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International Nordkorea bricht vorerst Atomgespräche mit den USA ab

Beide Staaten haben vollkommen unterschiedliche Wahrnehmungen von den Gesprächen. In zwei Wochen könnte es aber weitergehen.

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Der nordkoreanische Unterhändler Kim Myong Gil warf den USA Unbeweglichkeit vor. Quelle: dpa

Nordkorea hat die Atomverhandlungen mit den USA am Wochenende wenige Stunden nach ihrer Wiederaufnahme abgebrochen. Zugleich versicherten Nordkorea und China einander ihrer engen Beziehungen.

Der nordkoreanische Chefunterhändler bei den Beratungen mit den USA, Kim Myong Gil, warf am Samstagabend in Schweden den USA Unbeweglichkeit vor. Die USA hätten Erwartungen geweckt, diese aber nicht erfüllt und hielten stattdessen an ihren alten Standpunkten fest. „Sie haben uns sehr enttäuscht und unsere Begeisterung für Gespräche gedämpft, indem sie nichts auf den Verhandlungstisch gelegt haben.“

Das US-Außenministerium widersprach dieser Einschätzung. Die Kommentare des Chefunterhändlers Kim spiegelten nicht „den Inhalt oder den Geist“ der achteinhalbstündigen Gespräche wider, sagte Außenamtssprecherin Morgan Ortagus.

Die US-Delegation habe eine Reihe neuer Initiativen vorgestellt. Das Erbe aus 70 Jahren Krieg und Feindseligkeit auf der koreanischen Halbinsel könne aber nicht an einem einzigen Samstag überwunden werden.

Die USA hätten die Einladung Schwedens angenommen, in zwei Wochen die Gespräche mit Nordkorea fortzusetzen. Das schwedische Außenministerium wollte sich nicht zu Details äußern und ließ auch die Frage unbeantwortet, ob Nordkorea die Einladung angenommen hat.

Delegationen beider Seiten waren am Samstag am Rande der schwedischen Hauptstadt Stockholm nach monatelangem Stillstand auf Arbeitsebene zusammengekommen. Es war das erste formelle Treffen beider Seiten, seit US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un im Juni einen Neubeginn nach ihrem gescheiterten Gipfel im Februar in Vietnam vereinbart haben.

Nordkorea und China bleiben Verbündete

Das südkoreanische Präsidialamt wertete die Gespräche in Schweden trotz des Abbruchs als den Anfang von Verhandlungen. Südkorea hoffe, dass beide Seiten den Dialog aufrechterhalten wollten. Die USA wollen den Verzicht Nordkoreas auf Atomwaffen erreichen. Die Führung in Pjöngjang pocht auf die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Vor wenigen Tagen hatte Nordkorea nur kurz nach der Ankündigung der Gespräche in Schweden die USA mit einem neuen Raketentest provoziert.

Am Sonntag bekräftigten Nordkorea und China, der einzige wichtige Verbündete des weitgehend isolierten Landes, sie wollten ihre engen Beziehungen aufrechterhalten. Der chinesische Präsident Xi Jinping erklärte der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge, beide Seiten hätten in einer Reihe wichtiger Fragen einen Konsens erreicht, was die Beziehungen beider Staaten in eine neue historische Ära führe.

Nordkoreas Machthaber Kim antwortete darauf, beide Staatenlenker würden den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in der Welt konsequent schützen.

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