Stelter strategisch: Langfristanleger gewinnen – das weiß doch jeder Depp
Deutsche Bank:
Für Europa erwarten die Analysten der Deutschen Bank eine stetige Erholung, ähnliches gilt für Japan. In den USA dagegen wird in den kommenden Jahren dagegen ein vergleichsweise langsameres Wachstum von rund zwei Prozent erwartet. Optimistischer ist die Bank dagegen im Hinblick auf die Schwellenländer. Vor allem Russland und Brasilien dürften sich wieder etwas erholen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,9 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,6 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,1 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: knapp 3,5 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 0,90 Euro/ Dollar
Dax-Ziel: 11.700 Punkte
S&P 500: 2170 Punkte
Gold: 1000 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre: 0,75 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,4 Prozent
Stand: Dezember 2015, teilweise aktualisiert
Foto: REUTERSDeka Bank
Die Fondsspezialisten der Sparkassen erwarten, dass der Goldpreis im kommenden Jahr deutlich unter die kritische Marke von 1000 Dollar fallen wird.
S&P 500: 2000 Punkte
Nikkei: 17000 Punkte
Gold: 960 Dollar
Öl: 57 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre: 1 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,9 Prozent
Foto: dpa
Postbank
Im Gegensatz zur Deka Bank ist die Postbank beim Goldpreis etwas optimistischer. Ein möglicher Impuls kommt von der Schmucknachfrage, da die Konjunktur in Indien zuletzt deutlich besser lief als erwartet.
S&P 500: 2250 Punkte
Nikkei: 21750 Punkte
Gold: 1100 Dollar
Öl: 57 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen Rendite 10 Jahre: 1,0 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,75 Prozent
Foto: dpaBerenberg Bank
Deutschlands älteste Privatbank ist im Vergleich zur Konkurrenz vergleichsweise optimistisch, was den Euro angeht.
S&P 500: 2200 Punkte
Gold: 1150 Dollar
Öl: 55 Dollar
Euro/Dollar: 1,15 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,1 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,8 Prozent
Foto: CLARK/obsSantander
S&P 500: 2250 Punkte
Gold: 1050 Dollar
Öl: 55 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen Rendite 10-jährige: 0,9 Prozent
US-Treasury Rendite 10-jährige: 2,75 Prozent
Foto: APCredit Suisse:
Die Schweizer erwarten, dass die Industrieländer ihr Wachstum 2016 ähnlich fortsetzen werden wie im aktuellen Jahr. Ganz anders dagegen die Entwicklungsländer, welche durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed belastet sein werden. Im Zuge dessen werden zwar die Zinsen leicht steigen und der Dollar weiter gegenüber anderen Währungen aufwerten. Eine abrupte Zinswende erwarten die Analysten allerdings nicht, auch die Inflation dürfte grundsätzlich gering bleiben.
Foto: REUTERSCommerzbank:
Deutschland dürfte laut den Commerzbank-Volkswirten besonders unter der Schwäche der Schwellenländer leiden, vor allem im Exportsektor. Deshalb bewegt sich das Wachstum nur noch auf dem Durchschnittsniveau der gesamten Euro-Zone. Die Weltwirtschaft werde dagegen vom Wachstum der USA getragen, die Zinswende in den USA stützt weiter den Dollar, der Ende 2016 fast die Parität zum Euro erreichen könnte. Insgesamt sei der Richtungswechsel beim US-Zins die gravierendste Veränderung gegenüber 2015. Aufgrund des verlängerten Anleihekaufprogramms werden weiterhin steigende Aktienkurse erwartet.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,3 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,3 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,5 Prozent
Brent-Öl Ende 2016: 63 Dollar
Dax-Ziel: 12.600 Punkte
Foto: dpaJPMorgan Chase
Amerikas größte Bank, JP Morgan Chase, gibt zur Entwicklung des S&P 500 und des Nikkei vorsichtshalber gar keine Prognose ab. Zu Anleihen, Eurokurs und Rohstoffen haben die US-Banker allerdings eine Meinung:
Gold: 1 150 Dollar
Öl: 62 Dollar
Euro/Dollar: 1,13 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,15 Prozent
US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,75 Prozent
Foto: dpaFidelity:
Die Fondsgesellschaft erwartet, dass 2016 ein besseres Jahr für Aktien wird als dieses. Insbesondere der Konsum in den Industrieländern werde der Weltwirtschaft Auftrieb verleihen. Besonders US-Aktien dürften davon profitieren, so die Analysten. Während Europa von der Flüchtlingswelle profitieren dürfte, sind die Aussichten für die Schwellenländer weiterhin schlechter. Deren Aktien könnten allerdings Chancen bieten, da die massive Kurskorrektur bald vorbei sein dürfte. Interessant sind aber lediglich reformbereite Schwellenländer. Der Markt für Staatsanleihen dürfte im kommenden Jahr durch die Zinswende der Fed bestimmt werden. Dafür erwarten die Fidelity-Experten ein Comeback bei Unternehmensanleihen, deren Risikoaufschläge schrumpfen dürften.
