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Kryptowährungen Chinas Krypto-Verbot kann Bitcoin und Co. langfristig nichts anhaben

China verbietet alle Transaktionen mit Kryptowährungen. Quelle: REUTERS

China versucht, Kryptowährungen den Todesstoß zu geben. Doch selbst das generelle Krypto-Verbot wirkt sich nicht größer auf die Kurse aus als Tweets von Elon Musk. Ein Kommentar.

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Der Kryptomarkt steht abermals unter Druck: Die chinesische Zentralbank hat mitgeteilt, dass fortan alle Transaktionen mit Kryptowährungen illegal seien. Handel und Besitz von Bitcoin und Co. sind demnach jetzt in China verboten. Laut People's Bank of China betrifft das Verbot auch ausländische Onlinedienste, auf die chinesische Bürger bislang Zugriff hatten. Welche Strafen bei Verstößen auf Krypto-Händler zukommen, ist noch unklar.

Die Verbotsmitteilung drückte die Kurse aller Kryptowährungen ins Minus. Der Bitcoin büßte auf Tagessicht gut acht Prozent ein, Ethereum – gemessen an der Marktkapitalisierung die zweitgrößte aller Kryptowährungen – sackte gar um über zehn Prozent ab. „Die Anleger trifft die Hiobsbotschaft auf dem falschen Fuß“, kommentiert Marktanalyst Timo Emden vom Analysehaus Emden Research den Markteinbruch.

Die Führungsägide Chinas versucht mit allen Mitteln, Bitcoin und Co. den Todesstoß zu geben. Das generelle Verbot ist eine weitere Eskalationsstufe in Chinas langem Kampf gegen die Cyberdevisen. Erst im Juni hatte die Volksrepublik das sogenannte Mining verboten, weil es zu viel Energie verbrauche. Unter „Mining“ versteht man im Krypto-Jargon die Schaffung neuer Coins. Der Bitcoin kämpfte anschließend mit der 30.000-Dollar-Marke.

Bedeutet das generelle Verbot vom Kryptohandel in China jetzt das Ende vom Bitcoin?

Ob Chinas Vorschlaghammer-Methode dem Bitcoin langfristig schaden wird, bleibt eher fraglich. Der Markt reagierte natürlich auf die Nachricht mit Milliardenverlusten, doch ein großer Crash blieb aus. Das Minus liegt bei den meisten Coins im einstelligen Bereich.

Seit längerem will China den Bitcoin mit allen Mitteln bekämpfen. Die noch junge Bitcoin-Historie aber zeigt, dass Chinas Kampfansagen immer nur zeitweilige Kurskapriolen ausgelöst haben. Nach dem Rücksetzer im Zuge des Mining-Verbots verlor der Bitcoin zwar an Wert, zog bis Mitte September aber wieder um gut 25 Prozent an. Langfristige Folgen für den globalen Kryptomarkt blieben aus.

Nachdem die Mining-Unternehmen dort ihre Geschäftsgrundlage verloren hatten, suchten sie nach anderen Standorten. China vereinnahmt nicht die komplette Kryptoszene. Überall auf der Welt steigt die Akzeptanz gegenüber Digitalwährungen. Erst kürzlich führte Twitter zum Beispiel eine Funktion ein, mit der Spenden und Trinkgelder via Bitcoin gezahlt werden können. Und überhaupt: Wer rechtsfreie Kryptoräume sucht, der findet sie auch.



Die jüngsten Meldungen über das chinesische Kryptoverbot beeindrucken den Markt nicht mal mehr als Twitter-Tweets von Tesla-Chef Elon Musk. Seine Tweets lassen die Kurse von Kryptowährungen steigen und fallen. Im Juni fiel der Bitcoin-Kurs um fünf Prozent, nachdem er ein Emoji eines gebrochenen Herzens gepostet und den Hashtag #Bitcoin getwittert hatte. Diesen Tweet versah er mit einem Meme eines Paares, das sich gerade getrennt hat. Als Meme werden in den sozialen Netzwerken kleine Bild-, Ton- oder Videoschnipsel bezeichnet, die Nutzer in Beiträgen einbauen.

Ja, mit seinen Tweets beeinflusst Musk nur einzelne Coins wie den Bitcoin und Dogecoin, nicht aber den gesamten Markt. Doch wenn man bedenkt, dass Musk nur ein einzelner Mensch ist und keine wirtschaftliche Supermacht wie China, rückt es seinen Einfluss noch mal in ein anderes Licht.

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Zuletzt hatten Sorgen um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande den Kryptomarkt zugesetzt. Wenige Wochen davor waren die Kurse von Kryptowährungen eingebrochen, nachdem El Salvador Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hatte – gegen den Protest großer Bevölkerungsteile. Und die Entwicklungen in China zeigen einmal mehr: Große Schwankungen gehören bei Krypto-Investments fast zur Tagesordnung.

Mehr zum Thema: Kryptowährungen polarisieren die Finanzwelt. Dabei bieten Investments in den Megatrend enorme Chancen – sofern es Anleger richtig machen.

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