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Ingrid Brand-FriedbergDie Schraubenkönigin

Die Ruhrpott-Unternehmerin Ingrid Brand-Friedberg hat aus dem Bergbau-Zulieferer Friedberg einen Weltmarktführer für Windrad-Schrauben geschmiedet. Das Werk der Schraubenkönigin ist ein Lehrstück für erfolgreichen Strukturwandel.Lothar Schnitzler 15.05.2014 - 06:00 Uhr

Die Schraubenkönigin Brand-Friedberg in der Produktionshalle.

Foto: Frank Beer für WirtschaftsWoche

"Wenn die das macht, geht die Firma pleite“, hatte ein Verwandter prophezeit, als Ingrid Brand-Friedberg die Führung des Gelsenkirchener Schraubenherstellers August Friedberg übernahm. 23 Jahre war die studierte Ökonomin damals alt. Ihr Vater war wenige Tage zuvor gestorben, und der Familienrat hatte ihr die Unternehmensleitung angetragen.

Heute, 43 Jahre später, ist Ingrid Brand-Friedberg noch immer Chefin des Familienbetriebes. Dem ist das entgegen allen Unkenrufen gut bekommen: Der Umsatz ist seitdem um das Achtfache auf mehr als 100 Millionen Euro gestiegen; die Mitarbeiterzahl wuchs von 300 auf 450. Basis war die Weitsicht von Brand-Friedberg: Sie baute den Bergbau-Zulieferer früh in ein internationales, diversifiziertes Unternehmen um. So ist Friedberg heute etwa ein Weltmarktführer für Windrad-Schrauben.

Es ein kleines Wunder, dass es das Unternehmen überhaupt noch gibt. Denn Friedberg gehörte zu den vielen Betrieben im Ruhrgebiet, die fast ausschließlich von Lieferungen an die Kohlezechen lebten. „Wir fertigten fast nur Standardschrauben“, erinnert sich Brand-Friedberg, „und die standen unter einem enormen Preisdruck.“ Alle damaligen Wettbewerber im Pott sind inzwischen vom Markt verschwunden.

Von der Kohleförderung zur Windkraft

Friedberg überlebte nur, weil der jungen Chefin schon bald nach ihrem Start klar wurde, dass der Bergbau in Deutschland keine Zukunft bieten würde. Bereits 1974 gründete sie daher ein Zweigwerk in Monte Mor im brasilianischen Bundesstaat São Paulo, das für den südamerikanischen Markt produziert. Gleichzeitig erschloss sie neue Abnehmerbranchen.

Schon zehn Jahre nachdem sie das Steuer übernommen hatte, spielte der Bergbau in dem 1884 vom Essener Schmiedemeister August Friedberg gegründeten Unternehmen keine große Rolle mehr, heute ist er ganz Historie. Die Umsätze stammen zu je einem Drittel aus der Autoindustrie, Maschinen- und Stahlbau sowie dem Geschäft mit Schrauben für Windräder.

Nachfolge im Mittelstand

Wie der Vater, so die Tochter

In diesem Segment gehört Friedberg zu den Weltmarktführern. „Diese Technik hat uns gereizt, weil hier die Anforderungen besonders hoch sind“, sagt Brand-Friedberg. Extreme Belastbarkeit, Haltbarkeit über Jahrzehnte trotz Wind und Wetter – es gibt nur wenige Anwendungen, die anspruchsvoller sind. Brand-Friedberg: „Da konnten wir unseren technischen Vorsprung ausspielen.“

Nordex

Nach zwei verlustreichen Jahren und vielen Einsparungen lief es 2013 für Nordex wieder besser. Der Windturbinenbauer kehrte in die Gewinnzone zurück. In der Vergangenheit trennte sich Nordex unter anderem verlustreichen Produktionsstätten in den USA und China und konzentrierte sich ganz auf den Bau von Onshore-Anlagen. Mit der Strategie konnte das Unternehmen in Deutschland Marktanteile gewinnen. 2012 kam Nordex auf 3,5 Prozent, 2013 waren es im On- und Offshore-Bereich zusammen bereits sieben Prozent. Auch die Aussichten sind gut: Für 2014 rechnet der Vorstand mit neue Aufträge im Umfang von 1,6 Milliarden Euro.

