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Geld allein reicht nichtWas uns wirklich glücklich macht

Industriewachstum? Handelsbilanzen? Lohnentwicklungen? Alles Indikatoren von gestern, sagt eine wachsende Zahl an Ökonomen. In einem Finanzsystem, das an seine Grenzen stößt, und einer Arbeitswelt, die sich rasant wandelt, bemisst sich Wohlstand daran, wie viel Glück eine Gesellschaft produziert. Aber was macht glücklich? Und wie lässt sich eine glückliche Marktwirtschaft überhaupt beziffern?Sven Prange, Bert Losse 10.04.2015 - 05:58 Uhr

Glück schlägt Geld, ersetzt es aber nicht.

Foto: imago, Montage

Auf den Markt unserer Befindlichkeiten schiebt sich eine neue Währung. Nun, da der Euro schwach und der Dollar stark ist, aber instabil; da die Aktienkurse bedenklich steigen und die materielle Verlässlichkeit sinkt; da Stabilität einem Zustand permanenten Wandels weicht, ist es vermutlich nur selbstverständlich, dass sich ein neues Maß in die Bewertung unseres Wohlstands schleicht. Eine Währung, die nicht in Ziffern messbar und dennoch ein ökonomisches Maß ist; die nicht von Zentralbanken herbeigezaubert wird, sondern sich vermehrt, indem wir sie mit anderen teilen; die individuell und doch universell gültig ist: Glück.

Eine Währung also, die wie aus einer esoterischen Parallelwirtschaft wirken würde, wenn sie nicht durch jene aufgewertet würde, die in jüngster Zeit mit ihr handeln.

Da ist etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel, die schon im vergangenen Jahr vor Ökonomie-Nobelpreisträgern sagte: „Wir wollen intensiver als bisher die konkreten Vorstellungen der Bürger von einem guten Leben in Erfahrung bringen.“ Bisher waren Kanzler für Wirtschaftswunder (Adenauer und Erhard), Europas Einigung (Kohl) oder den Umbau des Sozialstaats (Schröder) zuständig. Merkel versucht ihr Glück nun mit dem Glück. Der Regierungschef als Chief Happiness Officer.

Konrad Adenauer (1949 – 1963)
Der „Alte“ aus Rhöndorf bei Bonn, der erst mit 73 Jahren erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde, ist der Vater der Westbindung und der Aussöhnung mit dem deutschen „Erzfreind“ Frankreich. Er gilt zusammen mit dem Italien Alcide de Gaspari und dem Franzosen  Robert Schumann als Architekt der Europäischen Gemeinschaften, die 1957 in den Römischen Verträgen gipfelten. Mit Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle schaffte er die Begründung einer echten Völkerfreundschaft, in Moskau eiste er die deutschen Kriegsgefangenen los.

Seine Schwäche: Adenauer hielt sich innen- wie außenpolitisch für unersetzlich. Loslassen konnte er von der Macht nicht, fuhrwerkte noch in den Amtsgeschäften seines Nachfolgers herum.

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Ludwig Erhardt (1963 – 1966)
Der Vater des Wirtschaftswunders, der das Konzept der sozialen Marktwirtschaft populär machte und in seiner Politik umsetzte, war kein Vollblutpolitiker, der sich gern um die Ränkespiele in der Parteipolitik kümmerte. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler vollbrachte seine großen politischen Leistungen als Direktor der Verwaltung für Wirtschaft in der Westzone 1948 sowie als erster Wirtschaftsminister der jungen Bundesrepublik. Als Kanzler dagegen hinterließ er keine tiefen Spuren.
Seine Schwäche: Das war vor allem seine politische Schwäche. In der CDU nie tief verwurzelt brachte er es zwar bis zum Bundesvorsitzenden, bekam die Partei aber nie geschlossen hinter sich. Das lag nicht nur an Adenauers Querschüssen, der den Nachfolger für wenig geeignet hielt. Schließlich betrieb des CDU den Sturz des eigenen Kanzlers.

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Kurt Georg Kiesinger (1966 – 1969)
Der Mann aus Baden-Württemberg gilt als schwächster Regierungschef der Nachkriegszeit. Eingeschrieben in die Geschichtsbücher hat er sich gleichwohl: Als Kanzler der ersten großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. In seine Amtszeit fielen die Studentenproteste der 68er Bewegung, die erheblich zum Ende der Regierung beitrugen – weil die SPD erspürte, dass sie mit dem neuen Koalitionspartner FDP in eine neue Zeit aufbrechen wollte.
Seine Schwäche: Auch Kiesinger hatte wenig Rückhalt in der eigenen Partei. Die Aufdeckung seiner früheren Mitgliedschaft in der NSDAP schwächte seine Autorität weiter. Die Vorbereitungen der SPD, sich einem neuen Partner zuzuwenden, bekam er nicht mit und ging am Wahlabend 1969 noch davon aus, weiter zu regieren. Da verhandelten die Genossen längst mit dem FDP-Vorsitzenden Walter Scheel.

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Willy Brandt (1969 – 1974)
Der erste sozialdemokratische Regierungschef der Nachkriegszeit gilt als Begründer der Entspannungspolitik und der deutsch-deutschen Annäherung, obwohl sich die Grundlagen dafür bis in die Ära Adenauer zurück verfolgen lassen. Brandt aber trieb dies voran, verstärkt durch den symbolischen Kniefall in Warschau. Innenpolitisch begeisterte er viele Menschen neu für Politik, mit zwei einfachen, klaren Botschaften: „Mehr Demokratie wagen“ versprach eine Antwort auf die Studentenrebellion, „der blaue Himmel über der Ruhr“ rückte erstmals die Umwelt in den Blick der Politik.
Seine Schwäche: Nervlich war Brandt nicht für Krisen gemacht. Der SPD-Fraktionschef Herbert Wehner spottete – ausgerechnet auf einer Auslandsreise – über ihn: „Der Herr badet gern lau.“ Als Opfer der Spionageaffäre um den DDR-Agenten Günther Guillaume, der als Referent in seiner engsten Umgebung arbeitete,  trat er den Rückzug an. Legendär ist sein Hang zu alkoholischen Getränken („Whisky-Willy“) und jungen Journalistinnen, die er auch auf Wahlkampfreisen mit einem Salonwagen der Bundesbahn zum Zuge kommen ließ.

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Helmut Schmidt (1974 – 1982)
„Schmidt-Schnauze“ sammelte Wählerstimmen nicht nur bei klassischen SPD-Anhängern, sondern überproportional bei Frauen und Unionswählern. „Guter Mann in der falschen Partei“, hieß es oft. Im „deutschen Herbst“, der Terrorwelle der RAF, behielt er die Nerven und nahm Opfer in Kauf, damit der Staat nicht erpressbar würde. Mit seiner These „lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit“ erwarb sich Schmidt den Ruf als gewiefter Ökonom. Das war durchaus erstaunlich.
Seine Schwäche: Genau diese von ihm getroffene Wahl führte nämlich in die Stagflation, die erheblich zum politischen Scheitern Schmidts beitrug. Schmidt war in den späteren Jahren seiner Kanzlerschaft nur noch wenig beratbar, verpasste den Anschluss an die Stimmung im Lande, die Wirtschaftsreformen und einen Weg aus der Massenarbeitslosigkeit einforderte. Seine Partei konnte er am Ende nicht mehr überzeugen – sie verweigerte ihm beim Ausbau der Kernenergie und bei der Nachrüstungspolitik der NATO die Gefolgschaft.

