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StudieWarum Immobilienpreise weiter steigen

Wohnimmobilien in Deutschland werden immer teurer. Eine Blase ist das nicht, zeigt eine noch unveröffentlichte Studie der Pfandbriefbanken. Vielmehr gebe es gute Gründe für den Preisanstieg.Niklas Hoyer 14.01.2013 - 20:12 Uhr

Platz 20: Nürnberg

Wer sich im idyllischen Nürnberg niederlassen und ein Einfamilienhaus erwerben will, muss schon tiefer in die Tasche greifen. Der Quadratmeterpreis lag 2012 bei 2844 €. 2007 waren die Käufer mit 2755 € noch ein ganzes Stück günstiger dabei – im nationalen Vergleich lag die mittelfränkische Stadt damals jedoch noch auf Platz 9.

Quelle: empirica Kauf- und Mietpreis Ranking für das zweite Quartal 2012

Foto: dpa

Platz 19: Fürth

In Fürth tat nicht nur die Fußballmannschaft einen großen Sprung in die 1. Bundesliga. Auch die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind gehörig angestiegen. Zahlte man 2007 noch 2541€ für den Quadratmeter (Platz 20), sind es in diesem Jahr schon 2931.

Foto: dpa

Platz 18: Hamburg

Nicht jeder wird sich in der Hansestadt mit einem Hausboot zufrieden geben – mag es auch noch so pittoresk erscheinen. Wer ein „richtiges“ Eigenheim erwerben will, zahlt 2012 2938 € für den Quadratmeter. Auch hier wäre es 2007 mit 2501 € (Platz 23) günstiger gewesen.

Foto: dpa

Platz 17: Schwabach

Und noch ein Städtchen aus Mittelfranken, dass es in die Top 20 geschafft hat. Für ein Eigentumswohnhaus zahlte der Käufer 2012 im Schnitt 3005 € pro Quadratmeter. Im nationalen Schnitt lag die Stadt 2007 sogar noch weiter vorn – da brachte der Kaufpreis von 2622 € noch den 16. Platz ein. Im letzten Jahr war es dann allerdings nur Platz 30 (2582€).

Foto: PR

Platz 16: Augsburg

Die Fuggerei in Augsburg zählt zu den ältesten Sozialsiedlungen der Welt. Zu einem unschlagbaren Preis von 88 Cent Kaltmiete im Jahr können hier Bedürftige unterkommen. Wer sich in Augsburg hingegen ein eigenes Heim leisten will, muss dafür schon deutlich mehr Geld einplanen: Im Durchschnitt kostet ein Quadratmeter dort 3065 €.

Foto: dpa

Platz 15: Baden-Baden

In dem bekannten Kurort steigen die Preise für Einfamilienhäuser stetig. 2007 zahlten Käufer noch 2318 € pro Quadratmeter, im vergangenen Jahr waren es schon 2793 €. In diesem Jahr überschreitet der Quadratmeterpreis erstmals 3000 €. Mit 3073 € kommt Baden-Baden auf Platz 15 im Ranking.

Foto: dpa

Platz 14: Erlangen

Auch in der kleinsten bayrischen Großstadt steigen die Kosten für ein Eigenheim. Trotzdem verliert Erlangen im Ranking an Boden. Schaffte es die Stadt 2007 mit Platz 10 noch knapp in die Top Ten, kommt sie mit 3129 € pro Quadratmeter in diesem Jahr nur auf den 14. Platz.

Foto: dpa

Platz 13: Regensburg

Die Regensburger Altstadt an der Donau mit dem Dom Sankt Peter und der Steinernen Brücke zählt seit 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum der Quadratmeterpreis eines Einfamilienhauses allein seit vergangenem Jahr um mehr als 300 € gestiegen ist. Interessierte müssen sich derzeit auf Beträge von 3147 € einstellen.

