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+++ Corona-Update +++ Inzidenz sinkt in Deutschland unter 100 – neuer Impfrekord aufgestellt

EU beschließt Exportkontrollen für Corona-Impfstoffe. Quelle: dpa

Der Trend zeigt weiter nach unten: Zum ersten Mal seit März sinkt die Inzidenz deutschlandweit unter die bedeutsame Schwelle von 100. Corona-News im Überblick.

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Freitag, 14. Mai 2021

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden wie noch nie. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 09.35 Uhr) wurden an dem Tag 1.353.453 Impfspritzen gesetzt, an Christi Himmelfahrt waren es 408.260. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, wurden damit an beiden Tagen zusammen fast 2 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft.

Damit seien 35,9 Prozent (29,8 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft und 10,6 Prozent (8,8 Millionen) voll geschützt. Laut RKI hatte es vor dem neuen Tagesrekord in den vergangenen Wochen bereits drei Tage gegeben, an denen über eine Million Impfspritzen gesetzt wurden. Insgesamt wurden demnach bis einschließlich Donnerstag etwa 38,6 Millionen Impfdosen verabreicht.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 40,4 Prozent. Sachsen liegt mit 31,1 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Berliner Cafés und Restaurants dürfen Pfingsten draußen wieder öffnen

Viele Berlinerinnen und Berliner haben schon lange darauf gewartet, dass Cafés und Restaurants zumindest im Freien wieder Gäste bedienen dürfen. Am Dienstag hatte der Senat entsprechende Lockerungen für die Außengastronomie in Aussicht gestellt, am Freitag hat er sie nun nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen – für die Zeit ab Freitag vor Pfingsten (21.5.).

Voraussetzung ist neben einem vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie obligatorischen Hygienekonzept, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin weiter stabil unter 100 liegt. Dann greift die Bundes-Notbremse nicht mehr, die solche Lockerungen bisher verbietet. Gäste müssen außerdem einen negativen Corona-Test nachweisen oder vollständigen Impfschutz haben. In den Innenräumen dürfen Gaststätten weiterhin keine Gäste bewirten. Für die Hotels in der Hauptstadt sind noch keine Öffnungsschritte geplant.

Am Freitag lag der Inzidenzwert in der Hauptstadt nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 71,5, am Donnerstag bei 83,4 und zuletzt am Montag noch oberhalb der 100er-Marke. Nur wenn der Wert, der anzeigt, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gegeben hat, fünf Werktage in Folge unter der Schwelle bleibt, sind Lockerungen am übernächsten Tag möglich. Das wäre in Berlin erstmals am nächsten Mittwoch möglich.

Erstmals seit März: Inzidenz sinkt in Deutschland unter 100

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit dem 20. März wieder die Schwelle von 100 unterschritten. Nach Stand des RKI-Dashboards von 04.56 Uhr lag der Wert am Freitag bei 96,5 (20. März: 99,9). Am Vortag hatte das RKI die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 103,6 angegeben, am Freitag vor einer Woche mit 125,7. Einen Höchststand hatte die bundesweite Inzidenz während der dritten Welle am 26. April mit 169,3 erreicht. Der bisher höchste Inzidenz-Wert hatte bei 197,6 am 22. Dezember vergangenen Jahres gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.336 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.485 Neuansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 190 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 284 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.577.040 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.259.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.848.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Briten wollen indische Variante mit Massentests und Impfen eindämmen

Nach einem Anstieg von Fällen der indischen Corona-Variante B.1.617.2 will die britische Regierung mit gezielten Massentests in betroffenen Regionen die Ausbreitung verhindern. Im Nordwesten von England sowie in London würden mobile Teams gezielt Tests anbieten und die Nachverfolgung von Kontakten verstärken, wie die britische Regierung mitteilte. Außerdem sollen noch mehr Proben gensequenziert werden.

Man lote derzeit auch Möglichkeiten aus, wie Impfungen möglichst effektiv eingesetzt werden könnten, sagte der für die Impfkampagne zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi am Freitag dem Sender Sky News. So könnten entweder zweite Impfdosen vorgezogen oder in den Regionen auch jüngere Altersgruppen geimpft werden, die eigentlich noch nicht an der Reihe sind.

Laut Statistiken von Public Health England hat sich die Zahl der in Großbritannien nachgewiesenen Fälle der Variante B.1.617.2 innerhalb einer Woche auf gut 1300 Fälle verdoppelt. Allerdings soll es noch keine Klarheit darüber geben, ob sich die Mutante der Wirkung von Impfstoffen entzieht oder schwerere Erkrankungen hervorruft.

Donnerstag, 13. Mai 2021

Im US-Bundesstaat Ohio kann eine Corona-Impfung künftig mit einer Million US-Dollar (830.000 Euro) belohnt werden – man muss dafür allerdings bei einer Impflotterie gewinnen. Alle Bürger, die mindestens ihre erste Impfung erhalten haben, können gewinnen, wie der Gouverneur des Bundesstaats, Mike DeWine, über Twitter erklärte. Die erste Auslosung solle am Mittwoch 26. Mai stattfinden, genauso in den vier Folgewochen. „Der Gewinner an jedem Mittwoch wird eine Million Dollar bekommen“, schrieb er.

Viele Bundesstaaten und Kommunen in den USA haben bereits Anreize ausgelobt, damit sich möglichst viele Bürger gegen Corona impfen lassen. Zu den Anreizen gehören zum Beispiel Anleihen über 100 US-Dollar für bestimmte Altersgruppen, freier Eintritt in Museen sowie Freigetränke oder Snacks. Auch viele Arbeitgeber bieten Mitarbeitern Anreize, um sich impfen zu lassen. Der am Mittwoch (Ortszeit) von Ohio ausgelobte Lotteriegewinn für eine Impfung wäre aber wohl mit Abstand die bislang größte Belohnung.

Der Gouverneur sagte, er rechne damit, dass ihn manche für „verrückt“ erklären würden oder ihm Verschwendung von Staatsgeldern vorwerfen würden. „Aber wirklich, die einzige Verschwendung in diesem Stadium der Pandemie – in dem die Impfungen einfach erhältlich sind für alle, die wollen – ist ein Tod wegen Covid-19“, schrieb DeWine. Ohio hat knapp 12 Millionen Einwohner. Rund 42 Prozent der Bevölkerung, oder 4,9 Millionen Menschen, haben bislang mindestens die erste Impfung erhalten, wie aus Daten der Behörden hervorgeht. Damit liegt der Staat nur knapp unter der landesweiten Quote von gut 46 Prozent.

DeWine warb nachdrücklich für die Impfungen, um eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. „Wir haben jetzt eine starke Waffe, die das Virus mit fast 100 prozentiger Wirksamkeit schlägt“, sagte er. „Jeder hat jetzt Kontrolle über seine eigene Gesundheit, sein eigenes Schicksal“, sagte er. DeWine kündigte an, dass Ohio ab 2. Juni fast alle wegen der Pandemie erlassenen Beschränkungen aufheben wird. Dazu gehören Kapazitätseinschränkungen für Restaurants und die Anordnung zum Tragen von Masken, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte.

Amazon zahlt neuen Mitarbeitern 100 Dollar für Impfnachweis

Amazon will neuen Mitarbeitern in den USA einen Bonus von 100 Dollar für einen Impfnachweis zahlen. Das teilt der weltgrößte Onlinehändler mit. Amazon hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, weitere 75.000 Mitarbeiter anzuheuern, um den großen Andrang von Kunden zu bewältigen. Dem US-Unternehmen wurde zudem vorgeworfen, in der Corona-Krise nicht genug für den Schutz der Mitarbeiter zu unternehmen.

Große Nachfrage nach elektronischem Corona-Impfnachweis in Thüringen

In Thüringen gibt es einen regelrechten Ansturm auf den elektronischen Nachweis für Corona-Impfungen. Seit dem Start der Abrufmöglichkeit habe es rund 60.000 Anfragen danach gegeben, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), am Donnerstag, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Der Nachweis in Gestalt eines PDF-Dokuments mit QR-Code kann seit Mittwochvormittag auf dem Terminvergabeportal „www.impfen-thueringen.de“ auf das Smartphone oder den PC heruntergeladen werden. Er enthält den Namen des Geimpften, den verabreichten Impfstoff und das Datum der beiden Einzelimpfungen. Auch der Papierausdruck ist möglich.

Den elektronischen Impfnachweis als Ergänzung zum Eintrag im gelben Impfausweis können all jene anfordern, die sich in den regionalen Impfstellen und den großen Impfzentren Thüringens gegen Covid-19 haben immunisieren lassen. Für in Arztpraxen Geimpfte ist dies noch nicht möglich. Zur Vorbereitung auf die in den nächsten Wochen erwartete bundesweite Impf-App testet Thüringen den elektronischen Nachweis in einem Pilotprojekt, an dem auch Brandenburg beteiligt ist. Das Zertifikat soll fälschungssicher sein. Es gilt nur in Verbindung mit dem Personalausweis.

Curevac testet neuen Impfstoffkandidaten an Ratten

Der Tübinger Pharmaforscher Curevac testet einen weiteren Covid-Impfstoffkandidaten im Tierversuch. Das Mittel habe bei geimpften Ratten eine starke Antigenproduktion sowie „starke und dosisabhängige Immunantworten“ hervorgerufen, erklärte Curevac. Das Unternehmen hat bereits einen Covid-Impfstoff vorgelegt, über dessen Zulassung die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) entscheidet. Die Europäische Union hat sich von dem Impfstoff schon vorab bis zu 405 Millionen Dosen gesichert.

British Airways prüft Einsatz von Corona-Schnelltests

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt auf der Suche nach Wegen zu einer Normalisierung des Flugverkehrs Hoffnungen auf einen Corona-Schnelltest. Wie die Airline am Donnerstag mitteilte, sollen in einem ersten Versuch Crew-Mitgliedern nun Antigen-Tests angeboten werden. Die Ergebnisse würden dann mit denen der regelmäßig durchgeführten aufwendigeren Tests verglichen, hieß es weiter. Der Test könne eine Rolle bei der Rückkehr zum normalen Flugverkehr spielen, so die Fluggesellschaft. Ob und wann der eingesetzte Speichel-Test des Unternehmens Canary Global, der innerhalb von 25 Sekunden ein Ergebnis anzeigt, auch für Passagiere verfügbar sein soll, war zunächst unklar. Nach Angaben des Herstellers sind die Ergebnisse des Schnelltests ähnlich genau wie der als Maßstab geltende PCR-Test.

Lambrecht will Erleichterungen „nicht nur für Geimpfte und Genesene“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erwartet mit Blick auf die Corona-Maßnahmen ein baldiges Ende der Grundrechtseinschränkungen für alle Menschen. „Ich möchte, dass es nun Veränderungen für uns alle gibt, nicht nur für Geimpfte und Genesene“, sagte die SPD-Politikerin dem „Handelsblatt“. „Wir alle müssen Schritt für Schritt wieder die Möglichkeit bekommen, unsere Grundrechte wieder vollständig auszuüben.“ Dies sei „eine Frage von wenigen Wochen, teilweise auch nur von Tagen, aber ganz bestimmt nicht mehr von einem halben Jahr“.

