1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Mut zur Veränderung: Veränderung beginnt im Kopf: Warum Perspektiven den Unterschied machen

Mut zur VeränderungVeränderung beginnt im Kopf: Warum Perspektiven den Unterschied machen

Viel zu oft glauben wir, Sachzwängen ausgeliefert zu sein. Ein Trugschluss. Warum die Perspektive auf Aufgabenstellungen so entscheidend ist. Eine Kolumne.KOMMENTAR von Christoph Werner 23.04.2025 - 12:58 Uhr
Wo ist der Weg durchs Labyrinth? Foto: IMAGO/YAY Images

Die Welt verändert sich rasant. Daran zweifelt heute niemand mehr. Dass eine sich verändernde Welt neue Antworten erfordert, ist Common Sense. Dennoch tun wir uns schwer, Veränderungen anzupacken. Woran liegt das?

In Gesprächen mit Menschen, die in der Politik Verantwortung tragen, stelle ich immer wieder fest, dass in der Regel kein Erkenntnisproblem vorliegt. Was fehlt, ist der Mut, Veränderungen tatsächlich beherzt anzupacken und bis zum Ende durchzuführen. Die Gründe dafür sind meist nachvollziehbar: Sachzwänge. Und wenn wir uns lange genug mit den Sachzwängen beschäftigt haben, neigen wir dazu, die Handlungsnotwendigkeit zu relativieren.

Wir alle kennen Sätze wie: „Das wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ oder „Das geht schon wieder vorüber“. Manchmal mag das so sein. Falls nicht, gilt der Grundsatz, dass kleine Probleme nur vorübergehend verschwinden, um ihre großen Brüder zu holen. Und spätestens dann wird es richtig unangenehm, sprich: mühselig und teuer!

Zu dieser Kolumne
Unter seinen Geschwistern war Christoph Werner der Einzige, der sich für eine Rolle bei dm interessierte. Doch erst einmal zog es den Waldorfschüler nach Frankreich und in die USA, wo er im Management von L’Oréal und GlaxoSmithKline Karriere machte. 2011 stieg er als Geschäftsführer Marketing und Beschaffung bei dm ein. Seit 2019 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung.
... Ex-VW-Chef Herbert Diess, die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, dm-Geschäftsführer Christoph Werner und die ehemalige Cum-Ex-Ermittlerin Anne Brorhilker.

Beruflich kenne ich diese Herausforderung auch. Gerade wenn Unternehmen groß geworden sind und es um notwendige Veränderungen geht, treten Sachzwänge zunehmend in den Vordergrund. Das ist auch verständlich: In großen Organisationen müssen wesentlich mehr Gesichtspunkte bedacht werden und die Auswirkungen von Veränderungen sind komplexer als in kleinen Organisationen. Die Folge ist oft ein sich verbreitendes Ohnmachtsgefühl: „Man kann ohnehin nichts machen und eigentlich waren die bisherigen Vorgehensweisen doch nicht so schlecht, wie die ewig Unzufriedenen behaupten. Und überhaupt: Warum muss denn immer wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden?“

Folgende Erkenntnis hat mir geholfen, nicht in die Falle von Sachzwängen und Ohnmachtsgefühl zu tappen: Entscheidend für den Entschluss, tatsächlich eine Aufgabe anzupacken, ist erstens die Einsicht in die Sinnhaftigkeit des angestrebten Zielzustandes und zweitens das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, Hürden auf dem Weg zum Ziel zu überwinden. Dieses Zutrauen hängt von der gewählten Perspektive auf die Hürden ab.

Als Führungskraft in einem großen Unternehmen ist einer meiner wichtigen Beiträge, dass ich unterschiedlichen Perspektiven im Unternehmen Raum gebe. Es macht einen Unterschied, ob eine Diskussion aus der Perspektive „Das geht nicht, weil…“ oder aus der Perspektive „Das geht nur, wenn…“ geführt wird.

Bei der ersten Perspektive stehen Gründe im Vordergrund, warum etwas nicht geht, bei der zweiten die Wege zum Ziel. Die zweite Perspektive strukturiert eine große Aufgabe in meist kleinere operative Teilaufgaben, die leichter zu bewältigen sind und Etappenerfolge auf dem langen Weg zum angestrebten Ziel ermöglichen. Aus den Etappenerfolgen erwächst dann die Zuversicht, um bis zum Ende durchzuhalten.

Deshalb wäre es gut, wenn wir auch in der öffentlichen Diskussion mehr über die Ziele, die wir anstreben, und über die Voraussetzungen, die dafür notwendig sind, diskutieren würden.

Wenn es im Bundestagswahlkampf gelungen wäre, diese mehr in den Vordergrund zu rücken, wäre das Wahlergebnis wahrscheinlich anders ausgefallen.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick