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Nach Aus von INF-Vertrag Russland und China kritisieren ersten US-Raketentest

Die USA getesteten Rhaben am Montag nach einem Flug von 500 Kilometern ihr Ziel getroffen. Russland und China bezeichneten den Test als Besorgnis.

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Der US-Raketentest war der erste Test seit dem Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag Anfang August. Quelle: dpa

Moskau, Peking Russland hat den ersten US-Test eines landgestützten Marschflugkörpers seit dem Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Atomwaffenvertrag INF kritisiert. „Leider haben die USA den Kurs einer Zuspitzung der militärischen Spannungen eingeschlagen“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Dienstag. „Wir werden uns auf Provokationen aber nicht einlassen.“ Russland werde sich weder in ein teures Wettrüsten hineinziehen lassen noch neue Raketen stationieren – solange dies die USA auch nicht täten.

China äußerte sich ebenfalls besorgt. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Peking, der Test zeige, dass es die USA auf einen neuen Rüstungswettlauf und Konfrontation anlegen würden. Dies könne ernsthafte, negative Auswirkungen auf die regionale und globale Sicherheit haben. Man rate den USA, sich von veralteten Konzepten wie dem Kalten Krieg oder Spielen, bei denen es keinen Sieger geben könne, zu verabschieden und sich bei der Entwicklung von Waffen zurückzuhalten.

Die USA hatten am Montag einen Raketentest bekannt gegeben. Eine für den konventionellen Einsatz ausgelegte Rakete habe am Sonntag in Kalifornien nach einem Flug von 500 Kilometern ihr Ziel getroffen, hatte es geheißen. Es sei der erste derartige Test seit dem INF-Rückzug der USA Anfang August gewesen.

Der Vertrag war 1987 zwischen den USA und der Sowjetunion geschlossen worden und sah den Verzicht auf landgestützte Marschflugkörper und Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern Reichweite vor. Damit sollten Möglichkeiten beider Länder verringert werden, einen Atomangriff mit sehr kurzer Vorlaufzeit durchzuführen. Die USA hatten Russland vorgeworfen, gegen die Abmachung verstoßen zu haben. Die Regierung in Moskau weist das zurück. Unter dem Abkommen wäre der jetzige Test verboten gewesen.

Mehr: Weder Putin noch Trump noch die USA wollen den INF-Vertrag verlängern. Das gesamte internationale System zur atomaren Rüstungskontrolle steht vor dem Aus.

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