Mit Blick auf geplante Urlaubsreisen hält Lambrecht bundeseinheitliche Lockerungsmaßnahmen nicht für nötig. „Es sollte aber eine Abstimmung unter den Ländern geben, etwa um Urlaube planbar zu machen, die nicht im eigenen Bundesland stattfinden“, sagte sie. Hierfür könne das Format der Ministerpräsidentenkonferenz genutzt werden.

Einreiseerleichterungen für Urlauber in Dänemark

Dänemark erleichtert seine Einreisebestimmungen für Touristen. Der bislang notwendige triftige Einreisegrund – also etwa der Besuch von nahen Verwandten oder Partnern – fällt für Menschen aus Ländern der EU und des Schengenraums ab Freitag weg, sofern die Corona-Lage in ihren Staaten nicht als allzu schlecht eingestuft wird. Wie das dänische Außenministerium in der Nacht zum Donnerstag mitteilte, müssen sich Urlauber und andere Einreisende nach der Ankunft in Dänemark aber nach wie vor testen lassen und in Quarantäne begeben, wenn sie nicht gegen Covid-19 geimpft worden oder von einer Infektion genesen sind.

Touristen und andere aus dem deutsch-dänischen Grenzgebiet sowie den Grenzregionen zu Schweden werden von der Quarantäneregelung ausgenommen. Für sie gilt nun einheitlich, dass die Vorlage eines maximal 72 Stunden alten negativen Tests bei der Einreise reicht.

Die Lockerungen waren bereits in einer Mitte April geschlossenen Vereinbarung zwischen Regierung und den meisten Parlamentsparteien zum 14. Mai anvisiert worden. Die Quarantäneanforderung für Länder mit passablen Corona-Zahlen soll nach Ministeriumsangaben zum 26. Juni wegfallen. Vollständig geimpfte Menschen aus vielen EU- und Schengen-Ländern dürfen bereits seit Anfang Mai wieder einreisen.

Bedingung für die Einreise nach Dänemark ist, dass das jeweilige Land der Reisenden zumindest als „orange“ gilt, die dortige Corona-Lage also nicht zu schlimm ist und dort auch keine als besorgniserregend eingestuften Virus-Varianten grassieren. Deutschland galt in Dänemark zuletzt wie die meisten anderen EU- und Schengenstaaten als „orange“. Da die Inzidenzgrenze für eine Einstufung als „gelbes“ Land nun angehoben wird, könnte es sein, dass mehrere Staaten und Regionen in diese Kategorie fallen – in solch einem Fall müssen Reisende nicht mehr in Quarantäne. Die Länderfarben sollen am Freitagnachmittag aktualisiert werden, womit sie ab Samstag um 16.00 Uhr gültig werden.

Berlin hebt Priorisierung für Corona-Impfstoffe bei Ärzten auf

Berlin hebt ab Montag die Priorisierung für alle verfügbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebsärzten auf. Das kündigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag an, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Zuvor hatte das Magazin „Business Insider“ darüber berichtet. Bisher war die Vergabe an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen geknüpft. Zuvor hatten bereits Bayern und Baden-Württemberg ähnliche Schritte angekündigt.

Das Vorgehen bedeutet allerdings nicht, dass jeder sofort nächste Woche geimpft werden kann. Die verfügbaren Impfstoffmengen sind laut Gesundheitsverwaltung zunächst weiter relativ knapp, erst ab Juni werde mit größeren Mengen gerechnet. Patienten, die zu einer der drei Prioritätengruppen zählen und noch nicht geimpft sind, hätten zudem weiter Vorrang, erläuterte der Sprecher. Für die Impfzentren der Hauptstadt ändere sich am bisherigen Vorgehen zunächst nichts.

RKI: Rund zwei Prozent Corona-Variante aus Indien – Tendenz steigend

Auf sehr niedrigem Niveau beobachtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland einen wachsenden Anteil der in Indien entdeckten Corona-Variante. Die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 sei bisher nur in wenigen Proben nachgewiesen, „aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an“, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt demnach weniger als zwei Prozent (Untervariante B.1617.1: 0,6 Prozent; B.1617.2: 0,9 Prozent). Das RKI betont, dass die absoluten Zahlen der Nachweise in der Woche vom 26. April bis 2. Mai lediglich im zweistelligen Bereich lägen: bei gut 30.

Bislang sei keine Abschwächung des hohen Anteils der in Großbritannien entdeckten, deutlich ansteckenderen Variante B.1.1.7 zu beobachten, schreibt das Institut weiter. Diese macht wie schon in den Vorwochen mehr als 90 Prozent der untersuchten Proben aus. Die ebenfalls als besorgniserregend eingestuften Varianten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) spielen weiter eine untergeordnete Rolle: Laut RKI lag ihr Anteil in den vergangenen Wochen konstant bei 0 bis 1 Prozent beziehungsweise bei 0 bis 0,3 Prozent. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der Proben auf Varianten untersucht.

Die indische Variante wird seit kurzem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt: Die Einstufung solcher Varianten erlaube eine verstärkte Überwachung, „beispielsweise durch gezielte PCR-Untersuchung und Gesamtgenomsequenzierung im Rahmen der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)“.

Die indische Variante zeichnet sich laut RKI durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden. Erste Daten aus Laborexperimenten deuteten jedoch darauf hin, dass die Wirksamkeit von Impfstoffen „nicht substanziell beeinträchtigt“ sei, heißt es. Zudem gebe es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit.

Biden ruft zur Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf auf

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech in den USA für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren hat US-Präsident Joe Biden zur Impfung dieser Altersgruppe aufgerufen. „Ich ermutige die Eltern, sicherzustellen, dass sie die Impfung bekommen“, sagte Biden am Mittwoch (Ortszeit) im Weißen Haus. Auch diese Altersgruppe könne sich mit dem Coronavirus infizieren und Freunde, Geschwister, Eltern und Großeltern anstecken. Biden versprach, dass Impfmöglichkeiten für die 12- bis 15-Jährigen schnell bereitgestellt würden. Schon von diesem Donnerstag an könnten sie sich in 15.000 Apotheken im ganzen Jahr impfen lassen.

„Dies ist ein weiterer großer Schritt in unserem Kampf gegen die Pandemie“, sagte Biden. Bislang konnten sich in den USA Jugendliche erst im Alter ab 16 Jahren impfen lassen. Der US-Präsident kündigte zugleich an, dass an diesem Donnerstag die Marke von 250 Millionen verabreichten Corona-Impfdosen seit seinem Amtsantritt am 20. Januar überschritten werde. Insgesamt sind in den USA nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC vom Mittwoch inzwischen mehr als 117 Millionen der rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft.

Ein CDC-Expertengremium hatte sich am Mittwoch für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren ausgesprochen. Bereits am Montag hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Vakzin für diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert.

Vor den USA hatten schon Kanada und andere Länder den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ebenfalls ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis kommenden Monat dauern. In der EU darf das Mittel von Pfizer/Biontech bislang nur Menschen ab 16 Jahren gespritzt werden.

Die Unternehmen hatten vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen.

Laut FDA wurden den US-Behörden in den vergangenen Monaten etwa 1,5 Millionen Corona-Infektionen von Personen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren gemeldet. Die Impfung von Minderjährigen gilt als sehr wichtig für die Annäherung an die sogenannte Herdenimmunität, mit der die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden soll.

Studie: Nebenwirkungen bei gemischter Corona-Impfung etwas häufiger

Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorläufigen Daten einer Studie der Universität Oxford hervor, die am Donnerstag im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurden. Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, könne noch nicht beurteilt werden. Daten dazu würden aber in den kommenden Monaten erwartet.

Untersucht wurden Fälle, bei denen im Abstand von vier Wochen entweder zuerst das Präparat von AstraZeneca verabreicht wurde und dann der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder umgekehrt. In beiden Fällen war die Häufigkeit der leichten und moderaten Nebenwirkungen erhöht. „Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt“, sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig für die Planung von Impfungen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich.

Betrachtet wurden 830 Freiwillige im Alter von über 50 Jahren, die in vier Gruppen jeweils zwei Impfdosen gleicher Art und in unterschiedlicher Reihenfolge je zuerst das eine und dann das andere Präparat erhielten. Es sei möglich, dass die Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen noch verbreiteter seien, hieß es in der Mitteilung weiter. Im April wurde die Studie um weitere Varianten mit den Impfstoffen Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca oder Biontech/Pfizer erweitert – die Ergebnisse dazu stehen noch aus.

Australien sichert sich 25 Millionen Impfdosen von Moderna

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat sich Australien 25 Millionen Dosen vom Impfstoff des US-Pharmaherstellers Moderna gesichert. Die Vereinbarung umfasst 10 Millionen Dosen im Jahr 2021 und 15 Millionen Dosen von Modernas dann aktualisiertem Varianten-Auffrischungsimpfstoff im Jahr 2022, wie das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Die Verwendung des Moderna-Impfstoffs muss noch von der australischen Aufsichtsbehörde genehmigt werden, wie Premierminister Scott Morrison in einer am Donnerstag in Canberra veröffentlichten Erklärung mitteilte.

Bislang hat Australien die Impfstoffe von Pfizer und AstraZeneca verwendet. Mit dem Moderna-Impfstoff sollen Menschen unter 50 Jahren geimpft werden, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete. Zwei Dosen müssen wohl im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden.

Australien hat sein ursprüngliches Ziel, bis Ende März 4 Millionen Covid-19-Impfungen zu verabreichen, weit verfehlt und im April sein ursprüngliches Versprechen aufgegeben, die gesamte erwachsene Bevölkerung bis Oktober zu impfen. Mit Stand vom 11. Mai waren 2,8 Millionen Impfungen verabreicht worden. In Australien leben 25 Millionen Menschen.

Morrison sagte, die australische Regierung sei weiterhin in Gesprächen mit Moderna, um eine Produktionsstätte für mRNA-Impfstoffe in Australien zu errichten. Die Regierung habe die Dosen erworben, „um unser Impfstoffportfolio weiter zu diversifizieren und um Zugang zu einem Auffrischungsimpfstoff oder einer Impfstoffvariante zu haben, falls dies in Zukunft erforderlich sein sollte“.

RKI registriert 17.419 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.419 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 21.953 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 103,6 (Vortag: 107,8; Vorwoche: 129,1).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 278 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 250 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.565.704 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.240.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.658.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,82 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Mittwoch, 12. Mai 2021

Markus Söder kündigt Freigabe aller Corona-Impfstoffe an

Bayern will nächste Woche die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufheben. Dies werde „im Laufe der nächsten Woche“ passieren, sagte Markus Söder am Mittwoch nach einer CSU-Fraktionsklausur im Landtag in München. Die Ärzte brauchten noch etwas Zeit, sich vorzubereiten. In den Impfzentren soll es laut Söder aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben.

Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben. Für die anderen Impfstoffe hatte dies der Bund für Juni in Aussicht gestellt – Bayern hatte aber angekündigt, hier schneller agieren zu wollen.

Zugleich kündigte Söder die nächsten Öffnungsschritte für Bayern an: In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sollen ab dem 21. Mai Freibäder unter Auflagen wieder öffnen dürfen, nämlich mit Tests und Termin-Slots. Ebenso sollen demnach in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 100 ab dem 21. Mai Kulturveranstaltungen im Freien erlaubt werden, mit bis zu 250 Personen, mit fester Bestuhlung, mit Tests und Hygienekonzepten. Nach Pfingsten werde man überprüfen, welche Möglichkeiten es für weitere Innenbereiche geben, etwa die Innengastronomie, sagte Söder.

„Wir haben es in der Summe echt gut gemacht, trotz der ein oder anderen Beschwerde“, sagte Söder nach Teilnehmerangaben in seiner Rede vor den CSU-Landtagsabgeordneten. Man habe sich nicht geirrt in der Strategie der Vorsicht und Umsicht, betonte der CSU-Vorsitzende.

Baden-Württemberg lockert Corona-Auflagen: Innengastronomie möglich

Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen in Stuttgart. Damit beendet die grün-schwarze Regierung die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten. Im Südwesten liegen derzeit zwölf Kreise unter 100 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Baden-Württemberg sei bei der Öffnung der Innengastronomie bundesweiter Vorreiter, hieß es. In Schleswig-Holstein sollen ab Montag Corona-Regeln gelockert werden, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit. In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag (23. Mai) an wieder öffnen – außen und innen.

Die Neufassung der Corona-Verordnung in Baden-Württemberg soll an diesem Donnerstagabend verkündet werden. Der Plan der Regierung sieht weiter vor, in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen zu lassen – auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden. Kulturveranstaltungen wie Theater, Opern, Konzerte und Kino sind im Freien in den Regionen unter 100 wieder möglich. Galerien, Museen und Gedenkstätten dürfen dort auch wieder öffnen – genauso wie Bibliotheken und Archive.

Und es gibt auch eine besonders gute Nachricht für Familien mit Kindern in Kreisen mit einer Inzidenz unter 100: Freibäder dürfen wieder Badegäste empfangen. Außerdem kann man wieder Minigolf spielen, Hochseilgärten und Bootsverleihe dürfen wieder öffnen – allerdings jeweils nur für kleine Gruppen. Sportanlagen, auf denen im Freien kontaktarmer Freizeit- und Amateursport betrieben werden kann, dürfen auch wieder genutzt werden. Zoos und botanische Gärten können im Außen- und Innenbereich aufmachen. Auch Musik- und Kunstschulen dürfen wieder kleine Gruppen von Schülerinnen und Schülern empfangen.

Erste Corona-Lockerungen in Sicht – Warnungen vor „Übermut“

Angesichts der bundesweit entspannteren Corona-Lage kommen in ersten Regionen Lockerungen bei Alltagsbeschränkungen in Sicht – die Bundesregierung mahnt aber zu weiter nötiger Vorsicht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, mit sinkenden Infektionszahlen und auf den Intensivstationen gehe „alles in die richtige Richtung“. Es gelte nun aber, sehr aufzupassen, dass Zuversicht nicht zu Übermut werde und es kein Zuviel an Kontakten und Lockerungen gebe. Für Einreisen nach Deutschland gelten ab Donnerstag einheitliche Regeln, die auch Erleichterungen für Geimpfte, Genesene und Urlaubsrückkehrer aus bestimmten Zielen in Europa bringen sollen.

Das Robert Koch-Instituts (RKI) warb um Geduld. „Bei aller Zuversicht dürfen wir bitte eines nicht vergessen: Diese Pandemie ist ja nicht vorbei“, sagte Präsident Lothar Wieler. Es erkrankten nun vor allem die Jüngeren, darunter viele Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Und es gebe noch immer rund 1000 Todesfälle pro Woche. „Die Situation ist weiter ernst.“ Zugleich gebe es erfreuliche Fortschritte, auch beim Impfen. Um die Pandemie zu beenden, müssten aber 80 Prozent der Bevölkerung entweder die Infektion durchgemacht haben oder geimpft sein. „Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten“. Es dürfe nicht auf den letzten Metern zu neuen Erkrankungen, Langzeitfolgen und Todesfällen kommen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich bei sinkenden Fallzahlen nun der Schwelle von 100. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwoch bei 107,8 (Vortag: 115,4; Vorwoche: 132,8). Die Schwelle von 100 ist in der sogenannten Bundesnotbremse für besonders hohes Infektionsgeschehen genannt – wird sie in einer Region für mehrere Tage über- oder unterschritten, müssen schärfere Maßnahmen greifen oder können wieder ausgesetzt werden.

Spahn sagte, es werde sich erst in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Lage im Sommer insgesamt besser sei. Nötig sei dafür auf allen politischen Ebenen auch die Bereitschaft, im Fall steigender Infektionen schnell wieder Beschränkungen einzuführen und nicht lange zu warten. Bundesweit gibt es beim Infektionsgeschehen weiter große regionale Unterschiede. Bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen reicht die Spanne von nun 49 in Schleswig-Holstein bis 168 in Thüringen. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI in mehr als 190 von 412 Kreisen und kreisfreien Städten unter 100.

In Hamburg wurden die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. In Schleswig-Holstein sollen ab Montag Corona-Regeln gelockert werden, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit. In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag (23. Mai) an wieder öffnen – außen und innen. Der Tourismus wird am 7. Juni für Einwohner des Landes und am 14. Juni für Gäste aus anderen Bundesländern geöffnet, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend sagte.

Für Einreisen aus dem Ausland greifen von Donnerstag an bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen damit Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg – außer, man kommt aus einem Gebiet mit ansteckenderen Virusvarianten, wie Spahn sagte. Laut einer vom Kabinett beschlossenen Verordnung können auch Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise vermeiden – wenn sie aus einem „Risikogebiet“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 kommen. Dafür muss man belegen, dass man frisch negativ getestet ist. Gehen soll das auch durch Hochladen des Nachweises in der digitalen Einreiseanmeldung.

Diese Änderung ist aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine Erleichterung für Reisende, die das Infektionsrisiko insgesamt aber nicht erhöhe – im Gegenteil. „Für die Pandemie-Bekämpfung ist ein Testergebnis schwarz auf weiß allemal besser als eine Quarantäne, die – wenn überhaupt – nur sporadisch überprüft wird“, sagte Seehofer. Er begrüße die Überarbeitung der Einreiseverordnung deshalb ausdrücklich.

Die Regelung soll auch Reisen im Sommer in Europa erleichtern, wie das Ministerium erläuterte – etwa, wenn geimpfte Eltern zusammen mit nicht-geimpften Kindern reisen. Der Deutsche Reiseverband sprach von einem „Signal der Zuversicht“, das Urlaubern und Anbietern wieder eine positive Perspektive eröffne. „So haben auch diejenigen, die noch keine Möglichkeit hatten geimpft zu werden, die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen“, sagte Präsident Norbert Fiebig. Jedoch verlängere die Bundesregierung auch die Ende März eingeführte generelle Testpflicht für Einreisen per Flugzeug.

Wie Reiseländer für deutsche Urlauber eingestuft werden, ist auf der Internetseite des RKI zu sehen. Neben den „Risikogebieten“ gibt es „Hochinzidenzgebiete“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 sowie „Virusvariantengebiete“ mit neuen Mutationen. Bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten soll es dabei bleiben, dass man die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzen kann. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen weiterhin für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen.

EMA zuversichtlich: Impfstoffe schützen vor indischer Virus-Variante

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) ist zuversichtlich, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe auch vor der neuen indischen Virus-Variante schützen. Die bisher vorliegenden Daten seien „beruhigend“ und deuteten auf einen „ausreichenden Schutz“ hin, sagte der Direktor für Impfstrategie bei der EMA, Marco Cavaleri, am Mittwoch in Amsterdam. Die EMA-Experten würden weiterhin die Entwicklung sehr genau verfolgen und prüfen.

Bisher sind in der EU vier Corona-Impfstoffe zugelassen. Vier weitere werden zurzeit nach dem beschleunigten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Die EMA erwartet vor allem in Bezug auf den deutschen Impfstoff Curevac und das amerikanische Novavax eine schnelle Entscheidung. Beim russischen Impfstoff Sputnik V würden zurzeit die Inspektionen der Produktionsstätten laufen. Das Prüfverfahren für das Präparat des chinesischen Herstellers Sinuvac ist erst kürzlich angelaufen.

Norwegen nimmt AstraZeneca vollständig aus Impfkampagne

Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Covid-19 gänzlich auf den Impfstoff von AstraZeneca. Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Oslo bekannt. Damit folgt ihre Regierung den Empfehlungen eines Expertenausschusses und des nationalen Gesundheitsinstituts FHI, die beide zuletzt geraten hatten, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca sowie das Präparat von Johnson & Johnson aufgrund des Risikos von seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen aus dem Impfprogramm zu streichen.

Das Präparat von Johnson & Johnson werde vorläufig nicht aus dem Programm gestrichen, der Einsatz aber weiter pausiert, sagte Solberg. Die Regierung prüfe, inwieweit dieser Impfstoff denjenigen angeboten werden könne, die sich damit freiwillig impfen lassen wollten.

Die Empfehlungen des Expertenausschusses basierten unter anderem auf der derzeitigen Infektionslage in Norwegen, die verglichen mit anderen Ländern recht gut ist. Das skandinavische Nicht-EU-Land hatte den Einsatz von AstraZeneca am 11. März vorsorglich gestoppt, nachdem seltene Blutgerinnsel bei Menschen nach der Impfung aufgetreten waren, darunter auch Todesfälle. Vor dem Stopp waren rund 138.000 Menschen im Land mit dem Präparat geimpft worden. Das Vakzin von Johnson & Johnson wurde bislang nicht verabreicht.

Norwegens skandinavischer Partner Dänemark hatte AstraZeneca bereits vor gut einem Monat dauerhaft komplett aus dem Impfprogramm genommen.

NRW erlaubt eingeschränkte Gastronomie-Öffnung bei Inzidenz unter 100

In Nordrhein-Westfalen sollen eingeschränkte Öffnungen der Außengastronomie wieder erlaubt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner liegt. Voraussetzungen seien eine verminderte Gästezahl und ein negativer Corona-Test der Besucher, kündigte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf an. Innenbereiche dürften entsprechend ab einer Inzidenz unter 50 wieder geöffnet werden. Die Regelung greife ab dem 15. Mai.

Derzeit liegt die landesweite Inzidenz in NRW nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 116,2 und geht weiter zurück. 15 von 53 Kommunen waren am Mittwoch unter der 100er-Marke und einige weitere knapp darüber. Am besten sah die Lage in Münster mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 51,7 aus.

