World Economic Forum Die fünf großen Probleme der Weltwirtschaft

Davos 2018 Quelle: PR

Wenn Dienstag das Elitenstelldichein der Weltwirtschaft in Davos beginnt, zeigen alle Wachstumszahlen nach oben. Doch die Wirtschaftselite ist beunruhigt. Das liegt an fünf Großbaustellen – und Davos-Stargast Trump.

Nach einem Jahr mit US-Präsident Donald Trump ist es eigentlich müßig, dessen immer wieder absurden Pointen zu beschreiben. Dennoch wird sich dies diese Woche nochmal lohnen. Trump schickt sich an, wenn ihn der Haushalts-Shutdown nicht doch in Washington hält, die wohl absurdeste Pointe seiner bisherigen Amtszeit zu überliefern. Der Präsident, der Anti-Globalist und Establishment-Stürmer, wird 45 Minuten lang vor den gut 3000 Managern und Politiker beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos sprechen. Mehr Globalisten und Establishement gibt es nirgends.

Und nichts zieht die Davos-Menschen, die in diesen Stunden in die verschneiten Berge von Graubünden pilgern, um das jährliche Hochamt auf den freien Handel und die Internationale der wirtschaftlichen Eliten zu singen, so in seinen Bann wie dieser Präsident. Wie überhaupt dieses Treffen in den nächsten Tagen zeigen wird, dass auch die Liga der Davos-Menschen noch zu einer nicht unzynischen Pointe in der Lage ist: Ausgerechnet das Treffen jener Menschen, die seit der Jahrtausendwende auszogen, das Ende der Politik und das Primat der freien Wirtschaft zu verkünden, stellen sich in diesem Jahr ganz in den Schatten der Politik.

Hing man in den vergangenen Jahren vor allem an den Lippen meist amerikanischer Heilsbringer aus den Tech-Firmen des Silicon Valley, dominieren dieses Jahr Staats- und Regierungslenker den Diskurs.

Neben Donald Trump werden Frankreichs Emmanuel Macron, den sie hier lieben, Großbritanniens Theresa May, die sie hier verspötteln, Deutschlands Angela Merkel, die sie hier skeptisch beäugen, und Kanadas Justin Trudeau, den sie hier feiern, reden. Sie werden sich großteils nicht, wie Manager das müssen, der Diskussion stellen sondern frontal predigen. Davos 2018, das ist auch die Rückkehr des Politischen in die Ökonomie.

Dabei wirkt die Wirtschaft auf den ersten Blick, als käme sie in diesen Monaten ganz gut alleine zu Recht. Wachstum, Einkommen, Konsum, Aktienkurse – alle wichtigen Faktoren befinden sich auf Rekordniveau. Und das seltsamerweise fast überall auf der Welt. Wie von einer unsichtbaren Hand synchronisiert. Erst Montagnachmittag prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook eine Ausweitung des seit 2016 anhaltenden Wachstums in den nächsten beiden Jahren.

Zum ersten Mal erwartet die Mehrheit (57 Prozent), der von PWC befragten 1900 Firmenlenker weltweit, dass die globale Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten wächst. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr – der höchste jemals erreichte Anstieg und gleichzeitig das optimistischste Ergebnis, das je erreicht worden ist.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite: Der Blick auf das eigene Unternehmen fällt skeptischer aus: Lediglich 42 Prozent der CEOs weltweit gaben an, sehr zuversichtlich zu sein, dass das eigene Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten wächst (Vorjahr: 38 Prozent).

Diese Unsicherheit, die einen Schatten auf die gute aktuelle Lage der Weltwirtschaft wirft, resultiert aus fünf großen Knackpunkten der Weltwirtschaft.

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