Foto: dpa

Siemens Windenergiesparte

Siemens ist Weltmarktführer bei Offshore-Windrädern und dominiert auch in Deutschland diesen Bereich. Hierzulande kommt das Unternehmen in dem Segment auf 52,1 Prozent Marktanteil. Im On- und Offshore-Bereichen zusammen hatte Siemens Wind Power 2013 einen Anteil von 9,8 Prozent und liegt damit auf Platz vier. Nach dem Verkauf der gefloppten Solarsparte will sich Siemens künftig noch mehr auf die Energie aus Wind und Wasser zu konzentrieren. Das Geschäft lief zuletzt insbesondere im Ausland gut. Im Dezember 2013 erhielt das Unternehmen mehrere Großaufträge in den USA. In Deutschland gibt es aber auch Probleme: Bei der Anbindung von vier Offshore-Windparks in der Nordsee liegt Siemens dem Zeitplan um mehr als ein Jahr hinterher. Die Verzögerungen sollen Siemens bereits mehr als 600 Millionen Euro gekostet haben.

Foto: dpa

Wiwo green

Foto: dpa

Vestas

Der weltgrößte Windturbinenhersteller Vestas hatte in Deutschland 2013 einen Marktanteil von 16,7 Prozent (Onshore 20 Prozent). Damit hat der Anlagenbauer zwar rund sechs Prozent an die kleineren Mitbewerber verloren, liegt aber weiterhin klar auf Platz zwei. Allein 2013 stellte das dänische Unternehmen Anlagen mit einer Leistung von 598,9 Megawatt in Deutschland auf. Wirtschaftlich ist Vestas offenbar auf einem guten Weg: Nach massiven Sparmaßnahmen in den Vorjahren hat das Unternehmen im letzten Quartal 2013 erstmals seit Mitte 2011 wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Der Jahresverlust lag bei 82 Millionen Euro, nach 963 Millionen Euro 2012.

Foto: ZB

Enercon

Das vom Windpionier Aloys Wobben gegründete Unternehmen ist unangefochtener Marktführer in Deutschland bei Anlagen auf dem Festland (49,6 Prozent Marktanteil). Onshore-Anlagen mit einer Leistung von 1.484,6 Megawatt hat Enercon allein 2013 aufgestellt. Auf dem Gesamtmarkt musste der Windanlagenbauer allerdings Verluste hinnehmen. Lag der Markanteil 2012 bei 54,3 Prozent, betrug er zuletzt noch bei 41,4 Prozent. Weltweit hat das Unternehmen mittlerweile mehr als 20.000 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 28 Gigawatt installiert. Laut den Wirtschaftsforscher von Globaldata liegt Enercon im globalen Vergleich damit auf Platz. Geschlagen werden die Ostfriesen von der dänische Konkurrenz Vestas.

Foto: dpa

Platz 15: Nancy McKinstry

Die US-amerikanische Managerin ist Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Wolters Kluwer in den Niederlanden und schafft es damit auf den fünfzehnten Platz im Fortune-Ranking der weltweit einflussreichsten Geschäftsfrauen. Bevor sie zu Wolters Kluwer kam, arbeitete McKinstry im Aufsichtsrat verschiedener Unternehmen, wie etwa bei Ericsson.

Foto: Presse

Platz 14: Ho Ching

Ho Ching (hier links im Bild) ist Geschäftsführerin der Temasek Holdings, eine Holdinggesellschaft der singapurischen Regierung, und zudem mit Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong (Mitte links) verheiratet. Die studierte Elektroingenieurin, die in Singapur und Stanford ausgebildet wurde, schafft es auf Platz 14.

Foto: REUTERS

Platz 13: Sandra Peterson

Seit Oktober 2010 ist Sandra Peterson Vorsitzende des Executive Committees von Bayer CropScience und Vorstandsvorsitzende der Bayer CropScience AG. Die gebürtige Amerikanerin studierte Politikwissenschaft an der Cornell Universität im US-Bundesstaat New York und machte ihren Master in Angewandter Volkswirtschaftslehre an der Princeton Universität. Bereits in den Achtzigern arbeitete sie in Deutschland: beim Bundesministerium für Finanzen und beim Bundesverband der Deutschen Industrie. Mit ihrer jetzigen Position schafft sie es im Fortune-Ranking auf Platz 13.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 12: Ornella Barra

Die Italienerin, die Pharmazie studierte und seit vielen Jahren als Managerin in der Pharmabranche arbeitet, macht den zwölften Platz im Business-Ranking. Als Aufsichtsratsmitglied beim britischen Konzern Alliance Boots und Chief Executive of the Pharmaceutical Wholesale Division of Alliance Healthcare ist sie für das Geschäft in 16 Ländern zuständig.

