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Das staatliche Onlineportal Elster hat viel kommerzielle Konkurrenz. Welches Angebot ist am besten? Foto: Dmitri Broido

Steuersoftware & SteuerappsDigitale Steuerhelfer im Test: Wer Sie am besten unterstützt

Mit künstlicher Intelligenz soll die Steuererklärung noch schneller gelingen. Klappt das? Welche Angebote sind hilfreich? Ein Praxistest.Niklas Hoyer 21.04.2025 - 12:15 Uhr

Sie heißen Alma, Sophie oder SteuerGPT. Und mit ihnen hält künstliche Intelligenz bei der Steuererklärung Einzug. Einige Anbieter von Steuersoftware und -Apps wollen mit den Chatbots bei Fragen unterstützen.

Taugt das was? Im großen Praxistest von 16 digitalen Steuerhelfern haben wir es geprüft. Vor allem aber ging es darum, wie gut die Anbieter durch die Einkommensteuererklärung führen: Erklären sie gekonnt? Geht es zügig voran? Holen sie steuerlich mehr heraus? Der Aufwand für Nutzer soll gering sein, das Ergebnis möglichst groß. Im Schnitt dürfen Steuerpflichtige im Fall einer Erstattung mit über 1000 Euro rechnen, zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes.

Testsieger unter Software- und Onlineangeboten ist Wiso Steuer (siehe Ergebnistabelle). Es unterstützt umfassend, auch in komplexen Fällen, etwa bei Vermietung oder Selbstständigkeit. Unter den Smartphone-Apps schneidet Steuertipps am besten ab, das sich allerdings nur für simple Angestelltenfälle eignet.

Neu im Test dabei ist Check24 Steuer. Hinter dem Service – per App und Web verfügbar – steckt das Vergleichsportal Check24. Es ist ein bemerkenswerter Einstieg in einen Markt, der sich zu konsolidieren schien. So stellt beispielsweise der IT-Dienstleister Datev sein Angebot für private Steuererklärungen namens Klartax wieder ein.

Check24 hat sofort Marktanteile gewonnen. Gleich zu Beginn gab es Zwist: So sollen Erklärtexte von Check24 Steuer denen von Wiso Steuer sehr geähnelt haben. Man habe bei diesem Thema eine „einvernehmliche Lösung“ gefunden, sagt Alexander König, der für Check24 Steuer zuständige Geschäftsführer.

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Immerhin 36 Prozent der Steuerpflichtigen nutzen kommerzielle Steuersoftware oder -Apps. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie führen schrittweise durch die Datenabfrage. In der Regel müssen Nutzer nicht alles selbst eingeben. Meist gleichbleibende Daten können vom Vorjahr übernommen werden, aktuelle Daten können automatisch vom Finanzamt abgerufen werden.

Zum Schluss landet die Steuererklärung digital beim Amt. Für 2024 muss diese bis Ende Juli abgegeben werden, wenn die Abgabe verpflichtend ist. Nur mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein gilt eine verlängerte Frist, bis April 2026.

Allein auf solche externe Unterstützung setzt Zasta: Es vermittelt Nutzern einen Steuerberater (ab 50 Euro), der auf Basis weniger Angaben und Daten eine Steuererklärung erstellt. Für die Kontrolle sind die Nutzer selbst verantwortlich. Andere Anbieter bieten solche Profi-Hilfe optional an. Wiso Steuer nennt dies BuhlBerater. Hier geht es bei 169 Euro los (Bruttoeinkünfte bis 40.000 Euro im Jahr). Wer 70.000 Euro brutto verdient, eine Wohnung vermietet und Kapitalerträge über dem Freibetrag angeben möchte, der müsste fix 377 Euro zahlen. Der ähnliche Expertenservice von Taxfix kostet 20 Prozent der Steuererstattung, mindestens 99 Euro.

Wer nicht alles aus der Hand geben will, kann bei Wiso Steuer (und Tax) den „Proficheck“ buchen, ab 119 Euro. Dabei tragen Nutzer ihre Daten selbst ein und besprechen sie anschließend telefonisch oder per Videocall mit einem Profi. Unbedingt notwendig sind diese Hilfen nicht: Die Digitaltools reichen aus, um die Steuererklärung selbst zu erledigen. Während der Eingabe wird die erwartete Erstattung oder Nachzahlung eingeblendet – eine echte Motivationshilfe! Zwischendurch gibt es Hinweise zu möglicherweise nicht schlüssigen Angaben. Am Ende wird die Erklärung geprüft, und es gibt Steuerspartipps.

