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Agco-Chef Richenhagen"Gut, dass Clinton verloren hat - sie hätte es nicht gekonnt"

Für die Wirtschaft sei der Wahlsieg von Donald Trump eine gute Nachricht, sagt Martin Richenhagen. Der Deutsche leitet den amerikanischen Traktor-Riesen Agco. Er warnt vor übertriebenen Reaktionen deutscher Politiker.Jürgen Salz 10.11.2016 - 06:00 Uhr

Martin Richenhagen

Foto: REUTERS

Martin Richenhagen kennt die USA so gut wie kaum ein Top-Manager. Der Deutsche führt den amerikanischen Traktorhersteller Agco, eines der sogenannten "Fortune 500"-Unternehmen, der 500 umsatzstärksten Konzerne der Welt. Wenige Stunden nach der Wahl ist er nicht an seinem Firmensitz in Duluth, Minnesota, sondern in Deutschland. Der Amerika-Kenner verteidigt Trumps Wirtschaftspläne und hofft auf die gute Kinderstube des neuen Präsidenten.

Herr Richenhagen, was sagen Sie zum Wahlausgang? Was sind die Gründe für den Sieg von Trump?

Martin Richenhagen: Die Amerikaner waren total unzufrieden mit Obama. Obama hat Rekordschulden hinterlassen. Die Gesundheitsreform war zwar eine gute Idee, aber schlecht umgesetzt. Hillary Clinton wurde von weniger Schwarzen und Frauen gewählt als gedacht. Für die Wirtschaft ist es eine positive Nachricht, dass Clinton nicht Präsidentin wird. Sie hätte es nicht gekonnt.

Siemens-Chef Joe Kaeser

"Gebt ihm eine Chance", sagte der Manager am Donnerstag auf "CNBC" zur Wahl Donald Trumps. "Wir müssen schauen, was wir zusammen machen können. Lasst es uns positiv angehen." Der Siemens-Chef gratulierte Trump zum Wahlsieg und erhofft sich aufgrund der von Trump in Aussicht gestellten Erneuerung der US-Infrastruktur neue Aufträge. "Die USA sind unser größter Einzelmarkt", betonte Kaeser auf "Bloomberg TV". "Wir bieten gerne unsere Zusammenarbeit und unsere Stärke an."

Foto: AP

Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz

"Dieser Wahlausgang bestätigt, wie groß der Anteil der Amerikaner ist, der sich enttäuscht vom Establishment abgewendet hat. Die Riesenherausforderung für Trump besteht nun darin, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen Strömungen wieder zusammenzuführen", sagt Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz.

"Wir werden ein längere Phase der Unsicherheit erleben, bis sich das Regierungsprogramm Trumps kristallisiert. Ich rechne mit einer eher expansiven, stimulierenden Fiskalpolitik, aber auch mit der Neigung zu einer protektionistischen Handelspolitik mit weitreichend negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Der Präsident wird wohl TTIP einstellen. Doch steht zu hoffen, dass irgendwann ein neuer Anlauf zur stärkeren Marktintegration zwischen der EU und den USA erfolgt.

Trumps dringendste Aufgabe ist es, den amerikanischen Traum vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten wieder zu beleben. Helfen würden dabei die Modernisierung der Infrastruktur, Verringerung des klaffenden Wohlstandsgefälles plus Maßnahmen des sozialen Ausgleichs und deutlich gerechtere Bildungschancen für alle Amerikaner. Dann könnte es ihm auch gelingen, die Gräben, die dieser beispiellos laute und rohe Wahlkampf aufgeworfen hat, wieder zuzuschütten. Und es wäre der richtige Ansatz, um die Enttäuschten und Zurückgelassenen in die gesellschaftliche Mitte zurückzuholen und mit ihrem Land und seinen tragenden Ideen zu versöhnen. Außenpolitisch ist Trump noch ein unbeschriebenes Blatt. Das schafft zusätzliche Unsicherheit."