Foto: Presse

Platz 11: Maria Ramos

In Portugal und Südafrika ist die Geschäftsfrau Maria Ramos zuhause. In Lissabon geboren und aufgewachsen, studierte Ramos Wirtschaft an der University of South Africa und der University of the Witwatersrand. Nachdem sie im Anschluss in London ihren Master in Wirtschaftswissenschaften absolvierte hatte, startete sie ihre Karriere. Heute ist sie Geschäftsführerin bei ABSA, einem der größten Finanzdienstleister Südafrikas. Dafür gibt es im Ranking Platz 11.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 10: Marjorie Scardino

Mit der US-Amerikanerin Marjorie Scardino landet die Geschäftsführerin des britischen Medienkonzerns Pearson gerade so unter den Top Ten. Sie leitet damit die umsatzstärkste Verlagsgruppe weltweit. Dafür gibt es Platz 10.

Foto: REUTERS

Platz 9: Annika Falkengren

Die schwedische Bankmanagerin Annika Falkengren landet knapp vor Scardino. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften in Stockholm und startete 1987 als Trainee bei der Skandinaviska Enskilda Banken (SEB). Dort bliebt sie und machte Karriere: Heute ist sie Präsidentin und Vorstandsvorsitzende bei SEB. Dafür gibt es Platz 9 im Ranking der einflussreichsten Geschäftsfrauen.

Foto: REUTERS

Platz 8: Sock Koong Chua

Auf dem achten Platz landet eine Chinesin: Sock Koong Chua. Bei Singapore Telecommunications Limited (SingTel), eines der größten asiatischen Telekommunikationsunternehmen, arbeitet sie heute als Geschäftsführerin, nachdem sie in den vergangenen Jahren verschiedene Positionen in dem singapurischen Konzern inne hatte.

Foto: REUTERS

Platz 7: Alison Cooper

Als Chief Executive arbeitet Alison Cooper seit Mai 2010 für den viertgrößten Anbieter des internationalen Tabakmarkts: Imperial Tobacco, zu denen auch die Reemtsma Cigarettenfabriken zählen. Sie folgte auf den Platz von Gareth Davis, der 14 Jahre auf dem Chefsessel gesessen hatte. Für sie gibt es im Ranking Platz 7.

Foto: Presse

Platz 6: Güler Sabanci

Die türkische Unternehmerin Güler Sabanci begann ihre Karriere in der Autoreifenfirma ihrer Familie. Heute ist sie Vorsitzende der Sabanci Holding, der zweitgrößten Finanzgruppe der Türkei, deren Gründer ihr Onkel war. Die studierte Betriebswirtin macht damit Platz sechs unter den international einflussreichsten Geschäftsfrauen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 5: Chanda Kochhar

Unter die Top Five schafft es die Tochter eines indischen Ingenieurs: Chanda Kochhar studierte in Bombay und startete gleich nach dem Bachelor-Abschluss als Jahrgangsbeste mit einer Trainee-Stelle bei der ICICI-Bank ihre große Karriere. Die größte private Bank Indiens behielt Kochhar im Unternehmen, ermöglichte ihr eine Karriere und berief sie schließlich an die Spitze des Geldinstituts. Für die ICICI-Vorstandsvorsitzende gibt es Platz 5 im Ranking.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 4: Barbara Kux

Im Vorstand des Technologiekonzerns Siemens sitzt die Schweizerin Barbara Kux. Die Managerin arbeitete bereits für Unternehmen wie Nestlé, Ford und Philips, bevor sie 2008 in den Vorstand der Siemens AG wechselte. Im Ranking der einflussreichsten Geschäftsfrauen international belegt sie Platz 4.