Und die neue Steuer-KI? Sie kann genutzt werden, wenn noch Fragen offen sind oder unklar ist, wohin etwas in der Steuererklärung gehört. Dabei konkurrieren Alma (SteuerSparErklärung), SteuerGPT (Wiso Steuer) und Sophie (Check24). Im Test schlugen sich alle drei bei einfachen Fragen ordentlich: Wie hoch ist der Werbungskosten-Pauschbetrag für Angestellte? Bis wann muss ich die Pflichtsteuererklärung abgeben? Solche Fragen beantworten die Bots zuverlässig.

Doch bei komplexeren Themen patzten sie oft. Beispiel: Kann geerbtes Gold erst ein Jahr nach dem Erbfall steuerfrei verkauft werden? (Nein, entscheidend ist der Kaufzeitpunkt.) Oder: Wie wird eine Riesterrente versteuert, wenn mehr als der förderfähige Höchstbeitrag eingezahlt wurde? (Es gelten unterschiedliche Steuerregeln für geförderte und nicht geförderte Anteile.) Noch sind die Chatbots also mehr Spielerei. Ihre Auskünfte sollten kritisch geprüft werden.

Wie sich besonders relevante Angebote im Praxistest geschlagen haben, zeigen unsere Testberichte.

Wiso Steuer und Tax machen vor, wie es geht

Warum sollte man sich für Steuersoftware, App oder Onlinetool entscheiden, wenn es alle drei Varianten im Paket gibt? Bei Wiso Steuer ist das der Fall. Hier können Nutzer ihre Steuererklärung zum Beispiel am PC beginnen, später am Handy etwas nachtragen und sie letztlich per Browser verschicken. Sie haben jeweils Zugriff auf die gleichen Daten, die in der Cloud gespeichert sind. Am umfangreichsten und übersichtlichsten ist die Darstellung in der Software, weil das hier links eingeblendete Themenmenü stets für Orientierung sorgt. Aber auch per Browser und App ist die komplette Bearbeitung sehr gut möglich.

Natürlich unterstützt Wiso die Übernahme von Vorjahresdaten, die intelligent fortgeschrieben werden, und den automatischen Abruf aktueller Daten. Außerdem begleitet es bei der Dateneingabe mit Hinweisen, Tipps und Erläuterungen. Über 100 Erklärvideos werden angeboten – aber das passiert angenehm zurückhaltend. All das ist durchdacht und gelungen.

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Die Daten aus der Lohnsteuerbescheinigung können abgerufen, per Foto oder PDF-Datei ausgelesen oder abgetippt werden. Mit einer digitalen „Steuer-Box“ können Nutzer zudem schon im Laufe des Jahres Belege für die Steuererklärung sammeln.

Immer wieder denkt das Programm mit, errechnet etwa die Anzahl an Arbeitstagen, die auf das Homeoffice oder die Arbeit im Betrieb entfallen. Die Wegstrecke zur Arbeit kann automatisch ausgemessen werden. Ein „SteuerCheckUp“ zum Schluss rundet die Unterstützung ab. Hier bekommen die Nutzer auf Basis ihrer Eingaben und getrennt für einzelne Themen Hinweise zu möglicherweise noch bestehendem Sparpotenzial.

Dabei zeigt das Programm auch an, in welchem Bereich weitere Angaben besonders sinnvoll sind, weil sich jeder weitere Euro steuerlich auswirkt – und wo nicht, weil Höchstbeträge überschritten oder Pauschbeträge noch unterschritten sind. Wer trotz aller Unterstützung noch unsicher ist, kann für einen Pauschalpreis ab 119 Euro einen Profi für einen persönlichen Austausch hinzuziehen.

Liegt später der Steuerbescheid vor, prüft Wiso Steuer diesen – und erkennt Abweichungen. Zudem gibt es Spartipps für das laufende Jahr, um bei der nächsten Steuererklärung noch mehr rauszuholen.

