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Kritik an der Automesse IAA 2023Am Ende zählt doch nur das dicke Auto

Vor dem Besuch des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck auf der Automobilausstellung IAA kritisiert der grüne Wirtschaftsdialog das Messekonzept: von vernetzter Mobilität sei zu wenig zu sehen.Cordula Tutt 08.09.2023 - 09:14 Uhr
Foto: imago images

Ob der grüne Vizekanzler Robert Habeck bei der Internationale Automobilausstellung in München anderen Eindrücke sammeln wird? Die IAA präsentiert sich aus Sicht von Vertretern eines grün-nahen Wirtschaftsverbandes jedenfalls als traditionelle Autoshow statt als moderne Messe für Mobilität. Vor dem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf der IAA sagte der Vorsitzende des Grünen Wirtschaftsdialogs (GWD), Thomas Gambke, die Veranstaltung in München werde ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. 

Postuliertes Ziel sei, auch andere Verkehrsmittel als nur das Auto zu präsentieren und eine Verbindung mit Bahn, Bus, Tram oder Fahrrad zu zeigen. Das gelinge nicht. „Die Messe wird ihrem Namen als Mobilitätsmesse in der heutigen Ausprägung nicht gerecht“, kritisiert der Unternehmer und frühere Bundestagsabgeordnete Gambke gegenüber der WirtschaftsWoche. „Es wäre so wichtig, die Lösungen für die Zukunftsmärkte der Mobilität darzustellen.“

Im GWD sind Konzerne wie Mittelständler aus verschiedenen Branchen zusammengeschlossen, im Verkehrsbereich etwa Airbus und Uber, Bosch und BP. Auch grüne Wirtschaftspolitiker sind Mitglied.

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Der GWD-Chef vermisst auf der IAA Ideen, die Autobranche voranzubringen. An einer Ecke zeige die Messe Fahrräder, anderswo Sharing-Modelle „und auch eine Spur“ öffentlichen Nahverkehrs, ergänzte der Mobilitätsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin. „Im Mittelpunkt aber stehen die blitzenden Autos der deutschen Hersteller. Integriert ist da gar nichts“, so der Verkehrsexperte. Die Hersteller bewiesen damit, dass sie Mobilität immer noch sehr begrenzt verstünden und eher zum Kerngeschäft zurückkehrten – zu „immer größeren und schwereren Karossen“. Innovationen für eine nachhaltigere Mobilität mit verschiedenen Verkehrsträgern vom Rad bis zum Robo-Taxi fehlten.

Habeck selbst hatte bereits zu Beginn der Messe diese Woche die Fahrzeughersteller in die Pflicht genommen, ihren Beitrag für den Wirtschaftsstandort und für neue Lösungen zu liefern. Deutschland, sagte er, müsse die innovativsten, besten und klimafreundlichsten Fahrzeuge bauen, Themenschwerpunkte der diesjährigen IAA sind der Klimaschutz, nachhaltige Mobilität und nachhaltige Antriebe sowie die Digitalisierung.

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