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  4. Rücktritt der Grünen-Chefs Lang und Nouripour: Klare Kante, kopflose Partei

Kopflose ParteiDie Grünen-Spitze geht – die Probleme bleiben

Ricarda Lang und Omid Nouripour treten zurück. Das ist konsequent. Eine Antwort auf die tiefe Unzufriedenheit mit den Grünen aber haben sie nicht. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Cordula Tutt 25.09.2024 - 16:01 Uhr

Grünen-Doppelspitze tritt ab: Omid Nouripour und Ricarda Lang ziehen die Konsequenz aus dem jüngsten Wahldebakel in Brandenburg.

Foto: imago images

Nach drei Niederlagen bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland, die mit dem Wort krachend nicht ausreichend drastisch beschrieben sind, hat die Grünen-Parteiführung die Konsequenzen gezogen. Die beiden Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour haben für sich und die anderen im sechsköpfigen Bundesvorstand den Rücktritt verkündet.

Die Wahlergebnisse dort hatten sich mal eben halbiert, in Brandenburg wie Thüringen flog die Partei sogar aus den Landtagen. Zum Bundesparteitag im November in Wiesbaden sollen nun neue Leute ran. Und es sollen neue Antworten her, eine neue Sprache und neue Ausrichtung.

So klar der Abgang von Lang und Nouripour ist, so unklar bleibt jedoch die Zukunft der Partei, die in einem großen Sog der Unzufriedenheit trudelt. Ökologische Modernisierung kostet, sie tut vielen Menschen finanziell weh und sie stellt in Frage, wie sich auch Jüngere Wohlstand und Freiheit vorstellen. Zudem machten die Grünen einige Fehler beim Regierungshandwerk. All diese Probleme sind nicht weg, nur weil zwei prominente Köpfe die Bühne verlassen.



„Es braucht einen Neustart“, sagte Nouripour. In Ordnung. „Das Parteiensystem ändert sich gerade fundamental“, begründete Lang. Stimmt. Die Republik wählt zurzeit in größeren Teilen den Widerstand mit den Etablierten – einige wünschen sich sogar rechtsextreme Welterklärer oder zumindest folgen sie einfachen populistischen Antworten. In Ostdeutschland ist die teils rechtsextreme AfD in manchen Regionen auf dem Weg in die Volkspartei. 

Aber was genau folgt daraus – außer der Selbstbeschwörung, auf der richtigen Seite zu stehen?

Das wird die zentrale Frage für „Team Robert“. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will Spitzen- und sogar Kanzlerkandidat seiner Partei werden. An seiner Seite könnten die Parlamentarische Staatssekretärin Franziska Brantner und vielleicht der Wirtschaftspolitiker Felix Banaszak aus NRW prominente Rollen einnehmen. Brantner, so weit bereits bekannt, soll den Wahlkampf 2025 managen.

Doch ein Jahr vor der Bundestagswahl herrschen Strategie- und Hilflosigkeit. Antworten, die überzeugen, gibt es noch nicht. Ähnlich fundamentale Fragen könnten übrigens auch noch die anderen beiden Koalitionsparteien SPD und FDP ereilen. Sie sind genauso unpopulär wie die Grünen. Nur ein Trost ist das nicht. Für niemanden.

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