Foto: dpa

Platz 12: Darmstadt

Auch in Darmstadt müssen Familien deutlich mehr für ein Haus zahlen als noch 2007. Ein Quadratmeter kostet durchschnittlich 3172 €. Damit macht die Stadt vier Plätze gut und landet auf dem zwölften Platz.

Foto: dapd

Platz 11: Mainz

Zwar sind die Preise für ein eigenes Haus in der Heimat der Mainzelmännchen weiter angezogen, trotzdem verliert die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz einen Platz im Ranking. Mit 3177 € pro Quadratmeter landet Mainz in diesem Jahr auf dem elften Platz.

Foto: dpa

Platz 10: Heidelberg

Wer sich in der Idylle Heidelbergs niederlassen will, hätte vielleicht besser vor fünf Jahren zugeschlagen. Seit 2007 hat der Quadratmeterpreis dort nämlich um fast ein Fünftel zugelegt. Damals mussten Käufer 2691 € in einen Quadratmeter eines Einfamilienhauses investieren, heute sind es dagegen 3184 €.

Foto: dpa

Platz 9: Karlsruhe

Karlsruhe gehört zu den wenigen Städten, in den der Quadratmeterpreis seit 2011 gesunken ist. Statt 3234 € zahlen Käufer in diesem Jahr 20 € weniger. Damit rutscht Karlsruhe vom sechsten auf den neunten Platz.

Foto: dpa

Platz 8: Düsseldorf

Düsseldorf ist die einzige Stadt in NRW, die es in das Top-20-Ranking schafft. 3289 € nehmen die Rheinländer für einen Quadratmeter eines Einfamilienhauses. Damit sind die in der Landeshauptstadt seit 2007 richtig in die Höhe geschnellt: Damals lag der Betrag bei 2575 € und brachte Düsseldorf lediglich den 19. Platz ein.

Foto: dpa

Platz 7: Wiesbaden

Rund um das Wiesbadener Kurhaus wird es teuer: Die Preise für ein Einfamilienhaus in der Landeshauptstadt haben ordentlich zugelegt. 3353 € müssen Immobilienjäger in diesem Jahr pro Quadratmeter zahlen – knapp 400 € mehr als noch 2007.

Foto: dapd

Platz 6: Frankfurt am Main

Wer ein Einfamilienhaus in der Bankenmetropole ergattern will, muss ein ordentliches Finanzpolster mitbringen. 3419 € muss ein Interessierter durchschnittlich pro Quadratmeter hinblättern. Vor fünf Jahren waren es lediglich 2834 €.

Foto: dpa

Platz 5: Ingolstadt

Auch ein Eigenheim in der Autostadt ist nicht billig. Der Wert eines Quadratmeters liegt derzeit bei 3518 €. Im vergangenen Jahr waren es noch 450 € weniger, 2007 gar 900 €.

Foto: dpa

Platz 4: Rosenheim

Liegt es an der bayrischen Lebensart? Der Landschaft? Den Menschen? Mit Rosenheim schafft es bereits die achte bayrische Stadt in die Top 20 der teuersten Preise für Einfamilienhäuser. Auch hier kostet ein Quadratmeter Haus 3518 €. Das sind mehr als 1500 € mehr als noch 2007.

Foto: PR

Platz 3: Freiburg

Mit einem Quadratmeterpreis von 3569 € holt sich Freiburg Bronze. Preise für Einfamilienhäuser in der Stadt liegen schon lange auf einem hohen Niveau. Auch vor fünf Jahren musste man bereits rund 3000 € für einen Quadratmeter bezahlen.

Foto: dpa

Platz 2: Stuttgart

Von wegen Sparsamkeit: Die Stuttgarter Einfamilienhäuser gehören zu den teuersten Deutschlands. 4108 € zahlt man bei den Schwaben für einen Quadratmeter.

Foto: dpa

Platz 1: München

Auch die teuerste aller Städte ist eine bayrische. Im zweiten Quartal 2012 kostete ein Quadratmeter Eigenheim in München 4888 €. Damit holt sich die Landeshauptstadt erneut den ersten Rang. Auch 2011 (4502 €) und 2007 (3735 €) hatte sie bereits weit vorne gelegen mit ihren Preisen.