Foto: APBankhaus M.M.Warburg & CO
Das Bankhaus Warburg gibt ebenfalls keine Prognose für Nikkei und SP500 ab.
Gold: 1020 Dollar
Öl: 50 Dollar
Euro/Dollar: 1,10 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 0,75 Prozent
US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,60Prozent
Foto: CLARK/obsDZ Bank:
Kaum zwei Monate alt, muss die DZ Bank ihre Prognose für 2016 schon wieder anpassen. Dabei war der Ausblick der DZ Bank-Analysten schon vorher nicht sonderlich rosig. Für die Weltwirtschaft sahen sie kaum Wachstumsimpulse, die Aktienmärkte würden weniger von Unternehmensgewinnen als von der Notenbankpolitik getrieben. Dabei ginge die Spanne zwischen der US-Zinspolitik und ihrem Counterpart in der Euro-Zone immer weiter auseinander. Die Analysten erwarteten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins weiter auf minus 0,4 Prozent senken wird. Den Märkten dürfte das aber wenig Schwung verleihen, hier sehen die Experten wenig Impulse. Mitte Februar reduzierte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler sein Dax-Ziel von bisher 11.000 Punkten auf nur noch 10.300 Punkten. Auch für die Jahresmitte senkte Kahler das Ziel von 10.500 auf 9800 Punkte. Begründet hat der Analyst die neue Einschätzung mit den zahlreichen reduzierten Gewinnerwartungen von Unternehmen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,8 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,5 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: 3 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 1,04 Euro/Dollar
Dax-Ziel: 10.300 Punkte
Dax-Ziel aktualisiert am 17.02.2016
Foto: dapdBlackRock
Das BlackRock Investment Institut (BII) geht in seinem Kapitalmarktausblick für das Jahr 2016 davon aus, dass die weltweite Flut billigen Geldes ihren Höhepunkt erreicht hat und der Einfluss der Notenbanken im kommenden Jahr nachlässt. Entsprechend müssen Investoren die Konjunktur-, Kredit- und Bewertungszyklen wieder stärken im Auge haben. Für die Entwicklungen am Anleihemarkt ist man bei BII eher skeptisch. „Wir erwarten für 2016 geringe oder überhaupt keine Kursanstiege bei Anleihen und lediglich gedämpfte Zuwächse an den meisten Aktienmärkten“, heißt es im Ausblick. Eine Ausnahme bilden ausgewählte Hochzins- und Investmentgrade-Papiere sowie Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen.
Was Aktien anbelangt, setzt Black Rock auf Papiere aus Europa und Japan, bei vielen US-Aktien erscheinen die Bewertungen dagegen ausgereizt. Außerdem belaste der starke Dollar die Gewinne der US-Unternehmen. Die Volatilität der Märkte habe dafür nachgelassen. Doch auch ohne weitere politische Schocks könne es im kommenden Jahr zu starken Schwankungen kommen. Steigt der Dollar weiter, werden im kommenden Jahr die Rohstoffpreise noch weiter unter Druck geraten.
Foto: dpaColumbia Threadneedle Investments
Der Vermögensverwalter Threadneedle Investments geht in seinem Kapitalmarktausblick davon aus, dass die Fed in den USA den Zins wieder erhöhen werde, wogegen die Notenbanken in Europa und Japan weiter bei ihrer expansiven Geldpolitik bleiben und möglicherweise neue Konjunkturprogramme anstoßen. In der Konsequenz kommt es zu einer Aufwertung des Dollars – mit negativen Konsequenzen für Schwellenländer und Rohstoffpreise. „Erfolg werden die Anleger haben, denen es gelingt, organisch wachsende Unternehmen zu finden, denn deren Aktien dürften gefragt sein und im Vergleich zu denen von Wettbewerbern mit einem Aufschlag gehandelt werden.“
Des Weiteren rechnen die Analysten Threadneedle mit geringen Wirtschaftswachstumsraten und niedrigen Renditen. Sie konzentrieren sich deshalb auf europäische Hochzinsanleihen anstatt auf Anleihen mit Investment-Grade-Rating. Auch europäische und japanische Aktien seien 2016 ein Kauf.
