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Frieren im WinterDoppelt so viele Deutsche können sich keine warme Wohnung mehr leisten

Wegen der Energiekrise können immer mehr Deutsche ihre Wohnung nicht mehr angemessen heizen. Ihre Zahl hat sich binnen nur eines Jahres verdoppelt. Trotzdem steigen die Konsumausgaben. Wie passt das zusammen?Kristina Antonia Schäfer 28.11.2023 - 11:19 Uhr

Wenn es nicht für eine heiße Heizung reicht: Immer mehr Deutsche müssen beim Heizen sparen.

Foto: dpa

In weiten Teilen Deutschlands hat kurz vor dem meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember tatsächlich der Winter Einzug gehalten. Die Temperaturen sinken vielerorts unter den Gefrierpunkt, in höheren Lagen liegt schon Schnee, die Schornsteine rauchen idyllisch. Oder doch nicht?

Fakt ist: Voriges Jahr konnten doppelt so viele Deutsche ihre Wohnung nicht ausreichend heizen wie noch im Jahr zuvor. Bei 5,5 Millionen beziehungsweise fast sieben Prozent der Menschen in Deutschland war dem Statistischen Bundesamt zufolge die Heizung damit kalt oder zumindest deutlich heruntergeregelt. Datengrundlage bildet die Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), eine Umfrage, bei der die Befragten ihre Situation selbst einschätzen.

Besonders oft gaben demnach Alleinerziehende an, nicht mehr genügend heizen zu können. Bei gut 14 Prozent führt der Geldmangel zu kälteren Wohnungen. Auch große Familien mit zwei Erwachsenen und mindestens drei Kindern sowie Alleinlebende sind mit knapp 10 und gut 7 Prozent überdurchschnittlich stark betroffen.

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Dass das Statistische Bundesamt ebenfalls am Dienstagmorgen veröffentlichte, dass die Konsumausgaben der Haushalte deutlich gestiegen sind, ist nur scheinbar ein Widerspruch. Die Menschen gehen nicht häufiger Shoppen, sondern müssen schlicht wegen der Inflation höhere Preise zahlen – allen voran für Energie (insbesondere 2022, aus diesem Jahr stammen die Daten).

Im Schnitt gaben deutsche Haushalte demnach jeden Monat 2846 Euro für Konsum aus, etwa 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Steigerung liegt sogar etwas über der allgemeinen Inflationsrate von 6,9 Prozent. Besonders ins Gewicht für die Haushalte fielen die Preissteigerung bei Kraftstoffen (gut 26 Prozent teurer) und Wohnenergie (gut 23 Prozent).

Doch nicht jeder kommt auf die annähernd 2900 Euro. Kein Wunder, liegt doch das Haushaltsnettoeinkommen bei Alleinerziehenden mit 3000 Euro nur knapp über diesem Wert. Dennoch geben Alleinerziehende im Schnitt gut 2400 Euro für den Konsum (der in der Statistik die auch Wohnkosten umfasst) aus, also fast ihr gesamtes Einkommen.

Bei Paaren hingegen bleibt bei 5200 Euro Nettoeinkommen und knapp 3600 Euro Konsumausgaben noch deutlich mehr Puffer.

Immerhin, im europäischen Vergleich stehen die deutschen Haushalte noch ziemlich gut da, was das Heizen angeht. So kann in Bulgarien nahezu jeder Vierte nicht ausreichend heizen (knapp 23 Prozent), gefolgt von Zypern und Griechenland (jeweils etwa 19 Prozent).


Und gerade in Bulgarien können die Winter empfindlich frisch werden, wie die letzten Tage erschreckend gezeigt haben. Der dortige Wintereinbruch kam mit deutlich mehr Macht als in Deutschland: In 1000 Orten fiel der Strom aus, Straßen und Gebirgspässe wurden gesperrt, mindestens ein Mann starb.

Lesen Sie auch: Darum sind Wärmepumpen bei Kälte besser als Öl- und Gasheizungen

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