Der kleine Bruder von Wiso Steuer, mit dem Namen Tax, ist eine gute Ausweichoption – allerdings nur als Software erhältlich. Vor allem in Fällen, die steuerlich einfach sind oder die nur einzelne Besonderheiten haben, reicht Tax wohl aus. Das Programm ähnelt Wiso Steuer. Die Funktionsabstriche dürften den allermeisten Nutzern nicht auffallen. Hier gibt es beispielsweise nur 26 Expertenvideos.

Fazit: Wiso Steuer ist Testsieger im Bereich Software und Web. Für simplere Fälle ist der Leistungsumfang arg groß. Tax bietet eine ähnlich hilfreiche Option, ausschließlich als Software, und ist noch etwas günstiger.

Der Klassiker schwächelt, dafür punktet die Schwester-App

Die SteuerSparErklärung ist eine Klassiker-Steuersoftware. Das merkt man ihr an. Sie kann nur nach Installation genutzt werden, nicht online oder als App. Die Darstellung ist seit Jahren gleich: links ein Themenmenü, in der Mitte die breite Eingabemaske für die Datenabfrage, rechts Hinweise und Erklärungen sowie die Anzeige der erwarteten Erstattung oder Nachzahlung.

Alle wichtigen Funktionen sind enthalten: Vorjahresdaten können übernommen, aktuelle Daten automatisch geladen werden. Ein „Roter Faden“-Modus führt durch die Abfrage und gibt noch mehr Erklärungen. Alternativ können Nutzer sich selbst vorarbeiten. Gerade für langjährige  Nutzerinnen und Nutzer – und davon gibt es viele – bleibt ein Gefühl von Vertrautheit. Zudem ist die Software vollgepackt mit Wissen, Tipps und Erklärungen. Wer viel herausholen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Der Nachteil: Das alles wirkt schnell erschlagend. Die Sprache ist teils etwas bürokratisch. Es fehlt auch an einigen Stellen an Onlineverknüpfungen. Wer eine Postleitzahl angibt, bekommt zum Beispiel nicht automatisch die Stadt eingetragen, wer die Adressen für den Arbeitsweg eingibt, muss selbst die Entfernung nennen. Andere Tools lassen diese automatisch errechnen, etwa mit Hilfe von Google Maps.

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Unter Datenschutzgesichtspunkten ist diese Verweigerung womöglich verständlich. Aber auch die Bedienung der SteuerSparErklärung selbst ist teils sperrig: Da können Antwortoptionen zur Auswahl nur mit der Maus an die passende Stelle gezogen werden. Wer bei den über mehrere Jahre abzuschreibenden Arbeitsmitteln dann beispielsweise einen Bürostuhl auswählt, muss danach trotzdem die Kategorie „Büroeinrichtung“ auswählen. Bei den Versicherungsbeiträgen, etwa zur Risikolebensversicherung, gibt es keinen Hinweis, sobald sich weitere Angaben nicht lohnen, weil der steuerliche Höchstbetrag ausgeschöpft ist – dabei kommt das sehr häufig vor.

Wer in simplen Fällen schnell ans Ziel kommen möchte, wird sich mit dieser Software nicht richtig wohlfühlen. Immerhin gibt es dann mittlerweile eine hauseigene Alternative: die App Steuertipps. Dabei handelt es sich um ein Schmalspurangebot, das praktisch nur Angestellteneinkünfte abdeckt. Sobald es komplizierter wird, ist die App raus.

Doch wem das reicht, der kommt hier gut unterstützt und zügig ans Ziel – für nur 17,99 Euro pro Steuererklärung (Single und Paar). Die Lohnsteuerbescheinigung kann fotografiert, als PDF ausgelesen oder abgetippt werden. Die ganze Optik ist positiv und freundlich.

An vielen Stellen denkt die Steuertipps-App auch mit: Anders als die SteuerSparErklärung weist sie darauf hin, wenn sich Versicherungsbeiträge nicht mehr auswirken. Nur bei der Wegstrecke zur Arbeit gibt es auch hier keine Hilfe. Für die Abgabe am Ende muss eine Identifizierung per Videoident-Verfahren erfolgen.