Experten: WHO und Länder haben bei Corona zu langsam reagiert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im vergangenen Jahr zu langsam auf erste Alarmzeichen einer möglichen Gesundheitsbedrohung reagiert. Zu diesem Schluss kommt eine von der WHO bestellte unabhängige Expertenkommission. Auch Regierungen kommen in ihrem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht nicht gut weg: Viele Länder hätten den Monat Februar 2020 vertrödelt, statt Vorkehrungen gegen die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu treffen, die global die Corona-Gesundheits- und Wirtschaftskatastrophe mit weitreichenden sozialen Folgen ausgelöst hat.

„Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass das System, wie es zurzeit besteht, nicht dazu geeignet ist zu verhindern, dass sich mit einem neuen und hochansteckenden Erreger, der jeden Augenblick auftauchen könnte, eine Pandemie entwickelt“, heißt es in dem Bericht.

China hatte Ende Dezember 2019 über die Häufung einer unbekannten Lungenkrankheit in Wuhan berichtet. Die WHO erklärte erst am 30. Januar eine „Notlage von internationaler Tragweite“, die höchstmögliche Alarmstufe. Das verpflichtet Länder, Vorkehrungen zu treffen. Die WHO sprach aber erst am 11. März von einer Pandemie. Das hat nach den WHO-Gesundheitsvorschriften anders als die Erklärung der „Notlage“ zwar eigentlich keine Konsequenzen. Im Rückblick war das aber erst der psychologisch notwendige Schub, um Regierungen richtig in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Um die Corona-Pandemie sofort schärfer zu bekämpfen, stellen die Expertinnen und Experten drei Forderungen auf: Erstens sollen reiche Länder mit genügend Impfstoff bis September zusammen eine Milliarde Impfdosen für 92 ärmere Länder zur Verfügung stellen. Zweitens sollen Pharmafirmen freiwillig mehr Lizenzen zur Impfstoffherstellung vergeben. Wenn die Produktion damit in den nächsten drei Monaten nicht angekurbelt wird, soll unmittelbar eine Aufhebung der Patente in Kraft treten. Drittens sollen die reichsten Länder (G7) sofort 60 Prozent der fehlenden 19 Milliarden Dollar für das Programm ACT Accelerator bereitstellen, das die Erforschung und globale Verteilung von Impfstoffen, Medikamenten und Tests organisieren soll.

Die WHO-Mitgliedsländer hatte die Expertenkommission 2020 unter Leitung der früheren Regierungschefinnen Helen Clark aus Neuseeland und Ellen Johnson Sirleaf aus Liberia einberufen. Sie sollte Erfahrungen aus dem Umgang mit der Pandemie zusammentragen und Vorschläge für Verbesserungen machen.

Um auf neue Pandemien besser vorbereitet zu sein, schlägt die Kommission unter anderem einen Rat für Globale Gesundheitsbedrohungen vor. Mitglieder sollen Staats- und Regierungschefinnen und -chefs sein, die das Thema Pandemievorbereitung im weltweiten Fokus halten.

Ein neues globales Überwachungssystem von Krankheiten soll der WHO die Möglichkeit geben, bei Bedarf sofort und ohne Rücksprache mit betroffenen Ländern Alarm zu schlagen. Der WHO wird vorgeworfen, zu Anfang der Pandemie zu sehr auf China gehört zu haben, das die Schwere der Bedrohung heruntergespielt hatte.

Satt bei der Erforschung etwa von Impfstoffen und Medikamenten auf Marktkräfte zu vertrauen sei ein Programm nötig, das globale öffentliche Güter schafft, zu denen alle Länder Zugang haben.

Schließlich schlägt die Kommission einen Pandemie-Fonds vor, der pro Jahr fünf bis zehn Milliarden Dollar (bis 8,2 Milliarden Euro) einsammelt, um Vorkehrungen gegen eine neue Pandemie zu finanzieren.

Der Norden lockert – Ausgangsbeschränkung in Hamburg gefallen

Die derzeit vielerorts positive Entwicklung bei den Corona-Zahlen macht sich in immer mehr Bundesländern in konkreten Lockerungen bemerkbar. Seit Mitternacht gilt in Hamburg die nächtliche Ausgangsbeschränkung nicht mehr. Die Inzidenz in der Hansestadt lag zuletzt stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, dadurch wurde der Schritt möglich. In Schleswig-Holstein werden ab Montag die Corona-Regeln gelockert, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit. Das sieht eine neue Verordnung der Landesregierung vor, mit der die in der vorigen Woche angekündigten Öffnungsschritte in Kraft treten.

Ab 17. Mai dürfen Gaststätten dort unter strengen Auflagen auch ihre Innenbereiche öffnen. Ähnlich sieht der Plan in Mecklenburg-Vorpommern aus: Dort darf die Gastronomie von Pfingstsonntag (23. Mai) an wieder öffnen - außen und innen. Der Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni für Einwohner des Landes und am 14. Juni für Gäste aus den anderen Bundesländern geöffnet. Ab sofort könne gebucht werden, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend.

Wer als Tourist in Schleswig-Holstein übernachten will, muss mit einem frischem negativen Corona-Test anreisen und diesen alle drei Tage erneuern. Ein Antigen-Schnelltest darf maximal 24 Stunden, ein PCR-Test höchstens 48 Stunden alt sein. Bisher dürfen im Norden Urlauber nur in einigen Modellregionen unter strikten Corona-Vorgaben wie Tests in dichter Folge Urlaub machen.

Über die bundesweite Corona-Lage informieren am Mittwoch (11.00 Uhr) unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland ungefähr in den kommenden eineinhalb Jahren immun gegen das Coronavirus wird. Jeder werde immun werden, durch die Impfung oder durch natürliche Infektion, sagte der Wissenschaftler der Charité Berlin im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info) am Dienstag. „Dieses Virus wird endemisch werden, das wird nicht weggehen. Und wer sich jetzt beispielsweise aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.“ Dagegen könne man nichts tun, da die Maßnahmen mit der Zeit immer weiter zurückgefahren würden.

Danach zirkuliere das Virus in der Bevölkerung, zum Beispiel unbemerkt im Rachen von Geimpften und bei kleineren Kindern, die noch nicht geimpft werden können. „Das Virus wird unerkannterweise unter einer Decke des Immunschutzes sich weiter verbreiten. Und dann trifft es immer auch auf Leute, die nicht immunisiert sind durch eine Impfung, die voll empfänglich sind.“ Auch im kommenden Winter wird es daher nach Einschätzung des Virologen noch Covid-19-Fälle auf Intensivstationen geben. Er glaube, dass „diejenigen, die sich aktiv gegen die Impfung entscheiden, die müssen wissen, dass sie sich damit auch aktiv für die natürliche Infektion entscheiden. Ohne jede Wertung“, sagte Drosten. Es sei eine freie Entscheidung.

RKI registriert 14 909 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 14 909 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18 034 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 107,8 (Vortag: 115,4; Vorwoche: 132,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 268 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 285 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 548 285 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 220 300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85 380.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,83 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Dienstag, 11. Mai 2021

Brasilien fordert Stopp von AstraZeneca-Impfungen für Schwangere
In Brasilien empfiehlt die Gesundheitsbehörde Anvisa nach eigenen Angaben, die Impfung von Schwangeren mit dem AstraZeneca-Vakzin sofort auszusetzen. Die Zeitung „Folha de Sao Paulo“ hatte zuvor unter Berufung auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums berichtet, das Ministerium untersuche den Fall einer Schwangeren in Rio de Janeiro, die nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben sei.

Die brasilianische Regierung will zusätzlich 5,5 Milliarden Real (etwa 1,05 Milliarden Dollar) für die Produktion, Beschaffung und Verteilung von Coronavirus-Impfstoffen ausgeben. Wie aus einer Erklärung der Regierung hervorgeht, sollen die Mittel aus einer Kreditlinie stammen.

Laschet verteidigt späte Einbeziehung von Betriebsärzten
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verteidigt die späte Einbeziehung von Betriebsärzten beim Impfen. Derzeit werde noch die Prioritätengruppe drei geimpft, zu der etwa Verkäuferinnen und Lehrer gehören, die in der Pandemie besondere Risiken auf sich genommen hätten, sagt der Unions-Kanzlerkandidat bei einer Veranstaltung der Arbeitgeberverbände. Dies müsse angesichts des noch bestehenden Mangels an Impfstoff Vorrang haben.

Die Arbeitgeber hatten zuvor darauf gedrängt, dass die Betriebsärzte früher als bisher geplant in die Impfkampagne einbezogen werden. Dass die Betriebsärzte erst ab dem 7. Juni 500.000 Impfdosen pro Woche bekommen sollen, sei ein „falsches Signal“, sagt BDA-Präsident Rainer Dulger. „Impfen ist gelebte Wirtschaftspolitik. Wir können 1,5 Millionen Dosen pro Woche verimpfen“, fügt er mit Blick auf die Betriebe hinzu.

USA lassen Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ab 12 Jahren zu
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff des deutschen Impfstoffherstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung für Menschen ab 16 Jahren sei entsprechend angepasst und erweitert worden, teilte die FDA am Montag mit. Anfang April hatten Biontech und Pfizer einen entsprechenden Antrag bei der FDA eingereicht. FDA-Chefin Janet Woodcock sprach von einem „wichtigen Schritt“ im Kampf gegen die Pandemie. „Die heutige Aktion ermöglicht es, eine jüngere Bevölkerung vor Covid-19 zu schützen, was uns der Rückkehr zu einem Gefühl der Normalität und der Beendigung der Pandemie näher bringt.“ Eltern und Erziehungsberechtigte könnten sicher sein, dass die Behörde eine strenge und gründliche Überprüfung aller verfügbaren Daten vorgenommen habe.

Zuvor hatte bereits unter anderem Kanada als eines der ersten Länder der Welt den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis Anfang oder Mitte Juni dauern. In der EU ist das Mittel von Biontech/Pfizer bislang nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

Die Unternehmen hatten vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen. Laut der FDA wurden den US-Behörden in den vergangenen Monaten etwa 1,5 Millionen Corona-Infektionen von Personen im Alter zwischen 11 und 17 gemeldet.

Die Impfung von Minderjährigen gilt dabei für die Annäherung an die Herdenimmunität als sehr wichtig. Viele Experten zweifeln wegen der weit verbreiteten Impf-Skepsis in den USA allerdings mittlerweile daran, dass diese überhaupt erreicht werden kann. 46 Prozent der Amerikaner haben mindestens eine Dosis eines Vakzins erhalten - die Nachfrage nimmt stetig ab. Wieviele für die Herdenimmunität geimpft sein müssen, ist umstritten. Schätzungen variieren zwischen etwa 70 und 90 Prozent.

Biontech und Pfizer untersuchen momentan zudem die Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden. Auch andere Corona-Impfstoffe werden derzeit an Kindern und Jugendlichen getestet.

