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Donald Trump Mit Populismus pur auf dem Weg ins Weiße Haus

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"Make America great again"

Donald Trump, so das Ergebnis, war schon bei seiner Antrittsrede in vielen Kategorien spitze - etwa in puncto mitreißender, emotionaler Sprache. In anderen steigerte er sich: So nahm der Anteil der überzeugenden Phrasen in seinen Reden während der Kampagne um 68 Prozent zu. In der Summe redet Trump verständlicher und optimistischer als Clinton - und er wirkt dabei authentischer und überzeugender. Die Erfolgsformel Trump im Detail:

Verständlich

Donald Trump macht es seinen Zuhörern leicht. Kurze Sätze, einfache Worte. Und: Die wichtigen Botschaften wiederholt der Republikaner gerne auch einmal.

Ein Beispiel vom “Super Tuesday”: “We’re going to make America great again, folks. We’re going to make it great again.”

Trumps Botschaft, die Vereinigten Staaten wieder zu alter Stärke zurückzuführen, wird gleich zwei Mal betont. Nach der Aussage macht Trump eine Pause – damit der Zuhörer die Botschaft verarbeiten und beklatschen kann.

Trumps Reden sind so einfach gestrickt, dass sie im Schnitt von guten Sechstklässlern verstanden werden können. Das zeigt die Analyse der Trump’schen Siegesrede von Florida, die wir mithilfe des Flesch–Kincaid-Verständlichkeitstests untersucht haben.

Bei dem Test, der einst für die US-Marine ausgearbeitet wurde, werden etwa die Satzstruktur und die Anzahl der Silben der verwendeten Wörter bewertet. Heraus kommt eine Punktzahl. Je höher die Zahl ist, desto einfacher ist der Text zu verstehen. Bei Trumps-Rede lautet der Wert: 76,5.

Zum Vergleich: Das US-Politmagazin „Time“ erreicht nur 52 Punkte, Hillary Clinton mit ihrer Rede vom „Super Tuesday“ 69,7 Punkte.

Während Schüler schon mehr als acht Jahre die Schulbank gedrückt haben müssen, um der Demokratin problemlos zu folgen, sind Trumps Botschaften bereits mit etwas mehr als sechs Jahren Schulbildung zu verstehen.

Die einfache Sprache macht Sinn: Schließlich ist Trump besonders beliebt bei Wählern ohne Hochschulabschluss. Er gibt sich als Kämpfer deren Interessen aus. Eine akademische Rede würde diesem Eindruck widersprechen.

Das Ergebnis des Flesch–Kincaid-Verständlichkeitstests bestätigen auch die Datenanalysten von Quantified Communications. Trump kommt hier auf sensationelle 99 von 100 Punkten, Clinton auf 84.

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