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  4. Ukrainegipfel mit Trump, Selenskyj und EU: Was vom Treffen in Washington bleibt

Anzug statt Uniform: Wolodymyr Selenskyj trifft Donald Trump. Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Trump trifft SelenskyjWie der ukrainische Präsident Trump für sich gewann

Das Treffen der Europäer mit US-Präsident Donald Trump verläuft besser als erwartet. Doch der Weg zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine ist noch weit.Julian Heißler 19.08.2025 - 09:25 Uhr

Am Ende eines langen Tages im Weißen Haus zeigte sich Wolodymyr Selenskyj zufrieden. Dies sei sein bislang bestes Treffen mit US-Präsident Donald Trump gewesen, kommentierte der ukrainische Präsident. Die Hürde für ein solches Lob liegt nicht hoch: Das erste persönliche Zusammentreffen der beiden im Jahr 2019 wurde von dem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump überschattet, das die Demokraten damals wegen eines Telefonats mit Selenskyj angeschoben hatten. Im Februar 2025 dann, als Selenskyj das erste Mal das Oval Office besuchte, geriet der Ukrainer mit Trump und seinen Untergebenen so heftig aneinander, dass er seine Visite abbrach.

Die Besprechung an diesem Montag scheint nun tatsächlich positiver verlaufen zu sein, als es nach dem Treffen von Trump mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag zu befürchten war. Die Gespräche hätten in einer „sehr guten, sehr konzentrierten Atmosphäre“ stattgefunden, betonte etwa Friedrich Merz dann auch am Abend. „Meine Erwartungen sind eigentlich nicht nur getroffen, sondern übertroffen worden.“ Der deutsche Bundeskanzler war als Unterstützung für den ukrainischen Präsidenten nach Washington gereist, so wie weitere europäische Staats- und Regierungschefs, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Mark Rutte.

Selenskyj hatte seinen Beitrag zum Gelingen der Gespräche geleistet. Er besuchte das Weiße Haus nicht in seinem üblichen Militärpullover, sondern in schwarzer Feldjacke, schwarzem Hemd und schwarzer Hose – ein Outfit, das als Anzug durchgehen könnte. Und ein deutliches Signal, dass er bereit war, auf Trumps Eigenarten einzugehen. Der hatte beim Treffen im Februar Selenskyjs Kleidung kritisiert und ihm letztendlich Respektlosigkeit vorgeworfen. Zwar sollte die Garderobe eines Staatsoberhaupts, dessen Land sich im Krieg befindet, keine Bedeutung haben, aber Trump – der außerhalb des Golfplatzes praktisch nie ohne Anzug und Krawatte öffentlich auftritt – sind solche Gesten wichtig. So war es Selenskyj gelungen, von Beginn an einen positiven Ton zu setzen. Das sollte sich auszahlen.

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In den folgenden Stunden gelang es dem Ukrainer und den Europäern, Trump wieder an ihre Seite zu ziehen – „den Effekt von Alaska zurückzuschrauben“, wie es aus deutschen Regierungskreisen hieß. Trump stellte Sicherheitsgarantien für die Ukraine in Aussicht, zeigte sich gar erstmals offen dafür, auch amerikanische Truppen nach einem Friedensschluss ins Land zu schicken.

Ob es so kommen wird, ist eine andere Frage. Wie die genaue Ausgestaltung entsprechender Garantien aussehen könnte, darüber werden fortan Diplomaten beraten. Doch allein schon, dass Trump bereit ist, über solche Themen zu sprechen, ist für die Europäer ein Erfolg. Schließlich lehnt ein großer Teil der MAGA-Bewegung es grundlegend ab, sich überhaupt mit dem Thema Ukraine zu befassen.

Selenskyj und die Hilfe der EU

Kein Wunder, dass aus den Hauptstädten Europas vor dem Treffen eher pessimistische Signale zu vernehmen waren. Entsprechend genau war die Choreografie vorbereitet, mit der Merz und die anderen europäischen Staats- und Regierungschefs Selenskyj unterstützen wollten. Diejenigen von ihnen, die bereits in Washington gelandet waren, trafen sich vor den Terminen in der Regierungszentrale in der ukrainischen Botschaft, um das gemeinsame Vorgehen genau abzustimmen. In der großen Runde im East Room des Weißen Hauses übernahm dann auch jeder die ihm oder ihr zugeteilte Rolle.

Von der Leyen sprach über entführte ukrainische Kinder, Merz pochte auf die Notwendigkeit eines Waffenstillstands – eine Forderung, die Trump nach dem Alaska-Gipfel zunächst aufgegeben hatte. Zunächst blitzte der Kanzler mit diesem Vorstoß ab, aufgegeben hat er das Thema aber nicht. Spätestens wenn Selenskyj und Putin direkt zusammentreffen sollten, müsse es zu einer Feuerpause kommen, bekräftigte er nach dem Ende der Beratungen. „Eine echte Verhandlung kann es nur auf einem Gipfel geben, an dem die Ukraine selbst auch teilnimmt“, so Merz. „Ein solcher Gipfel ist nur denkbar, wenn die Waffen schweigen.“

Wann treffen Putin und Selenskyj aufeinander?

Ein solches direktes Gespräch zwischen den Staatschefs der beiden Kriegsparteien soll der nächste große Schritt auf dem Weg zur Beilegung des Kriegs sein. Trump hatte noch während der Beratungen mit Putin telefoniert und hinterher verkündet, ein solches Treffen könne innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden.

Ein Statement aus dem Kreml fiel gleichwohl weniger deutlich aus. In der Erklärung hieß es, die russischen und amerikanischen Staatschefs hätten vereinbart, hochrangigere Unterhändler für direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zu benennen. Offen bleibt, ob Putin selbst an solchen Verhandlungen teilnehmen wird.

Auch Merz zeigte sich skeptisch. „Ob der russische Präsident den Mut haben wird, zu einem solchen Gipfel zu kommen, wissen wir nicht“, kommentierte er.

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