennen bei Vorstand Wagentrotz als Ortsangabe die Karibik-Insel Saint Lucia. Diese Adresse würde es Privatanlegern sicher nicht erleichtern, Ansprüche durchzusetzen. Laut Wagentrotz ist die Karibik-Anschrift aber nur die eines Feriendomizils. Er habe einen Wohnsitz in der Schweiz; Ansprüche könnten „dort jederzeit gerichtlich durchgesetzt werden“.

Bleibt zu hoffen, dass Anleger das nie testen müssen. „Wenn jeder so demokratisch und verantwortungsvoll handeln würde, wie die OGI AG, sähe die Welt besser aus“, teilt OGI-Vorstand Wagentrotz in seiner Stellungnahme mit.

Kretschmer-Fans sollten trotzdem lieber bei Klamotten bleiben – und ihr Idol am besten auch.

Nachtrag: Die OGI AG legt Wert auf die Feststellung, dass am 21. Januar 2015, einen Tag vor Redaktionsschluss der gedruckten Fassung dieses Artikels, eine detaillierte Prognoserechnung auf der Website der OGI AG veröffentlicht worden ist. Ein Postversand der Prognoserechnung wird nach Angaben von OGI an Interessenten kurzfristig erfolgen, wenn die Übersetzung und der Druck abgeschlossen sind.

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