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Helmut Kohl (1982 – 1998)
Nur wenige Kanzler haben die Bundesrepublik so geprägt wie der oft verspottete Pfälzer. Allerdings hatte auch keiner so viel Zeit dafür. 16 Jahre sind Rekord. Drei Leistungen  ragen auf der Habenseite heraus: Mit Wirtschafts- und Steuerreform bekämpfte Kohl in den Anfangsjahren die Stagflation und milderte den Zugriff des Abgabenstaates. Als ihm nach acht Jahren die Abwahl drohte, profitierte er vom Wunder der friedlichen Revolution in der DDR. Als „Kanzler der Einheit“ machte er 1989/90 fast alles richtig (bis auf die Finanzierung). Durch sein persönlich aufgebautes Vertrauensverhältnis zum sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow erreichte er die Zustimmung der östlichen Weltmacht zur Deutschen Einheit, gleichzeitig konnte er Frankreichs Mitterrand dafür gewinnen. Die europäische Einigung, Kohl ursprüngliches großes Lebensziel, trieb er mit der Begründung der Einheitswährung Euro voran – teilweise auch das ein Preis für die deutsche Einheit.

Seine Schwäche: Der Euro sollte Europa einen, doch schon zu Kohls Zeiten wurde mancher (nicht jeder) Konstruktionsfehler eingebaut. Sprichwörtlich wurde Kohl Herangehen an Entscheidungen: das „Aussitzen“. Der CDU-Vorsitzende wartete gern lange, bis er sah, wohin sich in der Partei oder in der Gesellschaft die Mehrheit neigte – dann setze er sich an die Spitze der Bewegung. In den letzten vier Jahren seiner Kanzlerschaft fehlte der Antrieb für dringend nötige Reformen. Erst nach seiner Abwahl wurde die Spendenaffäre publik; ausgerechnet der Vorsitzende einer vermeintlichen Rechtsstaatspartei hatte nach der ersten Spendenaffäre 1984 weiter mit schwarzen Kassen und verbotener Parteienfinanzierung hantiert.

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Gerhard Schröder (1998 – 2005)
Einen neuen Aufbruch versuchte der zweite sozialdemokratische Kanzler, der mit dem „rot-grünen Projekt“ erstmals die Ökopartei an der Regierung beteiligte. Gesellschaftliche Modernisierung sollte es werden, auch eine ökologische Neuausrichtung samt Atomausstieg. In Erinnerung geblieben sind freilich vor allem die Wirtschafts- und Sozialreformen, die Schröder ab 2003 einleitete. Ihre Notwendigkeit hatte er trotz des Stillstands in den letzten Kohljahren in seiner ersten Amtszeit nicht erkannt. Die Hartz-Reformen setzte er durch, gegen den Widerstand der eigenen Partei. In Kauf nahm er dafür den Verlust der Macht – und machte sich so um Deutschland verdient.

Seine Schwäche: Im ersten Amtsjahr („Regieren macht Spaß“) dominierte eine gewisse Wurschtigkeit – „Nachbessern“ wurde zum Standard bei rot-grünen Gesetzen. Aus einer Mischung von Arroganz und Verzweiflung versuchte Schröder, seine Partei mit der „Basta“-Politik zu führen, wenn auch nicht zu überzeugen. Das ging nicht ewig gut.

Foto: dpa

Angela Merkel (seit 2005)
Die Hamburgerin, die seit ihrer Jugend in der DDR lebte, versteht es meisterhaft, Vertrauen zu schaffen – bei Koalitionspartnern (erst SPD, dann FDP, nun wieder SPD), auch wenn denen das schlecht bekommt. Aber Abmachungen werden eingehalten. Vor allem die Bürger fühlen sich bei „Mutti“ in sicheren Händen. Ihr trauen sie am ehesten zu, Deutschland durch die Fährnisse der Weltgeschichte zu steuern. Dazu trägt Merkels enormes außenpolitisches Renommee bei. Durch ihre nun schon lange Amtszeit hat sie viele internationale Gesprächspartner kommen und noch mehr gehen sehen. Gilt als mächtigste Frau der Welt. In der Eurorettungspolitik ist sie die zentrale Figur, selbst im russisch-ukrainischen Krieg konnte sie teilweise erfolgreich vermitteln.
Ihre Schwäche: Den wirtschaftspolitischen Aufbruch, den Merkel einst als junge CDU-Vorsitzende verkörperte, hat sie nach dem gescheiterten Wahlkampf 2005, der sie zu einer großen Koalition zwang,  zu den Akten gelegt. Große innenpolitische Ambitionen sind nicht erkennbar. Allerdings: Damit folgt sie genau dem Willen der Bevölkerung.

Foto: REUTERS

Die Deutschen suchen nach dem Glück

Da will auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nicht nachstehen. Der Sozialdemokrat, so hört man von seinen Strategen, bastelt an einer Neu-Interpretation von Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“. Statt schnöde auf Bruttoinlandsprodukt, Handelsbilanzen und Arbeitslosenquote zu starren, würden die Deutschen künftig gerne auch über den Wert besserer Arbeit oder besserer Bildung – für den Standort und den Einzelnen – reden.

Und die Deutschen selbst sind eh kaum zu bremsen bei ihrer Suche nach dem Glück im Leben: Man sieht das an Studien wie dieser Woche jener von der FH Köln, die unter 5000 Arbeitnehmern aus dem Mittelstand herausfand, dass ihnen sinnvolle Arbeit wichtiger sei als eine herausragende Bezahlung. An Umfragen wie jener des GfK-Vereins vor wenigen Wochen, bei denen Glücksmerkmale vor einem hohen Einkommen landeten. Beim Blick auf die Neuerscheinungen in diesem Frühjahr, da sich Titel wie „Die Macht des Mitgefühls“, „Ändere die Welt“, „Endlich frei“ oder „Anleitung zum Glücklichsein“ in den Buchläden stapeln. An den Zeitschriftenregalen, in denen die Verlage mit Titeln wie „Flow“ oder „My Harmony“ das Glücksinteresse der Leser bedienen wollen.

Grad der Lebenszufriedenheit in Deutschland. (Für eine vergrößerte Ansicht bitte klicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Das Schöne und Heile, das Harmonische und Übersichtliche reüssiert. Was auch an der Generation Y, der nach 1980 Geborenen, zu sehen ist, denen Soziologen mit Blick auf Berufswahl und Weltsicht eine Abkehr vom Materiellen hin zu einem mitunter diffusen Konzept von „Glück“ unterstellen. Und selbst der Kongress der Familienunternehmer, sonst eher nicht in der Abteilung für Esoterik angeordnet, stand vor wenigen Wochen unter dem Motto „Glück“.