Foto: dpa

Platz 3: Cynthia Carroll

Die US-amerikansiche Managerin Cynthia Carroll gehört zu den Top Drei. Als Geschäftsführerin des südafrikanischen Bergbaukonzerns Anglo American leitet sie einen weltweit agierenden Konzern mit über 200.000 Mitarbeitern. Die studierte Geologin ist die erste Frau, die als Nicht-Südafrikanerin die Leitung des Konzerns übernehmen konnte.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: Gail Kelly

Als Chefin einer der führenden australischen Banken ist die australische Managerin Gail Kelly, die im südafrikanischen Pretoria geboren wurde, die Nummer zwei in der Fortune-Liste der einflussreichsten internationalen Geschäftsfrauen. Seit 2008 steht sie an der Spitze der Westpac und ist verantwortlich für Australiens größtes Finanzinstitut mit einem Börsenwert von etwa 39 Milliarden Euro.

Foto: REUTERS

Platz 1: Maria das Graças Foster
Die Nummer eins im Fortune-Ranking der international einflussreichsten Geschäftsfrauen ist die Vorsitzende des größten lateinamerikanischen Gas- und Energieunternehmens Petrobas. Die Brasilianerin Maria das Graças Foster studierte Chemieingenieurwesen und Chemie, sowie Nukleartechnik, um anschließend einen MBA in Wirtschaftswissenschaften draufzusetzen. Nach einem Praktikum bei Petrobras arbeitete sie sich an die Spitze des Unternehmens, was sie heute für das Fortune Magazine zur international einflussreichsten Geschäftsfrau macht.

Foto: REUTERS

Schrauben für Windräder sind technische Meisterwerke. Die schwersten Exemplare wiegen mehr als 20 Kilo, sind 60 Zentimeter lang und 7 Zentimeter dick. Aus verzinkten Edelstählen gefertigt, enthalten sie hohe Anteile von Mangan, Chrom oder Nickel, sind säurefest und reagieren kaum auf Wärme oder Kälte.

Zwar ist auch das Geschäft mit der Windenergie kein Selbstläufer mehr, die goldenen Jahre sind vorbei. Dennoch bereut Brand-Friedberg ihre Entscheidung nicht: „Wir hatten im Windkraftgeschäft Jahre mit bis zu 30 Prozent Wachstum – längere Schwächeperioden gab es nicht.“ Seit fünf Jahren gehe es mal auf-, mal abwärts. Zurzeit laufe das Geschäft „recht ordentlich“.

Rund 3000 Unternehmen mit einem Umsatz zwischen zehn Millionen und etwa einer Milliarde hat die Unternehmensberatungsberatung Munich Strategy Group für das WirtschaftsWoche-Ranking analysiert. Für 400 von ihnen haben die Berater nach der Auswertung von Experten-Interviews und Analysen einen Vergleichswert, den Innovations-Score ermittelt. In diesen fließt die Zahl der neuen Produkte und deren Marktchancen ein. Gleichzeitig hat MSG ermittelt, in welchem Maße die Innovationskultur im Unternehmen verankert ist. Die Top 30 der innovativen Mittelständler zeigt die folgende Übersicht.

Foto: Fotolia

Platz 30: Vacom

Umsatz: 16 Mio. Euro

Innovations-Score: 135

Das 1992 gegründete Unternehmen Vacom  gilt als einer der führenden Anbieter von Vakuumtechnik. Der Mittelständler aus Jena produziert unter anderem für Unternehmen aus Bereichen wie der Analytik, Elektronik, Optik, Solar- und Beschleunigertechnik.

Foto: Screenshot

Platz 29: Elementar Analysesysteme

Umsatz: 42 Mio. Euro

Innovations-Score: 136

Ob Kohlen-, Stick- oder Wasserstoff: Die Analyse nicht-metallischer Elemente ist das Kerngebiet des Geräteherstellers aus Hanau (Hessen).

Foto: Screenshot

Platz 28: GK Software

Umsatz: 27 Mio. Euro

Innovations-Score: 138

Das Technologie-Unternehmen GK Software aus Sachsen entwickelt und vertreibt spezielle Computer-Programme für den Einzelhandel - darunter Software für Kassen und Backoffice-Programme. Die börsennotierte Firma wurde 1990 gegründet.

Foto: PR

Platz 27: Walter Rau Neusser Öl und Fett AG

Umsatz: 333 Mio. Euro

Innovations-Score: 140

Fett und Öl - damit verdient das Neusser Unternehmen Walter Rau Geld. Rund 200 Mitarbeiter veredeln pflanzliche Rohstoffe zu Spezial-Fetten für Lebensmittel.

Foto: Presse

Platz 26: Wilo

Umsatz: 1187 Mio. Euro

Innovations-Score: 141

Die Dortmunder Unternehmens-Gruppe zählt zu den führenden Herstellern für Pumpen und Pumpsysteme. Mehr als 7000 Wilo-Mitarbeiter arbeiten weltweit daran, Produkte für Wärme- und Klimatechnik sowie die Wasserversorgung zu entwickeln und zu produzieren.

Foto: dpa Picture-Alliance

Platz 25: Becker Marine Systems

Umsatz: 74 Mio. Euro

Innovations-Score: 144

Egal ob Luxus-Jacht oder Super-Tanke: Die Hamburger von Becker Marine Systems sind auf Ruder und Steuerungseinheiten für Schiffe spezialisiert. Das 1946 gegründete Unternehmen hat mittlerweile mehr als 110 Mitarbeiter und Büros in China, Singapur, Korea und Norwegen.

Foto: Presse

Platz 24: Vapiano

Umsatz: 290 Mio. Euro

Innovations-Score: 146

Systemgastronom auf Wachstumskurs. Zwölf Jahre nach der Gründung 2002 in Bonn gibt es mittlerweile weltweit rund 130 Vapiano-Restaurants, in denen italienische Speisen wie Antipasti, Pasta und Pizzen auf den Teller kommen. Der Name stammt übrigens von dem italienischen Satz: “Chi va piano, va sano e va lontano”. Heißt in etwa: “Wer alles im Leben locker und gelassen angeht, lebt gesünder und länger”.

Foto: dpa

Platz 23: Duo Plast

Umsatz: 17 Mio. Euro

Innovations-Score: 148

Duo Plast hat schon so manches eingewickelt. Das mittelständische Unternehmen aus Hessen ist spezialisiert auf Stretch-, Dehn- und Wickelfolien. Mehr als 130 Mitarbeiter arbeiten daran, die Folien unter anderem für Industrie, Landwirtschaft und die Lebensmittelbranche herzustellen.

Foto: dapd

Platz 22: Wissenschaftliche Gerätebau Dr. Ing. Herbert Knauer GmbH

Umsatz: 17 Mio. Euro

Innovations-Score: 148

Das Berliner Unternehmen ist mit der Entwicklung und Produktion von Laborgeräte groß geworden. Spezialisiert ist Knauer auf die Herstellung von Komponenten für Hochleistungsflüssigkeitschromatographie inklusive der zugehörigen Software. Für das 1962 gegründete Unternehmen arbeiten heute mehr als 100 Menschen.

Foto: Presse

Platz 21: Protection One

Umsatz: 16 Mio. Euro

Innovations-Score: 153

Live-Fernüberwachung rund um die Uhr: Das verspricht Protection One. Die Sicherheitskameras des Unternehmens aus Meerbusch zeichnen nicht nur auf, Wachhabend kontrollieren die Kamerabilder in Echtzeit und schlagen bei Einbrüchen oder Notfällen direkt Alarm. Laut Unternehmensangaben lassen mittlerweile mehr als 12.000 Kunden lassen ihre gewerblichen und privaten Gebäude und Grundstücke so überwachen.

Foto: Presse

Platz 20: Neosid Pemetzrieder

Umsatz: 16 Mio. Euro

Innovations-Score: 153

Elektrokomponenten wie Spulen und Drosseln sind das Fachgebiet von Neosid Pemetzrieder aus Halver bei Lüdenscheid. 1933 gründete Hans Georg Pemetzrieder in Berlin die Firma Neosid. Den Namen wählte er wegen des neuen Werkstoffs Carbonyleisen, mit dem Zylinder-, Gewinde- und Ringkerne hergestellt wurden. Er stammt aus dem Griechischen für neos sideros = neues Eisen. Heute beschäftigt Neosid  110 Mitarbeiter am Standort Halver und verfügt über ein internationales Netzwerk in 27 Ländern.

