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IWF Die Weltwirtschaft boomt

Der Chefvolkswirt des IWF, Maurice Obstfeld. Quelle: dpa

Der Weltwirtschaft geht es so gut wie lange nicht mehr - das zeigen Daten des Internationalen Währungsfonds. Doch die Experten warnen auch vor Selbstzufriedenheit: Die nächste Krise komme bestimmt.

Der gute wirtschaftliche Lauf Deutschlands und der Welt wird nach den Prognosen des Internationalen Währungsfonds andauern. „Die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf“, teilte IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld am Montag in Davos mit, wo sich Wirtschaftslenker und Politiker in dieser Woche zum Weltwirtschaftsforum treffen. Vor allem Europa und Asien hätten zuletzt positiv überrascht. Hinzu komme von diesem Jahr an die US-Steuerreform.

Allerdings dürften sich die Politiker nicht ausruhen, warnte Obstfeld. Das derzeit „glückliche Zusammentreffen von Faktoren“ dürfte nicht ewig andauern. Entsprechend gelte es nun, sich gegen die nächste Krise zu wappnen.

Doch zunächst herrscht Partystimmung: Für Deutschland erhöhte der IWF seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr gleich um einen halben Prozentpunkt auf 2,3 Prozent. Damit würde die Bundesrepublik kaum schlechter abschneiden als im vergangenen Jahr, für das der IWF auf ein Wachstum von 2,5 Prozent kommt. Auch für 2019 gibt sich der IWF zuversichtlicher und rechnet nun mit einem Plus in Deutschland von 2,0 Prozent.

Das Wachstum in vielen Ländern der Eurozone habe angezogen, stellte der IWF in Davos fest. Namentlich hoben die Experten neben Deutschland auch Italien und die Niederlande hervor. Sowohl die Inlandsnachfrage als auch die Nachfrage aus dem Ausland hätten zugenommen. Leicht besorgt zeigten sie sich für Spanien vor dem Hintergrund der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens.

Weltweit rechnet der IWF in diesem und im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils 3,9 Prozent - das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als zuletzt im Oktober prophezeit und auch mehr als die in den beiden Vorjahren erreichten 3,2 beziehungsweise 3,7 Prozent. Dabei verwies Obstfeld auch auf die Erholung großer Schwellenländer wie Brasilien und Russland, deren Wirtschaft zwischenzeitlich geschrumpft war.

Die Experten schreiben zudem der von US-Präsident Donald Trump forcierten Steuerreform einen stimulierenden Effekt auf die USA und ihre Handelspartner zu. Demnach dürfte sich eine aus der Senkung der Unternehmenssteuer resultierende Nachfragesteigerung speziell in Kanada und Mexiko bemerkbar machen, hieß es.

Jetzt sei die richtige Zeit, Hemmschuhe für das Wirtschaftswachstum zu beseitigen, in Infrastruktur zu investieren und mehr Menschen am Wachstum teilhaben zu lassen, betonte Obstfeld. „Sonst wird der nächste Abschwung schneller kommen und schwerer zu bekämpfen sein.“

Gewerkschaften und Hilfsorganisationen hatten zuletzt immer wieder kritisiert, dass das Wachstum zuletzt vor allem den ohnehin schon Reichen zugutegekommen sei. Auch das Weltwirtschaftsforum selbst betonte am Montag, Wirtschaftswachstum sei kein Selbstzweck, sondern die Menschen müssten davon auf breiter Front profitieren.

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