Reichtum Das erstaunliche Superreichen-Wachstum in China

Prost: Trinkwasser-Mogul Zhong Shanshan ist der reichste Chinese – und bekommt immer mehr Gesellschaft. Quelle: Imago

Chinas Tech-Gründer mussten im vergangenen Jahr schwere Verluste hinnehmen. Insgesamt gibt es in der Volksrepublik jedoch mehr Superreiche als je zuvor.

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Was die Forbes-Liste im Westen ist, das ist der Hurun-Report in China. Genau wie Forbes veröffentlicht das Magazin Hurun jährlich ein globales Milliardärs-Ranking, das sich in der Volksrepublik großer Aufmerksamkeit erfreut. Genau wie Forbes hat auch Hurun Tesla-Gründer Elon Musk mit einem geschätzten Vermögen von über 205 Milliarden US-Dollar in seinem aktuellen Ranking zum reichsten Mann der Welt gekürt.

Interessanter sind da schon die Einblicke, die Hurun über die reichsten Chinesen liefert. Die aktuelle Hurun-Statistik führt vor Augen, wie Pekings Tech-Crackdown chinesische Milliardäre im vergangenen Jahr zu den großen Verlierern unter den Superreichen gemacht hat. Weil die chinesische Führung mit neuen harten Regeln gegen die Branche vorgegangen ist, haben chinesische Tech-Aktien 2021 rund eine Billion Dollar an Wert verloren.

Dieser Absturz wirkte sich deutlich auf das Vermögen der chinesischen Tech-Größen aus. Alibaba-Gründer Jack Ma zählte zu den größten Verlierern. Er büßte etwa ein Drittel seines Vermögens ein, das in der aktuellen Hurun-Liste noch auf rund 37 Milliarden Dollar geschätzt wurde. In der gleichen Größenordnung schrumpfte auch das auf 52 Milliarden Dollar geschätzte Vermögen von Pony Ma, dem Gründer des Internet-Giganten Tencent. Huang Zheng, Gründer des direkten Alibaba-Konkurrenten Pinduoduo, verlor auf dem Papier sogar 72 Prozent seines Reichtums und war damit noch 19 Milliarden Dollar schwer.

Laut Hurun kamen neun der zehn größten Verlierer unter den globalen Milliardären im vergangenen Jahr aus China. Sonst schaffte es nur noch Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf diese Negativliste.

Doch die Hurun-Analyse gibt nicht nur Aufschluss darüber, wer in China auf dem absteigenden Ast ist, sondern auch, welche Unternehmen und Branchen zu den Aufsteigern zählen. Einige Tech-Giganten mögen die Gunst Pekings verloren haben, dafür gewinnen andere an Einfluss. Die chinesische Führung macht kein Geheimnis daraus, dass die Volksrepublik Weltmarkführer etwa bei E-Autos und Batterie-Technologien hervorbringen soll.

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Dank massiver staatlicher Hilfen sind in den vergangenen Jahren gewaltige neue Industrien herangewachsen, die einige Menschen sehr reich gemacht haben. So etwa Zeng Yuqun, den Gründer des E-Auto-Batterieherstellers CATL. Zengs Vermögen legte im vergangenen Jahr dank des stark gestiegenen Aktienkurses von CATL um 56 Prozent auf 52 Milliarden Dollar zu. Gleich sieben CATL-Mitgründer und Manager finden sich im diesjährigen Milliardärs-Ranking von Hurun.

Ähnlich profitierten auch andere Branchen, die Chinas Führung als strategisch wichtig ansieht. Einer der prozentual größten Vermögens-Gewinner unter den chinesischen Milliardären heißt Gao Jifan, Gründer des Solar-Unternehmens Trina Solar. Er mehrte sein Vermögen innerhalb eines Jahres um 227 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar. Auch einige Pharma-Unternehmer und Unternehmer in der Chip-Industrie legten kräftig zu.

Insgesamt zeigt sich, dass zwar Chinas Tech-Gründer in die Defensive geraten sind. Dieser Trend führte jedoch nicht dazu, dass die Zahl der Milliardäre in China abnimmt. Im Gegenteil: Mit 75 Neu-Milliardären verzeichnete die Volksrepublik laut Hurun im vergangenen Jahr mehr neue Superreiche als jedes andere Land. Mit 1133 Dollar-Milliardären führt China die neue Reichen-Liste deutlich vor den USA mit 716 Milliardären an.

Erstmals nahmen chinesische Städte alle drei Top-Positionen für die meisten Milliardärs-Bewohner ein. Laut Hurun führt Peking mit 144 Milliardären die Liste vor Shanghai mit 121 und Shenzhen mit 113 an. New York landet mit 110 Milliardären erstmals nur noch auf dem vierten Platz.

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Was das Gesamtvermögen angeht, liegen Amerikas Milliardäre jedoch weiterhin vor den Chinesen. Sie hielten etwa 32 Prozent des Gesamtvermögens aller bekannten Milliardäre der Welt, während Chinas Superreiche etwa 27 Prozent dieses Reichtums ausmachen.

Auch bei der Größe der individuellen Vermögen liegen die USA weiterhin an der Spitze. Der reichste Chinese, der Trinkwasser-Mogul Zhong Shanshan, schafft es mit seinen geschätzt 72 Milliarden Dollar gerade mal auf den 15. Platz des globalen Rankings. Davor wird das Feld von US-Amerikanern dominiert.

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