Wirtschaft ist nicht nur eine Abfolge von Zahlen

Was zunächst wie ein Widerspruch zu einer Zeit scheint, in der das Traurige und Verstörende in unseren Alltag dringt wie schmutziges Wasser in ein undichtes Boot, soll harte Wirtschaftspolitik werden. Deswegen wird ab Mitte April die Bundesregierung, zunächst in Gestalt von Meinungsforschern, dann aber auch qua lebendiger Minister und Kanzlerin, zum „Zukunftsdialog“ ausschwärmen, um die deutsche Vorstellung von Lebensqualität zu erkunden.

Platz 30 - Bulgarien

Gleich drei Ränge abwärts ging es für Bulgarien. Die Bulgaren erreichen auf der Skala von 0 ("überhaupt nicht zufrieden") bis 10 ("sehr zufrieden") gerade mal 3,7 Punkte. Damit ist das Land am Schwarzen Meer das Schlusslicht im "Deutsche Post Glücksatlas 2014".

Foto: Wirtschaftswoche Print

Platz 29 - Griechenland

Für Griechenland ging es im Vergleich zum Vorjahr immerhin einen Platz nach oben. Der Glücks-Index liegt ebenfalls bei 3,7.

Foto: dpa

Platz 28 - Portugal

Mit einem Lebenszufriedenheitsindex von 3,8 bildet Portugal eines der Schlusslichter des Rankings. Portugiesen, Griechen und Bulgaren sind damit die unglücklichsten Europäer.

Foto: dpa

Platz 27 - Russland

Von Rang 28 auf Rang 27 kletterte Russland empor. Mit einem Wert von 4,2 sind die Russen aber trotzdem immer noch ziemliche unzufrieden.

Foto: dpa

Platz 26 - Rumänien

Im Vergleich zum Vorjahr ging es für Rumänien um einen Platz nach oben. Der Lebenszufriedenheitsindex liegt bei 4,5.

An dieser Stelle überspringen wir einige Plätze und gelangen direkt zu den deutlich zufriedeneren Ländern...

Foto: dpa

Platz 15 - Polen

Die Polen erreichen einen Lebenszufriedenheitswert von 6,1 von zehn möglichen Punkten.

Foto: dpa

Platz 14 - Tschechien

Zwei Plätze aufwärts ging es mit der Lebenszufriedenheit der Tschechen: 6,3.

Foto: dpa

Platz 13 - Frankreich

Ebenfalls um einen Platz nach unten ging es mit der Zufriedenheit der Franzosen. Sie erreichen wie die Slowenen einen Wert von 6,5.

Foto: dpa

Platz 12 - Slowenien

Von Platz 11 im Vorjahr ging es einen Rang abwärts. Die Slowenen erreichen einen Glücks-Index von 6,5.

Foto: Marcel Stahn, dpa

Platz 11 - Irland

Die Iren sind weniger glücklich als noch vor einem Jahr. Von Platz 9 ging es auf Platz 11 abwärts. Die Lebenszufriedenheit erreichte nur noch einen Wert von 6,8.

Foto: dpa

Platz 10 - Österreich

Unverändert auf dem zehnten Rang hält sich Österreich. Der Glücks-Wert beträgt 6,8 von zehn möglichen Punkten.

Foto: dapd

Platz 9 - Deutschland

Auf einer Fanmeile wird ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2014 bejubelt. Deutschland rappelte sich in diesem Jahr bei der Lebenszufriedenheit von dem achten auf den neunten Rang empor. Im Zehnjahresvergleich hat in keinem anderen EU-Land das individuelle Wohlbefinden so stark zugelegt. "Die Bundesrepublik steuert als eine Art glücklicher Geisterfahrer durch die europäische Krisenlandschaft", sagt der Freiburger Ökonomie-Professor Bernd Raffelhüschen.

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Platz 8 - Malta

Mit 7,3 Punkten landet Malta auf Rang acht der glücklichsten Europäer.

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Platz 7- Belgien

Unverändert auf dem siebten Platz kann sich Belgien halten. Mit 7,4 Punkten ist die Lebenszufriedenheit der Menschen auch hier sehr hoch.

Foto: Presse

Platz 6 - Luxemburg

Zwei Ränge abwärts ging es für Luxemburg. Im Vorjahr hielt sich das Land noch auf Platz vier. Die Lebenszufriedenheit liegt bei 7,5 Punkten.

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Platz 5 - Großbritannien

Trotz des Wirbels um das Unabhängigkeits-Streben Schottlands: Die Briten sind ziemlich zufrieden. Sie erreichten im "Glücksatlas 2014" einen Wert von 7,5.

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Platz 4 - Finnland

Aufwärts ging es für Finnland: Lagen die Finnen in Sachen Lebenszufriedenheit im Vorjahr noch auf Rang sechs, schafften sie es nun in die Top Five. Der Indexwert liegt bei 7,5 Punkten.

Foto: rtr

Platz 3 - Niederlande

Unverändert in den Top Drei: Die Niederlande. Die Lebenszufriedenheit liegt lauf "Glücksatlas 2014" bei 7,9 Punkten.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2 - Schweden

Schweden gehört weiter zur Spitzengruppe, wie schon im Vorjahr behauptet das skandinavische Land den zweiten Platz im Ranking. Auf der Skala von 0 bis 10 wurde die Lebenszufriedenheit mit 8,2 Punkten bewertet.

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Platz 1 – Dänemark

Nordeuropa hat die Nase vorn: Im Vergleich mit den Ländern schneidet Dänemark am besten ab. Die Menschen dort sind laut "Glücksatlas 2014" am glücklichsten. Auch im Vorjahr standen die Dänen bereits auf Platz 1. Sie erreichten auf der Skala 8,8 Punkte.

Insgesamt zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Die Ursache liegt vor allem in der Wirtschaftskraft. "Es gibt eine Beziehung zwischen Wohlstand und Lebensglück", fasst Raffelhüschen zusammen. "Der Volksmund irrt: Geld macht sehr wohl glücklich."

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Es geht dabei weniger um Konzepte wie das des Bruttonationalglücks, mit dem der sonderbare Himalaja-Zwergstaat Bhutan in den vergangenen Jahren auf sich aufmerksam machte. Auch nicht um ein Glücksministerium, wie es Venezuela vorhält. Glück politisch verordnen zu wollen, darauf wird noch zurückzukommen sein, führt eher zu obskuren Ergebnissen.

Weswegen auch viele Ökonomen, die den Zusammenhang von Zufriedenheit und Wirtschaftssystem erforschen, diese Parallelmetriken zum bisherigen System der Wohlstandsmessung skeptisch sehen.

