WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

William White "Kommt es zum Crash, ist er unkontrollierbar"

Seite 2/2

Altersvorsorge in Staatsanleihen

Die Bürger haben einen Teil ihrer Altersvorsorge in Staatsanleihen gesteckt. Wollen Sie die Menschen enteignen?

Die globalen Kreditexzesse sind so weit fortgeschritten, dass es keine einfachen Lösungen mehr gibt. Wenn die Zentralbanken weiter Staatsschulden mit der Notenpresse finanzieren, droht früher oder später eine Hyperinflation.

Noch ist von Inflation aber nichts zu sehen.

Auf diese Geldanlagen setzen Erwerbstätige
Aktien, Aktienfonds, -zertifikate Quelle: REUTERS
Etwas gefragter ist die Betriebliche Altersvorsorge, auf die immerhin neun Prozent der Deutschen im Alter setzen. Förderprogramme seitens der Bundesregierung sind aktuell im Gespräch, um sie attraktiver zu machen. Quelle: Fotolia
Gold Quelle: obs
Genauso viele Studienteilnehmer (10 Prozent) gaben an, sich im Rentenalter von der abgeschlossenen Lebens- oder Rentenversicherung finanzieren zu wollen. Quelle: dpa
Spareinlagen Quelle: dpa
Vermietete-Immobilien Quelle: dpa
Eigengenutzte-Immobilie Quelle: dpa/dpaweb

Inflation ist ein dynamischer Prozess, der nicht linear verläuft. Die Notenbanken können jahrelang Zentralbankgeld in den Bankensektor pumpen, ohne dass etwas passiert. Doch dann kommt plötzlich der Punkt, an dem die Kreditvergabe anspringt und das Geld in die Realwirtschaft fließt. Nutzen die Regierungen die niedrigen Zinsen, um sich weiter zu verschulden, und stecken das Geld in den Konsum statt in Investitionen, stehen den Schulden keine Sicherheiten gegenüber. Die Menschen verlieren dann das Vertrauen in das Geld und fliehen in Sachwerte.

Glauben Sie nicht, dass die Zentralbanken dann durch eine straffere Geldpolitik gegensteuern können?

Da habe ich meine Zweifel. Steigen die Zinsen, steigen auch die Ausgaben der Regierungen für den Schuldendienst, die Defizite schwellen an. Die Anleger fordern dann höhere Risikoaufschläge. Der Druck der Regierungen auf die Zentralbanken, die Staatsschulden komplett mit der Notenpresse zu finanzieren, nimmt zu. Der Versuch, die Geldpolitik zu straffen, droht zu scheitern.

Könnten die Notenbanken die Kreditvergabe durch Regulierung bremsen?

Niedrige Zinsen und mehr Regulierung – das ist so, als wolle man Auto fahren, indem man gleichzeitig auf Gas- und Bremspedal tritt. Das geht schief. Solange die Zinsen niedrig sind, werden Konsumenten und Investoren Wege finden, Regulierungen zu unterlaufen. Reagiert die Regierung darauf mit noch mehr Regulierungen, entsteht eine Interventionsspirale, die die marktwirtschaftliche Ordnung zerstört.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%