Donald Trump Mit Populismus pur auf dem Weg ins Weiße Haus

Der streitbare Milliardär Donald Trump gewinnt eine Vorwahl nach der nächsten. Sein Erfolgsgeheimnis: plätten, pöbeln, prahlen. Eine exklusive Sprachanalyse zeigt die Masche hinter Trumps erfolgreichen Auftritten.

Trumps Ansichten im Faktencheck
Milliardär und Republikaner Donald Trump Quelle: dpa
Trump und Putin Quelle: dpa
New York City am 11. Septembers 2001 Quelle: dpa
Trump und Geld Quelle: REUTERS
Trump und HandelTrump: „Beim Handel gehen wir völlig unter. . Mit China werden wir handelsmäßig 505 Milliarden Dollar verlieren. . . Mexiko, (sind es) 58 Milliarden Dollar. Japan, wahrscheinlich etwa, sie wissen es noch nicht genau, aber (da sind es) etwa 109 Milliarden Dollar.“ Die Fakten: Trump liegt beim US-Handelsdefizit mit China völlig daneben. Es betrug 2015 insgesamt 365,7 Milliarden Dollar – ein Rekord und das größte Defizit der USA mit einem anderen Land. Doch das US-Defizit mit allen Ländern zusammen lag vergangenes Jahr bei 531,5 Milliarden nach 508,3 Milliarden im Jahr 2014 – also etwa so viel wie Trump nur dem Handel mit China zuschrieb. Bei den Zahlen für Mexiko lag Trump richtig, nicht aber bei jenen für Japan. Es betrug im vergangenen Jahr nicht 109 Milliarden, sondern 68,6 Milliarden. Quelle: dpa
Donald Trump Quelle: AP
Donald Trump und Hillary Clinton Quelle: dpa

Spannend wäre es auf jeden Fall, ein Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Frau gegen Mann, Politikerin gegen Unternehmer, Diplomatin gegen Provokateur.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Clinton für die Demokraten und Trump für die Republikaner im November um den Einzug ins Weiße Haus kämpfen werden, ist vergangene Nacht weiter gestiegen. Beide Präsidentschaftskandidaten haben mindestens vier Staaten für sich entschieden, Hillary Clinton wahrscheinlich sogar alle fünf.

Clinton fuhr wichtige Siege sicher in Florida, North Carolina, Illinois und Ohio ein. Das sichert ihr eine große Zahl weiterer Delegierter auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur. Trump siegte für die Republikaner in Florida, Illinois und North Carolina. Missouri steht noch auf der Kippe: Sowohl bei den Demokraten wie bei den Republikanern kürte dort nur der Sender NBC Hillary Clinton und Donald Trump zum Sieger, alle anderen US-Medien sagten in der Nacht zum Mittwoch „too close to call“, es reicht noch nicht für ein Ergebnis.

Wie gelingt ihm Wahlsieg über Wahlsieg? Welche Rhetorik macht Trump zum Liebling der Massen? Und wie schneidet dagegen Hillary Clinton ab, Trumps gefährlichste Kontrahentin aus dem Lager der Demokraten?

Die WirtschaftsWoche geht dem Phänomen Trump auf die Spur - mit modernster Datenanalyse: Eine Software des US-Unternehmens Quantified Communications zerlegt gesprochene und geschriebene Sprache in ihre Einzelteile, stellt mittels künstlicher Intelligenz Zusammenhänge her und misst etwa, wie glaubwürdig und authentisch, wie klar und überzeugend sie ist.

Dazu haben die Texaner tausende Texte in ihr System geladen, Testpersonen zur Wirkung von politischen Reden befragt und neueste Erkenntnisse der Psycholinguistik integriert.

Für den Vergleich Trump gegen Clinton speisten die Sprachsezierer je fünf Texte der beiden Spitzenpolitiker in ihre Software, von den Antrittsreden vergangenen Sommer bis zu den Sieges-Ansprachen nach den Vorwahlen am vergangenen Dienstag. Die Software spürte Schlüsselwörter auf, maß die Länge der Sätze, identifizierte Sprechmuster. Am Ende spuckte sie Werte für acht Redeeigenschaften aus. 50 Punkte sind Durchschnitt, 100 sind Top.

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