Jene Ökonomen bereiten aber durchaus den Boden dafür, dass Lebensqualität und Zufriedenheit nicht nur über das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zu messen sind: Indem sie an die gemeinsame Wurzel von Glück und Wohlstand erinnern – Freiheit und Selbstbestimmung. Und indem sie Wirtschaft nicht mehr nur als Abfolge von Zahlen begreifen, sondern begründen: Eine pumperlgesunde Volkswirtschaft reicht nicht, um Zufriedenheit zu schaffen. Monetäres, klassisches Wirtschaftswachstum als Maß des Kapitalismus bekommt Konkurrenz: Glück wird Teil der Wohlstandsindikatoren.

Die Deutschen sind nicht so große Schwarzmaler, wie ihnen nachgesagt wird: Drei Viertel der Menschen hierzulande sind laut Studie lebensfroh, jeder Zweite empfindet sogar „große Lebensfreude”. Doch was genau ist das Geheimrezept zu Glück und innerer Ausgeglichenheit?

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Geld ist es auf jeden Fall nicht. Die Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich macht, hat sich die Mehrzahl der Deutschen tatsächlich zu Herzen genommen: 76 Prozent der Deutschen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unter 1000 Euro bezeichnen sich als lebensfroh.

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Naheliegend und doch noch nicht bei allen angekommen: Wer den Partner mit seinen Macken akzeptiert, hat mehr vom Leben. Vor allem die Lebensfrohen (84 Prozent) schwören auf Toleranz für dauerhafte Liebe. Das hat das Forsa-Institut in Zusammenarbeit mit dem Coca-Cola Happiness Insitut herausgefunden.

Im Bild: Felix von Luxemburg und seine Frau Claire Lademacher nach ihrer standesamtlichen Trauung im September.

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Glück geht durch den Magen – besonders im Familienkreis: Mit der Familie kochen und essen gilt als Garant für ein gutes Lebensgefühl. Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) würde gern noch mehr Zeit für die Familie aufbringen. Das gemeinsame Familienessen ist für 86 Prozent der Befragten Bestandteil eines gelungenen Wochenendes aus.

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Gesellschaft ist das Zauberwort zum Glück: Die Deutschen lachen am häufigsten zusammen mit Freunden und Bekannten (73 Prozent), mit dem Partner und der Familie (71 Prozent) sowie den Kollegen (48 Prozent). Am liebsten bringen sie andere Menschen zum Lachen (74 Prozent).

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Probier's mal mit Gelassenheit: Auf Platz eins für ein frohes Familienleben steht „Die Dinge gelassen sehen“ (bei 31 Prozent der Lebensfrohen), gefolgt von der Fähigkeit, das Leben „so zu genießen, wie es kommt“. Auf Platz drei rangieren „Humor“ und „miteinander reden können“.

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Leben mit persönlicher Leidenschaft: Jeder hat etwas, womit er sich gerne in der Freizeit beschäftigt. Dafür nutzen die Deutschen vor allem den Sonntag: 4,8 Stunden verbringen sie an diesem Tag durchschnittlich mit ihren Hobbys. 94 Prozent von 1068 befragten Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren empfinden dabei Lebensfreude.

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Wer glücklich durchs Leben geht, hat Vorbildcharakter: Deutsche Teenager zwischen 14 und 19 Jahren suchen sich ihre Vorbilder danach aus, wie freundlich (60 Prozent) und lebensfroh (53 Prozent) diese Menschen sind.

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Reichtum hat keinen Vorbildcharakter. Weniger als zehn Prozent der Deutschen lassen sich vom Reichtum anderer beeindrucken. An der Studie haben über 1000 Menschen teilgenommen, die im Rahmen des forsa.omninet-Panels zufällig und repräsentativ ausgewählt wurden.

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Einfach mal zurücklehnen! Laissez faire hat viele Fans. Entspannen und nichts tun, hebt bei 66 Prozent das Lebensgefühl. Musik hören bringt zwei Dritteln Spaß.

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Sport ist Mord? Für fast die Hälfte ist es Lebensfreude: 45 Prozent der Deutschen sporteln einmal pro Woche, weil die Bewegung ihre Laune pusht und sie mit ihren Freizeitpartnern häufig lachen (31 Prozent).

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Bruno Frey hat sehr viel Zeit der vergangenen Jahrzehnte damit verbracht, sich gegen den Eindruck zu wehren, dass diese Erkenntnis unseriöse Wohlfühl-Wissenschaft sei. Frey, ein Verhaltensökonom aus der Schweiz, steht auf Europas Ranglisten der Wirtschaftswissenschaften weit vorn. Was hilft, das Thema Glück in ernstere Diskussionskreise zu führen. Frey, emeritierter Professor der Universität Zürich, ist überzeugter Liberaler.

Er sagt: „Ich glaube nicht, dass Regierungen ihre Bürger direkt zum Glück führen sollten. Sie sollten eher die Möglichkeiten schaffen, dass die Bürger glücklich werden könnten.“ Und dann nennt er zwei Prämissen, die tief eintauchen in die Ökonomie des Glücks: eine dezentrale Steuerung des Landes; und staatliche Leitplanken, die immaterielle Freuden den materiellen vorziehen.

Erstere zielt darauf ab, dass der Mensch glücklicher ist, wenn er das Gefühl hat, Dinge in seinem unmittelbaren Einzugsbereich selbstbestimmt regeln zu können. Dafür braucht der Mensch Übersicht, die Fähigkeit, die Dinge einordnen zu können. Nur wer versteht, was passiert, versteht auch, was er ändern könnte. Da kommt der Staat als Leitplankengeber ins Spiel. „Je gebildeter die Menschen sind“, sagt Frey, „desto glücklicher sind sie.“

An den Schwächen arbeiten

Jeder sollte sich auf seine Schwächen konzentrieren – heißt es. Das ist jedoch die falsche Einstellung. Denn dabei wenden wir viel Energie auf, um wenig Fortschritte zu machen. Wenn Menschen den gleichen Aufwand in ihre Stärken stecken würden, könnten sie in der gleichen Zeit deutlich mehr erreichen – und wären damit glücklicher.

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Abschied von der Denke, immer mehr immer schneller erledigen zu wollen

Manchmal müssen wir uns einfach Zeit nehmen – für sich selbst, für die Familie, für Freunde. Der technische Fortschritt ermöglicht uns, immer mehr in immer weniger Zeit zu machen.  Und was machen wir mit der gesparten Zeit? Mehr arbeiten, mehr erledigen. Stattdessen sollten wir uns selbst nicht aus den Augen verlieren.

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Mit Scheuklappenblick durch die Welt gehen

Das Leben ist kurz. Keiner weiß, wie lange sie oder er leben wird.  Also sollten wir die Zeit genießen, die wir haben. Man kann sich schon an den kleinen Dingen erfreuen – also gilt es den Scheuklappenblick abzunehmen und beispielsweise im ICE nicht auf den Laptop zu schauen, sondern auf die vorbeirauschende Landschaft.

