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Risikoreport 2021 Das sind die fünf größten Herausforderungen für Unternehmen

Die Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen werden im kommenden Jahr weiter steigen, warnen die Experten im Risikobericht. Quelle: dpa

Arbeitnehmer sind immer größeren Gefahren ausgesetzt. Ein Risikoreport zeigt: Besonders Geschäftsreisende müssen mit Infektionskrankheiten, Kriminalität und politischen Unruhen rechnen. Chefs sollten ihre Fürsorgepflicht erweitern.

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Noch nie waren Mitarbeiter derart hohen Gefahren ausgesetzt wie in diesem Jahr. Das ist das Ergebnis des Risikoreports, den die Beratungsgesellschaft International SOS am Mittwoch veröffentlicht hat. Besonders Geschäftsreisende sind betroffen. Neben der Coronapandemie kommen Infektionskrankheiten im Zielland sowie politische Unruhen und Kriminalität hinzu.

Über die Hälfte der 1400 befragten Sicherheitsexperten glaubt, dass die Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen im kommenden Jahr weiter steigen werden.

Das gilt für Mitarbeiter, die am Unternehmenssitz in Deutschland arbeiten, sowie für permanent im Ausland Beschäftigte und Geschäftsreisende gleichermaßen.



Die Umfrage zeigt auch, welchen Herausforderungen die Unternehmen künftig gegenüberstehen werden. Über die Hälfte der befragten Unternehmen haben nicht genügend Kapazität, um den durch Corona gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Stefan Eßer, ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS, erklärt: „Vor einem Jahr konnten Beschäftigte sehr leicht nach Dubai fliegen.

Der Aufwand bestand lediglich darin, das Ticket zu kaufen. Jetzt geht es unter anderem darum zu klären, welche Art von Testung der Mitarbeiter benötigt. Das überfordert gerade kleine Betriebe.“ Bei der Flut an Informationen fehle vielen Unternehmen der Überblick.



Aus den Umfrageergebnissen, Angaben von Verbänden und NGOs sowie eigenen Daten leitet International SOS Prognosen für das kommende Jahr ab. Durch die Erfahrungen der Pandemie wird die Führsorgepflicht von Arbeitnehmern bei der Planung und Durchführung von Geschäftsreisen vermutlich mehr ins Zentrum rücken. „Unternehmen müssen verstärkt an der Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht arbeiten. Der 11. September 2001 hat den Blick der Arbeitgeber auf ihre Fürsorgepflicht und Sicherheitsfragen gewandelt. Durch die Coronapandemie muss diese um ein wesentliches Element – die Gesundheit der Beschäftigten – ergänzt werden,“ erklärt Eßer.

Durch die Informationsflut werde der Bedarf nach vertrauenswürdigen Quellen für Gesundheits- und Sicherheitsinformationen sowie nach Beratung zu diesen Themen steigen. Gleichzeitig fallen künftig mehr Beschäftigte durch psychische Krankheiten aus. „Besonders erstaunt hat uns, dass das Thema psychische Gesundheit vermehrt ins Bewusstsein vieler Reisemanager gerückt ist,“ erklärt Eßer. Aus Statistiken sei die Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Leiden zwar bekannt. Doch jetzt zeige sich die Wirkungen besonders deutlich. Ob der Effekt durch die Coronapandemie beeinflusst werde, sei noch unklar.


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Letztlich überschattet der Fokus auf Covid-19 andere Risiken. „Die Gefahren, die wir aus der Vergangenheit kennen, bestehen nach wie vor. Verkehrsunfälle, kriminelle Übergriffe und wirtschaftspolitische Turbulenzen in den Reiseländern beeinträchtigen die Arbeit von Unternehmen auch heute“, sagt Eßer. Durch Corona seien sie nur weniger sichtbar. Das gefährde das Geschäft vieler Unternehmen. „Wir stehen erst am Anfang der sozioökonomischen und psychologischen Folgen der Covid-19-Krise.“ Den Prognosen zufolge werden wirtschaftspolitische Turbulenzen vermutlich Spannungen, Unruhen und Kriminalität sogar noch verschärfen.

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