Bettina Röhl direkt

Obama und die "drei Geißeln" der Menschheit

Bettina Röhl Publizistin

Ob Ebola, Ukrainekonflikt, Weltwirtschaftskrise oder Isis-Terror: Die Schwäche von Barack Obamas Außenpolitik destabilisiert die Welt.

Fiese Keime
EbolaDie Ausbreitung dieses Filovirus ließ sich in der Vergangenheit durch Isolation der Kranken sehr gut eingrenzen, weil der Erreger nur durch engen Kontakt mit Erkrankten und deren Körperausscheidungen oder Blut weiter gegeben wird. Zudem können Menschen, die sich mit Ebola angesteckt haben, andere erst dann infizieren, wenn sie selbst offensichtlich erkrankt sind. Während der bis zu 21 Tage dauernden sogenannten Inkubationszeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit besteht keine Ansteckungsgefahr. Die fadenförmigen Viren befallen vor allem die Fresszellen unter den weißen Blutkörperchen sowie Zellen in der Leber, den Lymphknoten und der Milz. Sie lösen dabei hohes Fieber und Blutungen aus. 60 bis 90 Prozent der Erkrankten sterben innerhalb weniger Tage oder Wochen an diesem hämorrhagischen Fieber. Weil die Seuche so tödlich ist, hat sie sich bisher immer nach wenigen Wochen selbst auslöscht. Weil sie aber auch Tiere befällt, kommt es immer wieder zu Infektionen von Menschen und neuen Epidemien. Quelle: AP
AidsDas Immunschwäche auslösende Virus (Humanes Immundeffizienz Virus, HIV) wird zwar ebenfalls durch Blut und Körperflüssigkeiten vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen, hat aber eine ganz andere Ausbreitungsdynamik. Hier dauert es im Mittel zehn Jahre, bis die Erkrankung offensichtlich wird. Trotzdem kann der Infizierte schon während dieser jahrelangen Inkubationszeit andere Menschen anstecken. Vor allem in den ersten Wochen ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. So hat sich das Aids-Virus, seit es Anfang  der 1980er Jahre vom Affen auf den Menschen übersprang, sehr erfolgreich über die ganze Welt verbreitet. Die Pandemie hat seither etwa 28 Millionen Menschenleben gefordert. Aids kam vor allen in den Anfangsjahren einem Todesurteil gleich. Heute lässt sich das Virus – zumindest in der westlichen Welt – mit einem Dreifach-Cocktail aus zwischenzeitlich entwickelten Medikamenten recht gut unter Kontrolle halten. Auch  die Ausbreitung wurde durch Aufklärung deutlich eingegrenzt: Am wirksamsten ist der Schutz durch Kondome beim Sex. Quelle: Gemeinfrei
Hepatitis BDiese Form der Leberinfektion wird wie Aids vor allem beim Geschlechtsverkehr weitergegeben. Aber auch Piercing, Spritzen oder Blutkonserven sind potenzielle Übertragungswege. Mit über 350 Millionen Infizierten gehört das Hepatitis-B-Virus zum erfolgreichsten Krankheitserreger der Welt. Es ist vor allem in China und Südostasien, dem Nahen Oste und Afrika weit verbreitet. Bei 90 Prozent der Infizierten heilt die Erkrankung aber schnell und vollständig aus – oft sogar ohne die typischen Gelbsucht-Symptome wie Gelbfärbung der Haut oder Gliederschmerzen. Dennoch sind auch diese unerkannten Infizierten anstecken. Und bei jenen zehn Prozent der Betroffenen mit chronischem Verlauf kommt es zu schweren Leberzirrhosen und zum Leberkrebs. Durch eine Impfung konnte das Virus vor allem in der westlichen Welt allerdings drastisch eingedämmt werden. In Deutschland werden seit 1995 alle Neugeborenen gegen Hepatitis B geimpft. Quelle: Gemeinfrei
Hepatitis CAuch dieses Virus wird über Blut und Körperflüssigkeiten weitergegeben. Es befällt wie sein naher Verwandter, das Hepatitis-B-Virus, die Leber und bleibt oftmals unerkannt. Der Anteil chronischer Erkrankungen ist allerdings deutlich höher: Bei etwa einem Drittel der Betroffenen zerstört das Hepatitis-C-Virus (HCV) das Organ. Weltweit sind rund 170 Millionen Menschen mit HCV infiziert, allein 300.000 in Deutschland. Besonders betroffen ist zum Beispiel Ägypten, wo 15 bis 20 Prozent der Menschen das Virus in sich tragen. Auch Nicht-Erkrankte können den Erreger weiter geben. An einer Impfung arbeiten Forscher derzeit – zum Beispiel beim Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und beim  schweizerischen Biotechnik-Unternehmen Okairos, das 2013 vom britischen Pharma- und Impfstoff-Konzern GlaxoSmithKline aufgekauft wurde. Seit Ende vorigen Jahres ist zudem ein sehr wirksames Medikament des kalifornischen Unternehmens Gilead Sciences auf dem Markt, das allerdings wegen seines hohen Preises ebenso hohe Wellen schlägt: Eine einzelne Sovaldi-Pille kostet 700 Euro, die zwölf Wochen dauernde Behandlung schlägt mit gut 60.000 Euro zu Buche. Quelle: Gemeinfrei