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Mit Gewohnheiten brechen

Das Leben soll nicht zum Trott verkommen. Menschen, die in Routine verfallen, entwickeln sich nicht weiter. Wer neues wagt, entdeckt auch neue Seiten an sich und ein Potenzial, das man noch nicht ausgeschöpft hat. Daher gilt es neue Projekte anzugehen – sei es privat oder beruflich, indem man im Unternehmen neue Aufgaben wahrnimmt. Eintönigkeit macht keinen glücklich, selbst ein Gewohnheitstier braucht ab und zu Farbtupfer ins einem grauen Alltag.  

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Dinge runter schlucken

Immer wieder drücken uns tagtäglich Dinge auf dem Magen. Je mehr uns auf den Magen schlägt, desto schlechter fühlen wir uns. Also gilt es diese Dinge raus zu lassen, sich von diesem Gefühl zu befreien und darüber zu sprechen. Niemand hat etwas davon, wenn Menschen ihre Probleme in sich hinein fressen.

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Weniger auf die Meinung von anderen geben

Du musst studieren, du musst ein Auslandsemester machen, du musst dich sozial engagieren, du musst einen Master machen – mindestens. Was wir nicht alles müssen. All diese gesellschaftlichen Ansprüche sorgen dafür, dass wir uns unter Druck setzen – ein Gefühl, dass uns nicht glücklich macht. Das gilt für die ganze Einstellung, so zu leben, wie andere es gerne hätten. Dabei sollte man auf die Meinung anderer nicht so viel geben – Hauptsache, man ist selbst glücklich.

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Alles persönlich nehmen

Eine Grundannahme der Wirtschaftswissenschaften ist: Jeder Mensch will seinen eigenen Nutzen maximieren und handelt dementsprechend nach seinem Eigeninteresse.  Also sollte man nicht alles persönlich nehmen, was andere in der eigenen Gegenwart sagen oder machen.

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Die Vergangenheit loslassen

Das Leben geht weiter – unaufhaltsam. An der Vergangenheit kleben zu bleiben, bringt nichts. Also gilt es, sie loszulassen und nach vorne zu blicken. Wer immer zurückblickt, sei es auf Fehler oder entgangene Gelegenheiten, kann nicht glücklich werden. Denn nichts lässt sich rückgängig machen. Aber Gegenwart und Zukunft lassen sich gestalten.

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Den Kontrollwunsch ablegen

Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es. Aber ganz so einfach ist das nicht. Wir können nicht alles kontrollieren, der Glaube daran ist reine Illusion. Anstatt dies immer krampfhaft zu versuchen, sollte man das akzeptieren – und sich Enttäuschungen ersparen.

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Weniger ist mehr

Man kann nicht alles haben – und weniger ist ohnehin mehr. Wer das akzeptiert, wird sich zufrieden geben mit dem, was er hat und ein glücklicheres Leben führen.

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Materieller Zugewinn ist nur bedingt glücksfördernd

Zweitens: Glück ist relativ, weswegen materieller Zugewinn nur bedingt glücksfördernd ist. Das wiederum hängt mit dem nach dem US-Ökonomen Richard Easterlin benannten Paradox zusammen: Nationen, die reicher werden, werden nicht automatisch glücklicher. Frey hat das am Beispiel der Pendler erforscht: Menschen träumen vom eigenen Haus im Grünen. Die Glücksökonomie aber zeigt: Arbeitnehmer werden mit steigender Pendel-Zeit unglücklicher, ihnen fehlt Zeit für Freunde, Freizeit.

Diese immateriellen Werte wären sinnvoller als das Haus im Vorort, dessen weite Verbreitung gemeinhin als Zeichen für eine Wohlstandsgesellschaft dient. Dabei wird das Pendeln auch noch steuerlich gefördert. „Das abzuschaffen“, sagt Frey, „wäre eine dieser Leitplanken, wie Politik indirekt für Glück sorgen kann.“ Womit wir im Land der Pendlerpauschale schon vor einem großen Hindernis auf dem Weg zum Glück stehen.

Essay

Wir haben genug

von Ferdinand Knauß

Ökonomische Glücksforschung

Dabei ist die ökonomische Glücksforschung so alt wie die Nationalökonomie. Für die Utilitaristen um Jeremy Bentham (1748–1832) und John Stuart Mill (1806–1873) gab es eine Identität von Glück und individueller Nutzenmaximierung. Für Bentham war die menschliche Existenz vom „Streben nach Lust“ geprägt. Er entwarf ein „Maximum happiness principle“, wonach die Menschen (und Wirtschaftsakteure) so handeln sollten, dass ein größtmögliches Maß an Glück entsteht. „Mit dem Prinzip des Nutzens ist jenes Prinzip gemeint, das jede beliebige Handlung gutheißt oder missbilligt entsprechend ihrer Tendenz, das Glück derjenigen Gruppe zu vermehren oder zu vermindern, um deren Interessen es geht“, schrieb Bentham 1789 in „Introduction to the Principles of Morals and Legislation“.

Trotzdem galt die Glücksforschung über viele Jahrzehnte als Tummelplatz für Exoten. Das änderte sich um die Jahrtausendwende. Zum einen, weil eine Erkenntnis Ökonomen irritierte: Zwar stiegen im Westen seit den Sechzigerjahren Wirtschaftsdaten und Einkommen – aber immer weniger Menschen bezeichneten sich als glücklich.

Gleichzeitig standen mit Verhaltensökonomie und experimenteller Wirtschaftsforschung nun Instrumente zur Analyse zur Verfügung. Seither steigt die Zahl der Aufsätze und Studien. Vom World Happiness Report der Vereinten Nationen bis zum Happy Planet Index.

Sie wollen folgende Frage beantworten: Wie stark drücken materielle Werte wie das Bruttoinlandsprodukt den Erfolg von Mensch und Gesellschaft aus, und wie sehr tun dies immaterielle Dinge?

Glückliche Mitarbeiter sind gut fürs Unternehmen - aber wo ist das Glück am größten? Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu hat rund eine Million Mitgliederbewertungen zu mehr als 200.000 deutschen Unternehmen analysiert und anhand der Zufriedenheitsfaktoren Vorgesetztenverhalten, Kollegenzusammenhalt, interessante Aufgaben und Arbeitsatmosphäre einen "Glücks-Score" ermittelt. Die Skala reicht von eins (sehr unglücklich) bis fünf (sehr glücklich). Demnach arbeiten die glücklichsten Mitarbeiter Deutschlands in Hamburg. Die Hansestadt setzt sich mit einem Score von 3,66 Punkten an die Spitze. Auf dem zweiten Platz landet Berlin mit 3,61 Punkten, Bayern liegt an dritter Stelle (3,56). Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit 3,18 Punkten.

Der Bundesdurchschnitt liegt übrigens bei 3,46.

Neben diesen Glücksfaktoren, die kununu ermittelt hat, spielt aber auch der Job an sich eine entscheidende Rolle...

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Die Jobsuchmaschine Indeed hat sich der Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmer angenommen und nachgefragt, wer mit seinem Job besonders zufrieden ist. Die glücklichsten Berufe in Deutschland sind demnach eine bunte Mischung aus allen Ausbildungswegen und Hierarchiestufen. So gehören zu den Top 20 der zufriedensten Berufe viele traditionelle Handwerksberufe wie Maurer, Tischler oder Elektriker. Zufrieden sind allerdings auch - entgegen aller Klischees - Lehrer und Krankenschwestern. An der Spitze der Liste stehen Trainer, studentische Hilfskräfte und, wenig überraschend, Geschäftsführer.

