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  4. Nordkorea feuert erneut Rakete ab - US-Präsident Donald Trump reagiert erbost auf die erneute Provokation

NordkoreaKim-Regime feuert Interkontinentalrakete gen Japan

Nordkorea hat erneut ein Geschoss abgefeuert. Diesmal eine Interkontinentalrakete. Die ballistische Rakete erreichte offenbar Gewässer der japanischen Wirtschaftszone. Japan, China und die USA finden klare Worte. 04.07.2017 - 08:51 Uhr aktualisiert

Nordkorea feuert erneut eine Rakete mit mittlerer Reichweite Richtung Japan ab.

Foto: AP

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet. Das Geschoss vom Typ Hwasong-14 habe eine Höhe von 2800 Kilometern erreicht und sein Ziel nach genau 39 Minuten Flugzeit präzise getroffen, teilte der international nahezu völlig isolierte Staat am Dienstag mit. Nordkorea habe die Fähigkeit, überall auf der Welt Ziele mit Raketen zu treffen.

Die ballistische Rakete mit mittlerer Reichweite wurde Richtung Japan abgefeuert. Der südkoreanische Stabschef meldete den Test am Dienstag zuerst, anschließend erklärte die japanische Regierung, das Geschoss sei vermutlich in den Gewässern der Wirtschaftszone des Landes im Japanischen Meer (Ostmeer) gelandet. US-Präsident Donald Trump verurteilte Pjöngjangs Vorgehen und kritisierte Machthaber Kim Jong Un.

Die japanische Regierung schätzte, dass der Flugkörper gegen 9.40 Uhr am Dienstagmorgen (Ortszeit) abgefeuert worden und rund 40 Minuten in der Luft gewesen sei - was länger wäre, als bei zuvor ähnlich berichteten Tests. Südkoreanischen Analysten zufolge könnte es sich um eine von zwei Mittelstrecken-Raketen gehandelt haben, die Pjöngjang bereits schon einmal zuvor in diesem Jahr getestet hatte. Der Start sei aus der nördlichen Provinz Nord-Pyongan erfolgt und die Rakete habe rund 930 Kilometer zurückgelegt.

Fünf spannende Fakten über Nordkorea
Nordkorea produziere kaum wettbewerbsfähige Güter. Außerdem herrsche ein Mangel an Devisen und somit auch Investitionsgütern. Die Infrastruktur ist marode, zahlreiche Industrieanlagen sind seit Jahren nicht mehr in Betrieb, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Allerdings entstanden unter Kim Jong Un 13 neue Sonderwirtschaftszonen.
Das Land ist streng zentralistisch organisiert und betreibt einen intensiven Personenkult, um mittlerweile drei Führer. Nordkorea wurde 1948 gegründet, und verfügt formal über Verfassungsorgane wie Parlament, Gerichtsbarkeit und Regierung. Allerdings übt vor allem ein übermächtiger Führer mit einem kleinen Kreis an Vertrauten die Macht aus.
Die Medien sind durchgängig staatlich kontrolliert. Die meisten Nordkoreaner haben keine Möglichkeit auf Internet zuzugreifen, teilweise wissen sie nicht einmal, was es ist. Von den knapp 25 Millionen Nordkoreaner haben gerade mal eine Million Menschen ein Handy: Es gibt lediglich einen einzigen Mobilfunkbetreiber, der zwar ein 3G-Netz anbietet, aber keine Datendienste.
Anfang 2014 stellten die Vereinten Nationen einen Bericht über Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea vor. Darin heißt es: Nordkorea ist ein totalitärer Staat, in dem als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht werden.
Grundsätzlich bestehen zwischen Nordkorea und Deutschland politische Beziehungen, diese sind allerdings auch durch die von der EU und der UN verhängten Sanktionen belastet. Für die ehemalige DDR war Nordkorea einer der wichtigsten Partner des Landes im Ostblock.