Foto: Screenshot

Platz 19: MorphoSys

Umsatz: 52 Mio. Euro

Innovations-Score: 155

Im Martinsried bei München ist MorphoSys zuhause. MorphoSys wurde 1992 gegründet und ist heute eines der weltweit führenden Unternehmen der Biotechnologie. Mit derzeit mehr als 80 unterschiedlichen Medikamentenkandidaten in der Forschung und Entwicklung verfügt MorphoSys über eine der breitesten Antikörper-Pipelines in der Biotechnologie-Branche.

Foto: Presse

Platz 18: Hermle

Umsatz: 303 Mio. Euro

Innovations-Score: 158

„Besser fräsen“ lautet das Motto von Hermle aus dem baden-württembergischen Gosheim, eine halbe Autostunde östlich von Villingen-Schwenningen. Dafür bietet Hermle so genannte Bearbeitungszentren an, die in der Medizintechnik, der optischen Industrie, Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie Werkzeug- und Formenbau zum Einsatz kommen. 2013 feierte Hermle sein 75-jähriges Bestehen.

Bildquelle: Zottie

Foto: GNU

Platz 17: Murrelektronik

Umsatz: 153 Mio. Euro

Innovations-Score: 159

Zwischen Stuttgart und Schwäbisch Hall findet sich Opeenweiler, dort ist seit 1975 Murrelektronik zuhause. Die Spezialisten für Schaltschränke und elektronische Schnittstellen fertigen mit mehr als 1800 Mitarbeitern.

Foto: dpa

Platz 16: LPKF Laser & Electronics

Umsatz: 115 Mio. Euro

Innovations-Score: 161

LPKF entwickelt und produziert seit 1976 Maschinen zur Materialbearbeitung. In einigen Bereichen der Mikromaterialbearbeitung mit dem Laser gehört das Unternehmen zur Weltspitze.  Für LPKF mit Sitz im niedersächsischen Garbsen bei Hannover arbeiten weltweit 750 Mitarbeiter.

Foto: Presse

Platz 15: Röhm

Umsatz: 157 Mio. Euro

Innovations-Score: 162

Das Unternehmen aus Sontheim (Baden-Württemberg) hat sich auf Verfahren spezialisiert, um Werkzeuge in der Produktion zu fixieren. Für ihre Kundenlösungen hat Röhm bereits zahlreiche Preise erhalten.  

Foto: Presse

Platz 14: SimonsVoss Technologies

Umsatz: 48 Mio. Euro

Innovations-Score: 164

Schlüssel waren gestern. SimonsVoss aus München-Unterföhring hat sich auf digitale Schließ-und Zutrittskontrollsysteme spezialisiert. Auch biometrische Verfahren kommen zum Einsatz.

Foto: PR

Platz 13: Flyeralarm

Umsatz: 238 Mio. Euro

Innovations-Score: 165

Die Würzburger Online-Druckerei bedruckt Aufkleber, Magazine, Briefumschläge und Displays – wenn es sein muss, auch über Nacht. Aktuell sind gerade etliche Artikel zur bevorstehenden Fußball-WM im Angebot.

Foto: dpa

Platz 12: RIB Software

Umsatz: 39 Mio. Euro

Innovations-Score: 167

Die Stuttgarter haben sich erfolgreich auf Software für Bauunternehmen spezialisiert – von der Tragwerksplanung bis zur Kostenanalyse

Foto: Presse

Platz 11: Arku Maschinenbau

Umsatz: 39 Mio. Euro

Innovations-Score: 168

Das Unternehmen aus Baden-Baden verfügt über eine 80-Jährige Erfahrung in der Blechverarbeitung. Bei Arku arbeiten Techniker und Vertriebsspezialisten frühzeitig zusammen – auch die Kunden werden dann bereits einbezogen.

Foto: Presse

Platz 10: Spanner Re²

Umsatz: 25 Mio. Euro

Innovations-Score: 170

Die Holz-Kraft-Anlagen von Spanner Re aus Neufahrn in Niederbayern erzeugen aus Hackschnitzeln dezentral Strom und Wärme. Um innovativ zu sein, versucht Unternehmenschef Thomas Bleul den Einsatz von Experten zu begrenzen. Die würden oft nur in vorgegebenen Bahnen denken, fürchtet er..