Laut dem Meinungsforschungsinstituts YouGov sind allgemein nur sieben Prozent der Deutschen wirklich unzufrieden mit ihrem Job, 75 Prozent der Arbeitnehmer macht ihre Arbeit mehrheitlich Spaß. Damit sie sich im Beruf wohl fühlen, brauchen 27 Prozent der Beschäftigten neue Herausforderungen, für 18 Prozent ist ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag wichtig, für 15 Prozent bessere Gehaltsaussichten. Immerhin 14 Prozent wollen „etwas Sinnvolles“ für die Gesellschaft tun.

Die folgenden Berufe erfüllen diese Kriterien - und machen glücklich.

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Gärtner und Floristen sind zu 87 Prozent glücklich. "Ich arbeite in einer Umgebung, die ich mag, und tue etwas lohnendes und sinnvolles", gaben sogar 89 Prozent von ihnen an.

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79 Prozent der Friseure und Schönheitspfleger sind nach eigenen Angaben glücklich. Das tut sicher auch ihren Kunden gut.

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"Ich bin Klempner von Beruf. Ein dreifach Hoch dem, der dies schöne Handwerk schuf", singt Reinhard Mey. Tatsächlich sind Klempner und Installateure zu 76 Prozent glücklich – und das in England, wo keine Handwerkskammer über ihre Leistungen wacht.

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Die ersten Nicht-Handwerker in der Glücksrangliste sind ausgerechnet Marketing- und PR-Leute (75 Prozent). Die Wahrheit steht offenbar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Glück.

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Glück der Erkenntnis: 69 Prozent der Wissenschaftler sind glücklich. Wenn ihr Arbeitsleben nicht so unsicher wäre, wären es vermutlich noch mehr.

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Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Die Angestellten der Tourismus- und Freizeitwirtschaft sind zu 67 Prozent glücklich.

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Arbeit an der frischen Luft – und dazu noch schicke Helme: Auch zwei von drei Bauarbeitern sind glücklich.

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Menschen helfen und dafür noch besonders gut bezahlt werden, macht 65 Prozent der Ärzte glücklich.

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Das Recht als Quelle des Glücks? Immerhin 64 Prozent der britischen Anwälte sagen ja.

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Menschen helfen und dafür leider ziemlich schlecht bezahlt werden, macht 62 Prozent der Krankenschwestern glücklich.

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Auch die meisten Architekten, jenseits der Stars, verdienen verglichen mit anderen Akademikern eher bescheiden. Häuser zu bauen macht 62 Prozent von ihnen dennoch glücklich.

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Kinder machen glücklich, aber nicht immer die von anderen Leuten. 60 Prozent der britischen Kindergärtner sind happy.

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Mit zunehmendem Alter der Kinder sinkt offenbar die Begeisterung: Lehrer sind nur zu 59 Prozent glücklich.

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Trotz Ärmelschoner-Image und Zahlenkolonnen sind immerhin 58 Prozent der Buchhalter glücklich mit ihrem Los.

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An Autos und Geräten herumzuschrauben macht  57 Prozent der Mechatroniker glücklich.

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Wenn man eine gewischt bekommen kann, macht die Schrauberei schon weniger Spaß. Elektriker sind nur zu 55 Prozent glücklich.

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Für geliebte Menschen zu kochen ist bekanntlich das reine Glück. Für professionelle Köche gilt das nur zu 55 Prozent.

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Die Branche wird immer wichtiger und besser bezahlt. Aber ihr Glück finden in IT und Telekommunikation nur 48 Prozent der Beschäftigten.

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Das wird manchen Nicht-Banker mit Schadenfreude erfüllen: Ausgerechnet die wohlbezahlten Banker sind nur zu 44 Prozent glücklich im Beruf.

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Bruttoinlandsprodukt, Handelsbilanzen, das waren auch die Indikatoren, an denen sich das Leben von Stefan Bergheim ausrichtete. Ein Frankfurter Banker, der als Volkswirt Karriere in der Hochfinanz machte. Merrill Lynch, JP Morgan, Deutsche Bank, in dieser Liga spielte er. Heute steht auf seiner Visitenkarte: Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt. Bergheim hat sich der Erforschung einer glücklicheren Wirtschaft verschrieben. In seinem Lebenslauf hat das Glück das Geld schon geschlagen.

Der Ex-Banker, der auch die Kanzlerin berät, hat in Frankfurt einen Feldversuch gestartet: Was passiert, wenn die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie auf die Realität treffen? Bergheim hat ein gesellschaftliches Bündnis gegründet und fragen lassen: Wie definieren die Frankfurter Lebensqualität – und wie lässt sie sich umsetzen.

Erste Antwort: Die Leute wollen mehr Eigenverantwortung als gedacht. Zweite Antwort: Die bisherigen, meist materiellen Indikatoren für Fortschritt und Qualität einer Kommune reichen nicht. Für Bergheim ist die Leitfrage der Zukunft: „Welche Geschichte erzählen wir uns als Gesellschaft von einem besseren Leben.“ Das Ziel ist: ein glücklicher Kapitalismus.

Zwischen Depression und Selbstverwirklichung

Das verhängnisvolle Glücksversprechen der Arbeit

von Ferdinand Knauß

Weder markt- noch wachstumsfeindlich

Da kommt Richard Layard ins Spiel, ein emeritierter Ökonom der London School of Economics. Er hat das „Action for Happiness“-Bündnis gegründet. Die britische Organisation macht sich weltweit für mehr Glück in Leben und Wirtschaft stark. Layard benennt den Knackpunkt der Debatte: Einer der wichtigsten Lehrsätze der klassischen Ökonomie lautet, dass freie und vom Wettbewerb bestimmte Märkte der Bevölkerung größtmögliches Glück bescheren.

Schließlich werde der Mensch glücklicher, je mehr er auf den Märkten tauschen könne. „Das Problem ist aber“, sagt Layard, „dass so viele für das Glück überaus bedeutsame Dinge aus Beziehungen hervorgehen, die nicht mit dem Markt zusammenhängen und eher innerhalb eines Gemeinwesens stattfinden.“ Um das nicht falsch zu verstehen: Layard ist weder Markt- noch Wachstumsfeind. Auch seine Forschung belegt: Bis zu einer gewissen Grenze spielt Geld natürlich eine Rolle. Und auch er sagt: „Wer die wirtschaftliche Freiheit eingrenzt, legt auch auf andere Freiheiten keinen Wert.“

Glücksfaktor:
Die Labour-Partei hat in Großbritannien einst die „Whitehall Wellbeing Working Group“ initiiert, der konservative Premier David Cameron verfolgt das Thema weiter. Die Regierung erhebt neben anderen Nachhaltigkeitsindikatoren auch das subjektive Wohlempfinden der Einwohner und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Dazu zählt nicht nur Wohlfühl-Programmatik. Forscher werten auch die aktivierende Arbeitsmarktpolitik der Regierung als dem Glück dienlich. Zudem ist Cameron international einer der überzeugtesten Verfechter des Nudging: Demnach werden Bürger – in der Theorie zumindest – nicht mit Gesetzen kujoniert, sondern durch Anreize gelenkt.

