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VerbraucherpreiseUS-Inflation auf niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen

Der Rückgang der US-Inflation ist stärker als von Experten erwartet. Im Mai stiegen die Verbraucherpreise um vier Prozent. Das sorgte für einen Aufschwung an den Aktienmärkten. Die Hintergründe. 13.06.2023 - 15:16 Uhr

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai um vier Prozent.

Foto: imago images

Die hohe Inflation in den USA hat sich im Mai merklich abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 4,9 Prozent gelegen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 4,1 Prozent gerechnet. Die aktuelle Rate ist die niedrigste seit März 2021.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise wie erwartet um 0,1 Prozent. Im April hatte der Anstieg noch bei 0,4 Prozent gelegen.

Die Kerninflation fiel von 5,5 auf 5,3 Prozent. Bei dieser Rate werden die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise ausgenommen. Nach Meinung vieler Ökonomen gibt die Kernteuerung den allgemeinen Preistrend besser wieder als die Gesamtrate. Volkswirte hatten mit 5,2 Prozent einen etwas stärkeren Rückgang erwartet.

Schneller schlau: Inflation
Wenn die Preise für Dienstleistungen und Waren allgemein steigen – und nicht nur einzelne Produktpreise – so bezeichnet man dies als Inflation. Es bedeutet, dass Verbraucher sich heute für zehn Euro weniger kaufen können. Kurz gesagt: Der Wert des Geldes sinkt mit der Zeit.
Die Inflationsrate, auch Teuerungsrate genannt, gibt Auskunft darüber, wie hoch oder niedrig die Inflation derzeit ist. Um die Inflationsrate zu bestimmen, werden sämtliche Waren und Dienstleistungen herangezogen, die von privaten Haushalten konsumiert bzw. genutzt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschreibt das wie folgt: „Zur Berechnung der Inflation wird ein fiktiver Warenkorb zusammengestellt. Dieser Warenkorb enthält alle Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte während eines Jahres konsumieren bzw. in Anspruch nehmen. Jedes Produkt in diesem Warenkorb hat einen Preis. Dieser kann sich mit der Zeit ändern. Die jährliche Inflationsrate ist der Preis des gesamten Warenkorbs in einem bestimmten Monat im Vergleich zum Preis des Warenkorbs im selben Monat des Vorjahrs.“
Eine Inflationsrate von unter zwei Prozent gilt vielen Experten als „schlecht“, da sie ein Zeichen für schwaches Wirtschaftswachstum sein kann. Auch für Sparer sind diese niedrigen Zinsen ein Problem. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an.
Deutlich gestiegene Preise belasten Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie können sich für ihr Geld weniger leisten. Der Privatkonsum ist jedoch eine wichtige Stütze der Konjunktur. Sinken die Konsumausgaben, schwächelt auch die Konjunkturentwicklung.
Von Disinflation spricht man, wenn die Geschwindigkeit der Preissteigerungen abnimmt – gemeint ist also eine Verminderung der Inflation, nicht aber ein sinkendes Preis-Niveau.

Inflationsdaten stehen derzeit besonders im Fokus, weil sie für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed von großer Bedeutung sind. Die Fed hat zuletzt die Möglichkeit einer Zinspause in Aussicht gestellt. An diesem Mittwoch werden die neuen geldpolitischen Entscheidungen veröffentlicht. Experten rechnen mit einer Pause bei den Zinserhöhungen.

Was bedeutet das für die Anleger?

In Erwartung der Zinserhöhungspause der US-Notenbank Fed haben sich Anleger am Dienstag mit Aktien eingedeckt. Dax und EuroStoxx50 bauten ihre Gewinne leicht aus und stiegen um jeweils 0,3 Prozent auf 16.143 beziehungsweise 4328 Punkte. Der Euro und die „Anti-Inflationswährung“ Gold waren ebenfalls gefragt. Sie verteuerten sich jeweils um ein halbes Prozent auf 1,0812 Dollar beziehungsweise 1968 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

„Die Fed kann sich in Bezug auf ihre Geldpolitik den Sommer freinehmen“, sagte Naeem Aslam, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Zaye, im Hinblick auf die Zinspause. Portfoliomanagerin Gabriele Foa von der Vermögensverwaltung Algebris wandte allerdings ein, dass die US-Notenbank sich bei ihrer Sitzung am Mittwoch sicher die Option für weitere Zinserhöhungen offenhalten werde. In diesem Zusammenhang gelte ihr besonderes Augenmerk den Zinsprojektionen der Notenbanker.

rtr
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