Foto: REUTERS

Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender von Osram

"Ich glaube, dass die meisten Leute nicht damit gerechnet haben." Die Prognosen hätten das Ergebnis nicht abgebildet, so Berlien. Er betont: "Trump ist demokratisch gewählt." Es gelte jetzt den Blick nach vorne zu richten und darüber nachzudenken, wie das Land geeint werden kann.

Die Folgen für Osram selbst seien gering, sagt der Vorstandsvorsitzende. "Auf unser Geschäft hat es keine Auswirkungen, denn wir fertigen in den USA für die USA."

Foto: dpa

Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender von Bayer

„Nach einem intensiven Wahlkampf warten auf den neuen US-Präsidenten wichtige Herausforderungen. Zum Beispiel kommt es jetzt darauf an, die Partnerschaft zwischen den USA und der EU weiter zu stärken. Gerade der Ausbau unserer Handelsbeziehungen ist für den Wohlstand auf beiden Seiten des Atlantiks von entscheidender Bedeutung", sagt Baumann, der gerade mitten in der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto steckt. Die Übernahme ist die größte in der Geschichte der deutschen Wirtschaft.

Bayer will mit der Übernahme von Monsanto ein zweites Standbein zu seinem Pharmageschäft aufbauen, mit dem Bayer ebenfalls sehr stark in den USA ist. "Ein weiterer Schwerpunkt sollte sein, das Gesundheitssystem in den USA so weiterzuentwickeln, dass mehr Patienten Zugang zu neuen und innovativen Therapien erhalten", so Baumann.

Foto: dpa

Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von Innogy

"Ich bin ein großer Freund von Wettbewerb und fairem Wettkampf – aber diesen US-Wahlkampf empfand ich persönlich als sehr hart und stellenweise auch als unerträglich. Jetzt herrscht Klarheit. Wir Europäer brauchen ein starkes Amerika an unserer Seite, denn die globalen Probleme lösen wir nicht allein", sagt Terium über den Wahlkampf. Doch er hofft weiter auf eine Energiewende in den USA: "Was die Energiewelt betrifft, glaube ich nicht, dass der Ausgang der US-Wahl große Auswirkungen etwa auf die Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien hat. Das UN-Abkommen von Paris verpflichtet ja jede US-Regierung zum Klimaschutz. Und eine Revolution geht nie vom König aus. Die zahlreichen Initiativen für erneuerbare Energien oder auch Elektromobilität, die es in den USA auf regionaler und lokaler Ebene gibt, lassen sich nicht einfach so von Washington aus stoppen. Und im Silicon Valley ist es der Business Community ohnehin weitgehend egal, wer an der Ostküste im Weißen Haus regiert."

Foto: dpa

Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA)

„Was die Wahl von Trump für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den USA konkret bedeutet, ist noch nicht vollständig erkennbar. Als Präsident der größten Volkswirtschaft trägt er große Verantwortung für sein Land, aber auch für die Weltkonjunktur und die internationalen Beziehungen. Es ist zu hoffen, dass viele seiner Ankündigungen dem Wahlkampf geschuldet waren und dass sein Regierungshandeln selbst durch einen moderateren Kurs geprägt sein wird", sagt Matthias Wissmann, oberster Interessensvertreter der deutschen Autobranche.

Er hofft, dass Trump von seiner ablehnenden Position gegen TTIP abrückt: "Mehr Protektionismus oder zusätzliche Handelsbarrieren würden den Vereinigten Staaten ebenso schaden wie ihren Handelspartnern. Deswegen ist TTIP von besonderer Bedeutung. So hoffen wir, dass es auch mit Donald Trump weitere Impulse für die TTIP-Verhandlungen gibt."

Eines zeige die Wahl in den USA ganz deutlich, so Wissmann: "Der Wettbewerb der großen Industrienationen wird härter, das Ringen um industrielle Produktionsstandorte nimmt zu. Es steht zu befürchten, dass die USA unter ihrem neuen Präsidenten ebenso wie China vor allem auf ihre eigene Wirtschaft schauen – zu Lasten internationaler Beziehungen und Handelsströme."