Wir sind keine Duracell-Hasen

Den Wert immer neuen Wachstums von Einkommen und Vermögen aber begrenzt ein zutiefst menschliches Phänomen: Wenn der Einzelne reicher wird, ist es für ihn von Bedeutung, dass er in Relation zu allen anderen Menschen reicher wird. 1998 konfrontierten die Wissenschaftler Sara Solnick und David Hemenway ihre Probanden mit zwei Szenarien. Erstens: Ihr Jahreseinkommen liegt bei 50.000 Dollar, alle anderen verdienen 25.000. Zweitens: Ihr Einkommen liegt bei 100.000 Dollar, das der anderen aber bei 200.000. Die meisten Befragten bevorzugten Situation A. Wann immer jemand ein relativ höheres Einkommensniveau erreicht, bedeutet das für jemand anderen einen relativen Abstieg.

Der Kampf um höhere Einkommen ist in Sachen Glück ein Nullsummenspiel für die Gesellschaft und beschert dem Einzelnen ein Leben nach Vorbild des Duracell-Hasen: Man trommelt und trommelt und trommelt, lärmt dabei – kommt aber nicht von der Stelle. Und dennoch ist am Ende selbst die stärkste Batterie irgendwann leer.

Für Layard ist der Weg vom Menschen zum Duracell-Hasen nicht vorgezeichnet: „Wollen wir nicht, dass unsere Gesellschaften auf einem flach verlaufenden Glücksniveau bleiben, müssen wir unser Augenmerk auf solche Glücksquellen richten, die eine tatsächliche Zunahme unseres Glücks zulassen.“ Er nennt: zwischenmenschliche Beziehungen, ein hohes Maß an Einkommensgleichheit und eine gute Bildungspolitik. Politik könnte all das fördern.

In seinem Bündnis „Action for Happiness“ sammelt Layard nun weltweit Gleichgesinnte und fordert: Macht aus der sozialen Marktwirtschaft eine glückliche Marktwirtschaft.

Glücksfaktor:
In vielen internationalen Vergleichsstudien liegen derzeit die skandinavischen Länder weit oben. Glücksforscher führen das auf zwei Punkte zurück: Die Bildungssysteme der Länder gelten im internationalen Vergleich als weitüberdurchschnittlich gut. Und die Einkommensungleichheit ist – bei international gesehen relativ hohem Gesamtniveau an Einkommen – eher gering.

Wobei wir beim Einzelnen und seiner Rolle wären. Denn Glück ist nicht nur das, was uns Politik oder Wirtschaft zugestehen. Ein Teil der Lebenszufriedenheit ist unabhängig von Rahmenbedingungen. Das Leben ist eine Achterbahn: Erst geht es langsam hoch, dann steil bergab, bevor es gegen Ende wieder hochgeht. Das Phänomen hat wegen seiner gezeichneten Form als U-Curve Einzug in die Forschung gehalten.

Die Arbeitsmarktforscher David Blanchfower und Andrew Oswald haben das herausgearbeitet. Das subjektive Glück steigt demnach bis etwa Anfang 40, sinkt zwischen 40 und 50 und steigt dann auf ein höheres Level. Die Midlife-Crisis. Dass die eher im Einzelnen als in der Ausgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft liegt, hat Carol Graham festgestellt. Die Ökonomin untersuchte die U-Curve in Peru – wirtschaftlich eine ganz andere als unsere westliche Gesellschaft. Die U-Curve fand sie dort dennoch.

Wenn also nicht nur das System unser Glücksempfinden vorgibt, ist es – das freut überzeugte Liberale – durch jeden von uns beeinflussbar. Dafür müssen wir den kleinen Teufel auf unserer Schulter in den Griff kriegen. Er flüstert uns ein: „Mach Karriere. Verdiene mehr Geld. Kauf dir das größere Auto.“

Ihm zu widerstehen ist der erste Schritt zum Glück. Zumindest ab einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro. Diese Grenze, ab der rein materieller Zugewinn nicht mehr in gleichem Maße glücklicher macht, zieht der Psychologe und Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman.

Auf einer Konferenz von Glücksökonomen vor wenigen Wochen bestätigte der Harvard-Ökonom Michael Norton: Selbst reiche Menschen glauben, dass sie bis zum perfekten Glück ein drei- bis vierfaches Einkommen anhäufen müssten. „Es ist dabei völlig egal, ob sie eine oder zehn Millionen Dollar besitzen“, sagte Norton. Deswegen sagt er: „Erlebnisse wie Reisen, Restaurantbesuche oder Familienausflüge bescheren ein länger anhaltendes Glücksgefühl als materielle Versüßungen.“

Generation Y

Der Berliner Glücksökonom Martin Binder betont ebenfalls, wie wichtig nicht monetäre Einflüsse für das Wohlergehen sind. „Wichtige Determinanten“, schreibt er, „sind der soziale Bereich, also Freunde und Familie, aber auch gesundheitliche Aspekte.“ Diese Glücksfaktoren zu fördern lohnt sich wiederum für alle. Binder hat einen sehr robusten Zusammenhang festgestellt: Menschen erleben nach einer Steigerung des eigenen Wohlbefindens auch positive Veränderungen der anderen Faktoren. Wer glücklicher wurde, konnte in der Folge auch über bessere Gesundheit und höheres Einkommen berichten. Glück macht also erfolgreich.

So gesehen lesen sich die Erkenntnisse wie ein Gründungsmanifest zur Generation Y. Jener Generation der nach 1980 Geborenen, die derzeit Personaler und ältere Semester gleichermaßen ratlos macht. Jener Generation, die die Hamburger Journalistin Kerstin Bund so beschrieben hat: „Manche halten uns für Freizeitoptimierer, die, anstatt an ihrer Karriere zu arbeiten, lieber pünktlich Feierabend machten oder sich gleich ins Sabbatical verabschiedeten.“ Bund argumentiert dann zwar weiter, dass diese Eigenschaften positiv zu verstehen seien – prägend sind sie jedenfalls für die Generation in jedem Fall.

Glücksfaktor:
Die Schweiz gilt unter Glücksforschern als relativ ideal, weil sie zwei Erkenntnisse der Glücksökonomie sehr gut umsetzt: Durch den hohen Anteil direkter Demokratie können Schweizer Bürger ihr unmittelbares Umfeld selbstbestimmt gestalten. Und das Gesundheitssystem mit einer der höchsten Lebenserwartungen der Welt fördert ebenfalls das Wohlergehen der Schweizer.