Fazit: Die SteuerSparErklärung zielt voll auf angestammte Nutzer und punktet mit viel Wissen. Die hauseigene Steuertipps-App ist der klare Gegensatz: Sie ist erfrischend einfach gehalten und für simple Fälle gerade deshalb gut geeignet.

Taxfix und Steuerbot decken noch mehr Steuerthemen ab

Aus dem 2016 gegründeten Steuer-Start-up Taxfix ist ein wichtiger Anbieter geworden, auch dank großem Marketingbudget. Per App oder Browser kann die Steuererklärung bearbeitet werden. Seit 2023 gehört zusätzlich die App Steuerbot zum Unternehmen, die ebenfalls weiterentwickelt wird.

Bei Taxfix fällt die schlichte, aufgeräumte und ansprechende Darstellung auf. Auch die Datenabfrage – aufgeteilt in Kategorien wie „Arbeit“, „Einkünfte“ oder „Vermietung“ – ist durchdacht. Erstmals decken Taxfix (und Steuerbot) jetzt auch Vermietungseinkünfte ab. Optional angebotene Erklärtexte sorgen stets für Orientierung.

Daten können bei Taxfix aus dem Vorjahr übernommen werden, aktuelle automatisch abgerufen werden. Doch hier fängt es mit Einschränkungen an: Wer schon im Elster-Portal registriert ist, kann den Datenabruf über Taxfix derzeit nicht beantragen. Man plane, dies in Zukunft wieder zu ermöglichen, heißt es nach einigen Klicks.

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Steuer-Apps sollten Nutzer bestmöglich unterstützen. Manchmal gelingt Taxfix das. Wer als Arbeitsmittel Büromöbel einträgt, bekommt bei entsprechend hohen Kaufpreisen direkt die passende Abschreibung über 13 Jahre vorgeschlagen. Top! Wer hingegen eine Mietimmobilie im Jahresverlauf gekauft hat, soll die anteilige Jahresabschreibung selbst berechnen. Ernsthaft?

Ehepaare können wählen, ob sie gemeinsame oder getrennte Steuererklärungen abgeben. Andere Apps rechnen beides durch und schlagen die bessere Option vor. Taxfix hingegen empfiehlt, beide Varianten durchzuspielen und dann zu entscheiden. Das ist schwach.

Schade, denn an vielen Stellen trumpft Taxfix auf. Wer außergewöhnliche Belastungen hat, etwa Krankheitskosten, bekommt direkt angezeigt, wie viel davon als „zumutbare Belastung“ privat zu tragen ist. Erst bei höheren Kosten lohnen sich Angaben.

Steuerbot hat mitunter ähnliche kleine Schwächen. Eigentlich ist die App eine klare Empfehlung. Im Chatstil führt sie durch die Steuererklärung, sehr kurzweilig. Einige Vorjahresdaten können zu Beginn gecheckt und dann übernommen werden, andere werden bei der Abfrage als erneute Antwortoption angeboten.

Sobald einer von neun Themenabschnitten geschafft ist, gibt es Konfettiregen. Solche Spielereien tun beim Thema Steuer gut. Zugleich wirkt Steuerbot mittlerweile seriöser und nicht mehr so gewollt locker wie früher. Überdies gibt es oft gute Erklärungen und Einordnungen. Im Browser fällt die Orientierung noch leichter als in der App.

Daten aus der Lohnsteuerbescheinigung ruft Steuerbot automatisch ab. Sie können auch abgetippt oder per Foto eingelesen werden. All das klappt gut. Doch bei einem kostspieligen Arbeitsmittel fragt die App nur, über wie viele Jahre es abgeschrieben werden soll. Unterstützung fehlt. Selbst eine unrealistische Abschreibung über 1000 Jahre wird akzeptiert.

Fazit: Taxfix macht etwas zu wenig aus seinem großen Potenzial. Steuerbot punktet mit dem Abfragemodus im Chatstil. Weil trotzdem auch komplexere Fälle abgedeckt werden sollen, reizt die App die mit ihrem Ansatz verbundenen Grenzen aus. Einzelne Unterpunkte später wiederzufinden ist zum Beispiel nicht einfach.

