Umfrage zeigt Klare Mehrheit in Deutschland für günstige Nachfolge des 9-Euro-Tickets

Ein 9-Euro-Ticket für Juli 2022 wird am Hauptbahnhof hochgehalten. Die Debatte über eine günstige Nachfolger-Variante des 9-Euro-Tickets nimmt weiter an Fahrt auf. Quelle: dpa

Die Debatte über einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets ist in vollem Gange. Viele wünschen sich ein ähnliches Angebot über den August hinaus. Der Finanzminister machte nun erneut klar, was er davon hält.

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Eine klare Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich auch nach dem Ende des 9-Euro-Tickets ein günstiges Angebot im Nah- und Regionalverkehr. In einer Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Nachrichtenmagazins „Focus“ befürworten 79 Prozent ein ähnliches Ticket, das vom Staat unterstützt wird. 16 Prozent sind dagegen. Am größten ist die Zustimmung mit 90 Prozent bei den unter 30-Jährigen.

Die im Juni gestarteten 9-Euro-Tickets gelten noch im Juli und August und ermöglichen bundesweit jeweils für einen Monat Fahrten in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs. Die Debatte über eine Nachfolgeregelung ist in vollem Gange.

Finanzminister Christian Linder bekräftigte allerdings sein Nein zu einer Fortführung des Tickets oder einer Nachfolgeregelung. „Das 9-Euro-Ticket ist eine befristete Maßnahme, genau wie der Tankrabatt. Deshalb sind im Bundeshaushalt weder eine Fortsetzung des Tankrabatts noch Mittel für eine Anschlussregelung für das 9-Euro-Ticket vorgesehen“, sagte der FDP-Chef der Funke-Mediengruppe. Bei dem Ticket finanzierten die Steuerzahler ein nicht kostendeckendes Angebot. Es zahlten auch jene, die es - wie auf dem Land - nicht nutzen könnten.

Auch Unionsfraktionsgeschäftsführer Thorsten Frei hält eine Fortsetzung des Tickets „nicht für eine gute Idee“. Es gebe nicht das Problem, dass man die Menschen im Nahverkehr wegen zu hoher Kosten entlasten müsse, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Klüger sei es, in den Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur zu investieren.

Das 9-Euro-Ticket stellt unterdessen andere Verkehrsbranchen vor Schwierigkeiten. So meldete etwa rund die Hälfte aller Reise- und Fernbusunternehmen bei einer Blitzumfrage des eigenen Verbands eine rückläufige Nachfrage, wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen mitteilte.

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Insbesondere für Klassen- und Vereinsfahrten beauftragten die Veranstalter aufgrund des günstigen ÖPNV-Tickets seltener ein privates Busunternehmen. Bei diesen beiden Kundengruppen sei die Nachfrage bei den Busunternehmen im Schnitt um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Bei Senioren, der dritten wichtigen Kundengruppe, verzeichnete die Branche im Schnitt einen Rückgang von mehr als zwei Drittel.

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Die Umfrage des Verbands bezog sich auf Auswirkungen des 9-Euro-Tickets für Reise- und Fernbusanbieter im Juni. Aktuellere Erkenntnisse liegen demnach noch nicht vor.

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