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Leasingkonzern Ergebnis von Grenke bricht um knapp ein Drittel ein

Grenke schließt das denkwürdige Jahr 2020 mit einem deutlich geringeren Gewinn ab. Die Zahlen sind allerdings noch nicht final testiert.

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Ein Testat der Jahresergebnisse erwartet Grenke für den 17. Mai. Quelle: dpa

Der mit Vorwürfen der Bilanzmanipulation konfrontierte Leasingkonzern Grenke hat im Geschäftsjahr 2020 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Das operative Ergebnis verringerte sich vorläufigen Zahlen zufolge um knapp ein Drittel auf 114,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Im Zuge der Pandemie stieg der Aufwand für Schadensabwicklung und Risikovorsorge demnach um rund 62 Prozent. In etwa demselben Maße erhöhten sich auch die Kosten für Prüfung und Beratung, die Grenke im Zusammenhang mit den Vorwürfen eines Investors entstanden. Die Zahlen sind noch nicht testiert, der Geschäftsbericht soll am 21. Mai veröffentlicht werden. Dann folge auch ein Dividendenvorschlag.

Der britische Investor und Leerverkäufer Fraser Perring hatte im Herbst 2020 eine Attacke auf das im SDax notierte Unternehmen mit Sitz in Baden-Baden gestartet und dem Konzern unter anderem Bilanzmanipulation vorgeworfen. Durch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin sah sich Grenke vom Vorwurf der Geldwäsche entlastet, die beauftragte Wirtschaftsprüfungsfirma Mazars hatte aber Mängel bei den Vorkehrungen gegen Geldwäsche festgestellt.

„Vorstand und Aufsichtsrat haben die Kritikpunkte aus den noch laufenden Sonderprüfungen aktiv aufgenommen, zahlreiche Veränderungen initiiert und betreiben deren Umsetzung mit Nachdruck“, erklärte das Unternehmen. Noch im laufenden Jahr sollten die Maßnahmen weitgehend umgesetzt werden.

Ein Testat der Jahresergebnisse durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG erwartet Grenke für den 17. Mai. Den vorläufigen Zahlen zufolge brach der Nachsteuergewinn um rund 41 Prozent auf 79,9 Millionen Euro ein. „2020 war für Grenke eine gewaltige Herausforderung“, erklärte Vorstandschefin Antje Leminsky. Jetzt werde der Blick wieder nach vorn gerichtet. „Im zweiten Halbjahr wollen wir in den Wachstumsmodus schalten.“

Unter dem Druck der Corona-Pandemie und der Prüfungen rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr aber mit einem im besten Fall stabilen Leasing-Neugeschäft sowie einem weiteren Gewinnrückgang.

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