Erst Sinnstiftung, dann Gehalt

Dass diese Einstellung ansteckend ist, zeigte jüngst eine umfassende Arbeitnehmerstudie der Fachhochschule Köln. Ökonomen des dortigen Schmalenbach-Instituts haben über sieben Jahre immer wieder insgesamt 5000 Arbeitnehmer aus dem deutschen Mittelstand nach der Zufriedenheit mit ihrer Arbeit gefragt. Ergebnis: Rund 70 Prozent nannten als oberstes Kriterium, dass ihre Arbeit Sinn stiften müsse. Erst dann folgte mit 60 Prozent Zustimmung das Kriterium „hohes Gehalt“.

Wie diese Skepsis vor materiellen Statussymbolen einer gesellschaftlichen Grundhaltung entspricht, zeigt übrigens auch der Blick auf den Glücksatlas, den vor einigen Monaten der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen und das Meinungsforschungsinstitut Forsa vorgelegt haben: Demnach leben die glücklichsten Deutschen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, nicht im florierenden Süden.

Insgesamt seien die Deutschen aber „in allen Bereichen tendenziell glücklicher“ als vor zehn Jahren. Dies gelte aber nur in geringerem Ausmaß für Wohnung, Freizeit und Gesundheit.

Es gibt also nach wie vor Luft nach oben bei der nationalen Suche nach dem Glück. Luft, die Oliver Schmolke auszufüllen gedenkt. Er leitet den Planungsstab von Bundeswirtschaftsminister Gabriel und würde den Begriff „Glücksforschung“ nie freiwillig verwenden. Dennoch ist er ein großer Fan jener Ökonomen, die an der Einarbeitung qualitativer Ziele in unser Verständnis von volkswirtschaftlicher Entwicklung arbeiten. Mit Kollegen aus dem Kanzleramt hat er den Zukunftsdialog zur Lebensqualität ausgetüftelt.

Schmolke glaubt, sein Minister könnte ein starkes Thema noch gut gebrauchen. Und Lebensqualität? Das finden Sozialdemokraten immer gut. „Wir wollen“, sagt Schmolke, „eine Gesellschaft, deren Wohlstand sich nicht nur über die Bruttoregistertonnenlogik definiert. Umweltkosten, soziale Teilhabe, Nachhaltigkeit, das sollte doch auch eine Rolle spielen bei der Bewertung der Lebensqualität.“

"Politik ist nicht für individuelles Glück zuständig"

Zwar sagen alle in Berlin: „Politik ist nicht für individuelles Glück zuständig.“ Aber: Für das große Ganze möchte die große Koalition dann doch zuständig sein. Für Schmolke sieht der Plan so aus: Es gibt eine mögliche kleine und eine mögliche große Lösung. Die kleine: Die Regierung würde künftig einen Bericht zur Lebensqualität vorlegen. Es gäbe einen Pressetermin, Worte des Ministers. Ob die Deutschen zufriedener wären? Man hat so seine Zweifel.

Die große Lösung: Der Sachverständigenrat beim Wirtschaftsminister würde mit neuem Schwerpunkt über die Entwicklung der Lebensqualität berichtet. „Damit würden wir klarmachen, unser Begriff von Wohlstand ist breiter aufgestellt und berücksichtigt die Wünsche der Menschen“, sagt Schmolke. Am Ende dieser Entwicklung stünde, dass das Bruttoinlandsprodukt als Ausweis von wirtschaftlicher Stärke an Bedeutung verlöre. Ihm würde eine Art Glücksindikator gegenübergestellt.

Beschäftigung, Bildung, Gesundheit...

Gesellschaftliche Unterstützung dafür wäre da. Die Gewerkschaften erkannten schon vor Jahren, dass sich mit dem Streben nach Glück auch ihr eigenes Glück steigern lässt. Der DGB hat in den vergangenen Wochen mehr als 4000 Arbeitnehmer nach ihrer Befindlichkeit befragen lassen. Das Ergebnis: ein „Index Gute Arbeit“, der im Herbst erscheinen und die Arbeitsmarktpolitik beeinflussen soll.

Wie aber sieht dieses amtlich verordnete gute Leben aus? Die Industrieländer-Organisation OECD hat einen Better-Life-Index mit elf Indikatoren erstellt: Beschäftigung, Bildung, Gesundheit, Einkommen, Gemeinsinn, Lebenszufriedenheit, Sicherheit, Umwelt, Wohnverhältnisse, Work-Life-Balance und Zivilengagement stehen darauf. Länder, die künftig Wohlstand schaffen wollen, sollen bei allen Gesetzen diese Punkte beachten, findet die OECD. Als Beleg für ihre These, dass Politik in diesen Bereichen Glück fördern kann, führt die Organisation viele Politikbeispiele aus ihren Mitgliedsländern an: In Großbritannien loben die Forscher die aktivierende Arbeitsmarktpolitik, die die Langzeitarbeitslosigkeit gesenkt habe. Die Schweiz schneidet wegen ihrer direktdemokratischen Elemente gut ab.

Glück schlägt Geld

Am besten werten die OECD-Glückssucher aber Dänemark. In kaum einem Land ist die Mischung aus strukturell und individuell veranlagtem Glück besser. So sind in Dänemark deutlich mehr Menschen beschäftigt als im OECD-Schnitt, gleichzeitig grenzen gesetzliche Vorgaben die Arbeitszeit für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer erträglich ein. Nur zwei Prozent der Dänen machen massiv Überstunden gegenüber neun Prozent in anderen Industrieländern. Dennoch wächst die Volkswirtschaft. Auch die fast acht Prozent des BIPs, die das Königreich für Bildung ausgibt (Deutschland etwa fünf), gelten als glücksfördernd: Sie führen in Dänemark nicht nur dazu, dass mehr Schüler erfolgreich die Schule abschließen, sondern dass Mädchen und Jungen dies auch noch ähnlich gut tun. Ein hoher Bildungsgrad wiederum fördert ja das Glück. Gleichzeitig ist der Anteil zivilgesellschaftlichen Engagements nur in wenigen Mitgliedstaaten höher als in Dänemark.

Klar ist also: Politik allein wird uns das vollkommene Glück nicht bescheren.

Also sind wir doch selbst gefragt. Das ahnte schon Ludwig Erhard, der neben Wohlstand für alle Wellness für alle im Sinn hatte. Jedenfalls sagte er: „Mit steigender Produktivität und mit der höheren Effizienz der menschlichen Arbeit werden wir einmal in eine Phase der Entwicklungen kommen, in der wir uns fragen müssen, was denn eigentlich kostbarer und wertvoller ist – noch mehr zu arbeiten oder ein bequemeres, schöneres und freieres Leben zu führen.“

Spätestens wenn in den nächsten Jahren Roboter größere Teile unserer Arbeit und damit auch unserer Einkommen nehmen, werden wir den Duracell-Hasen in uns abschalten müssen. In einer Gesellschaft, in der alle Grundbedürfnisse erfüllt sind und die Möglichkeit, sein Einkommen zu steigern, überschaubar ist, gilt dann, was Ökonomen und Psychologen jetzt schon wissen: Glück schlägt Geld.

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