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Republikaner-ParteitagDonald Trump will Präsident für alle Amerikaner sein

Der frühere US-Staatschef nimmt die Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei an. Doch statt seiner üblicherweise aggressiven Rhetorik schlägt er versöhnliche Töne an. 19.07.2024 - 07:19 Uhr aktualisiert Quelle: dpa

Der republikanische Präsidentschaftskandidat und frühere US-Präsident Donald Trump mit seiner Frau Melania und dem republikanischen Kandidat für das Vizepräsidentenamt J.D. Vance und dessen Frau Usha Chilukuri Vance auf dem Parteitag der Republikaner.

Foto: REUTERS

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat beim Parteitag der Republikaner in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin seine Nominierung als Spitzenkandidat für die Präsidentschaftswahl im November angenommen. In seiner Rede am Donnerstagabend (Ortszeit) ließ er seine spalterischsten Pläne weitgehend außen vor und appellierte stattdessen an die Einheit seiner Partei und des Landes.

Nur fünf Tage nach dem gescheiterten Anschlag auf sein Leben zeigte sich der 78-Jährige erneut mit bandagiertem Ohr - und beschrieb, wie er den Moment erlebte, in dem ihn am Samstag in Pennsylvania bei einem Wahlkampfauftritt ein Schuss des Attentäters am Ohr traf. „Überall floss Blut, doch in gewisser Weise fühlte ich mich sehr sicher, weil ich Gott auf meiner Seite hatte“, sagte er. „Ich sollte heute Abend nicht hier sein.“

Der für seine aggressive Rhetorik bekannte Republikaner schlug im Verlauf der Rede ungewohnt versöhnliche Töne an. „Die Zwietracht und die Spaltung in unserer Gesellschaft müssen geheilt werden. Wir heilen es einfach schnell. Als Amerikaner sind wir durch ein einziges Schicksal und eine gemeinsame Bestimmung miteinander verbunden. Wir erheben uns gemeinsam, oder wir fallen auseinander“, sagte er. „Ich trete an, um ein Präsident für ganz Amerika zu sein, nicht die Hälfte von Amerika, denn es gibt keinen Sieg, wenn man für die Hälfte Amerikas gewinnt.“

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Seine demokratischen Rivalen, Präsident Joe Biden und dessen Vizepräsidentin Kamala Harris, erwähnte er nicht direkt, sondern verwies nur allgemein auf die Regierung. Er umging auch jeden direkten Bezug auf kontroversere Pläne oder seine Lieblingsthemen, darunter die angeblich manipulierte Wahl 2020, die Erstürmung des US-Kapitols durch seine Anhänger am 6. Januar 2021 oder seine Pläne, Millionen irreguläre Migranten aus den USA zu deportieren.

Kid Rock und Hulk Hogan

Zum Finale ihres Nominierungsparteitags für die US-Präsidentschaftswahl setzten die Republikaner ansonsten auf ein betont „maskulines“ Programm. Dana White, Präsident der populären Mixed-Martial-Arts-Organisation UFC, bezeichnete Trump als „echten amerikanischen Bad Ass“. Und der Rockmusiker Kid Rock gab breitbeinig einen Song mit dem Refrain „Fight, fight!“ (Kämpft, kämpft!) zum Besten diese Worte hatte Trump der Menge nach dem gescheiterten Attentat am Wochenende zugerufen.

Die Wrestling-Ikone Hulk Hogan beschrieb den früheren Präsidenten als „amerikanischen Helden“. Hogan erntete tosenden Applaus, als er auf der Hauptbühne sein Shirt zerriss und darunter ein Wahlkampfshirt des bei dem Parteitag offiziell nominierten Kandidatenduos Trump und J.D. Vance mit dem Slogan „Make America Great Again“ zum Vorschein kam. „Als Entertainer versuche ich, mich aus der Politik herauszuhalten“, sagte er. Aber er könne nicht länger schweigen.

Zwei prominente Frauen aus Trumps Umfeld seine Frau Melania und seine Tochter Ivanka schlossen sich dem 78-Jährigen vor dessen Rede in der Kongresshalle zwar erstmals bei dem Parteitag an, verzichteten aber darauf, selbst Reden zu halten.

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Trumps auf die Zukunft ausgerichtete Rede markierte den Höhepunkt und Abschluss des Nominierungsparteitags der Republikaner, bei dem auch der Senator Vance als Trumps Vizepräsidentschaftskandidat nominiert wurde. Dieser hatte sich in seiner Rede am Mittwochabend (Ortszeit) als Mann des Volkes präsentiert, auf sein entbehrungsreiches Aufwachsen in der alten Industrieregion der USA, dem „Rust Belt“, verwiesen und geltend gemacht, dass seine Partei die Herausforderungen am besten verstehe, mit denen gewöhnliche Amerikaner konfrontiert seien.

In seiner ersten größeren Rede nach seinem Aufstieg zum Vizekandidaten an der Seite von Trump beschrieb er sich als Kämpfer für die „vergessene“ Arbeiterklasse des Landes und appellierte dabei direkt an seine Heimatregion, deren verärgerten und frustrierten Wählern beim überraschenden Wahlsieg Trumps im Jahr 2016 eine wichtige Rolle zukam.

„In Kleinstädten wie meiner in Ohio, oder nebenan in Pennsylvania, oder in Michigan, in allen Staaten unseres Landes, wurden Arbeitsplätze ins Ausland verlagert und Kinder in den Krieg geschickt“, sagte er. „An die Menschen in Middletown, Ohio, und all die vergessenen Gemeinden in Michigan, Wisconsin, Pennsylvania und Ohio und in jedem Winkel unserer Nation, ich verspreche euch dies“, erklärte Vance: „Ich werde ein Vizepräsident sein, der niemals vergisst, woher er kommt.“

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AP
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