Foto: dpaDeutsche Asset & Wealth Management
Auch Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset & Wealth Management, geht davon aus, dass die Fed den Zins erhöht und die Inflation wieder anziehen wird. Er rechnet damit, dass die konsum- und servicenahe Sektoren in den Industrieländern die Industriewerte übertrumpfen und Importe die Exporte überholen werden. Entsprechend empfiehlt er Aktien aus den Sektoren Gesundheit, Technologie, Konsum und Finanzen. „Im Rentenbereich sehen wir weiterhin Chancen bei US- und Euro-Unternehmensanleihen. Wer Staatsanleihen will, sollte sich in der Peripherie der Eurozone bedienen“, so Kreuzkamp in seinem Ausblick. Er rechnet allerdings damit, dass sich die Renditen für Aktien und Anleihen im Vergleich zu diesem Jahr verschlechtern. Immobilien bleiben seiner Meinung nach eine der interessantesten Vermögensklassen. Ein ausgewogenes Portfolio im kommenden Jahr sieht seiner Meinung nach so aus:
Anleihen: 48 Prozent
Aktien: 41 Prozent
Alternative Anlagen: 10 Prozent
Rohstoffe: 1 Prozent
Foto: dpaFERI AG
Die Rohstoffpreise bleiben auch 2016 unter Druck, worunter die rohstoffexportierenden Länder leiden. Außerdem werten laut dem Kapitalmarktausblick von FERI fast alle Schwellenländer-Währungen gegenüber dem Dollar ab. Doch auch die US-Wirtschaft bekommt im kommenden Jahr einen Dämpfer. Das Wachstum dürfte unterhalb der 2 Prozent-Marke liegen, der starke Dollar drückt die Exportquote, amerikanische Aktien sind überbewertet. Doch auch im Euroraum lasse der Aufschwung zu wünschen übrig – daran könne auch die expansive Geldpolitik der EZB nichts ändern. Entsprechend unattraktiv seien europäische Staatsanleihen. Die deutschen Aktien dagegen profitieren 2016 von der expansiven Geldpolitik, sind zugleich aber anfälliger für außenwirtschaftliche Störungen. Die Renditen von Bundesanleihen dürften tendenziell sinken.
Foto: dpaAuf meiner Webpage wie auch bei Wiwo.de freue ich mich über jeden Leserkommentar, egal ob er schmeichelt oder kritisiert. So wie dieser Leser in der vergangenen Woche: "Für mich ist Herr Stelter ein ewiger Pessimist. Jeder seiner Artikel hat einen Hauch von Weltuntergang und Sprüchen wie "Wir sind jetzt auf dem Berg"! Bla bla. Die Tatsache, dass die Märkte volatil bleiben werden und der Langfristanleger immer im Vorteil ist, weiß doch mittlerweile auch schon jeder Depp."
Ein guter Beitrag zur Diskussion, aus dem ich die zwei wichtigsten Stichworte herausgreife, um sie noch einmal zu vertiefen: Volatilität und Langfristigkeit. Weiß wirklich jeder Anleger, dass es auf die lange Sicht ankommt? Und: wie lange ist lange? Zunächst reine Statistik: Wenn sich dieses Wissen wirklich schon bis zum – ich erlaube mir, den Leser zu zitieren – "letzten Deppen" herumgesprochen haben sollte, dann würden Anleger im Schnitt doch vor Kosten eine Performance erreichen wie der Aktienmarkt. Dem ist aber erwiesenermaßen nicht so. Im vergeblichen Versuch den Markt "zu schlagen", erreichen die Investoren das genaue Gegenteil. Sie verkaufen zu spät, wenn der Markt schon korrigiert hat, und sie kaufen zu spät, wenn die Hausse schon einige Monate auf dem Buckel hat.
