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Corona-Schnelltest & PCR-Test So teuer ist ein Coronatest

So teuer ist ein Coronatest im Oktober Quelle: dpa

In Deutschland sind die Coronatests seit Montag nicht mehr kostenfrei. Ungeimpfte müssen dafür teils tief in den Geldbeutel greifen – oder sich doch noch impfen lassen.  

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Ob das Restaurant, die Sporthalle, der Flughafen oder Krankenhäuser und Pflegeheime – kaum eine Einrichtung lässt sich aktuell noch ohne Impfung oder einen negativen Test auf das Coronavirus betreten. Wer sich noch nicht impfen lassen konnte – oder wollte – hatte bisher zumindest die Möglichkeit, sich kostenfrei in einem Testzentrum, beim Arzt oder in der Apotheke testen zu lassen, um doch noch Eintritt zu erhalten. Wenn ein ärztlich begründeter Verdacht für eine Infektion vorlag, zahlte der Staat sogar den PCR-Test.

Doch das hat nun ein Ende: Der Bürgertest kostet ab heute, dem 11. Oktobe, Geld. Das hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer vor wenigen Wochen beschlossen. Steuerzahler sollen demnach nicht weiter die Testkosten übernehmen, da inzwischen jeder die Möglichkeit zur Impfung habe, begründet die Bundesregierung die Umstellung. Allerdings sind in Deutschland immer noch Millionen Menschen ungeimpft. Das Ziel der Politik ist klar: Mit den kostspieligen Tests will sie viele Menschen von der kostenlosen Impfung überzeugen.

Was kommt also künftig auf die Bürger zu, die sich testen lassen wollen? Ein Überblick.

Was kostet ein Corona-Schnelltest?

Wie viel die Coronatests genau kosten, ist abhängig davon, wo der Test gemacht und wie schnell das Ergebnis benötigt wird. Laut Bundesgesundheitsministerium orientieren sich die Preise an den Kostenerstattungen des Bundes. Aktuell erstattet der Bund 11,50 Euro für Schnelltests und 43,56 Euro für PCR-Tests. Bis Mitte August sind für die Kostenübernahmen für Antigen- und PCR-Tests nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums insgesamt 4,6 Milliarden Euro bereitgestellt worden. 

Eine Auswertung des ADAC zeigt, dass ein PCR-Test am Frankfurter Flughafen 69 Euro kostet. Möchte man das Ergebnis in 35 Minuten haben, werden schon 279 Euro fällig. Ein Antigen-Schnelltest kostet 29 Euro. 

Allerdings steigen die Preise voraussichtlich nach Ende der kostenlosen Testzeit. Denn: Das Angebot wird kleiner, da immer mehr Testzentren schließen. In den vergangenen Monaten haben bereits infolge der steigenden Impfquote und dem damit verbundenen Nachfragerückgang einige Corona-Teststellen ihren Betrieb eingestellt. So schließt etwa die Drogeriemarktkette dm ihre über 200 Corona-Teststellen bis zum 30. September. Auch in den deutschen Apotheken sollen weniger Tests durchgeführt werden, bestätigt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Auch wenn der genaue Preis für die Tests noch nicht feststeht, ist klar: Für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, wächst der Druck auf den Geldbeutel. Denn die 3G-Regel zwingt Ungeimpfte, sich testen zu lassen. Zwar verkaufen Supermärkte und Drogerien Selbsttests für zu Hause für teils weniger als einen Euro. Doch die bieten kein offizielles Testergebnis und sind damit für die 3G-Regel ungültig.

Wer bekommt weiterhin den kostenlosen Coronatest?

Doch es gibt Ausnahmen. Die hat die Bundesregierung in ihrer kürzlich veröffentlichten Corona-Testverordnung festgelegt. 

Weiterhin sind die Tests kostenfrei für…

  • Personen, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder erst seit drei Monaten zwölf Jahre alt sind.
  • Personen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation – wie beispielsweise einer Überempfindlichkeit - nicht gegen das Coronavirus geimpft werden können.
  • Personen, die zum Beenden einer Quarantäne einen negatives Testergebnis brauchen.
  • Personen, bei denen der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht.
  • Kontaktpersonen eines Corona-Erkrankten.
  • Kinder von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere noch bis zum 31. Dezember, da erst seit Kurzem die Ständige Impfkommission eine allgemeine Impfempfehlung herausgegeben hat.
  • Personen aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden noch bis zum 31. Dezember.

Warum brauchen Geimpfte keinen Coronatest?

Impfungen schützen stark gegen das Coronavirus. Trotzdem können sich auch vollständig Geimpfte infizieren und erkranken. Sie erleiden einen sogenannten Impfdurchbruch. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden in Deutschland bislang fast 25.000 Impfdurchbrüche verzeichnet. Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche vorkommen, ist erwartbar, da immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 weiterhin ausbreitet. Die Gefahr einer Ansteckung ist allerdings nur etwa ein Viertel so hoch wie bei Ungeimpften.

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Laut dem Bund-Länder-Beschluss von August sind Geimpfte von der Testpflicht ausgenommen, da sie sich und andere vor dem Coronavirus schützen und eine erneute Ausbreitungswelle verhindern.

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