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Ende der Iran-Sanktionen Deutsche Autobauer halten sich noch zurück

Nach rund einem Jahrzehnt sollen die westlichen Strafmaßnahmen gegen den Iran fallen. Vor allem für Autobauer bietet der iranische Absatzmarkt große Möglichkeiten. Doch deutsche Unternehmen sind skeptisch.

Welche EU-Staaten am meisten importieren
Ölraffinerie: Großbritannien bezieht ein Prozent seiner Ölimporte aus dem Iran, und damit 11.000 Barrel pro Tag. Quelle: Reuters
Ölfässer in Hamburg: Auch Deutschland stillt ein Prozent seines Öldurstes mit iranischen Importen. Hier entspricht das 17.000 Barrel pro Tag. Quelle: dpa
Eine Shell-Ölraffinerie in Rotterdam: Ihren Bedarf an Rohöl decken die Niederlande zu zwei Prozent mit iranischen Importen, was einer Menge von 33.000 Barrel pro Tag entspricht. Quelle: dpa
Tankstelle des Mineralölkonzerns Total Quelle: dpa-dpaweb
Benzinpumpen an einer Tankstelle in Spanien: Das Land deckt 13 Prozent seines Ölbedarfs aus Iran-Importen. In Barrel pro Tag macht das 137.000. Quelle: Reuters
Das Logo des italienischen Tankstellennetzes Agip: Ebenfalls zu rund 13 Prozent deckt Italien seinen Ölbedarf mit Importen aus dem Iran. Das bedeutet 183.000 Barrel pro Tag. Quelle: ap
Griechische Fahnen vor der Akropolis: Unter den EU-Staaten deckt Griechenland den größten Teil seines Bedarfs mit Ölimporten aus dem Iran - nämlich rund 14 Prozent. Quelle: dapd

Der große Absatzmarkt Iran lockt auch deutsche Autobauer - doch vor dem nahenden Ende der westlichen Sanktionen halten sich die Hersteller noch zurück. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. So teilte Europas größter Autokonzern VW mit: „Wir verfolgen die aktuelle Entwicklung und prüfen mögliche Optionen. Es gibt jedoch noch keine Entscheidungen oder Beschlüsse.“ Bis 2009 hatte Volkswagen im Iran Fahrzeuge des Typs Gol produziert.

Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass die Wolfsburger durchaus mit von der Partie sein wollen, wenn westliche Hersteller ihre Autos wieder im Iran verkaufen dürfen. Als Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Juli 2015 als einer der ersten westlichen Spitzenpolitiker nach Teheran reiste, wurde er von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Manager von VW und Daimler. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hatte das Land in der Vergangenheit als interessanten Markt bezeichnet.

Die größten Ölreserven der Welt
Eine Frau trocknet Wäsche auf einer Erdöl-Pipeline Quelle: ASSOCIATED PRESS
Libyen Quelle: REUTERS
Logo von Rosneft Quelle: ITAR-TASS
Ölraffinerie in den Vereinigten Arabischen Emiraten Quelle: AP
Ktar Quelle: REUTERS
Kuwait Quelle: REUTERS
Irak Quelle: REUTERS

Die VW-Tochter Audi sieht in dem islamischen Schwellenland sogar „wachsendes Potenzial für Premiummarken“. Allerdings betonte eine Sprecherin, man habe bisher weder einen autorisierten Importeur noch ein Händlernetz im Iran und übe daher noch keine Geschäftstätigkeit aus. Audi beobachte die politische Entwicklung. Ähnliche Töne kamen vom Sportwagenbauer Porsche. Die VW-Marke warte zunächst ab, wie sich die Lage entwickle, sagte ein Sprecher. Auch BMW betonte: „Ein zukünftiger Einstieg in den iranischen Markt hängt sowohl von den politischen als auch von den wirtschaftlichen Entwicklungen ab.“

Indes plant Daimler, wieder im Iran aktiv zu werden - „natürlich unter Berücksichtigung aller möglicher exportrechtlicher Regelungen“. Vor diesem Hintergrund tätige Daimler derzeit einzelne Geschäfte, sagte eine Sprecherin. Die Stuttgarter wollen im Falle der Sanktionsaufhebung ein Vertriebsbüro für ihr Nutzfahrzeuggeschäft im Iran errichten, das vom Regionalzentrum in Dubai aus gesteuert wird.

Die größte Hürde gebe es bislang noch für Finanztransaktionen. „Wegen der Sanktionen können wir zum Beispiel noch keine Räume mieten und keine Leute einstellen, weil wir keine Löhne zahlen können“, erklärte die Daimler-Sprecherin. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtete am Samstag unter Berufung auf Unternehmensberater, Volkswagen, Audi, Skoda, BMW und Daimler führten im Iran aber bereits Gespräche über Vertriebsfirmen und teils über mögliche eigene Produktionslinien. Die Vorgaben in dem Land seien allerdings strikt - etwa mit Blick auf die Schaffung neuer Jobs oder die Übertragung technischen Wissens.

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Der US-Autoriese General Motors (GM) mit seiner europäischen Tochter Opel-Vauxhall will sich hingegen vorerst nicht in die Karten schauen lassen. In Detroit verwies man auf die nach wie vor bestehenden US-Sanktionen gegen den Iran. Entsprechend habe man keine Geschäftspläne in dem Land.

Es wird damit gerechnet, dass an diesem Wochenende der rund 13 Jahre lange Atomstreit zwischen Iran und dem Westen beendet wird. Dann würden die internationalen Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land aufgehoben. Die Automobilindustrie ist eine der wichtigsten Branchen im Land. Die französischen Hersteller Renault und Peugeot haben bereits angekündigt, groß im Iran aktiv zu werden. Zudem hatten Unternehmen etwa aus China versucht, die Lücke zu füllen, die westliche Konzerne wegen der Sanktionen hinterlassen hatten.

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