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150-Millionen-Euro-Deal Curevac und GSK kooperieren bei Impfstoff

Curevac kooperiert bei der Impfstoffproduktion mit Quelle: dpa

Curevac will zusammen mit dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline Corona-Impfstoffe entwickeln. Eine Zulassung wird im kommenden Jahr erwartet.

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Das Biotechunternehmen Curevac will zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) Corona-Impfstoffe der nächsten Generation entwickeln. Diese sollen sich gegen die aufkommenden ansteckenderen Virus-Varianten richten, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Verfügbar könnte das Vakzin bei erfolgreicher Entwicklung und Zulassung im kommenden Jahr sein.

Die 150-Millionen-Euro schwere neue Kooperation baut auf dem bestehenden Corona-Impfstoff von Curevac auf, der sich gegenwärtig in der entscheidenden Phase der Entwicklung befindet und der auf der so genannten Boten-RNA (mRNA) basiert. GSK will Curevac bei der Herstellung von bis zu 100 Millionen Dosen dieses Impfstoffs im Jahr 2021 unterstützen, für den voraussichtlich im zweiten Quartal Zulassungsanträge gestellt werden sollen.

„Wir glauben, dass die Impfstoffe der nächsten Generation entscheidend für den anhaltenden Kampf gegen Corona sind. Diese neue Kooperation baut auf unseren bestehenden Verbindungen mit Curevac auf“, erklärte GSK-Chefin Emma Walmsley.

Das britische Unternehmen und Curevac hatten im vergangenen Juli eine Zusammenarbeit über die Erforschung bis hin zur Vermarktung von mRNA-Impfstoffen und Antikörpern zur Behandlung von Infektionskrankheiten vereinbart. Dabei stieg der GSK-Konzern, der zuvor bereits selbst eine mRNA-Impfstofftechnologieplattform aufgebaut hatte, auch mit Eigenkapital bei Curevac ein und hält nun einen Anteil von rund acht Prozent.

Den Impfstoff der nächsten Generation wird GSK in allen Ländern mit Ausnahme von Deutschland, Österreich und der Schweiz vermarkten. An Curevac leistet der Konzern eine Vorauszahlung von 75 Millionen Euro und eine weitere Zahlung über 75 Millionen Euro, die vom Erreichen bestimmter Meilensteine abhängt.

Bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen hatte GSK zusammen mit seinem französischen Partner Sanofi zuletzt einen Rückschlag erlitten. Das Vakzin – für das GSK das Adjuvans, also den Wirkverstärker beisteuert – erwies sich nach ersten Studienergebnissen als nicht wirksam genug. Die Entwicklung verzögert sich deshalb. Der Impfstoff der beiden Partner basiert auf einer gängigen Technologie, die auch für die Herstellung eines der saisonalen Influenza-Impfstoffe von Sanofi benutzt wird.

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Die mRNA-Technologie, die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll, ist dagegen ein völlig neuer Ansatz. Sie kam mit den bereits zugelassenen Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna erstmals erfolgreich auf den Markt. Der Impfstoff von Curevac wurde im Dezember in die entscheidende Phase der Entwicklung gebracht. Die Europäische Kommission hat sich von dem Tübinger Unternehmen, an dem der Bund über die Förderbank KfW rund 16 Prozent hält, bis zu 405 Millionen Impfdosen gesichert. Für die Entwicklung und Lieferung des Impfstoffs hat sich Curevac auch mit Bayer verbündet.

Mehr zum Thema: Die EU-Kommission hat den Vertrag mit Curevac ins Internet gestellt. Besonders brisant: Der Impfstoffhersteller trägt die Haftung.

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