InfluenzaAnders als Ebola, Aids oder Hepatitis befallen Grippe- oder Influenza-Viren die Atemwege der Menschen und verbreiten sich beim Husten oder Niesen durch winzige Tröpfchen sehr effektiv über die Luft. Damit ist es sehr schwer, sich vor einer Ansteckung zu schützen – und Infizierte sind bereits eine Ansteckungsgefahr für Mitmenschen, lange bevor sie selbst mit hohem Fieber und Gliederschmerzen schwer krank im Bett liegen. Anders als eine gewöhnliche Erkältung kann eine echte Grippe durchaus lebensbedrohlich sein. Allein in Deutschland fordert die saisonale Wintergrippe jedes Jahr bis zu 15.000 Menschenleben. Vor allem ältere und immun geschwächte Menschen sind gefährdet. Da jedes Jahr andere Grippestämme grassieren, besteht die Schutzimpfung alljährlich aus drei unterschiedlichen Virentypen, die von den Beobachtungsteams der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgewählt werden. Quelle: Gemeinfrei
SchweinegrippeDa Influenza-Viren auch Vögel und Schweine befallen, entstehen laufend neue Erregertypen. So brachte zwischen 1918 und 1920 solch ein für den Menschen völlig neuer und besonders virulenter Influenza-Stamm – die sogenannte spanische Grippe – weltweit mindestens 25 Millionen Menschen um. Der Erreger gehörte zum Subtyp A/H1N1, der unter dem Namen Schweinegrippe im Frühjahr 2009 erneut für Aufsehen sorgte. Damals war die Sterblichkeit bei den Erkrankten des zuerst in Amerika auftretenden Erregers extrem hoch. Später zeigte sich jedoch, dass vor allem ältere Menschen teilweise gegen den neuen Schweinegrippe-Erreger immun waren. Die zunächst befürchteten zigmillionen Toten blieben aus. Das Virus hat sich aber inzwischen aber weltweit ausgebreitet und unter die saisonalen Grippeerreger gemischt. Quelle: dpa
VogelgrippeUnter ständiger Beobachtung stehen Influenza-Viren der Subgruppe A/H5N1 und A/H9N7, die bei Geflügelzüchtern verheerende Schäden anrichten und sich auch über wildlebende Zugvögel weltweit verbreiten. Vor allem eine Infektion mit dem H5N1-Typ, der auch unter dem Namen Geflügelpest bekannt ist, endet für Legehennen oder Masttiere wie Enten, Truthähne oder Gänse in der Regel tödlich. Immer wieder springen Vogelgrippe-Erreger vor allem im asiatischen Raum auch auf den Menschen über, was bisher aber nie zur befürchteten Pandemie beim Menschen mit avisierten sieben Millionen Toten führte. Quelle: AP
SARSEin anderer luftgängiges Virus ist ein Ende 2002 erstmals in China beobachtetes  Coronavirus, das das sogenannte schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) hervorruft – eine Art Lungenentzündung. Der bisher einzige große SARS-Ausbruch forderte 2002 und 2003 insgesamt knapp 1000 Todesopfer. Quelle: AP
MERSDem SARS-Erreger nah verwandt ist MERS, ein Cornona-Virus, das vor allem im Nahen Osten Probleme macht und das Middle East Respiratory Syndrome hervorruft. Der Erreger wird vor allem von jungen Kamelen auch immer wieder auf den Menschen übertragen. Ein sprunghafter Anstieg der menschlichen Infektionszahlen auf über 500 in diesem Frühjahr beruhte aber offensichtlich auf einer neuen Testmethode, die viel mehr Infizierte dingfest machte als die alte Testmethode. Auch der befürchtete Anstieg von Infektionen beim Menschen während der im Oktober anstehenden Pilgerfahrt nach Mekka, der Haddsch, blieb aus. Quelle: AP
EhecGanz andere Übertragungswege sind für Lebensmittelkeime typisch: Hier stecken sich die Menschen nicht gegenseitig an, sondern sie infizieren sich beim Genuss von Nahrungsmitteln, die mit den Keimen verseucht sind. Besonders gefährlich sind die Vertreter der Gruppe enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC). Unter diesem Namen werden entartete, sonst gutartige Darmbakterien des Stammes Escherichia coli zusammengefasst, die schwerste und oft tödliche Probleme beim Menschen hervorrufen. Hier zerstören Bakteriengifte die Blutzellen und setzen die Niere außer Funktion. Im Frühsommer 2011 brach eine solche EHEC-Epedemie in Norddeutschland aus: 4321 Menschen infizierten sich, 50 von ihnen starben. Zunächst standen Gurken, Tomaten und Salat unter Verdacht. Erst nach wochenlanger Suche kamen die Fahnder der Ursache auf die Spur: Aus Ägypten stammende Samen von Bockshornklee-Sprossen waren mit EHEC verseucht. Sobald die Quelle bekannt war und vor dem Verzehr gewarnt wurde, ebbte die Epidemie wieder ab. Quelle: Gemeinfrei