In der Folge verpassen sie die besten Tage an der Börse, die meistens um Trendwenden herum passieren und sind bei den wirklich schlechten noch dabei. Es sind diese wenigen Tage, die über Erfolg und Niederlage entscheiden. Dies gilt übrigens auch für Investoren, die in den Index investieren. Auch diese erreichen im Schnitt eine schlechtere Performance als der Index, weil sie zu viel handeln. Insofern als erstes Zwischenfazit: nein, nicht jeder Depp weiß es, denn wenn alle es wüssten, würden nicht alle es anders probieren.
Dass Langfristanleger "immer im Vorteil" sind, stimmt sicherlich – wenn man richtig langfristig denkt. Bei den meisten Investoren ist es jedoch so, dass sie einen beschränkten Zeithorizont haben - müssen! Noch leben wir nicht ewig. Ich weiß nicht, wie alt der Kommentator ist. Nehmen wir an: Anfang 30. Dann beträgt sein Anlagehorizont rund 35 Jahre, und in der Tat ist die Wahrscheinlichkeit hoch, über diesen Zeitraum im Plus zu liegen – zumindest vor Kosten. Investoren, die vor dem Börsenkrach 1929 gekauft haben, mussten "nur" rund 25 Jahre warten, bis sie kaufkraftbereinigt ihren Einsatz wieder heraus hatten. Aber: Nur die wenigsten werden das durchgehalten haben.
Anlegern, die im Jahr 2000 in den DAX eingestiegen sind, erging es nicht viel besser. Zwar hat der DAX letztes Jahr neue Höchststände erreicht. Doch dazu muss man wissen, dass der DAX, auf den wir üblicherweise schauen, ein sogenannter Performance-Index ist, also eine Reinvestition der Dividenden annimmt. Damit ist dies eine Performance, die ein Privatanleger nicht erreichen kann, alleine schon wegen der Besteuerung der Dividenden. Der DAX-Kursindex hingegen liegt nach Inflation immer noch deutlich unter dem Stand von 2000. Das sind nun immerhin schon sechzehn Jahre.
Um wirklich die Früchte langfristigen Denkens zu ernten, muss nach den bisherigen Verläufen der Anlagehorizont schon sehr, sehr lange sein. Hier lohnt es, sich selbstkritisch zu hinterfragen, wie weit der eigene Blick reichen kann.
Die unheilvollen Prognosen der Saxo Bank
Steen Jakobsen, Chefökonom bei der Saxo Bank, begründet seine diesjährigen Schreckensszenarien mit dem Versagen von Politik und Notenbanken, China in einer Übergangsphase und komplexen geopolitischen Spannungen. "Die Grenzkosten des Kapitals steigen, ebenso wie Volatilität und Ungewissheit. Das bildet den Rahmen für unsere diesjährigen Prognosen“, so Jakobsen. Wie in den Vorjahren formuliert er daher zehn relativ kontroverse, voneinander unabhängige Szenarien, die zwar relativ unwahrscheinlich sind, aber das Potenzial haben, die Investmentbranche auf den Kopf zu stellen. "Es geht darum, die Sensibilität für vernachlässigte Risiken zu schärfen.“
Quelle: Saxo Bank vom 16.12.2005
Foto: PresseQuo vadis Euro-Dollar-Wechselkurs? 1,23 …
Diese Szenario hat außer der dänischen Investmentbank vermutlich keiner auf dem Schirm: Der Dollar fällt. Die unerhörte Vorhersage: "Europa hat einen massiven Leistungsbilanzüberschuss aufgehäuft. Die niedrige Inflation sollte zudem – jedenfalls nach volkswirtschaftlicher Logik – eine stärkere und nicht etwa schwächere Währung bedeuten. Hier schließt sich der Kreis beim Rennen um den letzten Platz: Als unmittelbare Konsequenz der US-Zinspolitik ist der Dollar jetzt wieder geschwächt."
Der russische Rubel legt bis Ende 2016 um 20 Prozent zu
Öl ist so billig wie lange nicht. Damit könnte es aber auch schnell wieder vorbei sein, warnt die Saxo Bank. "Ein plötzlicher Anstieg der Nachfrage nach Öl sowie die quälend langsame Straffungspolitik der US-Notenbank Fed führen dazu, dass der russische Rubel bis Ende 2016 um rund 20 Prozent gegenüber dem Dollar-Euro-Währungskorb zulegt."