Foto: PR

Platz 9: Multivac

Umsatz: 285 Mio. Euro (Deutscher Teilkonzern)

Innovations-Score: 172

Das Unternehmen aus dem bayerischen Wolfertschwenden hat sich auf Verpackungsmaschinen spezialisiert. Zu den Kunden zählt vor allem die Lebensmittelindustrie.

Foto: PR

Platz 8: Kaffee Partner

Umsatz: 100 Mio. Euro

Innovations-Score: 176

Der Kaffeeautomaten-Distributor aus Osnabrück liefert an zahlreiche Unternehmen und  hat einen Coup gelandet:   Per Fernwartungen können die Spezialisten von Kaffee Partner erkennen, wo der Koffein-Muntermacher gerade zur Neige geht und schon mal Nachschub ordern.

Foto: PR

Platz 7: Sanha

Umsatz: 110 Mio. Euro

Innovations-Score: 177

Der Essener Rohrleitungshersteller bietet als einziger Hersteller bleifreie Verbindungsstücke an. Gut fürs Trinkwasser. Blei ist giftig.

Foto: Presse

Platz 6: Eckert & Ziegler

Umsatz: 120 Mio. Euro

Innovations-Score: 178

Unter den innovativsten Mittelständlern finden sich viele Medizintechnik-Spezialisten. Wie auch Eckert & Ziegler in Berlin – erfolgreich mit Strahlentherapie.

Foto: Presse

Platz 5: Delo

Umsatz: 50 Mio. Euro

Innovations-Score: 181

Das Unternehmen aus Windach bei München ist mit Spezialklebstoffen erfolgreich. So hat Delo etwa ein Verfahren entwickelt, um RFID-Chips zu verkleben. Die elektrischen Signale werden dabei zuverlässig weitergeleitet.

Foto: Presse

Platz 4: Aluplast

Umsatz: 1300 Mio. Euro

Innovations-Score: 191*

Auch bei Fenstern gibt es immer noch was Neues. Die Fensterprofile von Aluplast aus Karlsruhe zeichnen sich dadurch aus, dass sie Energie sparen, bleifrei sind und die Kunststoffrahmen recycelt werden können. Bei der Entwicklung lässt sich Aluplast auch schon mal vom Know-how aus der Automobilindustrie inspirieren.

Foto: dpa

Platz 3: Euroimmun

Umsatz: 1300 Mio. Euro

Innovations-Score: 191

Rang drei für Euroimmun aus Lübeck: Inhaber Winfried Stöcker hat sogenannten Biochips erfunden, mit denen Autoimmunerkrankungen im Körper besser erkannt werden können. Euroimmun stellt Laborreagenzien her, mit den Laborärzte besser Krankheiten erkennen können.

Foto: Stefan Thomas Kröger für WirtschaftsWoche

Platz 2: Uzin Utz

Umsatz: 207 Mio. Euro

Innovations-Score: 188*

Mit Klebstoffen für Bodenbeläge hat es Uzin Utz aus Ulm auf Platz zwei geschafft. Um innovativ zu sein, müsse man die richtigen Mitarbeiter einstellen, sagt Unternehmenschef Werner Utz. Für Utz ist die Motivation wichtiger als gute Noten.

*Der Innovations-Score wird ermittelt aus Unternehmensperfomance und Innovationskultur

Foto: Presse

Platz 1: Storz

Umsatz: 1300 Mio. Euro

Innovations-Score: 191*

Der Medizintechnik-Spezialist aus Tuttlingen (Baden-Württemberg) liefert Endoskope und komplette OP-Säle an Kliniken. So lässt sich etwa das mobile Endoskop Tele Pack X wie ein iPhone über den Bildschirm steuern.  Das Erfolgsrezept von Storz: Bei der Entwicklung arbeitet das Unternehmen eng mit seinen Kunden – den Ärzten – zusammen.

*der Innovationsscore wird ermittelt aus Unternehmensperformance und Innovationskultur

Foto: dpa

Die Branche ist volatil geworden. Die Internationale Energie Agentur in Paris geht zwar von einer Verdoppelung der weltweiten Windenergiekapazitäten auf 587 Gigawatt bis 2020 aus. Für 2014 erwartet der Energieexperte des deutschen Maschinenbauverbandes VDMA, Thorsten Herdan, bei neu installierten Windkraftkapazitäten ein Rekordniveau von 45 000 Megawatt weltweit. 2013 war diese Zahl um 15 Prozent auf 39 000 Megawatt eingebrochen.

