IW-Studie: Wirtschaftskraft auf dem Land wächst
Eine IW-Studie zeigt: Ländliche Regionen in Deutschland holen auf!
Foto: dpaLändliche Regionen in Deutschland holen nach einer IW-Studie trotz andauernden Zuzugs in Städte bei der Wirtschaftskraft auf. Seit dem Jahr 2000 nähere sich die Wirtschaftsleistung je Einwohner zwischen dem ländlichen Raum und den Städten an, schreibt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in der Untersuchung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Bisher gebe es keine Verschiebung absoluter Anteile städtischer und ländlicher Räume an der Wirtschaftskraft zugunsten der Städte und Metropolregionen. Der ländliche Raum kann nach Darstellung der Ökonomen seinen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) vielmehr konstant halten, so dass sein Rückstand beim BIP je Einwohner im Vergleich mit Zentren seit dem Jahr 2000 spürbar abnehme.
Es gebe - anders als oft dargestellt - keine zunehmende wirtschaftliche Spaltung, sondern eine Anpassung zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Entwarnung gibt das arbeitgebernahe Institut aber nicht. Es bestehe weiter „erheblicher regionalpolitischer Handlungsbedarf“.
Platz 10: Fürth
Fürth? Zehnter im Dynamikranking? Ja, genau. Wie für Nürnberg und Würzburg gilt auch hier: Die gute Mischung aus Innovationstreibern und zupackenden Unternehmen sorgt für Aufbruchsstimmung auch jenseits der großen Metropolen.
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Quelle: Städteranking von WirtschaftsWoche, ImmobilienScout24 und der IW Consult Köln
Foto: FotoliaPlatz 9: Heilbronn
Nirgendwo sind in den vergangenen Jahren mehr Wohnungen fertig gestellt worden als in Heilbronn. Die Baubranche boomt also. Ist auch kein Wunder bei der idealen Pendler-Lage – genau zwischen der Auto-Hochburg Stuttgart und dem SAP-Mekka Sinsheim.
Foto: FotoliaPlatz 8: Nürnberg
Nochmal Franken: Junge Hochschulabsolventen müssen gar nicht in die große, weite Welt. Auch Städte wie Nürnberg bieten ehrgeizigen Berufseinsteigern jede Menge Entfaltungsmöglichkeiten und Angebote.
Foto: DPA/Picture-AlliancePlatz 7: Augsburg
Augsburg punktet vor allem mit einem sehr gut funktionierenden Arbeitsmarkt und einer florierenden Immobilienszene. Seit 2012 sind allein die Preise für Eigentumswohnungen um mehr als 80 Prozent gestiegen.
Foto: dpaPlatz 5: Regensburg
Die Donau-Stadt nimmt bundesweit einen der vorderen Plätze bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen ein. Ein gutes Zeichen: Wer ausbildet, hat schließlich auch Bedarf – und glaubt an die betriebliche Zukunft.
Foto: DpaPlatz 6: Frankfurt
Hohes Niveau und große Dynamik: Die Banken-Hauptstadt zeigt sich rundum leistungsfähig. Seit 2011 hat sich die Zahl der Einwohner um fast zehn Prozent erhöht. Ein höheres Wachstum schaffte nur Leipzig. Auch überraschend: Auf tausend Einwohner kommen am Main 57 Unternehmensgründer – das ist Spitze in Deutschland.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 4: Würzburg
Anführer der starken fränkischen Riege im Dynamikranking: Die ganze Region verbindet starke Forschungsverbünde und potente Unternehmen. Es gibt also nicht nur München...
Foto: DPAPlatz 3: Berlin
Im Niveau-Ranking rangiert die Hauptstadt noch unter ferner liefen, aber bei der Dynamik holt Berlin immer weiter auf. Keine deutsche Stadt zieht so viele internationale Talente an - und so langsam zahlt sich das aus. Die Industrie mag nie wieder an die Spree zurückkehren, aber Start-ups, starke Universitäten und zahlreiche Forschungseinrichtungen sorgen für hoffnungsvolle Innovationsschübe.
Foto: DpaPlatz 2: München
Die Millionen-Stadt mag in den vergangenen Jahren in vielen Vierteln aberwitzig teuer geworden sein – sehr lebenswert bleibt sie weiterhin. Außerdem stehen die steigenden Immobilienpreise für einen dynamischen Anlagemarkt – und bezeugen die ungebrochene Anziehungskraft. So bleibt München auch in diesem Ranking ziemlich weit vorne.
Foto: dpaPlatz 1: Ingolstadt
Konjunktur-Hotspot Ingolstadt: Nirgendwo hat in den vergangenen Jahren die Produktivität stärker zugelegt als hier. Kein Wunder, dass sich auch die Wirtschaftskraft pro Einwohner seit 2011 mit mehr als 30 Prozent dynamischer entwickelt, als überall sonst in Deutschland.
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Foto: dpa/picture-allianceDie Alterung der Gesellschaft werde sich in manchen, überwiegend ländlichen Regionen sehr viel eher und stärker auswirken. Es erscheine wahrscheinlich, dass die Wirtschaft dem Urbanisierungstrend zeitversetzt folgen könnte, wenn auf dem Land der Fachkräftemangel drückender werde und sich das Verhältnis zwischen arbeitenden Menschen und Ruheständlern spürbar verschlechtere.
Seit dem Jahr 2000 nimmt der Urbanisierungsgrad laut dem IW in Deutschland zu, die Einwohnerzahlen in Großstädten steigen. Der ländliche Raum verliere dagegen vielerorts Einwohner. Eine steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren scheine eher für eine andauernde Verstädterung zu sprechen: „Damit stellt sich die Frage, ob sich die wirtschaftliche Aktivität dem Urbanisierungstrend dauerhaft entziehen kann.“