Realitätscheck bereitet Silicon-Valley-Einhörnern Verdruss
Denkbar sei auch das Ende des Tech-Booms in den USA. Saxo Bank: "2016 wird im Silicon Valley dem Jahr 2000 ähneln: Immer mehr Startups setzen beim Versuch, kritische Masse zu erreichen, lieber auf hohe Nutzerzahlen als auf Monetarisierung und handfeste Geschäftsmodelle." Beispiele für die sogenannten Einhörner aus dem Silicon Valley sind etwa Airbnb (im Bild die App), Uber, Square, Tinder aber auch Schwergewichte wie Facebook.
Olympische Spiele lösen Boom in Brasilien und damit eine Erholung an den Schwellenländermärkten aus
Mit Sportwettbewerb zu mehr Wachstum - das hält die Saxo Bank zumindest für möglich. "Aufgrund von Stabilisierung, Investitionsausgaben anlässlich der Olympischen Spiele sowie maßvollen Reformen erholt sich die Stimmung in Brasilien. Zugleich begünstigen die schwächeren Lokalwährungen die Schwellenländer-Exporte. Im Ergebnis dürfte Schwellenländeraktien (Emerging Markets) ein hervorragendes Jahr bevorstehen, in dem sie Anleihen und andere Aktien übertreffen."
Demokraten regieren allein
Das Szenario: Die Demokraten stellen den neuen US-Präsidenten und erzielen 2016 die absolute Mehrheit im Kongress. Denkbar wäre demnach, dass die Republikaner sich in internen Streitigkeiten über die künftige Richtung der Partei verzetteln, ihr politisches Kapital so verspielen und dramatisch in der Wählergunst abstürzen. "In der Folge erzielt die Demokratische Partei einen erdrutschartigen Sieg. Dabei profitiert sie insbesondere von einer Kampagne, die sich vorrangig an Jungwähler, die sogenannten Millennials, richtet, die von dem politischen Patt und den mageren Jobaussichten der vergangenen acht Jahre frustriert sind", heißt es in den ketzerischen Thesen von Steen Jakobsen.
Foto: REUTERSOpec-Turbulenzen lösen vorübergehenden Anstieg des Ölpreises auf 100 USD pro Barrel aus
Diese Vorstellung ängstigt vor allem Autofahrer und Öl-Verheizer: "Der sogenannte Opec Basket Price für Rohöl fällt auf den niedrigsten Stand seit 2009. In der Folge wächst sowohl bei schwächeren als auch wohlhabenderen Mitgliedern der Unmut über die Preisstrategie der Organisation. Dadurch zeichnet sich schließlich die lang erwartete Verlangsamung der Ölförderung in den Nicht-Opec-Ländern ab. Das verschafft der Opec wiederum genug Auftrieb, um den Markt mit einer Drosselung ihrer Produktion zu überrumpeln. Der Preis erholt sich bald wieder, als Anleger erneut auf der Kaufseite in den Markt drängen. Eine Rückkehr des Ölpreises auf 100 Dollar pro Barrel ist in Sicht."
Silber bricht aus seiner üblichen Range aus und legt um 33 Prozent zu
Edelmetallfreunden wird diese Szenario der dänischen Investmentbank hingegen gefallen: "2016 nimmt das Interesse an Silber deutlich zu. Der politische Wille, CO2-Emissionen durch Förderung erneuerbarer Energiequellen zu reduzieren, steigert die industrielle Nachfrage nach Silber für den Einsatz in Sonnenkollektoren. Der Preis für Silber wird daher um ein Drittel zulegen; andere Metalle können da nicht mithalten."
Offensive Fed-Politik führt zum Einbruch der Kurse für Unternehmensanleihen
Mit Argusaugen beobachten Anlageexperten derzeit die Zinspolitik der US-Notenbank, die sich anschickt, die Zinsen anzuheben. Laut Saxo-Bank könnte es so weitergehen: "Ende 2016 wird Fed-Chefin Janet Yellen eine stärker anti-inflationäre Tonart anschlagen und die Zinsen in schneller Folge deutlich anheben. Durch die steigenden Renditen kommt es an allen großen Anleihemärkten analog zu den steigenden Zinsen zu einem massiven Einbruch der Kurse." Da sich viele Banken und Broker aus dem Anleihegeschäft zurückgezogen haben, würde es dann an Liquidität im Anleihehandel mangeln. "Der Markt realisiert dies zu spät und die gesamte Kaufseite setzt auf Panikverkäufe, sobald ausgeklügelte Risikomodelle unisono auf Alarmstufe rot schalten", folgern die Dänen.