Kritik aus den eigenen Reihen

Doch Gegenwind ist die Chefin gewohnt. Als sie Anfang der Neunzigerjahre entschied, in die Windenergie einzusteigen, winkten die Banken erst mal ab. „Wie kann man nur in eine solche Branche investieren“, hatten die Banker gefragt. Windenergie galt damals als Marotte für Ökofreaks und nicht als seriöses Geschäft.

Auch im Unternehmen gab es kritische Stimmen. „Das war für uns eine neue Welt“, erinnert sich Brand-Friedberg, „aber ich hatte das Bauchgefühl, dass sich hier ein riesiger Markt entwickelte.“ Die Chefin zog die Entscheidung zügig durch und startete ohne Banken. 1998 verfügte Friedberg bereits über eine gesonderte Forschungs- und Entwicklungsabteilung für die Windenergie.

Der Erfolg sei eine Teamleistung, betont Brand-Friedberg. Im Gespräch entfaltet sie einen kühlen Charme. Sie gilt als gute Zuhörerin, lässt aber keinen Zweifel daran, wer entscheidet.

Die Durchsetzungsfreude von Brand-Friedberg, die auch Vorsitzende der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe ist, bekommen auch die Gewerkschaften zu spüren. „Sie ist fair, aber hart in Verhandlungen“, sagt Robert Sadowsky, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Gelsenkirchen.

"Viel gefragt und zugehört"

Doch ohne ihre Standhaftigkeit hätte es Brand-Friedberg nie geschafft. Von einer fließenden Übergabe des Chefpostens konnte keine Rede sein: Der Tod des Vaters kam plötzlich. Sie hatte gerade erst ihr Ökonomie-Studium in Gießen beendet und wollte noch ein paar Jahre in anderen Unternehmen Erfahrungen sammeln. Nach nur 14 Tagen in der Buchhaltung des Wetzlarer Metallurgiekonzerns Buderus war damit Schluss. Für ihre Mutter, die als Hausfrau die Familie umsorgt hatte, kam die Leitung nicht infrage. Und die jüngere Schwester war noch nicht alt genug.

„Am Anfang habe ich viel gefragt und zugehört“, sagt Brand-Friedberg, „und meinem gesunden Menschenverstand vertraut.“ Das Studienwissen habe ihr kaum geholfen. Ein eingespieltes Team von Kaufleuten unterstützte die junge Frau. Aber es gab auch Manager, die ihr das Leben schwer machten, weil sie gehofft hatten, nach dem Tode des Patriarchen mehr Einfluss zu bekommen. Brand-Friedberg ließ die Quertreiber gegen die Wand rennen.

Führungsfrauen waren damals in der Macho-Kultur der Ruhrpottbetriebe rar. „Als junge Frau war ich da eine Exotin“, erzählt Brand-Friedberg, „aber das war kein Nachteil.“ Männer unter sich verhielten sich viel emotionaler und unversöhnlicher als in Anwesenheit einer Frau, ist die Beobachtung der Mutter von zwei Töchtern: „Daran hat sich bis heute nichts geändert.“

Inzwischen ist fast die gesamte Familie im Unternehmen tätig. Der Ehemann ist geschäftsführender Gesellschafter am Standort im brandenburgischen Finsterwalde, der Schrauben für die Autoindustrie fertigt. Tochter Beatrix, 35, ist seit zehn Jahren im Unternehmen und übernimmt immer mehr Führungsaufgaben.

Bis zur vollständigen Ablösung werden aber noch einige Jahre vergehen. Die 66-jährige Brand-Friedberg verweist auf ihren Mann, der mit Mitte 70 noch täglich im Geschäft aktiv ist. „Ich habe noch so viele Ideen“, sagt sie. Vor allem mit der Fabrik in Brasilien („mein Baby!“) hat sie viel vor. Die Nutzung der Windenergie steckt im größten Land Südamerikas noch in den Kinderschuhen. Seit 2010 hat sich die installierte Kapazität aber schon verdreifacht, die Regierung hat den Ausbau angekündigt. Die damit verbundenen Chancen will sich die Schraubenkönigin aus dem Ruhrgebiet nicht entgehen lassen.

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