Der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga deutete an, dass die Leistung der Rakete die vorheriger überstiegen habe. Die Flughöhe könne höher gewesen sein als zuvor. Auch das US-Pazifik-Kommando meldete, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt habe, die von Land aus abgeschossen wurde. Das Kommando habe den Abschuss ebenfalls registriert und für 37 Minuten verfolgt.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe kritisierte den Raketenstart scharf. Dieser erinnere daran, dass Pjöngjangs Entwicklung von Flugkörpern eine wachsende Bedrohung seien. Abe sagte, noch am Vortag habe er mit Trump über ihre Zusammenarbeit gegen Nordkorea gesprochen.

Der US-Präsident reagierte über Twitter erbost auf den jüngsten Raketentest. „Hat dieser Typ mit seinem Leben nichts Besseres anzufangen?“, schrieb er am Montagabend (Ortszeit) mit Blick auf Machthaber Kim. Trump sah zudem Handlungsbedarf bei China, das den „Unsinn“ vielleicht ein für alle mal beenden werde. Er könne sich zudem nicht vorstellen, dass sich Südkorea und Japan das noch weiter bieten ließen.

Nordkorea

Die dubiosen Devisengeschäfte des Kim Jong-un

von Simon Book

Zunächst war noch unklar, ob es sich um einen Routine-Abschuss handelte oder ob es ein Versuch Nordkoreas war, den Start seiner Langstreckenraketen zu perfektionieren. Trotz verschärfter internationaler Sanktionen baut das Land sein Nuklear- und Raketenprogramm aus. Ziel Nordkoreas ist, eine Langstreckenrakete mit Atomsprengkopf zu entwickeln, die US-Festland erreichen kann.

Der chinesische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Liu Jieyi, warnte am Montag, eine weitere Eskalation der Spannungen berge das Risiko, dass Pjöngjang außer Kontrolle geraten könne. „Und die Konsequenzen wären desaströs“, so Liu.

Am vergangenen Freitag hatten sich Moon und US-Präsident Donald Trump darauf verständigt, eine härtere Gangart gegenüber Nordkorea zu fahren. Das Zeitalter der strategischen Geduld mit der nordkoreanischen Führung habe nichts gebracht, sagte Trump. „Ehrlich gesagt, diese Geduld ist vorbei.“ Moon bekräftigte nach dem Treffen mit Trump in Washington, dass beide Staaten entschlossen auf Provokationen aus Nordkorea reagieren würden.

Auf einer Früchtefarm

In Nordkorea kommt der Machthaber noch persönlich vorbei...

Foto: REUTERS

In der Lagerhalle

...um die Ernte zu inspizieren. es scheint so, als gebe es wenigstens Äpfel im Überfluss.

Foto: REUTERS

Bei der Kontrolle

Wie viel das Land produziert, ist nicht bekannt, auch nicht, ob es die Bevölkerung versorgen kann.

Foto: REUTERS

Taedonggang Früchte Farm

Das Foto einer anderen Farm lässt im Hintergrund erahnen, wie groß die Anbaufläche sein muss.

Foto: REUTERS

Zu Besuch

Zu kaufen gibt es jedenfalls fast alles auf den Märkten, doch leisten kann sich das im sozialistischen Staat nur, wer Geld hat. Und das sind die wenigsten.

Foto: REUTERS

Farm No. 1116

Auf Farm Nr. 1116 kontrolliert Kim Jong Un den Mais höchstpersönlich.

Foto: REUTERS

Beim Rundgang

... umgeben von seinen Militärberatern.

Foto: Reuters

Kim Jong Un

Ihm scheint die Reise aufs Land zu gefallen.

Foto: REUTERS

Auf der Lachsfarm

Es scheint so, als gebe es jede Menge Fisch in dem kommunistischen Land.

Foto: REUTERS

Produktion

Den Machthaber scheint reiche Ausbeute zu freuen.

Foto: REUTERS

Moon hatte nach seiner Amtsübernahme im Mai versucht, die Beziehungen zu Nordkorea zu verbessern, doch das Nachbarland im Norden hat Raketentests seither weiter vorangetrieben. Anfang Juni etwa testete Nordkorea einen neue Rakete, um Kriegsschiffe von potenziellen Feinden anzugreifen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA hatte anschließend mitgeteilt, die Raketen hätten schwimmende Ziele im Meer „exakt entdeckt und geschlagen“, nach dem sie „kreisförmige Flüge“ vorgenommen hätten.

AP
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