El Niño löst sprunghaften Anstieg der Inflationsrate aus
Steen Jakobsen hat sogar eine Wetterprognose im Gepäck: "Der nächstjährige El Niño soll der bisher extremste werden. Das bedeutet Wassermangel in weiten Teilen Südostasiens und Dürren in Australien. Die geringeren Ernteerträge lösen zu einer Zeit Versorgungsengpässe aus, in der die Nachfrage im Zuge der weltweiten konjunkturellen Erholung immer noch steigt. In der Folge schießt der Bloomberg Agriculture Spot Index um 40 Prozent nach oben und treibt so die Inflationsrate in die Höhe." Dem Chefökonom der Saxo Bank zufolge sei das auch dringend erforderlich.
Grundeinkommen kommt, Luxusbranche kollabiert
"Wachsende Ungleichheit sowie Arbeitslosenquoten von über zahn Prozent führen dazu, dass europäische Politiker die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens erwägen, damit alle Bürger ihre Grundbedürfnisse decken können", lautet die nicht völlig aus der Luft gegriffene Vorhersage der Saxo Bank. In Finnland beispielsweise läuft ein groß angelegter Versuch an, bei dem Bedürftige ein Grundeinkommen erhalten. In einer eher egalitär ausgerichteten Gesellschaft, in der andere Werte gefördert werden, stürzt die Nachfrage nach Luxusgütern ab. Der Sektor kollabiert", folgert die Saxo Bank. (Im Bild eine Veranstaltung der Schweizer Initiative "2500 Franken monatlich für jeden" in Bern aus dem Jahr 2013)
Hier geht es zu den Saxo-Bank-Schreckensszenarien für 2015
Hier geht es zu den Saxo-Bank-Schreckensszenarien für 2014
Foto: REUTERS
Hinzu kommt, dass Analysten und Marketingabteilungen unter "langfristig" meistens zehn Jahre verstehen, am liebsten aber ab Anfang der 1980er Jahre beginnen. Verständlicherweise, denn damals setzte der US-Markt nach einem realen Verlust von 62 Prozent seit Mitte der 1960er Jahre zum größten Bullenmarkt der Geschichte an, und US-Staatsanleihen warfen 15 Prozent Rendite ab. Seither sind die Zinsen aber auf Null gesunken und die Bewertungen deutlich gestiegen. Real liegen die Märkte zwar unter den Rekordständen des Jahres 2000, die Bewertungen sind jedoch immer noch weit überdurchschnittlich, was mich zu dem angesprochenen Bild vom Berg führt. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir von diesem Niveau ausgehend große Zuwächse erzielen, ist nun mal gering, Verluste weit wahrscheinlicher. Für alle, die nicht einen sehr langen Zeithorizont annehmen (können) bedeutet dies bestenfalls maue Renditen und schlimmsten Falls deutliche Verluste. Vor allem für jene, die für ihr Alter vorsorgen wollen und müssen, ist dies höchst relevant. Denn zu wenig Vorsorge heute kann man in späteren Jahren unmöglich wieder korrigieren. Wer das schreibt, ist kein Pessimist, sondern ein Realist.
Was zur Volatilität führt. Natürlich sind Kapitalmärkte volatil, sogar deutlich volatiler als es in den letzten Jahren der Fall war. Die massiven Interventionen der Notenbanken haben die Finanzmärkte betäubt und in eine Richtung getrieben. Dabei vergessen wir gerne, dass die Finanzmärkte nicht die eigentliche Zielgruppe für die Notenbanken sind, sondern die Belebung der Realwirtschaft und die Überwindung der Überschuldungs- und der Eurokrise. Beides gelingt den Notenbanken jedoch nicht. Je mehr dies deutlich wird – und die vergangenen Wochen deuten diesen Erkenntnisprozess an – desto größer die Wahrscheinlichkeit von starken Einbrüchen.
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Der Ölpreis näherte sich Ende Dezember Tiefstständen von 2008. Zink und andere wichtige Industriemetalle schmieren ab? Sogar Gold, der so sichere Hafen, erlaubt keinem Schiff das Anlegen. Die Unkenrufe und Hiobsbotschaften in Sachen Weltkonjunktur wollen in diesem Winter nicht aufhören. Aber was soll's: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt? Und wer bitteschön sagt denn, dass die Weltwirtschaft 2016 nicht so richtig durchstartet?
