INF-Vertrag Putin setzt Atomwaffen-Pakt mit den USA offiziell aus

Nun ist es offiziell: Russland hat den Abrüstungsvertrag mit den USA ausgesetzt. Präsident Wladimir Putin hat ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet.

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Der Kremlchef hatte im Februar angekündigt, dass Russland den INF-Vertrag zum Verzicht auf landgestützte atomare Mittelstreckenwaffen als Reaktion auf die Aufkündigung des Abkommens durch die USA aussetzen werde. Quelle: AP

Moskau Russland hat nun auch offiziell den wichtigen INF-Abrüstungsvertrag mit den USA ausgesetzt. Präsident Wladimir Putin habe ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, teilte der Kreml am Mittwoch in Moskau mit. Seine Unterschrift galt als reine Formsache, nachdem er bereits vor vier Monaten ein Dekret dazu unterzeichnet hatte.

Der Kremlchef hatte im Februar angekündigt, dass Russland den INF-Vertrag zum Verzicht auf landgestützte atomare Mittelstreckenwaffen als Reaktion auf die Aufkündigung des Abkommens durch die USA aussetzen werde. Dem Gesetz zufolge entscheidet nun Putin, ob Russland das Abkommen wieder aufnimmt oder nicht.

Der INF-Vertrag verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern und untersagt auch die Produktion und Tests solcher Systeme. Die Abkürzung INF steht für „Intermediate Range Nuclear Forces“, auf Deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme. Die USA und die damalige Sowjetunion hatten den Vertrag 1987 geschlossen.

Die USA hatten ihren Schritt damit begründet, dass Russland das Abkommen seit Jahren mit dem Mittelstreckensystem SSC-8 verletze. Die sechsmonatige Kündigungsfrist läuft am 2. August aus. Die Nato bereitet sich darauf vor, dass der Vertrag nicht mehr zu retten ist.

Putin und US-Präsident Donald Trump hatten zuletzt beim G20-Gipfel in Japan bekräftigt, dass sie sich um eine Verlängerung des 2021 auslaufenden New-Start-Vertrags zur Begrenzung strategischer Atomwaffen bemühen wollen.

Mehr: In einem Interview fordert Trump Großmächte China, Russland und USA zur Abrüstung auf. Politiker in Russland reagieren – und fordern mehr Details vom US-Präsidenten.

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