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US-Notenbank Fed belässt Leitzins unverändert bei nahe Null

Entschlossen, „volle Bandbreite an Werkzeugen“ einzusetzen: Fed-Chef Jerome Powell. Quelle: AP

Mitten in der Corona-Rezession belässt die US-Notenbank Fed den Leitzins wie erwartet bei nahe Null. Aber: Sie sei weiter entschlossen, ihre „volle Bandbreite an Werkzeugen“ einzusetzen.

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Die US-Notenbank belässt ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei nahe Null. Die Federal Reserve (Fed) sei weiter entschlossen, ihre „volle Bandbreite an Werkzeugen“ einzusetzen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abzufedern, teilte die Zentralbank am Mittwoch mit. Der Leitzins verbleibe in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent, hieß es.

Wachstum und Beschäftigung hätten seit dem Höhepunkt der Pandemie in den USA wieder etwas zugelegt, seien aber immer noch deutlich unter dem Niveau vom Jahresbeginn, betonte die Fed. „Der Verlauf der Wirtschaft wird signifikant vom Verlauf des Virus abhängen“, hieß es zum weiteren - und sehr unsicheren - wirtschaftlichen Ausblick.

„Die Fed fährt weiter auf Sicht. Die Erwartung auf eine rasche durchgreifende Erholung der US-Ökonomie hat sich mit den sehr hohen Covid-19-Infektionszahlen zerschlagen“, sagte Ökonom Friedrich Heinemann vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW. Mit Recht mache sich die US-Notenbank keine Hoffnung, dass der schwache Dollar dem Land in dieser Phase nennenswert helfen könne. Der Euro zog nach der Zins-Entscheidung an und notierte mit 1,1797 Dollar so hoch wie seit September 2018 nicht mehr.

Die USA dürften im Frühjahr einem nie dagewesenen Konjunktur-Einbruch erlitten haben. Experten erwarten für die am Donnerstag anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Minus von sage und schreibe 34,1 Prozent. Die Fed hat wegen der Coronkrise seit Ende Februar bereits Notprogramme zum massiven Ankauf von Anleihen und zur Kreditvergabe aufgelegt, um die Finanzmärkte und die Realwirtschaft zu stabilisieren. Die Fed hatte erst am Dienstag mitgeteilt, dass mehrere der Kreditprogramme angesichts der anhaltenden Pandemie bis zum Jahresende verlängert würden. Experten zufolge sind die Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.

„Die heutige Sitzung stützt unsere Erwartung, dass die Fed wichtige Stellschrauben in den kommenden Monaten nachziehen wird, um die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen“, meint Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Die Nothilfe-Kreditprogramme dürften wohl auch auf das Jahr 2021 und einen größeren Teilnehmerkreis ausgeweitet werden: „Das Tempo der Anleihekäufe kann zudem noch gesteigert und stärker auf lange Laufzeiten ausgerichtet werden.“

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