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Dieter Zetsche, Vorstandschef Daimler

"Nach den Brexit-Prognosen und dem Ausgang der Wahl in Großbritannien war ich gewarnt vor Prognosen. Das Ergebnis in USA habe ich so aber nicht erwartet. Ich versuche mich offen zu halten. Dass jetzt aber eine gehörige Portion Skepsis da ist, ist klar."

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Harald Krüger, Vorstandschef BMW

"Es ist viel zu früh, das zu bewerten. Aber klar ist: Wir brauchen einen offenen Welthandel. Wir leben von offenen Märkten."

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Matthias Müller, Vorstandschef Volkswagen

"Wir sind in einer spezifischen Situation. Ich hoffe, dass sich das Wahlergebnis nicht noch nachteilig auf VW auswirkt. Wir verhandeln seit Monaten mit den US-Behörden (über den Dieselskandal, Anm. d. Red.) und wollen das alsbald zu einem gedeihlichen Ende bringen. Wir warten nun gespannt, wie die Behörden Anfang des Jahres neu besetzt werden."

Foto: dpa

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG

„Ich bin zuversichtlich, dass der zukünftige Präsident der USA die wirtschaftliche Partnerschaft mit Deutschland und der ganzen Welt fortführen wird. Die Vergangenheit hat klar gezeigt, dass insbesondere die amerikanische Wirtschaft, wie auch Gesellschaft, vom freien und globalen Handel profitierte", sagt Karl-Heinz Streibich.

Die Software AG ist Deutschlands zweitgrößter IT-Konzern nach SAP. Das Unternehmen erwirtschaftet rund 31 Prozent des Jahresumsatzes in US-Dollar.

Foto: dpa

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL

„Unser Unternehmen ist in den USA auf Wachstumskurs und wir möchten diese Entwicklung auch nach der US-Wahl fortsetzen. Unser Ziel ist es, globalen Handel weiter voranzutreiben und wir sind überzeugt, dass die USA dabei auch zukünftig eine konstruktive Rolle spielen werden. Unser Hauptfokus liegt darauf, unseren Kunden auch in Zukunft den qualitativ hochwertigen Service zu bieten, der weltweit zum Markenzeichen von DHL geworden ist.“

Foto: dpa

Lutz Goebel, Präsident des Verbandes der Familienunternehmer

"Ein Black Tuesday für den Welthandel."

Foto: dpa

Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie

Grillo hat den neuen US-Präsidenten Donald Trump davor gewarnt, die amerikanische Wirtschaft abzuschotten. „Die Vereinigten Staaten müssen weiter auf offene Märkte setzen. Alles andere wäre Gift für die US-Wirtschaft“, sagte Grillo. Die USA seien einer der wichtigsten Partner Europas, um den weltweiten Handel zu gestalten. Die deutsche Wirtschaft werde weiter für ein faires Handelsabkommen TTIP mit guten Regeln für Europa und die USA werben. Trump hatte TTIP im Wahlkampf als „größte Gefahr“ für US-Unternehmen kritisiert.

Foto: dpa

Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA)

„Mit großer Sorge blickt die Maschinenbauindustrie daher auf das Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten. Der künftige US-Präsident Donald Trump hat im Wahlkampf eine Kehrtwende in der amerikanischen Handelspolitik angekündigt und will Zölle und andere Handelshemmnisse wieder aufbauen. Zwar rechnet der VDMA derzeit noch nicht mit einer Anhebung der Einfuhrzölle auf deutsche Maschinenbauprodukte. Aber die protektionistischen Vorschläge von Donald Trump würden sich direkt auf das Investitionsklima in den USA auswirken und damit auch auf die Maschinenimporte aus Deutschland", sagt Brodtmann.

„Natürlich respektieren wir dieses demokratische Wahlergebnis. Donald Trump würde aber, falls er seine angekündigten Maßnahmen als Präsident tatsächlich umsetzt, vor allem seinem eigenen Land schaden. Falls die größte Wirtschaftsmacht der Welt einen protektionistischen Kurs fährt, wird das rund um den Globus zu spüren sein. Wir können nur hoffen, dass er seinen Worten keine entsprechenden Taten folgen lässt."

