Nordkorea USA straft Kim Jong Un persönlich mit Sanktionen

Die USA haben erstmals direkt gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Sanktionen verhängt. Die Begründung: Unter Kim würden Millionen Nordkoreanern unerträgliche Grausamkeiten zugefügt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Juni 2016 bei einer Fabrikbesichtigung. Quelle: REUTERS

Die US-Regierung hat neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Zum ersten Mal ist auch Machthaber Kim Jong Un direkt betroffen. Die am Mittwoch (Ortszeit) vom Finanzministerium in Washington verhängten Sanktionen betreffen 16 Einzelpersonen und Organisationen, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

Unter Kim Jong Uns Herrschaft seien Millionen von Nordkoreanern unverzeihlichen Grausamkeiten wie Zwangsarbeit, Folter oder außergerichtlicher Hinrichtung ausgesetzt, sagte Staatssekretär Adam Szubin. So sollen in Gefängnislagern bis zu 120.000 Menschen inhaftiert sein, darunter auch Kinder.

Mit den Sanktionen wird Eigentum der Personen auf der schwarzen Liste eingefroren, das sich unter US-Gerichtsbarkeit befindet. US-Bürgern werden Geschäfte mit ihnen verboten.

Die Sanktionen, die neben Kim auch andere Spitzenvertreter des kommunistisch geführten Landes treffen, zielen auf Immobilienbesitz und andere Vermögenswerte ab, die sich innerhalb der US-Gerichtsbarkeit befinden. Diplomaten zufolge dürfte die Entscheidung für Verärgerung in Nordkorea sorgen, wo Kim als unfehlbar gilt.

So reagiert die Welt auf den Atomtest
DeutschlandDie Bundesregierung protestiert mit der Einbestellung des nordkoreanischen Botschafters gegen einen Atomtest der Volksrepublik.
USA verurteilen Nordkoreas Atombombentest Quelle: dpa
Shinzo Abe Quelle: dpa
Südkorea Quelle: dpa
UN-Sicherheitsrat Quelle: dpa
Julie Bishop Quelle: REUTERS
GroßbritannienDie britische Regierung nannte den mutmaßlichen Atomversuch eine Provokation. „Wenn die Berichte über den nordkoreanischen H-Bomben-Test wahr sind, ist das ein schwerer Bruch der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und eine Provokation, die ich ohne Einschränkung verurteilte“, twitterte Außenminister Philip Hammond am Mittwoch von China aus. Quelle: REUTERS

Da das kommunistische Land bereits wegen seines Atomwaffenprogrammes Ziel von US-Sanktionen ist, seien die Auswirkungen der neuen Strafmaßnahmen vermutlich gering. Aber Washington wolle damit ein Zeichen setzen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

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