Foto: dpa

Im vergangenen Jahr mussten Käufer einer Wohnimmobilie erneut mehr zahlen. Von Januar bis Ende September stiegen die Preise bundesweit um 2,8 Prozent, wie eine noch unveröffentlichte Studie des Verbands der Pfandbriefbanken (vdp) zeigt. Der Verband, dem wichtige Immobilienfinanzierer wie Commerzbank, Deutsche Bank oder ING-Diba angehören, wertete für die Studie die tatsächlich gezahlten Preise aus. Die Preisdaten sind damit besonders aussagekräftig. Vor allem Wohnungen wurden teurer. Ihre Preise zogen in den ersten neun Monaten 2012 laut vdp um 3,3 Prozent an.

Erste Anzeichen einer Blase

Schon warnen erste Beobachter davor, dass die Preise deutscher Wohnimmobilien stärker steigen könnten als gerechtfertigt. Sie sehen erste Anzeichen einer Preisblase, die irgendwann platzen könnte. Die Bundesbank schrieb in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2012: Erfahrungen in anderen Ländern zeigten, "dass es gerade in einem Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen kann, die zu einer erheblichen Gefährdung der Finanzstabilität führen". Bislang seien in Deutschland nur "Preisübertreibungen in Teilmärkten möglich".

Prognose für Mieten bis 2015
Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +10,5 ProzentQuelle: Feri Eurorating Services AG
Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent
Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qmPreisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Die vdp-Studie sieht keine Anzeichen für eine Preisblase, sondern vielmehr gute Gründe für den Preisanstieg. Zum Einen steigen nicht nur die Preise, sondern auch die Mieten. Ende September mussten Neumieter einer Wohnung 2,6 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Somit sind die gestiegenen Neupreise zumindest teilweise durch höhere Mieteinnahmen oder, bei selbstgenutzten Immobilien, durch eine höhere Mietersparnis gedeckt.

Bis zu 10.000 Euro

Zu den teuersten Wohnstraßen der Bundesrepublik zählen etwa einige Straßen im Stuttgarter Raum. Die Feuerbacher Heide, die Robert-Bosch-Straße oder die Straße Am Bismarckturm bieten eine erstklassige Wohnlage. Auch in München (Gabriel-Max-Straße), in Konstanz (Alpsteinweg), in Hamburg (Am Kaiserkai in der Hafencity) oder in Düsseldorf (Kaiser-Wilhelm-Ring) finden sich Prachtstücke mit einem Quadratmeterpreis von bis zu 10.000 Euro.

Foto: APN

Bis zu 10.300 Euro

Wer in München am Herzogpark eine Bleibe auf der Pienzenauerstraße sucht, muss ebenfalls recht tief in die Tasche greifen. Schicke Wohnungen und Häuser bringen es hier auf einen Quadratmeterpreis von bis zu 10.300 Euro.

Foto: dpa

Bis zu 11.200 Euro

Wer auf Norderney am Weststrand wohnt, wo etwa auch das Strandhotel Pique mit seinen vier Sternen seine Adresse hat, zahlt pro Quadratmeter für den schönen Blick auf die Nordsee bis zu 11.200 Euro pro Quadratmeter.

Foto: dapd

Bis zu 12.000 Euro

Wohnen an der bekannten Hamburger Elbchaussee oder der Straße Schöne Aussicht ist ebenso kostenspielig wie auf der Münchner Liebigstraße und der Seestraße am Starnberger See. Denn wer hier mietet oder kauft, legt bis zu 12.000 Euro pro Quadratmeter hin. 

Foto: dpa

Bis zu 12.500 Euro

In den Orten Wyk und Utersum auf Deutschlands zweitgrößter Nordseeinsel Föhr zählen die Wohnstraßen Greveling und Klaff zu den teuersten Wohnstraßen Deutschlands. Ebenso Gmund am Tegernsee. Um hier eine Anschrift zu haben, müssen Interessenten schon einmal bis zu 12.500 Euro Quadratmeterpreis zahlen.