Check24 Steuer: Der kostenlose Newcomer vom Vergleichsportal

Der Markt der Steuer-Apps schien sich zu bereinigen. Vor allem Buhl Data (Wiso Steuer und Tax) legte zu. Nun mischt Check24 den Markt auf, mit einer Steuererklärung per Browser oder App – und zwar kostenlos.

Eins vorweg: Check24 versichert, dass die Nutzerdaten verschlüsselt in Deutschland gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben werden, auch nicht an die hauseigenen Vermarkter anderen Check24-Produkte. Das Kalkül stattdessen: Zufriedene Kunden nutzen später andere Angebote.

Im Praxistest kann sich Check24 Steuer grundsätzlich bewähren. Die Darstellung ist nachvollziehbar und aufgeräumt. Eine vorgeschaltete Themenauswahl grenzt die Abfrage ein. Häufig genutzte Themen stehen oben. Auch bei der Dateneingabe danach sind viele, meist zutreffende Einträge vorausgewählt.

Das beschleunigt die Eingabe. Diese ist in viele Teilbereiche gegliedert, Klick für Klick. Manchmal wäre eine gebündelte Abfrage aber schneller, weil Nutzer sonst irrelevante Unterthemen durchgehen müssen. Bei Daten zum Kind müssen teils acht oder neun Teilbereiche bearbeitet werden (etwa zu Schulgeld oder Hinterbliebenenbezügen).

Check24 Steuer übernimmt Vorjahresdaten und ruft aktuelle Daten automatisch ab. Die Lohnsteuerbescheinigung kann auch als PDF-Datei oder Foto ausgelesen werden, was im Test fast fehlerfrei klappte (ein Feld blieb leer). Wer am PC oder Laptop arbeitet, kann per Handy einen QR-Code scannen und ein Foto der Bescheinigung unkompliziert einbinden.

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Bei Mietern sind einzelne Posten der Nebenkostenabrechnung meist steuerlich relevant. Check24 Steuer bietet an, auch diese Abrechnung automatisch auszulesen. Allerdings sieht diese je nach Vermieter ganz unterschiedlich aus. Im Test kam es zu vielen Zuordnungsfehlern.

Teils ist auch die Datenabfrage nicht ideal. Bei der Eingabe eines beruflichen Arbeitsmittels springen Nutzer nach einer Bestätigung zum nächsten Thema. Die Option „weiteres Arbeitsmittel“ fällt kaum auf. Dafür werden Nutzer gekonnt unterstützt, wenn sie ein Arbeitsmittel für mehr als 800 Euro netto steuerlich abschreiben müssen.

Die Arbeitsmittelpauschale von 110 Euro im Jahr – ein von Finanzämtern oft akzeptierter Wert für Ausgaben ohne Nachweis – wird auch bei der Eingabe einzelner Posten zusätzlich eingetragen. Das wird von Finanzbeamten selten akzeptiert. Bei den Versicherungsbeiträgen weist Check24 Steuer nicht darauf hin, wenn sich weitere Beiträge nicht mehr auswirken, weil der Höchstbetrag überschritten ist. Dies könnte zu unnötiger Mühe führen.

Sprachlich bleibt das Angebot mitunter zu eng am Formulardeutsch. So wird etwa beim Arbeitsweg gefragt, ob der Arbeitgeber einen Sammelpunkt festgelegt hat oder ob es sich um ein weiträumiges Tätigkeitsgebiet handelt. Was? Genau! Immerhin zeigt Check24 Steuer an, dass dies nur „selten“ zutrifft.

Am Ende sollen Nutzerinnen und Nutzer ihre Steuererklärung in einer PDF-Vorschau prüfen. Danach müssen sie Personalausweis oder Reisepass und Meldebescheinigung hochladen, um sich vor der Abgabe entsprechend auszuweisen.

Fazit: Das kostenlose Angebot wird den Markt aufmischen und hat einiges auf dem Kasten. Noch unterstützen andere Apps aber besser und bieten mehr Erklärungen, vor allem für komplexere Fälle.