Ebola, der Ukrainekonflikt und Isis-Terror seien derzeit die größten Geißeln der Menschheit, tönte Barack Obama Ende September in seiner Rede vor der Vereinten Nationen. Jetzt belehrt er die Welt erneut in Sachen Ebola: Allerdings warnt Obama diesmal vor den Panikmachern.

Ebola sei bislang eine völlig unbedeutende Krankheit angesichts der Tatsache, dass es zum Beispiel in den USA drei Ebola-Fälle bei einer Bevölkerung von 300 Millionen Amerikanern gäbe. Das Risiko sich anzustecken sei minimal. Es gäbe in den USA keine Gefahr einer Epidemie.

Das ist das Ebola-Virus

Was denn nun? Ist Ebola die größte Geißel der Menschheit oder doch nur eine nebenseitige Petitesse? Schneller kann niemand seine eigene gerade mal vier Wochen alte Aussage konterkarieren, als Obama es jetzt vorgemacht hat. Kein Wunder, dass ihm in Amerika, wo die Medien das Thema Ebola aktuell groß aufgebaut haben, ein mieses Krisenmanagement bei der Bekämpfung der Ebola-Krankheit vorgeworfen wird.

Die Ukrainekrise

Aus den Ereignissen in der Ukraine überhaupt eine Weltkrise mit Weltkriegsphantasien zu machen, kann nur Köpfen entspringen, die gelangweilt auf der Suche nach einer Sensation hin und her schwanken. Putin hat gewiss keine mustergültige Rolle gespielt. Leider ist er nicht der einzige, dem dieser Vorwurf zu machen ist. Aber ein globales Szenario aus der Sache zu machen, zeigt sehr wenig außenpolitische Souveränität.

Obama ist der Hauptverantwortliche für die Russlandallianz, die sich im Westen gebildet hat und die sich im Selbstbewusstsein historischer Intelligenz zu immer neuen Wirtschaftssanktionen gegen Russland hochschaukelt. Dabei wird geradezu masochistisch ein Schaden für die Weltwirtschaft in Kauf genommen - bei geringstem politischen Nutzen.

Und die Weltwirtschaft, für die der US-Präsident auch eine ganz heraus gehobene Verantwortung hat, die er mindestens de facto, wesentlich mitgestaltet, trübt sich derzeit ein. Die Politik des permanenten billigen Geldes, die die Weltwirtschaft in gefährliche Zonen treibt, hat ganz wesentlich ihre größte Keimzelle in den USA.

Es gibt andere massive Ursachen und dunkle Wolken an den Weltwirtschaftshimmel treiben. Phantasien vom schwarzen Freitag machen in den Medien bereits die Runde. Das ist sicher noch ein sinnloses Spiel mit dem Feuer, aber das Aufpeitschen von Wirtschaftssanktionen gegen Russland und Weltkriegsphantasien, gar atomar aufgeheizt, die ihrerseits keinen positiven ökonomischen Effekt fördern, ist zusätzliches Gift für die Weltwirtschaft.

Die Euro-Krise, an die sich die Menschen gewöhnt haben und die die Medien zwischenzeitlich vergessen hatten, war nie weg. Aber jetzt sind alle erstaunt, dass die Euro-Krise wieder da ist. Zahltag, das ist das Datum der Abrechnung, aber bisher sind die vielfältigen Schäden gerade noch nicht bezahlt worden.

Die Sanktionen der EU und USA gegen Russland

Daran ändern Phantasien von Banken- Finanz-und Haftungsunionen nicht das Mindeste. Mit billigem Geld wurden die Finanz-und Wirtschaftskrisen der letzten Jahre, unter Anhäufung neuer Schulden, verschleppt, aber nicht geheilt. Und die Verschleppung wiegt zum Beispiel die Bundesbürger in einem nie dagewesenen Wohlfühlrausch, dass auch nichts mehr passieren könne.

Dieser Wohlfühlrausch könnte allerdings auch damit erklärt werden, dass die tatsächlichen Krisen verdrängt werden und auch der größte Verdrängungskünstler in Wahrheit doch ein Unwohlgefühl mit sich herum trägt, welches er dann mit einem künstlich zur Schau gestellten Wohlbefinden zu betäuben versucht.

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