RKI registriert 6125 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz sinkt weiter
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6125 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7534 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 115,4 (Vortag: 119,1; Vorwoche: 141,4).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 283 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 315 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.533.376 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.196.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.112.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Montag, 10. Mai 2021

Die EU-Kommission will erneut juristisch gegen AstraZeneca wegen verspäteter Impfstoff-Lieferungen vorgehen. Der Fall soll am Dienstag vor Gericht gebracht werden, wie ein Sprecher der Behörde mitteilt. Die Europäische Union (EU) könnte damit möglicherweise finanzielle Strafen verhängen, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Im April sei es darum gegangen, die Impfstoff-Lieferungen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns zu beschleunigen. Diesmal würden die eigentlichen Argumente geprüft.

Laut einem EU-Vertreter hat AstraZeneca bis zum 7. Mai knapp 50 Millionen Impfstoffdosen geliefert. Diese Zahl sollte ursprünglich bereits im Januar erreicht werden.

Habeck fordert Impfungen an Supermärkten
Grünen-Co-Chef Robert Habeck fordert kreative Lösungen, um Impfstoffe jetzt zu den Menschen zu bringen. „Corona hat eine starke soziale Dimension.“ Impfungen müsse es auch an Supermärkten, auf Marktplätzen und in Schulen geben.

Bund und Länder haben derweil die Priorisierung für den Impfstoff von Johnson & Johnson aufgehoben. Allerdings empfehle die Ständige Impfkommission (Stiko) den Einsatz des Impfstoffes nur für Menschen ab 60 Jahren, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Grund seien sehr seltene, aber ernsthafte Hirnvenenthrombosen. Jüngere sollen das Vakzin aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen. Mit der Aufhebung der Priorisierung gebe man wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca allen die Möglichkeit nach einer ärztlichen Aufklärung mit dem J&J-Impfstoff geimpft zu werden. „Genauso wie wir es bei AstraZeneca machen, werden wir es auch bei Johnson & Johnson machen.“

Bei dem Impfstoff von J&J war es zu Fällen von seltenen Thrombosen nach der Impfung gekommen, die vor allem bei Frauen unter 60 Jahren auftraten. Die USA hatten die Impfungen mit dem Vakzin deshalb vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte dem J&J-Impfstoff nach einer Überprüfung wegen der Thrombosefälle grünes Licht gegeben. Ihrer Ansicht nach überwiegen die Vorteile die Risiken, auch wenn es eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gibt.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Gesundheitsminister beschlossen, dass Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca künftig für alle möglich sind, wenn sich Impfwillige mit ihrem Arzt dafür entscheiden. Die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste wurde auch für diesen Impfstoff damit schon voll aufgehoben.

Von den 34,4 Millionen verabreichten Impfdosen stammen bisher nur rund 18.000 von Johnson & Johnson. Die Lieferungen sollten nun zunehmen. Bis zum Wochenende wurden 7,6 Millionen oder 9,1 Prozent aller Bundesbürger voll geimpft. Bald jeder Dritte hat mindestens eine erste Spritze bekommen: 32,3 Prozent.

Lolli-Tests beginnen Montag in allen Grund- und Förderschulen in NRW
Nordrhein-Westfalen führt an diesem Montag als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.

„Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen“, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt. Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler auf dem Teststäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht. Täglich soll es NRW-weit rund 35.000 Pooltestungen geben. Zwölf Labore sollen sich darum kümmern.

RKI registriert 6922 Corona-Neuinfektionen
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6922 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 9160 Neuansteckungen gelegen. An Montagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 54 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 84 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.527.251 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.175.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84 829.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Sonntag, 9. Mai 2021

Die EU-Kommission verzichtet auf eine Verlängerung ihres Impfstoff-Liefervertrags mit AstraZeneca über Juni hinaus. Das teilt Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit. Die Kommission befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverzögerungen: Vor zwei Wochen hatte die Europäische Union ein rechtliches Verfahren gegen AstraZeneca wegen Nichteinhaltung der Bedingungen seines Vertrags mit der EU eingeleitet. AstraZeneca hat in der Vergangenheit argumentiert, dass der Vertrag nur Lieferziele und keine festen Zusagen enthalte und dass das Unternehmen wegen anfänglicher Probleme bei der raschen Ausweitung der Produktionskapazität nicht in der Lage gewesen sei, diese zu erreichen.

Das Vakzin von AstraZeneca war zunächst ein zentraler Pfeiler der Impfkampagne in der EU. Auch weltweit wird es gern genutzt, da es preiswerter und leichter zu lagern ist als die Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna. Allerdings geriet der Impfstoff von AstraZeneca wegen seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen in die Kritik. In mehreren europäischen Ländern wird das Vakzin deshalb nur noch mit Alterseinschränkungen oder nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch verwendet. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hält aber nach wie vor an ihrer Empfehlung des Vakzins für alle Altersstufen fest.

Bereits am Samstag kam der EU-Vertrag zum Kauf von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer unter Dach und Fach. Die Menge soll bis 2023 geliefert werden. 900 Millionen Dosen sollen fest bestellt werden, weitere 900 Millionen Dosen sind eine Option. Der Vertrag hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein Volumen von bis zu 35 Milliarden Euro und bedeutet weitere Investitionen in Deutschland und Belgien. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte den Vertrag. Mit ihm werde sowohl für die notwendigen Nachimpfungen gesorgt als auch für die Anpassung des Impfstoffs an neue Virusvarianten.

Indien hat wieder mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen
Indien hat den vierten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 403.738 auf 22,3 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Experten befürchten jedoch eine weitaus höhere Dunkelziffer. Erst am Freitag war mit mehr als 414.000 Neuinfektionen ein Höchstwert verzeichnet worden. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöhte sich um 4092 auf 242.362.

Zum zweiten Mal in Folge hat Indien einen weltweiten Höchststand an Corona-Neuinfektionen von mehr als 400.000 Fällen registriert. Quelle: dpa

In Südafrika sind erste Fälle der neuen Coronavirus-Variante aus Indien aufgetreten. Wie das Gesundheitsministerium bestätigt, haben sich insgesamt vier Personen mit der neuen Mutante angesteckt. Die Infizierten waren zuvor in Indien auf Reisen.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt auf 118,6
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 12.656 neue Positiv-Tests. Vor einer Woche meldete das RKI 16.290 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 118,6 von 121,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 127 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 84.775. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,5 Millionen Fällen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

Gewerkschaft der Polizei warnt vor Täuschungsversuchen
Nachdem am Sonntag die von der Bundesregierung beschlossenen Lockerungen für Geimpfte und Genesene in Kraft getreten sind, warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor Täuschungsversuchen. „Es gibt keine Standards für die Ausstellung von Attesten für Corona-Genesene. Dies lässt Spielraum für Täuschungsversuche“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagausgaben) laut einem Vorabbericht. Es sei entscheidend, dass Impfausweise künftig besser mit technischen Mitteln gegen Fälschungen absichert würden: „An den Grenzen können Beamtinnen und Beamte mit speziellen Scannern Dokumente einlesen. Das geht mit Impfbüchern bisher nicht. Hier muss zügig nachgerüstet werden“, so Radek.

Samstag, 8. Mai 2021

Der Impfstoffhersteller Biontech hält eine Patentfreigabe für nicht zielführend, will armen Ländern aber beim Preis entgegenkommen. „Wir werden weiterhin Länder mit niedrigem oder unterem mittleren Einkommen mit unserem Impfstoff zu einem nicht gewinnorientierten Preis versorgen“, teilte das Unternehmen am Samstag in Mainz mit. Man sei überzeugt, dass der kontinuierliche Ausbau der Produktionskapazitäten dazu beitragen werde, diese Pandemie zu beenden. „Um dies zu erreichen, müssen Regierungen, Hersteller sowie internationale und nationale Organisationen gemeinsam die Versorgung von Ländern mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen aus den bereits bestehenden Produktionsstätten unterstützen und helfen, neue zertifizierte Standorte zu identifizieren.“
Patente seien „nicht der begrenzende Faktor für die Produktion oder Versorgung mit unserem Impfstoff“, sagte eine Sprecherin. Die Herstellung von Impfstoffen sei ein komplexer Prozess. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt seien, könnten Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs leiden. Eine Meldung, wonach Biontech vorübergehend auf den Patentschutz für den Corona-Impfstoff verzichte, sei nicht zutreffend. Um den Patentschutz war eine politische Debatte entbrannt. Die Weltgesundheitsorganisation spricht sich dafür aus, ihn generell auszusetzen, um die Bevölkerung ärmerer Länder günstig mit Impfstoff versorgen zu können. Die US-Regierung hat sich dieser Forderung angeschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dagegen ausgesprochen, auch die EU sieht darin „kein Wundermittel“.

Fläschchen mit dem Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer stehen in den Produktionsstätten von Allergopharma in Reinbek bei Hamburg Quelle: dpa

EU schließt bislang größten Vertrag für Impfstoffdosen
Die EU hat ihren bislang größten Vertrag für Impfstoffdosen gegen das Coronavirus beschlossen. Sie ging ein Geschäft mit Biontech und Pfizer für bis zu 1,8 Milliarden Dosen des Impfstoffs der beiden Unternehmen ein, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag bei Twitter mitteilte. Es sei ein „Vertrag für garantierte 900 Millionen Dosen (+900 Millionen Optionen) genehmigt“ worden. Der Vertrag soll für Lieferungen bis 2023 gelten.

Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland schwächt sich ab
Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland schwächt sich im Wochenvergleich weiter ab: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 15.685 Neuinfektionen. Das sind 3250 Fälle weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 121,5 von 125,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt haben. 238 weitere Menschen starben im Verbindung mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesfälle auf 84.648. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,5 Millionen Ansteckungen in Deutschland bestätigt.

Die regionalen Unterschiede bei den Corona-Fallzahlen sind weiter groß. Thüringen ist mit einer Inzidenz von 183,7 das Bundesland mit dem höchsten Wert. Kein Bundesland liegt aber mehr über der Schwelle von 200. Schleswig-Holstein registriert mit 52,1 erneut den niedrigsten Wert. Daneben verzeichnen zudem mit Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin sechs Bundesländer einen Wert unter 100 – Rheinland-Pfalz und das Saarland liegen nur knapp darüber. Über dieser Schwelle müssen etwa Kontaktbeschränkungen verschärft werden – darunter sind in Landkreisen und Städten mit entsprechend niedrigeren Zahlen Öffnungsschritte möglich.

Lauterbach für Aussetzen der Patente
Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, spricht sich in der Debatte um Lockerungen des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen für Lizenzproduktionen in anderen Ländern aus. „Anders als Teile der Bundesregierung bin ich der festen Überzeugung, dass es jetzt ein befristetes Aussetzen aller Patente für Corona-Impfstoffe braucht“, sagte der Politiker der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Das befristete Aussetzen der Patente sei als humanitäre Pflicht dringend geboten, weil sonst Impfstoffe aus den USA oder Europa nicht schnell genug in Indien sowie afrikanischen und südamerikanischen Ländern ankämen.