Foto: WirtschaftsWoche

Jörg Schneider, Finanzvorstand des Rückversicherers Munich RE

"Die USA sind nicht nur die größte Volkswirtschaft, sondern auch der wichtigstes Versicherungsmarkt der Welt. Und zwar nicht nur gemessen am Umsatz, sondern auch seiner Innovationskraft", sagt Jörg Schneider, Finanzvorstand der Munich RE. "Wir hoffen, dass es jetzt schnell Klarheit über die wirtschaftspolitische Ausrichtung gibt. Für Munich Re ist die globale Diversifikation ein wesentliches Unternehmensmerkmal. Protektionismus schadet jeder wirtschaftlichen Entwicklung, deshalb hoffen wir auf ein Bekenntnis der USA zum freien Handel. Was die Kapitalmärkte angeht, sehen wir im Moment erhebliche Volatilitäten. In jüngster Zeit – nach dem Brexit-Votum – hat sich aber auch gezeigt, dass die Märkte sich wieder schnell beruhigten. Das bleibt abzuwarten."

Foto: dpa

Steven Holland, Vorstandsvorsitzender Brenntag

Der weltgrößte Chemie-Händler Brenntag sieht nach Trumps Wahlsieg auch Chancen. Es sei mit einem wirtschaftsfreundlicheren Umfeld zu rechnen. "Wenn er sein Versprechen einlöst und für Wirtschaftswachstum sorgt, wird das wie jeder makro-ökonomische Aufschwung zum Vorteil von Brenntag sein", sagte Steven Holland, Vorstandsvorsitzender von Brenntag.

Gerade in seinem wichtigen Markt USA hat das Unternehmen derzeit mit einer schwachen Nachfrage aus der Industrie zu kämpfen. Durch den Ölpreisverfall halten sich Kunden in der Öl- und Gasbranche der USA seit Längerem zurück.

Foto: dpa

Was erwarten Sie jetzt von Trump?

Die Projekte, die Trump angekündigt hat, sind absolut sinnvoll: Investitionen in Infrastruktur, Deregulierung, Steuerreform, staatliche Kostensenkung, Reparatur des Gesundheitswesens. Über die Themen Handelsbarrieren und Protektionismus müssen wir Wirtschaftsvertreter mit Trump nochmal reden. Es kann nicht sein, dass sich die USA wirtschaftlich isolieren. Politisch wird er den Atomvertrag mit dem Iran neu verhandeln und von den Europäern insgesamt mehr Einsatz verlangen - finanziell und militärisch.

Während des Wahlkampfs ist Trump vor allem durch unflätige, peinliche Bemerkungen aufgefallen. Darf ein Präsident so reden?

Wenn er nicht mehr im Wahlkampf ist, zeigt Trump hoffentlich auch eine bessere Kinderstube. So wie geschehen kann ein Präsident nicht reden. Seine Rede nach dem Wahlsieg war ja sehr moderat. Das zeigt, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.