Foto: dpa

Bis zu 13.500 Euro

Ebenfalls am Tegernsee gelegen, kommt es die Bewohner Rottach-Egerns noch etwas teurer: Bis zu 13.500 Euro kostet hier die exklusive Lage an dem bayerischen See in den Alpen.

Foto: dpa

Bis zu 15.000 Euro

Noch exklusiver wird es dann nördlich der Alpen: Die Münchner Flemingstraße kostet Anwohner pro Quadratmeter bis zu 15.000 Euro. Dem gleichen finanziellen Aufwand bedarf es auch für die Hamburger Große Elbstraße am Hafenrand und verschiedene Luxusstraßen in Berlin-Mitte: Wer etwa am Kronprinzengarten oder Yoo/Am Zirkus wohnen möchte, muss ebenso tief in die Tasche greifen.

Foto: dpa

Bis zu 16.000 Euro

In Hamburg und München finden sich einige Prachtstraßen, wo der Quadratmeterpreis bis zu 16.000 Euro reicht. So zahlen die Bewohner des Harvestehuder Wegs im Hamburger Stadtteil Harvestehude ebenso wie die Bewohner der Münchner  Königin- und Mandelstraße diesen enormen Preis.

Bild: Presseamt München

Foto: Presse

Bis zu 16.400 Euro

400 Euro draufpacken muss man da noch einmal, um in Juist auf der Strandpromenade eine Bleibe zu bekommen. Bis zu 16.400 Euro kostet hier der Quadratmeter.

Foto: Presse

Bis zu 25.000 Euro

Am Starnberger See findet sich die Top zwei  unter den teuersten Wohnstraßen Deutschlands. Die direkte Seelage lässt den Quadratmeterpreis an der Possenhofer Straße auf bis zu 17.000 Euro ansteigen, wer am Ostufer wohnt, zahlt sogar bis zu 25.000 Euro.

Foto: dpa

Bis zu 35.000 Euro

Die teuersten Wohnstraßen Deutschlands finden sich in der Sylter Stadt Kampen. Auf Deutschlands nördlichster Insel können die Quadratmeterpreise am Hobokenweg nämlich auf bis zu 35.000 Euro ansteigen. Auch die anderen Kampener Straßen können sich sehen lassen: Hier kostet exklusives Wohnen am Heide- oder Wiesenweg bis zu 28.000 Euro pro Quadratmeter. Wer den Osterheideweg als sein Zuhause wählt, ist mit einem Quadratmeterpreis von bis zu 30.000 Euro dabei.

Ranking: Engel & Völkers

Foto: dapd

Außerdem reagiert der Immobilienmarkt stark auf die tatsächliche Nachfrage nach Wohnraum, vor allem die Anzahl der Haushalte. Auch das spricht gegen einen ungerechtfertigten Preisanstieg. So steigen die Immobilienpreise vor allem in den Großstädten (wie München, Berlin, Köln und Hamburg), aber auch in Universitätsstädten wie Münster, Regensburg, Trier oder Greifswald. In diesen Städten hat die Einwohnerzahl zwischen 2006 und 2011 deutlich stärker zugenommen als der Wohnungsbestand, so dass es zu einer stärkeren Konkurrenz um den vorhandenen Wohnraum kam - das treibt die Preise.

In ländlichen Regionen mit sinkender Bevölkerung fallen die Immobilienpreise hingegen. Käufer achten also darauf, eine Immobilie in aussichtsreicher Lage zu kaufen.

Stütze des Immobilienmarktes sind natürlich auch die niedrigen Kreditzinsen. Laut vdp hat der Zinsrückgang den Preisanstieg bundesweit "deutlich überkompensiert". Selbst in Städten mit stark anziehenden Preisen dominiere der Zinsrückgang. Der Zugang zu Wohnimmobilien sei daher nicht schwerer, sondern leichter geworden.

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