Wieder über 400.000 Neuinfektionen in Indien
Indien hat den dritten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen und mit 4187 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus so viele wie noch nie gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 401.078 auf 21,9 Millionen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Erst am Freitag war mit mehr als 414.000 Neuinfektionen ein Höchstwert verzeichnet worden. Zudem zählen die Behörden nun fast 240.000 Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind.

Freitag, 7. Mai 2021

Die Briten dürfen ab 17. Mai wieder ins Ausland reisen. Allerdings stehen nur zwölf Länder auf der Liste der Ziele, für die Großbritannien keine Quarantäneregelungen vorsieht. Wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag sagte, können die Briten ohne Einschränkungen unter anderem nach Portugal, Israel, Neuseeland, Australien und Singapur reisen, aber nicht ins beliebte Reiseländer wie Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und die USA. Alle drei Wochen solle die Liste überarbeitet werden. Reisende müssen allerdings zwei Tests machen: einen vor der Rückreise nach Großbritannien, einen weiteren innerhalb von zwei Tagen danach.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erteilt dem Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm eine Notfallzulassung. Damit ist es das erste Vakzin eines nicht-westlichen Landes mit einer Notfallzulassung der WHO. In China und anderen Ländern sind bereits hunderte Millionen Menschen damit geimpft worden. Mit dem grünen Licht der WHO kann das Mittel auch in die Covax-Impfinitiative aufgenommen werden, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen garantieren soll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bekräftigt, dass Kinder und Jugendliche nach Zulassung von Corona-Impfstoffen für ihre Altersgruppe beim Impfen schnell an die Reihe kommen sollen. „Wir wollen ja sowieso dann ab Anfang Juni die Priorisierung aufheben. Aber wir werden auch mit den Ländern darüber sprechen: „Wie können wir möglichst sicherstellen, dass dann die jungen Leute auch schnell drankommen?“, sagte Merkel am Freitag bei einer Online-Diskussion im Rahmen von sogenannten Jugendpolitiktagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bedankte sich bei Kindern und Jugendlichen für Solidarität in der Pandemie. Quelle: AP

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten kürzlich bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Präparats für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Merkel zeigte sich sehr zuversichtlich: „Das wird sicherlich sehr zeitnah passieren.“

Gerade junge Menschen hätten „eine große Mobilität und einen berechtigten Anspruch darauf, sich zu bewegen und auch sicher zu sein“, betonte die Kanzlerin. „Deshalb werden wir alles daran setzen – in Abhängigkeit natürlich von den verfügbaren Impfdosen –, diese Gruppe nicht aus dem Auge zu verlieren.“ Merkel warnte aber auch davor, Ältere zu vergessen, die noch nicht geimpft sind.

Die CDU-Politikerin bedankte sich bei Kindern und Jugendlichen für Solidarität in der Pandemie. „Das sind große, große Einschränkungen, die da sind, das Lernen, das Alleinsein“, sagte sie mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen. Trotz großer Löcher im Haushalt und hoher Ausgaben durch Corona mahnte sie, „die Bedürfnisse von jungen Leuten, von Kindern, nicht zu vergessen, sondern im Mittelpunkt zu behalten“.

Aus Vorsicht: Briten unter 40 bekommen Alternative zu AstraZeneca

Wegen der Gefahr seltener Blutgerinnsel sollen Menschen unter 40 Jahren in Großbritannien künftig bevorzugt eine Alternative zum Corona-Impfstoff von AstraZeneca erhalten. Das teilten die britische Impfkommission JCVI und die Arzneimittelbehörde MHRA am Freitag mit.

Jüngsten Zahlen zufolge sind in Großbritannien bis Ende April 49 Menschen infolge von seltenen Blutgerinnseln in Verbindung mit einer geringen Zahl an Blutplättchen nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben. Insgesamt traten die Symptome bei 242 Menschen nach einer ersten Impfung mit AstraZeneca auf. Bis Ende April erhielten laut Behördenangaben in Großbritannien 22,6 Millionen Menschen eine erste Impfung mit AstraZeneca.

Wie die Arzneimittelbehörde weiter mitteilte, gibt es nun auch in Großbritannien Hinweise, dass Frauen stärker von den Blutgerinnseln betroffen sind als Männer. Auch dort zeigt sich nun, dass die Fälle häufiger bei jüngeren Menschen auftreten als bei Älteren. Das müsse berücksichtigt werden beim Einsatz des Mittels, hieß es in einem MHRA-Bericht. Ihre grundsätzliche Empfehlung für den Impfstoff für alle Altersgruppen änderten die britischen Behörden jedoch nicht. Die Vorteile einer Impfung überwiegen demnach weiterhin die Risiken für die Mehrzahl der Menschen.

In Deutschland wird AstraZeneca nur für die Altersgruppe der über 60-Jährigen empfohlen. Jüngere Menschen können sich das Mittel aber auf eigene Gefahr spritzen lassen, eine Priorisierung für stärker von Covid-19 gefährdete Gruppen gibt es hier nicht mehr.

Pfizer/BionTech bringen regulären Zulassungsprozess in USA auf den Weg

Der US-Pharmakonzern Pfizer und sein deutscher Partner BionTech haben nach eigenen Angaben in den USA die Beantragung einer vollständigen regulären Zulassung ihres gemeinsamen Corona-Impfstoffs auf den Weg gebracht. Bislang wurde von der US-Arzneimittelbehörde FDA nur eine Notfallzulassung erteilt, also eine Art Ausnahmegenehmigung aufgrund der Dringlichkeit der Lage.

„Spiegel“ – Stiko will J&J-Vakzin nur für über 60-Jährige empfehlen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will laut einem „Spiegel"-Vorabbericht den Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson nur noch für Personen ab 60 Jahren empfehlen. Jüngere sollen demnach das Vakzin aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen. Beim RKI hieß es, von der Stiko werde kommende Woche eine Stellungnahme erwartet. Weiter wollte man sich nicht äußern. Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson waren in einigen wenigen Fällen Thrombosen aufgetreten. Die USA hatten Impfungen mit dem Vakzin deshalb vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde befand nach einer Prüfung, dass es zwar eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gebe. Insgesamt überwögen aber die Vorteile die Risiken.

Sachsen-Anhalt öffnet unter Auflagen Gastronomie, Sport und Kultur

Sachsen-Anhalt lockert ab dem Wochenende die Corona-Regeln für Landkreise und kreisfreie Städte, deren Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt. Die Außengastronomie soll dann wieder öffnen können, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag mitteilte. Bestimmte Veranstaltungen im Freien sollen ebenso wie touristische Aufenthalte möglich sein. Maßgabe ist ein negativer Corona-Test, dazu kommen Hygieneregeln und Zugangsbegrenzungen.

Die Verordnung trete am Samstag in Kraft und ende am 24. Mai – somit falle in Magdeburg zum Sonntag bereits die Bundes-Notbremse, erläuterte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Die Landeshauptstadt weist seit fünf Tagen eine Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Konkret ergeben sich so eine Vielzahl an Öffnungen wie im Falle von Schwimmbädern und Badeanstalten (Außenbereich) oder auch Training mit bis zu 25 Menschen im Freien. In der geöffneten Außengastronomie ist die Zahl der Gäste an einem Tisch auf sechs begrenzt.

Spahn: Kommende Woche eine Million AstraZeneca-Dosen ohne Priorität

In der kommenden Woche sollen eine Million AstraZeneca-Dosen an die Arztpraxen in Deutschland geliefert werden, die dann ohne Priorisierung vergeben werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin an. Am Vortag hatten Bund und Länder die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste für diesen Impfstoff aufgehoben. Künftig ist es dem Arzt in Absprache mit dem Impfling auch freigestellt, den Abstand für eine AstraZeneca-Zweitimpfung von zwölf auf bis zu vier Wochen zu verkürzen.

Spahn betonte: „Die Wirksamkeit ist umso höher, desto länger der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung ist.“ Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liegt laut Studien bei 50,4 Prozent, bei zwölf und mehr Wochen bei bis zu 82,4 Prozent. Auf die Frage, ob mit einer Verkürzung des Intervalls die Urlaubsplanung von Impfwilligen zulasten der Wirksamkeit unterstützt werden soll, verteidigte Spahn den Schritt: Viele wollten sich augenscheinlich derzeit nicht mit AstraZeneca impfen lassen, weil sie dann erst im August den vollen Impfschutz bekommen. Da auch die Erstimpfung schon gegen das Virus schütze, sei so eine geringere Akzeptanz aber für die Pandemiebekämpfung insgesamt nicht gut. „In dieser Phase der Pandemie haben wir ein großes Interesse daran, dass viele Menschen sich impfen lassen.“

Die Freigabe von AstraZeneca sei besonders für diejenigen attraktiv, „die nicht so schnell an eine Impfung kommen würden.“ Aber angesichts der beschränkten Liefermengen gelte auch weiter: „Es können nicht innerhalb von drei oder fünf Tagen oder auch von zwei Wochen alle geimpft werden.“ Bei den Über-60-Jährigen seien je nach Bundesland nun rund 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Empfohlen wird das AstraZeneca-Präparat nach Bekanntwerden von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen vor allem bei jüngeren Frauen für Menschen ab 60. Aber auch Jüngere können sich damit impfen lassen.

Tourismusverbände begrüßen Öffnungen – einheitliche Pläne gefordert

Deutsche Tourismusverbände begrüßen die einzelnen Länderinitiativen zur Öffnung und fordern bundeseinheitliche Konzepte für die touristischen Betriebe. „Wir begrüßen, dass die Politik endlich erkannt hat, dass verantwortungsvoller Tourismus mit Sicherheitskonzepten selbst bei einem Inzidenzwert bis 100 möglich ist“, sagten Michael Buller und Petra Thomas, die Sprecher des Aktionsbündnisses Tourismusvielfalt, am Freitag.

Ein „Flickenteppich“ aus sechzehn unterschiedlichen Verordnungen sei allerdings keine Lösung, kritisiert Buller. „Wenn in Hessen andere Regeln gelten als in Bayern, ist das für Gäste, Gastgeber und Reiseunternehmen nicht nachvollziehbar. Urlauber wollen jetzt wissen, ob sie ihren Urlaub sicher buchen können.“ Das Aktionsbündnis fordert daher eine einheitliche bundesweite Regelung. Mittels sinnvoller Teststrategien, Impfungen und Corona-Schutzmaßnahmen lasse sich bereits eine hohe Sicherheit im Urlaub gewährleisten.

Dem Aktionsbündnis gehören 28 Tourismusverbände an, darunter der Deutsche Ferienhausverband, der Bundesverband der Campingwirtschaft und der Verband Internet Reisevertrieb (VIR)

Neuer Corona-Infektionshöchststand in Indien

Zum zweiten Mal in Folge hat Indien einen weltweiten Höchststand an Corona-Neuinfektionen von mehr als 400.000 Fällen registriert. In den vergangenen 24 Stunden waren es 414.188, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Freitag zeigen. In dem gleichen Zeitraum starben 3915 Menschen mit oder an Corona.

Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen – auch weil es in Teilen des Landes schwer ist, getestet zu werden. Insbesondere in ländlichen Regionen sterben viele Menschen zu Hause, und sie tauchen dann nicht immer in der Statistik auf.

In der größten Demokratie der Welt nehmen zudem Forderungen nach einem landesweiten Lockdown zu. Auch US-Gesundheitsexperte und Präsidentenberater Anthony Fauci sprach sich schon für einen Lockdown in Indien aus.

Darauf wollte Indiens Premierminister Narendra Modi zunächst verzichten. Stattdessen setzt er eher auf Lockdowns in besonders betroffenen Gebieten. Hintergrund: Ein harter landesweiter Lockdown im vergangenen Jahr hatte zu einer Massenwanderung von Millionen von Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern aus den Städten in ihre Heimatdörfer geführt. Damit dürften sie das Virus verbreitet haben. Auch die Wirtschaft wurde stark getroffen.

In absoluten Zahlen ist Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mit insgesamt mehr als 21 Millionen erfassten Corona-Infektionen hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) machten vergangene Woche die in Indien erfassten Corona-Fälle fast die Hälfte alle weltweit gemeldeten Corona-Fälle aus.

Corona-Notstand in Tokio wenige Monate vor Olympischen Spielen verlängert

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen hat die japanische Regierung nur gut zwei Monate vor den Olympischen Sommerspielen den Notstand in Tokio und drei weiteren Regionen bis zum 31. Mai verlängert. Zudem solle er zusätzlich in den Präfekturen Fukuoka und Aichi ausgerufen werden, sagt Ministerpräsident Yoshihide Suga. Die Regierung habe gehofft, dass ein „kurzer und starker“ Notstand ausreichen würde, um die vierte Infektionswelle in Japan einzudämmen, aber die Neuinfektionen in Großstädten wie Tokio und Osaka seien immer noch auf hohem Niveau. In Tokio sowie den Präfekturen Osaka, Hyogo and Kyoto gilt der Notstand bereits seit dem 25. April. Die Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli beginnen. Sie waren im vergangenen Jahr wegen der Pandemie verschoben worden.

Spahn – Planen bereits mit Ländern Impfungen für Jugendliche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist zuversichtlich, dass es wahrscheinlich im Juni eine Zulassung für den BioNTech-Impfstoff auch für über Zwölfjährige geben wird. Deswegen müsse die Umsetzung jetzt schon mit den Ländern geplant werden. Denkbar seien Massenimpfungen in Impfzentren oder Schulen bis Ende August.

Lambrecht – Erleichterungen für Geimpfte ab Sonntag

Vollständig Geimpfte und von einer Corona-Erkrankung Genesene genießen ab Sonntag wieder mehr Freiheiten. „Die Verordnung kann jetzt am Sonntag in Kraft treten“, sagt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), nachdem auch der Bundesrat der entsprechenden Regelung der Bundesregierung zugestimmt hat. „Geimpfte und Genesene brauchen dann keinen negativen Test mehr, wenn sie zum Beispiel einkaufen oder zum Friseur gehen oder einen botanischen Garten besuchen“, erklärt Lambrecht. „Wer geimpft oder genesen ist, kann sich im privaten Rahmen ohne Einschränkungen treffen.“ Für sie gelten auch nicht mehr die Ausgangsbeschränkungen, die laut Bundesnotbremse in Regionen mit einer Ansteckungsrate über 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen greift. Auch eine Quarantäne könne für sie nur noch in Ausnahmefällen angeordnet werden.

Spahn warnt vor zu schnellen Öffnungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor Sorglosigkeit aufgrund der sinkenden Corona-Infektionszahlen gewarnt. „Die dritte Welle scheint gebrochen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Wegen des umsichtigen Verhaltens der Bürgerinnen und Bürger und der Wirkung der Bundesnotbremse sänken die Infektionszahlen. Aber sie befänden sich noch immer auf hohem Niveau. Nun müsse der Abwärtstrend verstetigt und ein Wiederanstieg der Zahlen verhindert werden. „Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz“, sagte Spahn.

Der Minister mahnte: „Jetzt geht's darum, in den nächsten Wochen noch gemeinsam durchzuhalten. Wir reden tatsächlich ja jetzt noch eher über Wochen oder wenige Monate.“ Spahn betonte: „In dieser Phase der Pandemie geht es tatsächlich darum, das Erreichte nicht zu verspielen.“ Es gebe Grund zu Optimismus und Zuversicht. „Zuviel Ungeduld dagegen würde nur dem Virus helfen.“

Spahn rief dazu auf, dass dort, wo Lockerungen stattfinden, diese im Außenbereich gemacht würden. Im Fall von Kulturveranstaltungen in Regionen mit Inzidenzen unter 100 sollten diese etwa draußen vorgesehen werden – und mit Test als Zugangsvoraussetzung.

Bundesweit sank die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitag weiter auf nun 125,7. Vor einer Woche waren es 153,4. Es gab 18.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages.

„Unser Gesundheitswesen ist zwar stark gefordert, aber zu keinem Zeitpunkt überfordert gewesen“, so Spahn. Zugleich machten die Impfungen deutliche Fortschritte. 26,2 Millionen Menschen seien nun mindestens einmal geimpft – 31,5 Prozent der Bevölkerung. Kommende Woche werde jeder Dritte einmal geimpft sein. 8,8 Prozent hätten den vollen Schutz. Am Vortag seien rund 200.000 Zweitimpfungen dazugekommen. Mit Blick auf die Beschleunigung nach anfangs schleppendem Impftempo sagte Spahn, „dass Deutschland eher gut ist im Elfmeterschießen“.

Mehr als 31 Prozent der Bürger gegen Corona erstgeimpft

In Deutschland haben 31,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Verweis auf das Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 8,8 Prozent der Bevölkerung.

Am Donnerstag wurden nach Angaben des RKI (Stand: 7. Mai, 10.10 Uhr) 932.495 Impfungen gemeldet. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden.

Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang knapp 33,6 Millionen Dosen, davon etwas mehr als 26,2 Millionen bei Erstimpfungen und weitere fast 7,4 Millionen bei Zweitimpfungen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 35,4 Prozent. Brandenburg liegt mit genau 28 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 94 Prozent verbraucht. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen.

Indischer Konzern Biological E. peilt Vakzin-Produktionsstart im August an

Der indische Pharmakonzern Biological E. Ltd beginnt nach eigenen Angaben in Kürze mit der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie seines Corona-Impfstoffs. Das Unternehmen stellt in Aussicht, ab August 75 bis 80 Millionen Dosen pro Monat herzustellen. Regierungsvertreter haben sich ebenfalls zuversichtlich geäußert, dass das Vakzin ab August in Indien ausgeliefert werden könne. Das Land ist derzeit den Brennpunkt in der Corona-Pandemie, das Gesundheitssystem ist schwer unter Druck. Etwa zehn Prozent der 1,35 Milliarden Einwohner haben bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. Zur Anwendung kamen das Mittel des schwedisch-britischen Konzerns AstraZeneca und das in Indien hergestellte Vakzin Covaxin. Außerdem liegt der russische Impfstoff Sputnik V vor, er wurde aber in Indien noch nicht auf den Markt gebracht. Indien hofft zudem, sich mit den Vakzinen von Pfizer/BioNTech sowie Moderna eindecken zu können.

Merkel telefonierte mit BioNTech-Gründer wegen Patenten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einem Medienbericht zufolge mit BioNTech -Gründer Ugur Sahin über die Frage von Impfstoff-Patenten gesprochen. Bei dem Telefonat am Donnerstag soll es darum gegangen sein, was das Mainzer Unternehmen und die Regierung für die Corona-Impfstoff-Versorgung ärmerer Länder tun könnten, berichtet der „Spiegel“. Die Bundesregierung hatte am Donnerstag die von US-Präsident Joe Biden angeregte Freigabe der Impfstoff-Patente abgelehnt. Das eigentlich Problem liege in der Ausweitung der Produktion.

Auch Bundesrat stimmt Lockerungen für Geimpfte und Genesene zu

Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene werden die Pandemie-Regeln gelockert. Einen Tag nach dem Bundestag passierte die entsprechende Verordnung am Freitag auch den Bundesrat. Wenn sie nun zügig im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird, könnten die Lockerungen bereits am Wochenende gelten.

Laut Verordnung fallen nun etwa Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene weg. Bei Treffen mit anderen Personen werden sie nicht mitgezählt. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl Geimpfter treffen. Geimpfte müssen zudem in Läden oder beim Friseur keinen Test mehr machen.

Abendliche Ausgangsbeschränkungen fallen für beide Gruppen ebenfalls weg, nach Reisen oder nach Kontakt zu Infizierten müssen sie in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne - außer man hat sich mit einer in Deutschland noch nicht verbreiteten Virusvariante angesteckt oder man reist aus einem Virusvarianten-Gebiet ein. Auch Geimpfte und Genesene müssen aber weiter Masken an bestimmten Orten und in Gebäuden tragen und Abstandsregeln befolgen.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Donnerstag im Bundestag betont, rechtsstaatliche Grundsätze müssten gerade auch in Krisenzeiten gelten. Grundrechte könnten eingeschränkt werden, um Leben und Gesundheit zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherzustellen. Da nach wissenschaftlicher Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) Geimpfte und Genesene andere Menschen zumindest in deutlich geringerem Maße infizieren könnten, falle der Grund für Grundrechtseinschränkungen aber weg.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte die Geimpften zu einem „verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Glück“ auf. Sie sollten sich nicht zu überschwänglich verhalten, um Frustration und Neid derer vorzubeugen, die sich noch nicht impfen lassen können.

England will Maskenpflicht in Schulen aufheben

Trotz Warnungen von Wissenschaftlern und Gewerkschaften will die britische Regierung die Maskenpflicht in Schulen in England aufheben. Dies sei möglich aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen und dem Erfolg des Impfprogramms, sagte Bildungsminister Gavin Williamson der Zeitung „The Telegraph“ (Freitag). Die Maßnahme solle am 17. Mai in Kraft treten, wenn auch andere Corona-Restriktionen wie das Verbot von nicht notwendigen Auslandsreisen aufgehoben werden, wie das Blatt berichtete.

„Das Entfernen von Gesichtsmasken wird die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern erheblich verbessern, während alle anderen Sicherheitsmaßnahmen für Schulen bestehen bleiben, um das Virus aus den Klassenzimmern fernzuhalten“, sagte Williamson.

Ein Ministeriumssprecher betonte, die Virusübertragung zwischen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern sei deutlich gesunken. Im Vereinigten Königreich sind Gesundheitsfragen Sache der einzelnen Landesteile, die britische Regierung entscheidet nur für England.