Trumps wirtschaftspolitische Pläne
Trump will für mehr Wachstum in der US-Wirtschaft sorgen. „Bessere Jobs und höhere Löhne“, lautet eines seiner Kernziele. Der Immobilien-Unternehmer will die Staatsschuldenlast der USA von fast 19 Billionen Dollar abbauen. Er bezeichnet die Schuldenlast als unfair gegenüber der jungen Generation und verspricht: „Wir werden Euch nicht damit alleine lassen“. Defiziten im Staatshaushalt will er ein Ende bereiten.
Trump hat umfangreiche Steuersenkungen sowohl für die Konzerne als auch für Familien und Normalverdiener angekündigt. Er spricht von der größten „Steuer-Revolution“ seit der Reform von Präsident Ronald Reagan in den 1980er Jahren. Wer weniger als 25.000 Dollar im Jahr verdient, soll dank eines Freibetrages künftig gar keine Einkommensteuer mehr zahlen. Den Höchstsatz in der Einkommensteuer will er von momentan 39,6 Prozent auf 33 Prozent kappen. Ursprünglich hatte er eine Absenkung auf 25 Prozent in Aussicht gestellt. Die steuerliche Belastung für Unternehmen will Trump auf 15 Prozent von bislang 35 Prozent vermindern. Das soll US-Firmen im internationalen Wettbewerb stärken. Firmen, die profitable Aktivitäten aus dem Ausland nach Amerika zurückholen, sollen darauf eine Steuerermäßigung erhalten. Die Erbschaftsteuer will der Republikaner ganz abschaffen. Eltern sollen in größerem Umfang Kinderbetreuungs-Ausgaben steuerlich absetzen können.
Trump verspricht, der „größte Job-produzierende Präsident“ der USA zu werden, „den Gott jemals geschaffen hat“. Bereits als Unternehmer habe er Zehntausende neue Stellen geschaffen.
Um amerikanische Arbeitsplätze zu sichern, will Trump die Zölle auf im Ausland hergestellte Produkte anheben und die US-Wirtschaft insgesamt stärker gegen Konkurrenz aus dem Ausland schützen. China, aber auch Mexiko, Japan, Vietnam und Indien wirft Trump beispielsweise vor, die Amerikaner „auszubeuten“, indem sie ihre Währungen zum Schaden von US-Exporten abwerten und manipulieren.
Das angestrebte transatlantische Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) lehnt Trump ab. Für ihn schadet ein freierer Zugang der Europäer zum US-Markt – vor allem zum staatlichen Beschaffungsmarkt – den amerikanischen Firmen. Das geltende Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta will er neu verhandeln, die TPP-Handelsvereinbarung mit asiatischen Staaten aufkündigen. Trump setzt generell anstatt auf multilaterale Handelsabkommen, etwa im Rahmen der Welthandelsorganisation, auf bilaterale Vereinbarungen mit einzelnen Staaten und Wirtschaftsräumen.
Die Handelsbeziehungen zu China, der nach den USA zweitgrößten Wirtschaftsmacht weltweit, will Trump grundlegend überarbeiten. Er wirft der Volksrepublik vor, ihre Währung künstlich zu drücken, um im Handel Vorteile zu erlangen. Er will das Land daher in Verhandlungen zwingen, damit Schluss zu machen. Auch „illegale“ Exportsubventionen soll die Volksrepublik nicht mehr zahlen dürfen. Verstöße gegen internationale Standards in China sollen der Vergangenheit angehören. Mit all diesen Maßnahmen hofft er, Millionen von Arbeitsplätzen in der US-Industrie zurückzugewinnen.
In der Energie- und Klimapolitik hat Trump eine Kehrtwende angekündigt. Er will die USA von den ehrgeizigen Klimaschutzvereinbarungen von Paris abkoppeln, die Umwelt- und Emissionsvorschriften lockern und eine Rückbesinnung auf fossile Energieträger einläuten: „Wir werden die Kohle retten.“ Die umstrittene Fracking-Energiegewinnung sieht Trump positiv.
Trump verspricht der Wirtschaft eine umfassende Vereinfachung bei den staatlichen Vorschriften. Er werde ein Moratorium für jede weitere Regulierung durch die Behörden verhängen, kündigte er an. Trump will Milliarden in die Hand nehmen, um Straßen, Brücken, Flughäfen und Häfen zu bauen und zu modernisieren. Finanzieren will er das unter anderem dadurch, dass die US-Verbündeten einen größeren Teil an den Kosten für Sicherheit und Verteidigung in der Welt übernehmen sollen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel spricht bereits von einem „Rollback in die alten, schlechten Zeiten“, Außenminister Steinmeier sagt: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die amerikanische Außenpolitik für uns weniger vorsehbar wird." Wie sehen Sie das?

Die harschen Reaktionen von Steinmeier und Gabriel auf die Wahl von Trump sind eine Katastrophe. Das empfinden die Amerikaner als Einmischung. Ich glaube fest an die transatlantische Beziehung, das ist die weltweit wichtigste Wirtschaftsachse.

 Wissen Sie schon von Unternehmern, die ihre Investitionen wegen Trumps Wahlsieg zurückstellen?

Die Stimmung in der US-Wirtschaft ist nach der Wahl von Trump sehr gelassen.

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