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USAUS-Arbeitsmarkt kühlt im Sommer massiv ab – sinken Zinsen bald?

Der US-Arbeitsmarkt hat sich zuletzt deutlich abgekühlt und Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung ausgelöst. 01.08.2025 - 15:58 Uhr
Bauarbeiter arbeiten auf Gerüsten auf einer Baustelle für Wohn- und Gewerbeeinheiten. Foto: Keith Srakocic/AP/dpa

Der US-Arbeitsmarkt schwächelt: Im Juli kamen nur noch 73.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Zuwachs von 110.000 neuen Stellen auf dem Zettel. Zugleich wurde die Zahl der im Juni geschaffenen Stellen massiv abwärts revidiert – auf nur noch 14.000. Ein Alarmsignal für die US-Notenbank, die Vollbeschäftigung fördern soll. Eine Zahl von 100.000 neuen Stellen pro Monat gilt einer Faustregel zufolge als nötig, um die wachsende US-Bevölkerung mit ausreichend Arbeitsplätzen zu versorgen.

Händler an den Terminmärkten stellen sich nun auf eine Zinssenkung der Notenbank um einen Viertelprozentpunkt im September ein. Es wäre der erste Schritt nach unten in diesem Jahr. Weitere Argumente für eine Senkung lieferte die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote: Sie stieg im Juli auf 4,2 Prozent, nach 4,1 Prozent im Juni.

Die Erwartung, dass die Arbeitsmarktdaten die US-Notenbank Fed zu einer baldigen Zinssenkung bewegt, drückte die US-Devise. Der Dollar-Index rutschte um knapp ein Prozent ab, nachdem er vor der Veröffentlichung leicht zugelegt hatte. Der Euro gewann im Gegenzug in etwa genauso viel.

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LBBW-Ökonom Elmar Völker sieht die Fed in einem Dilemma: „Einerseits leuchten die Warnlampen am Arbeitsmarkt heller auf, was eine baldige Zinssenkung nahelegen würde. Andererseits gehen von der Zollpolitik noch immer erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation aus.“

„Wasser auf die Mühlen der Tauben“

Die US-Notenbank Federal Reserve, die auch für Preisstabilität sorgen soll, hat den Arbeitsmarkt genau im Blick. Sie beließ den Leitzins am Mittwoch im Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent. Die Fed will ihrem Chef Jerome Powell zufolge mehr Klarheit darüber gewinnen, wie sich die von Zollerhöhungen geprägte Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump auf die Inflation und den Arbeitsmarkt auswirkt.

Bei dem Zinsentscheid für eine erneute Pause gab es allerdings zwei Abweichler, die eine Senkung befürworteten. Direktorin Michelle Bowman begründete den Schritt mit „Anzeichen für einen weniger dynamischen Arbeitsmarkt“. Ihr Kollege Christopher Waller erklärte, die Fed sollte seiner Ansicht nach nicht mit einer Zinssenkung warten, bis sich der Arbeitsmarkt verschlechtert habe. Die jetzige abwartende Haltung der Fed sei aus seiner Sicht „übervorsichtig“.

„Die heute veröffentlichten Daten sind gewiss Wasser auf die Mühlen der geldpolitischen Tauben um Fed-Gouverneur Christopher Waller“, sagte LBBW-Experte Völker und fügte an: „Sie dürften zudem Donald Trump noch mehr in Rage versetzen.“ Mit Tauben sind Währungshüter gemeint, die eher einen lockeren geldpolitischen Kurs bevorzugen.

Trump hat Fed-Chef Powell immer wieder dafür kritisiert, dass die Notenbank die Zinsen in diesem Jahr nicht gesenkt hat. Kurz vor Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts meldete er sich erneut zu Wort und nannte Powell einen „halsstarrigen Dummkopf“. Falls sich der Fed-Chef weiterhin weigere, die Zinsen deutlich zu senken, solle das Direktorium der Fed die Kontrolle übernehmen.

rtr
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