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Die großen Player ziehen ihr Geld aus den Schwellenländern ab. Angesichts der eingeläuteten Zinswende in den USA werden Dollar-Investments wieder attraktiver, denn die Rendite nimmt dort zu und das Risiko ist kleiner als in Brasilien, Russland und Indien. Zudem legt der tiefe Ölpreis nahe, sich Gedanken über die globale Konjunktur zu machen, was eben vor allem die Werkbänke dieser Welt belasten wird. Doch das hält die Mutigen nicht davon ab, sich am Zuckerhut zu probieren.
Foto: dpaKaufen Sie Anleihen
Machen Sie es wie der Pimco-Gründer und „Bond-King“ Bill Gross und steigen Sie ins Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren ein. Bill Gross? War das nicht der, der sich die Finger im Anleihe-Geschäft verbrannt hat? Genau der war das! Aber wir haben ja nicht mehr 2014. Und wie schlimm kann es auf dem Bond-Markt schon noch werden, wenn man das Jahr 2015 nochmal Revue passieren lässt? Wie wär es denn mit griechischen Staatsanleihen?
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Die Federal Reserve hat die nahezu historische Zinswende eingeläutet. Damit geht der Hausse an US-Papieren ein wichtiger Treiber aus. „Na und?“, denken Sie sich und decken sich erst recht mit den Standardwerten des Dow-Jones-Index ein. Oder darf's doch lieber was interessantes von der Nasdaq sein? Immerhin läuft sich die Konjunktur in den Staaten langsam warm und die Gewinne sehen schon wieder ganz gut aus.
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Foto: REUTERSVerkaufen Sie den US-Dollar
Der Greenback wertet auf.
Foto: REUTERS
Weil man viele kleine Brände gelöscht hat, droht nun ein ganz großer. Auch dieser ist nicht nur Risiko, sondern auch Chance, gar keine Frage. Nur muss man sie auch noch nutzen können, indem man über entsprechende Liquidität verfügt. Wer bei einem Großbrand an den Kapitalmärkten ungerührt dabei bleibt, wird auf lange Sicht ebenfalls sein Vermögen erhalten. Läuft aber Gefahr, dass diese lange Sicht die eigene Lebenserwartung deutlich übersteigt.
Dieses Dilemma können wir nur auflösen durch eine selbstkritische Analyse unseres eigenen Anlagehorizonts. Wirkliche Langfristanleger lesen keine Börsenmeldungen und schon gar keine Kolumnen wie diese. Sie kümmern sich nicht um Tipps, sondern befolgen eine wirklich langfristige, konsequente Strategie, die auf einfachen Regeln basiert: je 25 Prozent Immobilien, Aktien, Gold und Liquidität, jeweils einmal jährlich balanciert. Dies zu schreiben, ist langweilig und stellt auch den Kolumnisten vor eine schwere Aufgabe: die aktuellen Entwicklungen zu kommentieren ohne in operative Hektik zu verfallen und den Märkten hinterher zu laufen.
Natürlich könnte ich hier Tipps geben und den Eindruck erwecken, besser als andere zu wissen, was an den Börsen passiert. Dabei könnte ich sogar darauf verweisen, dass jene, die – basierend auf meiner Einschätzung, dass die Fed die Baisse eingeläutet hat – am 17. Dezember alles verkauft haben, heute bestens dastehen. Doch auch hier war das Timing Glück. Denn Märkte können länger falsch liegen, als man Geld hat gegen sie zu wetten.
Womit wir bei der aktuellen Lage wären: schlechtester Start in ein neues Jahr seit Menschengedenken, alarmierende "verkauft alles"-Empfehlungen von Banken und um sich greifende Unsicherheit. So skeptisch ich mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Bewertung an den Kapitalmärkten auch bin, so wage ich dennoch folgende optimistischen Prognosen:
- Wir stehen vor einer deutlichen Erholung an den Märkten, egal was dafür als Auslöser herhalten muss.
- Öl dürfte sich einige Zeit im Preis steigern
- Der Euro dürfte sich besser halten als gedacht.
- Gold und Goldminen könnten vor einem guten Jahr stehen.
Beeinflusst das meine Anlagestrategie? Ja, aber nur ein bisschen. Im Kern bleibe ich bei meiner Grundallokation. Das hier dient der taktischen Abrundung.