Halbleiter: Insider: USA wollen Schlupflöcher für KI-Chip-Exporte nach China schließen
Nach den Beschränkungen darf etwa Nvidia zwei seiner fortgeschrittensten KI-Chips nicht nach China exportieren.
Foto: ReutersWie die Nachrichtenagentur Reuters aus den US-Kreisen erfuhr, gehört dies zu einer geplanten Verschärfung der Regeln, die insbesondere auf Halbleiter für Anwendungen bei der Künstlichen Intelligenz (KI) abzielen. Die ursprünglichen Exportbeschränkungen wurden im Oktober vergangenen Jahres erlassen. Die geplanten Ergänzungen könnten weiteren Insidern zufolge in den kommenden Tagen enthüllt werden.
Eine Stellungnahme des US-Handelsministeriums lag zunächst nicht vor. Die im vergangenen Jahr veröffentlichten Beschränkungen verhindern etwa, dass Nvidia zwei seiner fortgeschrittensten KI-Chips nach China exportiert.
Der auch für seine Grafikkarten bekannte US-Konzern brachte jedoch Varianten auf den Markt, bei denen die Verbote nicht greifen - etwa den H800-Chip als Ersatz für den leistungsstärkeren, aber mit dem Exportbann belegten H100. Zwar nannten die Insider nun keine konkreten Chip-Modelle. Aus US-Kreisen war zuvor jedoch wiederholt verlautet, die Regierung von Präsident Joe Biden habe unter anderem den H800 im Blick.
Die USA und China kämpfen seit Jahren um die technologische Führung in diesem Bereich. Nicht nur die Regierung des Demokraten Biden, auch ranghohe republikanische Abgeordnete fordern weitergehende Maßnahmen gegen die Volksrepublik.
„Wenn wir unsere Exportkontrollen nicht ausweiten, wird China uns eines Tages als Weltmarktführer im Chipdesign überholen“, warnte jüngst der republikanische Senator Marco Rubio im Gespräch mit Reuters. Er und andere Kongressmitglieder fordern auch Maßnahmen gegen eine Zusammenarbeit mit China bei den lizenzfreien Prozessoren der RISC-V-Familie, die in Geräten von Smartphones bis zu Hochleistungsrechnern eingesetzt werden können.
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