Hingegen forderten Wissenschaftler, Gesundheitsexperten und Gewerkschaften in einem Brief an Premierminister Boris Johnson, die Maskenpflicht frühestens am 21. Juni aufzuheben, wenn die Regierung alle Corona-Restriktionen beenden will. Die Maßnahme sei ein „zentraler Teil“ der Virus-Kontrolle in Schulen. Diese „notwendigen Schutzmaßnahmen“ aufzuheben, werde Konsequenzen „für die Gesundheit unserer Kinder, ihrer Eltern sowie ihrer Gemeinden“ haben.

Altmaier stimmt aus Versehen für Patentfreigabe von Impfstoffen

Als einziges Mitglied seiner Fraktion und der Bundesregierung hat der CDU-Abgeordnete und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Donnerstag für die Patentfreigabe bei Impfstoffen gestimmt – und damit gegen eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses. Wie Altmaier am Freitagmorgen auf Twitter mitteilte, handelte es sich dabei um ein Versehen. „Richtigstellung: Es handelt sich offenbar um einen Irrtum. Ich teile in dieser Frage die einhellige Haltung meiner Fraktion“, schrieb der Bundeswirtschaftsminister auf Twitter. Anträge der Linken lehne er grundsätzlich ab. „Möglicherweise habe ich eine falsche Karte in die Urne geworfen“, schrieb Altmaier weiter. Er werde den Vorgang klären.

Australien schwächt umfassendes Einreiseverbot aus Indien ab

Australien wird sein umstrittenes Einreiseverbot für Rückkehrer aus Indien voraussichtlich am 15. Mai wieder aufheben. Dann sei das Ziel der Maßnahme erreicht, eine Verlängerung sei wohl nicht mehr nötig, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Indien hatte die Regierung in Canberra vor einer Woche einen Einreisestopp auch für seine eigenen Bürger erlassen – unter Androhung von Haftstrafen von bis zu fünf Jahren bei Zuwiderhandlung.

Morrison kündigte an, dass zunächst drei Rückführungsflüge „für die dringendsten Fälle“ geplant seien. Die Maschinen würden in der Region Northern Territory landen, wo die aus Indien kommenden australischen Staatsbürger auch die Quarantäne verbringen sollen. Das absolute Reiseverbot und speziell die Androhung von Gefängnis- und Geldbußen bei Verstößen hatten der Regierung viel Kritik eingebracht. Gegner monierten, der Premierminister lasse die eigenen Bürger im Stich.

Seit Tagen verzeichnet Indien immer wieder weltweite Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen. Zuletzt lag die Marke bei mehr als 400.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden. Die Dunkelziffer dürfte aber noch deutlich höher liegen. Die Lage verschärft sich weiter, weil vielen Krankenhäusern der medizinische Sauerstoff ausgeht.

Tourismusbeauftragter optimistisch zu Sommerurlaub in Deutschland

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hat sich optimistisch gezeigt, dass im Sommer in Deutschland wieder Urlaub möglich sein wird. „Ich denke, dass ab Juni ganz, ganz viele Menschen geimpft sein werden“, sagte Thomas Bareiß (CDU) am Freitag im „ZDF“-Morgenmagazin. Mit der Menge der zur Verfügung stehenden Impfdosen könnte dann fast jeder Mensch in Deutschland zumindest einmal geimpft sein. „Insofern hoffe ich, dass da im Juni viel passiert und der Sommerurlaub dann auf alle Fälle möglich sein wird“, sagte der CDU-Politiker.

Grundsätzlich werde in diesem Jahr aber der Deutschland-Tourismus im Mittelpunkt stehen, sagte Bareiß. Er glaube, „dass die große Fernreise noch ausfallen wird“.

An Pfingsten werde es auch in Deutschland in vielen Regionen mit dem Urlaub aber „wahrscheinlich noch etwas schwierig werden“. Bareiß stellte klar, dass nach der aktuellen Regelung bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, Hotels und Gastronomie geöffnet werden können.

US-Forscher schätzen Corona-Todesfälle weltweit auf 6,9 Millionen

Forscher der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundesstaat gehen von erheblich mehr Corona-Toten weltweit aus als offizielle Zahlen wiedergeben. Schätzungen des Uni-Instituts IHME hätten ergeben, dass weltweit 6,9 Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein dürften, erklärte dessen Direktor Christopher Murray am Donnerstag (Ortszeit). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der weltweiten Coronatoten am selben Tag mit rund 3,2 Millionen an.

In fast jedem Land der Welt gebe es signifikante Lücken bei der Erfassung der Todesfälle, es gebe aber deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, erklärte das Institut. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland rund 120.700 Menschen infolge einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben. Die WHO gibt die Zahl mit über 84.000 an. Global betrachtet stehe Deutschland mit Blick auf die Erfassung nicht schlecht da, sagte Murray.

Im Fall von Russland unterscheiden sich die offiziellen Angaben (WHO: rund 112.000) besonders stark von der Schätzung des Instituts (rund 593.600 Tote). In den USA schätzen die Forscher die Zahl der Toten auf rund 905.300 (WHO: rund 573.000). Im Fall von Indien gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten mit rund 654.400 fast dreimal so hoch ist wie erfasst (WHO: rund 230.000).

Die Forscher leiteten ihre Schätzungen aus der Übersterblichkeit ab: Die ergibt sich, wenn man die erwarteten Todesfälle durch alle Ursachen in einem bestimmten Zeitraum vor der Pandemie mit den tatsächlichen Todesfällen in der Pandemie vergleicht. Bei der Betrachtung der Übersterblichkeit wurde berücksichtigt, dass es in der Pandemie eine Verschiebung bei den Todesursachen gab. So kam es wegen der eingeschränkten Mobilität zu weniger Unfällen im Straßenverkehr. Zugleich kam es etwa zu Verzögerungen bei der Behandlung anderer Krankheiten. Nach Berücksichtigung dieser Faktoren schätzten die Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle, die nur auf eine Covid-19-Erkrankung zurückzuführen sein dürften, auch wenn diese nicht immer als solche erfasst wurden.

Das IHME (Institute for Health Metrics and Evaluation) hat während der Pandemie laufend Prognosen zu Todeszahlen veröffentlicht und auch veranschaulicht, wie sich Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken auf den Pandemie-Verlauf auswirken könnten. Das Weiße Haus hat Modelle des IHME mehrfach angeführt. Das Institut leitet das Projekt Global Burden of Disease, eine Studie, deren Ergebnisse jährlich im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht werden, und die unter anderem Todesursachen, Krankheiten und Risikofaktoren in Ländern in aller Welt analysiert.

RKI registriert 18.485 Corona-Neuinfektionen und 284 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:10 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.329 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7 (Vortag: 129,1; Vorwoche: 153,4).

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 306 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.491.988 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.128.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.410.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,88 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

In den USA bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in den USA Mitte Dezember sind bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht worden. Rund 57 Prozent aller Erwachsenen bekamen bislang mindestens eine Impfdosis, 42 Prozent sind bereits vollständig geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag (Ortszeit) zeigten. In der Gruppe der über 65-Jährigen sind demnach bereits 70 Prozent der Menschen abschließend geimpft.

Insgesamt wurden bislang 252 Millionen Dosen verabreicht, wie das CDC berichtete. In den Vereinigten Staaten ist neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen je zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson im Einsatz. Dieser entfaltet bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung.

Am Höhepunkt der Impfkampagne in den USA wurden täglich mehr als drei Millionen Menschen geimpft. Inzwischen verlangsamt sich das Tempo wegen nachlassender Nachfrage vielerorts etwas. Nach den CDC-Daten bekamen bislang knapp 149 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis, 109 Millionen Menschen sind bereits vollständig geimpft.

US-Präsident Joe Biden hat diese Woche als neues Ziel der Impfkampagne erklärt, bis Anfang Juli sollten rund 70 Prozent aller Erwachsenen im Land mindestens die erste Impfung erhalten haben. Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein.

Die Regierung bereitet auch bereits die Impfung Jugendlicher im Alter von 12 bis 16 Jahren vor. Experten rechnen damit, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer nächste Woche von der zuständigen Behörde FDA für diese Altersgruppe zugelassen werden dürfte.

Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. Die Regierung hat sich ausreichend Impfstoff gesichert, um die Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen schon ab dem Sommer komplett versorgen zu können.

Russland: 20 Millionen weltweit mit Sputnik V gegen Corona geimpft

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen inzwischen weltweit mehr als 20 Millionen Menschen mindestens eine Dosis des russischen Impfstoffs Sputnik V injiziert bekommen haben. Das teilte der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF am Donnerstag mit, der das Vakzin im Ausland vermarktet. Sputnik V besteht aus zwei Komponenten und ist nach Angaben aus Moskau in mehr als 60 Ländern zugelassen, in denen insgesamt 3,2 Milliarden Menschen leben. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wurden weltweit bereits mehr als eine Milliarde Dosen verschiedener Impfstoffe verabreicht.

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin zeigte sich offen dafür, den Patentschutz auf Impfstoffe auszusetzen. Diese Idee verdiene Beachtung, sagte er der Agentur Interfax zufolge. „Eine Pandemie ist ein Notfall“, wurde er zitiert. Die USA hatten zuletzt die Debatte darüber angeheizt, dass der Patentschutz von Pharmafirmen vorübergehend entfallen soll.

Nach Putins Angaben steht in Russland nun ein weiterer Impfstoff bereit: quasi die „Light-Version“ von Sputnik V, mit der man nur eine Injektion benötigt. Dem Direktinvestmentfonds zufolge hat das Vakzin eine Wirksamkeit von fast 80 Prozent. Nach früheren Angaben soll „Sputnik Light“ zwar weniger lange Schutz bieten, dafür aber schneller wirksam sein. Der Wirkstoff werde dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus durch eine schnellere Immunisierung größerer Bevölkerungsgruppen zu verhindern, teilte das Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie mit.

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Putin beklagte zudem einen Rückgang beim Impftempo in einigen Regionen des Riesenreichs. Die lokalen Behörden müssten mehr impfen, forderte er. Nach Angaben von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa haben mittlerweile 9,4 Millionen Menschen in Russland beide Spritzen erhalten, das sind 6,4 Prozent der Bevölkerung. Neun Prozent haben demnach die erste von zwei Injektionen erhalten.

Nach Golikowas Angaben sind in Russland bislang 31,9 Millionen Impfdosen hergestellt worden. Ein Großteil davon entfalle auf Sputnik V, das bereits seit neun Monaten auf dem russischen Markt ist. Russland verfügt nun über vier eigene Impfmittel gegen das Virus. Umfragen zufolge wollen sich die meisten Russen aber nicht impfen lassen.

Putin warb einmal mehr für die russischen Vakzine. „Sie sind zuverlässig wie ein Kalaschnikow-Sturmgewehr“, meinte er. „Das sagen nicht wir, das sagte einer der europäischen Experten. Ich denke, er hat zweifellos Recht.“ Auf wessen angebliche Äußerung sich Putin bezog, war zunächst unklar.

Mit Material von dpa und Reuters.

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