Nordkorea Kim-Regime feuert Interkontinentalrakete gen Japan

Nordkorea hat erneut ein Geschoss abgefeuert. Diesmal eine Interkontinentalrakete. Die ballistische Rakete erreichte offenbar Gewässer der japanischen Wirtschaftszone. Japan, China und die USA finden klare Worte.

Nordkorea feuert erneut eine Rakete mit mittlerer Reichweite Richtung Japan ab. Quelle: AP

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet. Das Geschoss vom Typ Hwasong-14 habe eine Höhe von 2800 Kilometern erreicht und sein Ziel nach genau 39 Minuten Flugzeit präzise getroffen, teilte der international nahezu völlig isolierte Staat am Dienstag mit. Nordkorea habe die Fähigkeit, überall auf der Welt Ziele mit Raketen zu treffen.

Die ballistische Rakete mit mittlerer Reichweite wurde Richtung Japan abgefeuert. Der südkoreanische Stabschef meldete den Test am Dienstag zuerst, anschließend erklärte die japanische Regierung, das Geschoss sei vermutlich in den Gewässern der Wirtschaftszone des Landes im Japanischen Meer (Ostmeer) gelandet. US-Präsident Donald Trump verurteilte Pjöngjangs Vorgehen und kritisierte Machthaber Kim Jong Un.

Die japanische Regierung schätzte, dass der Flugkörper gegen 9.40 Uhr am Dienstagmorgen (Ortszeit) abgefeuert worden und rund 40 Minuten in der Luft gewesen sei - was länger wäre, als bei zuvor ähnlich berichteten Tests. Südkoreanischen Analysten zufolge könnte es sich um eine von zwei Mittelstrecken-Raketen gehandelt haben, die Pjöngjang bereits schon einmal zuvor in diesem Jahr getestet hatte. Der Start sei aus der nördlichen Provinz Nord-Pyongan erfolgt und die Rakete habe rund 930 Kilometer zurückgelegt.

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Der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga deutete an, dass die Leistung der Rakete die vorheriger überstiegen habe. Die Flughöhe könne höher gewesen sein als zuvor. Auch das US-Pazifik-Kommando meldete, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt habe, die von Land aus abgeschossen wurde. Das Kommando habe den Abschuss ebenfalls registriert und für 37 Minuten verfolgt.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe kritisierte den Raketenstart scharf. Dieser erinnere daran, dass Pjöngjangs Entwicklung von Flugkörpern eine wachsende Bedrohung seien. Abe sagte, noch am Vortag habe er mit Trump über ihre Zusammenarbeit gegen Nordkorea gesprochen.

Der US-Präsident reagierte über Twitter erbost auf den jüngsten Raketentest. „Hat dieser Typ mit seinem Leben nichts Besseres anzufangen?“, schrieb er am Montagabend (Ortszeit) mit Blick auf Machthaber Kim. Trump sah zudem Handlungsbedarf bei China, das den „Unsinn“ vielleicht ein für alle mal beenden werde. Er könne sich zudem nicht vorstellen, dass sich Südkorea und Japan das noch weiter bieten ließen.

Zunächst war noch unklar, ob es sich um einen Routine-Abschuss handelte oder ob es ein Versuch Nordkoreas war, den Start seiner Langstreckenraketen zu perfektionieren. Trotz verschärfter internationaler Sanktionen baut das Land sein Nuklear- und Raketenprogramm aus. Ziel Nordkoreas ist, eine Langstreckenrakete mit Atomsprengkopf zu entwickeln, die US-Festland erreichen kann.

Der chinesische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Liu Jieyi, warnte am Montag, eine weitere Eskalation der Spannungen berge das Risiko, dass Pjöngjang außer Kontrolle geraten könne. „Und die Konsequenzen wären desaströs“, so Liu.

Am vergangenen Freitag hatten sich Moon und US-Präsident Donald Trump darauf verständigt, eine härtere Gangart gegenüber Nordkorea zu fahren. Das Zeitalter der strategischen Geduld mit der nordkoreanischen Führung habe nichts gebracht, sagte Trump. „Ehrlich gesagt, diese Geduld ist vorbei.“ Moon bekräftigte nach dem Treffen mit Trump in Washington, dass beide Staaten entschlossen auf Provokationen aus Nordkorea reagieren würden.

Hier inspiziert der Diktator noch persönlich
Auf einer Früchtefarm Quelle: REUTERS
In der Lagerhalle Quelle: REUTERS
Bei der Kontrolle Quelle: REUTERS
Taedonggang Früchte Farm Quelle: REUTERS
Zu Besuch Quelle: REUTERS
Farm No. 1116 Quelle: REUTERS
Beim Rundgang Quelle: Reuters

Moon hatte nach seiner Amtsübernahme im Mai versucht, die Beziehungen zu Nordkorea zu verbessern, doch das Nachbarland im Norden hat Raketentests seither weiter vorangetrieben. Anfang Juni etwa testete Nordkorea einen neue Rakete, um Kriegsschiffe von potenziellen Feinden anzugreifen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA hatte anschließend mitgeteilt, die Raketen hätten schwimmende Ziele im Meer „exakt entdeckt und geschlagen“, nach dem sie „kreisförmige Flüge“ vorgenommen hätten.

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