Auswärtiges Amt Deutlich mehr Türken beantragen Asyl

Die Regierung Erdogan geht hart gegen Kritiker vor, die Anträge von Türken auf Asyl in Deutschland steigen daher rasant. Ein CDU-Innenpolitiker merkt an: Asyl für Regimekritiker löse die Probleme der Türkei nicht.

Für viele politisch verfolgte Türken ist Deutschland ein neues Heimatziel. Quelle: dpa

BerlinDie Zahl der Asylbewerber aus der Türkei ist einem Zeitungsbericht zufolge deutlich gestiegen. Von Januar bis Oktober stellten 4437 Menschen aus dem Nato-Staat einen Antrag in Deutschland, wie die Blätter der Funke-Gruppe (Freitagausgaben) unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge berichteten. Im Jahr zuvor waren es demnach nur 1767 Personen. Besonders in den vergangenen Wochen sei im sogenannten Easy-System eine stetige Zunahme zu verzeichnen gewesen.

CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer geht nach eigenen Worten davon aus, dass sich die Entwicklung fortsetzt. „Wir müssen damit rechnen, dass die Zahl der Türken, die in Deutschland politisches Asyl suchen, noch weiter steigen wird.“ Mit Blick auf Äußerungen aus dem Auswärtigen Amt warnte Mayer jedoch: „Wir lösen die Probleme in der Türkei aber nicht dadurch, dass wir alle regimekritischen Bürger einladen, bei uns Asyl zu beantragen.“ Diesen Gefallen dürfe man Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht tun. Das SPD-geführte Außenministerium hatte ausdrücklich darauf hingewiesen, dass politisch Verfolgte in Deutschland Asyl beantragen könnten.

Die türkischen Behörden gehen seit dem Putschversuch im Sommer verstärkt gegen die Opposition und andere Regierungskritiker vor. Seitdem wurden auch mehr als 110.000 Personen in Armee, Verwaltung, Justiz und Sicherheitsbehörden entlassen oder suspendiert.

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