Mein Elster: Das kostenfreie Angebot der Finanzverwaltung

Elster, Ihr Online-Finanzamt. Mit diesem Schriftzug begrüßt das staatliche Onlineportal seine Nutzerinnen und Nutzer. Vielleicht ist das die treffendste Beschreibung des kostenlosen Angebots, das auch unter dem Namen Mein Elster läuft. Wie auf dem Finanzamt ist hier vieles bürokratisch. Grundsätzlich ermöglicht das Portal durchaus die Abgabe einer digitalen Steuererklärung – eine seiner Kernfunktionen. Wer sich etwas auskennt und auf Elster einlässt, der kann damit auch klarkommen.

Nur fühlt sich der Weg zur Steuererklärung hier so an, als ob man durch Behördenflure irrte. Dabei gibt es viele wichtige Funktionen, die gegenüber der Steuererklärung auf Papier einen deutlichen Mehrwert bieten. So ist etwa eine Übernahme von Vorjahresdaten möglich. Bevor es mit der Eingabe neuer Daten losgeht, grenzt ein vorgeschalteter „Anlagenassistent“ ein, welche Bögen und Anlagen der Steuererklärung relevant sind.

Schon dabei kann man sich verloren fühlen. Gefragt wird etwa nach „haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen/Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen“. Wer nicht weiß, was damit gemeint ist, der bekommt per Klick auf ein Fragezeichen nur knappe Erläuterungen, die kaum weiterhelfen.

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Ist diese Hürde überwunden, können aktuelle Daten automatisch geladen werden, etwa aus der Lohnsteuerbescheinigung, zu Lohnersatzleistungen oder zu Beiträgen für eine Riesterrente. Das spart Zeit. Danach öffnet sich die digitale Eingabemaske, in der die relevanten Angaben abgefragt werden. Klick für Klick geht es voran, „nächste Seite“, „nächste Anlage“. Berührungsängste in Sachen Steuer sollten Nutzerinnen und Nutzer dabei nicht haben. Auf der Übersichtsseite zu den Lohneinkünften steht zum Beispiel nur „Anlage N“. Wer nicht weiß, was damit gemeint ist, wird es hier nicht erfahren. Kein Fragezeichensymbol für Erklärungen, gar nichts.

Erst wer die Anlage N aktiv aufruft, bekommt deren ausführliche Bezeichnung zu sehen. Das ist auch bei anderen Anlagen so, etwa bei der Anlage S für Selbstständige. So kann es passieren, dass man eine der Anlagen versehentlich für irrelevant hält und – mit nur einem Klick – bei der nächsten landet.

Grundsätzlich können abfotografierte Belege und Quittungen, etwa zu bestimmten Ausgaben, einzelnen Eingabefeldern zugeordnet werden. Das kann bei späteren Rückfragen des Finanzamts helfen. Eine eigene App namens MeinElster+ soll dabei helfen, sie schon im Laufe des Jahres für die Steuererklärung zu sammeln. Am Ende der Eingabe prüft Elster alles und weist auf Plausibilitätsfehler hin. Es errechnet auch unverbindlich die Erstattung oder Nachzahlung. Danach können die Daten digital ans Finanzamt geschickt werden.

Während der Bearbeitung mangelt es an Unterstützung. Wie viele Arbeitstage war man in Büro oder Betrieb, und kann man die Entfernungspauschale geltend machen? Andere Tools errechnen das für den Nutzer. Hier muss er die Anzahl kennen, ebenso wie die Länge der Wegstrecke zur Arbeit.

Und sollte der Nutzer beruflich mehrere Arbeitsmittel gekauft haben, muss er alle Kosten in nur einem Eingabefeld summieren. Teurere Anschaffungen müssen jedoch meist über mehrere Jahre abgeschrieben werden, je nach Art des Gegenstands. Über welchen Zeitraum? Hier erfährt man es nicht. Wer mehrere Tausend Euro für ein Büromöbel auf einen Schlag einträgt, bekommt keinen Hinweis, dass dies sehr wahrscheinlich steuerlich ein Fehler ist. So zahlen Nutzer auch bei Elster, mit Zeit und Nerven.

Fazit: Gegenüber den kommerziellen Angeboten gibt es vor allem einen Nachteil, abgesehen von der sperrigen und mitunter kryptischen Bedienung und Abfrage: Elster unterstützt zu wenig und gibt – verständlicherweise – keine Steuertipps.

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